Burning Desire

You calm the storms and you give me rest .You hold me in your hands and you won't let me fall.You steal my heart and you take my breath away.Cause you're all I want, you're all I need .You're everything.

Alfadas &’ Círerína

Immer wieder huschten ihre wachsamen Augen über das Geschehen des Handel Platzes, welcher in dieser riesigen Stadt den meisten Teil der Oberstadt einnahm. Unzählige Händler und Kunden überfüllten diesen noch mehr, sodass selbst sie ab und an die Schwierigkeit hatte auszumachen wer nun zu den Templern gehörte und wer nicht. Sie wollte sich nicht einmal erdenken was passieren könnte, wenn sie nun geschnappt werden würde. Einige Jahre waren verstrichen seitdem die riesige Schlacht auf dieser Erde gewütet hatte und einige Helden diesen zu einem guten Enden vollführen konnten. Doch mit dem Austausch verschiedener Könige in den Machtvollsten Städten, kehrten die Menschen den Magiern den Rücken. Die Menschen hatten sich in den Wahn gelebt davon auszugehen jeden Magier waghalsig ab zu stempeln, verurteilend über sie zu richten. Entweder man entblößte sich den Magistraten, jene die für Wesen mit magischen Wesen zuständig waren, oder man wurde gesucht und getötet. Sollte man sich ergeben, so erwartete einen das Schicksals eines Sklaven, der bei jedem kleinen Fehltritt unter Folter gestellt werden würde. Sogenannte Templer waren dafür weitergehend beauftragt worden Magier aufzuspüren, wenn nötig sie in den blutrünstigsten Tod zu jagen. Kopfschüttelnd, um sich aus ihrer eigenen Gedankenwelt zu entziehen, versuchte sie den Blicken der Menschen und anderen ihrer Art aus dem Weg zu gehen. Einige Richtlinien besagten, dass Elfen als auch andere Wesen, in den Städten hausen durften. Doch sollte ein Kind mit Magie geboren werden, so musste dies den Templern übergeben werden um dem Zirkel beizutreten. Für sie als solch magisches Wesen war es zu gefährlich auch nur einen dieser Leute länger anzusehen, zu hoch war die Gefahr ausfindig gemacht zu werden. Ihre Meeres blauen Augen, welche die Mystik in ihr verrieten, ruhten aus diesem Grunde auf den abgewanderten Wegen. Jeder hier konnte ein Templer sein, verdeckt unter den Handelsleuten. Umso schneller führte sie ihre Schritte über den Handelsplatz, eilend wie eine hungrige Katze einer Maus hinterher. Ein kurzer haschender Blick in den Himmel hinauf verriet ihr das es nicht mehr lange dauern würde bis die Nacht einbrechen würde. Sie besaß kein Geld, ihr äußeres jedoch – ihre Kleidung und Bewegungen – ließen in keiner Hinsicht darauf schließen das sie einem Armutszeugnis auferlegt war. Wie so oft erschien ihr diese Vollmond beleuchtete Nacht wie einer die getränkt war in der Traurig - und Wachsamkeit. Dies bot ihr den Schutz den sie brauchte, denn versteckt an einer der Mauern wartete sie auf Leute die ihre Achtsamkeit fallen ließen. Doch mit einem Male, als sie gerade jemanden entdeckte der wohlhabend genügend sein könnte, erhaschte sie einen Mann der einem Templer nicht ähnlicher sein konnte. Seine Augen waren schier auf sie gerichtet, wachsam wie ein Tiger und beinahe unausweichlich. Trotz dessen sie sich bewusst war das er tatsächlich einer der Templer sein konnte, tauchte sie im Schutz der Dunkelheit vor der Frau auf die sie zuvor ausfindig gemacht hatte. Ohne das sie in irgendeiner Weise ein betrübtes Gewissen ereilen konnte, spürte sie den eisernen Fluss der sich durch ihre Venen begab und Linien sich an ihren nackten Armen anfingen aufzuleuchten. Fixierend der panischen Augen der Frau, die in einem Instinkt ihren Geldbeutel fallen ließ, stieß sie die Luft tief aus ihrer Lunge hinaus und in einem Marsch fiel die Frau benommen zu Boden. Niemals würde sie einen Raubmord begehen, dafür war ihr Gemüt viel zu friedlich gestimmt. Nur hätte sie es besser wissen müssen, denn der Herr – welcher den Eindruck eines Templers machte – war unbestreitbar näher gekommen, viel zu nahe. „Haltet eure Position ein oder euch wird das gleiche Schicksal widerfahren wie dieser Frau!“, erhob sie ihre Stimme mächtig, wachsam darauf achtend wie der Herr reagieren würde. Jeder konnte nun ausmachen das sie ein Kind magischer Natur war. Ganz gleich ob er nun zu den Templern gehörte oder nicht: er stellte eine Gefahr dar. Viel zu viel Kopfgeld war auf einen Magier gesetzt worden, sodass sie nicht davon ausging er könne sich diesem unter Umständen unterziehen. „Ihr müsst mir gefolgt sein, einen anderen Grund mag sich mir nicht zu erkennen geben, weshalb ihr meine zwielichtige Position entdeckt habt.“, fügte sie ihren letzten Worten hinzu und begab sich in eine Stellung in der sie hätte kämpfen können. Sie konnte gut mit einem Schwert umgehen, dies hatte sie in ihrer versklavten Zeit erlernt, doch ein Meister war sie darin besten Falles nicht.

 

Automatisch zog er sich die Kapuze seines Mantels tiefer ins Gesicht als eine Gruppe gut betuchter Elfen an ihm vorüberging. Natürlich war es eher unwahrscheinlich, dass sie ihn sogleich erkennen würden. Ihn als Angehörigen des Waldvolkes. Und falls doch, so konnte er sich der Herabwürdigung durchaus entziehen. Immerhin hatte er gelernt wie man am Besten untertauchen konnte und in dieser Menschenmenge war es nun keine große Herausforderung. Dennoch hatte er nicht grade den Wunsch, entdeckt zu werden. Grade aus diesem Grund hatte er sich auch seiner Kleidung entsprechend darauf vorbereitet, sich in den Massen zu bewegen. Sein Aufzug glich dem, der Templer nur zu sehr. Doch auf diese Weise brauchte er keinen unangenehmen Fragen Antwort zu leisten, den immerhin genossen diese ein gewisses Ansehen. Sich herum drehend schnappte er sich einen Apfel von einem der Stände und ging unbemerkt weiter. Jeder andere in seinem Volk würde in dieser Masse hervorstechen, kaum einer von ihnen wusste sich richtig in Szene zu setzen da sie ihrem Stolz unterlagen. Es wäre für sie eine Erniedrigung, sich unter andere Elfen und Menschen zu mischen und ihre Herkunft zu verschweigen. In seinen Augen war dies nichts als Starrsinn. Genau dieser Starrsinn hatte zur Spaltung der Elfen geführt und zu ihrer Vertreibung geführt. Zumindest besaß er die Einsicht zu erkennen, dass sie fehlgeleitet wurden, es war das Produkt von Intrigen und Heimtücken, doch davon wollte kaum jemand etwas hören. In den Apfel beißend ließ er seinen Blick über den Markt schweifen. Es war ein befreiendes Gefühl, hier etwas von dem Leben zu spüren. Er hatte nicht viel vom Markt besorgt, unter anderem einige Ballen Stoff , aus denen die Frauen sicher wunderbare Kleider schneidern würden und einige der verschiedensten Leckerein für die wenigen Kindern bei ihnen. Allein der Gedanke ließ ihn schmunzeln, sicher würden sie sich wie jedes Mal freuen wenn er ihnen etwas mit brachte. Irgendwann, nahm er sich vor, würde er dafür sorgen, dass die nächsten Generationen sich wieder unter das Volk mischen konnten ohne gleich als Abtrünnige verschrien zu werden, auch wenn er wusste das die Entwicklung der Zeit eher dagegen sprachen. So wie er sich weiter an dem Apfel gütlich tat, erblickte er die Gestalt einer jungen Frau, eine Elfe wie er bei genauerem Hinblick feststellte. Etwas an ihr machte ihn stutzig, obwohl er noch nicht recht ausmachen konnte was es war. Den Rest des Apels fortwerfend konnte er sich seiner Neugier nicht entziehen und bewegte sich auf sie zu nur um daraufhin schon zu beobachten, wie sie offensichtlich Magie anwand. Erstaunt schob er seine Augenbrauen zusammen und trat trotz allen Gründen, die dagegen sprachen noch ein wenig näher. Ohne auch nur auf ihre Worte zu achten half er stattdessen erst einmal der Frau auf, die sie offensichtlich bestohlen hatte, sie war immer noch benommen genug, um nicht zu realisieren was grade geschehen war, sodass er sie unbekümmert weg schieben konnte und sie wieder in den Massen verschwand. „An Eurer Stelle, Magierin, würde ich Eure Kampfhaltung aufgeben. Zum einen könnt Ihr gewiss sein, dass ich Euch jederzeit besiegen könnte wenn es um den Schwertkampf geht. Und ich würde es Euch abraten, eure Magischen Fähigkeiten anzuwenden.“, zischte er und ließ sich nicht von ihrer Haltung beirren und trat noch näher an sie heran. Die Verunsicherten Blicke einiger Umstehenden machten ihn nervös, wenn er sich mit einer Magierin blicken lassen würde, könnte er gleich sein Todesurteil unterschreiben. Ein Verräter mit einer ihrer Art. „Spiel mit, sonst werden wir beide gleich ein ziemliches Problem haben. Ihr könnt mir später danken, dass ich Eure schöne Haut gerettet habe.“, stieß er hinter zusammen gepressten Zähnen hervor ehe er sie ein wenig unsanft, aber nicht zu grob am Arm packte und hinter sich her in eine Seitenstraße zog. Von dieser aus konnten sie misstrauischen Blicken entgehen und befanden sich schon kurze Zeit später in der Nähe der Ställe, in welchem er sein Pferd untergebracht hatte. „Welcher Leichtsinn treibt Euch dazu, an einem solch belebten Ort Magie anzuwenden?“, durchbrach er seine vorangehendes Schweigen und musterte sie mit einer Mischung aus Neugier und Misstrauen.

 

Zusehend wie unbekümmert der fremde Herr noch näher an sie heran trat um die benommene Frau zu helfen, biss sie sich leicht auf ihre Unterlippe. Es würde ein zu großes Aufsehen erregen, wenn sie dazu gezwungen werde würde gegen ihn zu kämpfen. Lediglich ein kurzer schweifender Blick ließ erahnen das dieses Gesindel, in diesem Armenviertel, nur darauf aus wäre sich eine Belohnung zu holen. „Wenn ich so töricht wäre mich auf einen Schwertkampf einzulassen, dann unter Umständen: ja. So könntet Ihr euch einen Vorteil ergattern!“, zischte sie erwidernd auf seine Worte hin. Ihr gefiel es ganz und gar nicht wie weit er sich aus der Menge hervorstechen ließ und dabei kaum darauf achtete wer überhaupt zusah. Sie hätte die anderen Menschen denken lassen können, die Frau wäre aus einem unempfindlichen Grund umgekippt und sie wolle dieser nur helfen. Doch dieser Herr, der sich nun einzumischen wusste, unterbrach diese Gelegenheit vollkommen. Trotz dessen, als er immer näher kam, steckte sie sich  den wertvoll ergatterten Geldbeutel in ihre Seitentasche. Anders als es bei den Elfen in dieser Stadt war trug sie eine mehr oder minder abwehrende Rüstung, die eines Kriegers gleichend. Nur schon hatte der Herr sie an ihrem Arm gepackt damit er sie in eine der nächsten Seitengassen zerren konnten. „Haltet sofort ein!“, presste sie darunter hervor während ihre kläglichen versuche scheiterten, sich von ihm loszureißen. Sie hätte ihn natürlich auch auf anderen Wege von sich abbringen können, nur würde sich dies – Falls er wahrhaftig einer der Templer war – als ein großer Fehler erweisen. Angekommen, wo immer er auch hin wollte, hielt er mit seinen Schritten inne und schon spürte sie die leichte Woge der Sicherheit welche durch die Pferde ausgestrahlt wurde. Die meisten Tiere hatten so etwas an sich, doch Menschen waren zu verständnislos um dies auch nur zu bemerken. „Nehmt augenblicklich eure Hand von meinem Arm! Ich werde dies kein zweites Mal von mir geben.“, presste sie hinaus ohne  auf seine offenbar erzürnte Frage einzugehen. Sie mag zwar der Leichtsinn gepackt haben, doch er hatte diese Sache grazil auffliegen lassen. „Und für wie töricht haltet Ihr euch einer Magierin so grob gegenüber zu treten? Es könnte euren grauenvollen Tod bedeuten!“, presste sie schließlich äußerst frech auf seine Frage hin doch hinaus und riss sich mit einem Male von ihm los, als habe seine Hand überhaupt keinerlei Gewicht mehr für sie. Es war sein Fehler, dass er sie geradewegs ansah und nicht ihrer. Jede andere Frau in dieser Stadt hätte sich leicht so behandeln lassen, wenn jemand den Anschein machte als wäre man ein Templer. „Verzeiht mir, werter Herr, wenn eine Magierin nicht den zollenden Respekt einem Templer gegenüber zollt. Ihr müsstet unverkennbar bemerkt haben, dass ich nicht dafür bereit wäre eine Sklaverei eines Zirkels beizutreten!“, brachte sie ihre weiteren Worte zu Tage während sie sich einige Schritte von ihm entfernte. Sie konnte nicht erahnen das er selbst einer  von den Abtrünnigen ist. Dennoch versetzte sie dem Wort ‘Magierin’ einem sarkastischen Tonfall, denn als solch eine hatte sie sich nie gesehen. Viel zu lange stand sie unter der Sklaverei eines Magistrat, welcher ihren Kräfte Einhalt gebot und zur gleichen Zeit für seinen Nutzen wollte. „Unterzieht mich ruhig einem Verhör, doch von mir werdet Ihr selbst unter den schlimmsten Folterungen nichts erfahren, Templer! Schert euch zum Teufel. Es ist mir unklar weshalb Ihr euch in eurer Jagd zurückhaltet. Dies ist nicht die Art, welche ihr zu pflegen habt.“

 

Ein wenig verwundernd konnte er nicht anderes als sein Haupt leicht zu neigen während er schon ein leichtes Lachen in seiner Kehle aufkommen spürte. Es wunderte ihn kaum, dass sie sich von ihm los riss, nur ihre scharfe Zunge war dass, was ihn nun wirklich überraschte und auch zum Schmunzeln brachte. Wenn er in ihren Augen ein Templer war, so musste sie wahrhaft eine kämpferische Natur besitzen, oder einfach eine närrische. In jedem Fall war es für ihn ein weiterer Beweis für ihre Leichtsinnigkeit, doch das war nicht sein Problem. Oder sollte er sich diesem annehmen? „Ich fürchte keinen grauenvollen Tod vor allem aber fürchte ich mich nicht vor Eurer Magie. Es verwundert mich, dass Ihr durch Eurer vorlautes Mundwerk nicht schon längst ein solch genanntes Ende gefunden habt zudem Ihr ein so unverschämtes Verhalten an den Tag legt.“, erwiderte er nur mit einem weitgehend ruhigen Tonfall ohne jedoch dabei einen weichen Eindruck zu hinterlassen. Ihm entging nicht, dass sie sich ein wenig von ihm entfernt hatte, falls sie die Flucht versuchen sollte, so wäre es ein sinnloses Unterfangen. Zum einen war er ein geschickter Läufer und zum anderen hatte er sein Pferd gleich hinter sich im Stall und er würde sie ohne Probleme wieder einholen können, falls er dies vorhatte. Doch vorerst musste er einen Plan ausreifen lassen. Auf ein magisches Wesen wie sie es war, war eine hohe Summe Kopfgeld ausgesetzt. Geld, was wohl niemand so schnell abschlagen würde und sie war ja grade Wegs in seine Arme gelaufen, weswegen er diese Überlegung nicht sogleich verwarf. Es war jedoch töricht zu denken, dass man einfach so einem Abtrünnigen das Kopfgeld überlassen würde. Die Templer hatten schon die Magier unterjocht, wie würden sie dann mit seinem Volk umgehen, falls ihnen dieses wieder in den Sinn kam? Es war nur eine Frage der Zeit, wie er nun langsam einsah, bis man sich diesem zuwenden würde und es entweder ausmerzen, oder ebenfalls versklaven würde. Wie konnte er also guten Mutes zulassen, dass sie zurück in die Geiseln der Zirkel gegeben wurde nur damit er sich bereichern konnte? Ein solch heuchlerisches Vorgehen ließ seine Ehre nicht zu weswegen er einen anderen Entschluss fasste. Die Kapuze zurück schlagend entblößte er nun sein Gesicht und stieß einen leises Pfiff aus um seinen schwarzen Raben zu rufen. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen strich er dem Pferd über das Fell sobald es neben ihm gehalten hatte und verstaute seine Einkäufe in beiden Satteltaschen wobei er sich entschloß seine Deckung als Templer aufzugeben zu können. Was brachte es ihm schon, sich vor ihr als solcher auszugeben, wenn sie die Templer doch scheinbar so verachtete? Er konnte ihr es nicht verübeln weswegen er sich erst wieder zu ihr wand, als er die Tasche geschlossen hatte. „An Eurer Stelle, würde ich diese Stadt so schnell Ihr könnt verlassen. Selbst wenn Ihr wohl ein Freund der Gefahr seit, so könnt Ihr doch gewiss sein, je länger Ihr Euch hier befindet, droht Euch neuerliche Versklavung. Ich habe genügend Geflüster gehört, dass sich bald die Mächtigen der Zirkel an diesem Ort zusammenfinden werden. Und Leute wie Ihr sollten sich nicht grade hier in der Nähe befinden.“, stieß er seine Worte bedacht hervor und fixierte sie dabei mit seinem Blick. „Ich vermute, dass ich dieses Angebot bitter bereuen werde, doch ich biete Euch meine Hilfe an. Ich werde von hier verschwinden, Ihr könnt mich begleiten sofern es euch beliebt.“ Eindringlich betrachtete er sie ehe er sich auf den Rücken seines Gefährten schwang und geduldig auf ihre Erwiderung wartete.

 

„Unverschämt? Nun wagt Ihr zu viel! Dadurch das Eure Frauen in euren Völkern höchst als Küchenmagd angesehen werden und dies sich so gefallen lassen, seid ihr es nicht einmal gewohnt eine Frau zu entdecken, welche sich gegen dies behauptet! Mich mag wohl eine Zunge eines Mannes schmücken, doch gegen solch einer Erniedrigung wie ich es sonst erfahren darf, kann ich es mir nicht vorenthalten.“, musste sie es einfach von sich geben. Sie hegte keine Sympathie gegen Frauen die sich niedere Gesellschaftsformen annahmen. Für sie interessierte es nun nicht ob jemand nun eine Frau oder ein Mann war – sie behandelte stehts die Leute gleich. Doch es war die Höhe wie er mit ihr umging, gerade so als würde sie nicht einmal hier stehen. Allerdings trat sie nun einen Schritt näher, sie konnte nicht wissen ob er es sich durch den Kopf gehen ließ sie einfach an die Templer auszuliefern, wenn er wohl möglichst selbst einer war. „Ihr seid ein Narr, wenn ihr auch im entferntesten daran denkt mich * * auszuliefern. Niemals würde ich euch solch eine Tat vergelten lassen.“, sie war deutlich schon zu lange auf der Flucht. Sowohl die Templer als auch ihr ehemaliger Meister ließ sie suchen. Das einzige was sie nun wollte war es seine Macht zu zerschlagen, wenn möglich ihm selbst das Herz aus reinem Hass heraus zu reißen. Kaum jemand behauptete von sich wirklich Rache zu nehmen und jene die es versuchten, scheiterten daran. Nur ihr Herr, ein wohlhabender Magistrat, hatte Spuren an ihr hinterlassen und diese würde sie ihr gesamtes Leben mit sich tragen. Auch, wenn sie seinem Blick entgehen wollte, konnte sie nicht anders als aus reiner Neugierde ihre Augen über ihn schweifen zu lassen als er seine Kapuze zurückstreifte. „Ihr seid ein Elb!“, überkam es sie reflexartig. Das einzige was sie darüber wusste war das dieses Volk Spuren der Magie an Orten hinterließ und selbst einiger dieser an sich haften hatte. Es hieße diese Völker würden sich verstecken, nein, sogar das sie ausgestorben * * seien. Sie selbst hatte noch keinen kennen lernen dürfen, was sich nun allerdings änderte. Beobachtend wie er seine Pferd zu sich pfiff, ein atemberaubendes Geschöpf, stieß sie die Luft gleichmäßig drückend aus ihren Lippen hinaus. Die meisten Magier die sie kannten waren den Dämonen verfallen und ließen sich von diesen leiten. Elben waren dafür anfällig, jedoch wusste sie dies nur aus Erzählungen. Sein Angebot war verlockend. Einerseits war es etwas, welches danach schrie das sie einen Neuanfang wagen könnte – wenn auch nur für eine Weile. Auf der anderen Seite hatte er recht. Sie konnte nicht lange an einem Ort bleiben, selbst wenn dies für sie keinen Unterschied darstellte. Ihr Herr hatte ihr Blut und damit konnte er sie jederzeit ausfindig machen. Nur seine Worte bereicherten Sie, denn auch er habe davon gehört. Aus diesem Grund war sie in diese Stadt gekommen. Eigentlich wollte sie sich gegen sein Angebot auflehnen, fragen ob sie wirklich so aussähe als würde sie Hilfe benötigen* * aber gleichermaßen hatte sie auch weder etwas zu trinken als noch zu essen. Vielleicht würde er ihr etwas in seinem Heldentum, den er ihr vorlegte, etwas anbieten. „Denkt jedoch nicht daran mein nun waghalsiges Vertrauen zu benutzen, Elb. Sollte dies eine Falle sein, werdet ihr es genauso bereuen wie mein Haupt selbst.“, gab sie sich geschlagen und bewegte ihre Schritte zu ihm hin, wonach sie sich misstrauisch und bedacht hinter ihm sich auf sein Pferd schwang. Es konnte nicht schaden einige Tage außerhalb der Stadt zu bringen, dies würde dem Zirkel Ruhe schenken und die Gewissheit das nichts passieren würde. Allerdings war dies keine Angelegenheit, welche sie mit ihm besprechen würde. So einfältig war sie nicht. Zwar mochte sie eine freche Zunge haben, doch alles fernab der Oberfläche ließ sie dort auch verweilen. „Ich danke euch. Auch, wenn ein Magier euch mehr Gefahren erbringen wird als jene Sicherheiten.“

 

Mit einem Lächeln registrierte er, wie sie sich letztendlich dazu durchrang sich mit auf sein Pferd zu setzen. Der gesunde Verstand ließ auch kaum eine andere Möglichkeit zu, als seinem Angebot nach zu gehen auch wenn ihm bewusst war, dass er ihr auch ebenso gut eine einfache Falle stellen und sie in den Hinterhalt locken könnte auch wenn er dies nicht vorhatte lag der Gedanke nah. „Ich muss gestehen, dass ich wohl noch eher zu waghalsigen Handlungen neige, als ich es von euch denke. Ihr wisst ja nicht, mit was für einem Elben Ihr Euch hier einlasst!“, entgegnete er nur andeutend und versenkte daraufhin schon seine Fersen in der Seite des Pferdes, sodass sich dieses in Bewegung setzte. Die fließendes Bewegungen seines Gefährten erinnerten ihn an eine Vielzahl von Reisen, die er schon hinter sich gebracht hatte. Es gab wohl kaum einen loyaleren Wegbegleiter als ein Pferd aus Elbischen Gestüt. Er war sich bewusst, dass dieses Tier wahrlich Gold wert war und jeder Pferdezüchter alles für ein solches geben würden, doch nicht einmal im Traum würde ihm einfallen einen solchen Handel einzugehen, egal wie nötig er das Geld brauchte. Pferde waren viel sensiblere Tiere als die Menschen ahnten und so scheute der Rabe auch zuerst bei der fremden Frau auf seinen Rücken. Mit einer allzu fürsorglichen Geste beugte sich der Elb vor und hauchte einige Worte in der alten Sprache in das Ohr des Tieres sodass es sich gleich darauf beruhigte und seinen Weg entschlossener fortsetzte. „Verbergt Euer Gesicht. Zwar ist es zu bezweifeln, dass unser Weg gestört wird, doch ich will kein unnötiges Risiko eingehen!“, lenkte er seine Stimme wieder zu der Frau hinter sich während er den Weg über eine eher belebteren Straße führte. Wenn sie dieser Straße weiter hin folgen würden, so wusste er das sie über eine Brücke gelangen wurden und dort bald einen Waldweg einschlagen konnten. Sie hatte Recht, wenn man ihn mit einer Magierin erwischen würde, würde es nichts als Schwierigkeiten geben und im Wald gab es kaum jemanden, der ihm überlegen war. Wie sollte es auch anderes sein? Immerhin war er in den verworrensten Wäldern groß geworden. In Wäldern, in denen die Magie wahrlich schon in der Luft zu spüren war, die Bäume waren durchdrungen von dieser und dort gab es weitaus größere Gefahren als ein paar Templer, Elfen oder gar anderen Elben. Bestärkend seiner vorherigen Worte schob er seine Kapuze ebenfalls wieder über sein Haupt um sein Gesicht zu verdecken. Die Male auf seinen Armen, eine Art Tätowierung, wurden von seinen Hemdärmeln ausreichend versteckt sodass er sich deswegen keine Gedanken machen brauchte. Es waren die Symbole, die ihn als Waldelben, als Verräter entlarven würden  Nun, diese Male waren eher die Überreste eines alten Zaubers, den seine Vorfahren gewoben haben, sie dienten zum Schutz und verhinderten, dass andere ihrer Art sie auf magische Weise aufspüren konnten. Jeden seines Volkes zierten diese Male wobei sie bei jedem anderen eine andere Form annahmen. „Ich muss Euch vorwarnen Elfe, ich weiß nicht wie man auf Eure Ankunft reagieren wird. Auch wenn es Euch widerstrebt Euch den Worten eines anderen zu beugen, so bitte ich Euch darum auf meine Acht zu geben. Ihr solltet Eure Zunge zügeln, den bei Weitem sind wir kein so friedliebendes Volk, wie in Märchen der Menschen beschrieben wird. Zudem müsstet Ihr Eure Kommentare ersparen, was die Unterdrückung der Frauen angeht, den zumindest in meinem Dorf ist dies nicht der Fall. Im Gegenteil, jeder unsere Frauen kann einem Mann im Kampf das Wasser reichen und auch sonst vermag es kaum einen Geschlechterspezifischen Unterschied bei uns zu geben.“ Mit einem leichten Lächeln überquerten sie die Brücke wobei er darauf achtete, keinerlei Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. „Wir werden die Reise nicht an einem Tag beenden können, also stellt Euch darauf ein.“

 

 

Sie wusste nicht genau worauf sie sich hier bei einließ. Seine Worte sollten sie wohl eher beunruhigen, doch sie taten es nicht. So konnte sie sich zumindest sicher sein, wenn es zu einem Kampf kommen sollte indem er ihr verbündet zur Seite stehen würde, dass er durchaus in der Lage wäre sich zu verteidigen. Es war auf einer Ebene beruhigend das er sich nicht vor der Magie scheute, wie es die Menschen taten. Geradewegs durch die Furcht davor ließen sie die Magier in eine Knechtschaft legen. Es hätte ganz anders sein können. Auf keiner Seite stand sie, weder auf denen der Templer noch der Magier. Sie wusste wie viel Schaden und Tode die Magie weilen lassen konnte und wie viele Templer selbst verdorben auf ihre Weise waren. Keiner der beiden hatte Recht mit dem was er tat, auch nicht mit dem was man ihr angetan hatte. „Ich schere mich genauso darum wer Ihr seid wie Ihr es bei mir tut, Elb.“, erwiderte sie lediglich und spürte schon wie das Pferd begann seinen Weg sich zu ebenen. Das ** einzige was sie vermochte zu tun war ihren Blick auf seinen Rücken zu legen während sie sich misstrauisch an ihm festhielt. Noch immer konnte sie nicht genau sagen ob ihr Weg mit ihm geradewegs in die Hände der Templer führte oder er wahrhaftig darauf aus war aus der Stadt zu gelangen. Zu seinen Worten, dass sie sich zumindest einigen seiner Aufforderungen fügen sollte, erwiderte sie nichts. Lediglich als Ratsame Hinweise würde sie diese ansehen, jedoch nicht als eine Befolgung die sie einhalten musste. Ja, sie war engstirnig wenn es um sie selbst ging. Vielleicht auch sogar drastisch und direkt. Nur dies verhalf ihr zu ihrer Flucht und ihrem eigenen überleben. Doch es strahlte eine gewisse Ruhe aus in der davon sprach, dass sowohl die Frauen als auch Männer gleichberechtigt behandelt werden würden. So etwas hatte sie wirklich nicht oft erlebt oder auch nur gesagt bekommen.

Für sie war es nicht verwunderlich wie schnell die beiden es an den Stadtwachen und verschiedenen Mönchen ** vorbei geschafft hatten. „Lasst uns eine kleine Rast einlegen. Ich bezweifele es kaum das euer treuer Begleiter es nicht weiter schaffen würde, jedoch scheint meine Gegenwart ihn zu beunruhigen.“, sprach sie ihren Gedanken aus sobald die Sonne ihren Weg den Horizont hinab gefunden hatte und sie längst die Wälder erreicht hatten. Man konnte meinen ihre Worte waren eher einer Bitte gleichgekommen, sowohl sie ihre Stimme zum ersten Mal seit dem Ritt erhoben hatte. Wundert darüber das er wirklich diesem nachging, schwang sie sich zaghaft von dem Pferd hinunter und streckte ihre Beine etwas aus. Sonst war sie immer zu Fuß unterwegs und hatte diesen langen Marsch auch so hinter sich gelassen, doch auf einem Pferd zu reisen barg etwas völlig anderes. Anhand ihrer seichten Rüstung die sie trug konnte man die Linien, die einer Tätowierung glichen nicht entdecken und dies trug zu ihrer eigenen Sicherheit bei. „Sagt mir, wieso habt ihr euch dagegen entschieden mich auszuliefern? Euer Auftreten ** spricht nicht davon das Ihr in entferntester Form ein Adliger seid. Oder vermochte es euer Gerechtigkeitssinn nicht so etwas zu vollbringen?“, wandte sie sich ihm nun wieder zu und strich sich mit einer flüchtigen Bewegung ihre Haare aus der Rüstung hinaus. Nicht das es sie störte, nur würde die Wärme durch diese Tatsache ihr irgendwann auf die Nerven gehen. Auch schien es als würde sie sich nun wohler fühlen, denn die Magie welche der Wald um sie herum ausstrahlte war unbekümmert und gänzlich rein. Zwar wandte sie keine Form der sogenannten Positiven Magie an aber trotz dessen fühlte es sich an als würde man ihre Venen auf eine angenehme Art durchleuchten.

 

Bald schon war das einzige, was er von ihr wahrnahm ihre Köper hinter sich, nun dieser war ja auch schlecht auszublenden wenn man bedachte, dass sie ihre Arme um seinen Körper geschlungen hatte, doch auch dies geriet bald schon in eine Nebensächlichkeit, mit der er sich kaum befasste. Wie jedes Mal wenn er auf Reisen war, verloren sich seine Gedanken alsbald und er nahm kaum etwas bewusst wahr. Nicht, dass er unachtsam war, als Krieger und Jäger blieb sein eines Auge stets auf die Gefahr gerichtet, doch sein Verstand befasste sich weit gehend mit anderen Dingen. Er musste sich nicht einmal auf den Weg konzentrieren, den sein Gefährte würde den Weg zurück in die Heimat jederzeit selbst finden. Erst als sie ihre Stimme nach einer Weile wieder erhob, zerrte sie ihn aus seiner Zerstreutheit wieder in die Realität. Einen Augenblick lang überlegte er, ob es nicht ratsamer wäre, noch ein Stück Weg hinter sich zu legen, doch wie er unschwer erkennen konnte, hatte sie Recht. Es war mehr

Gewicht als das Tier gewohnt war, und die Ausstrahlung, die von ihr ausging machte ihn tatsächlich unruhig sodass er ohne ein Wort vom Weg ablenkte und an einem nahe gelegenen Bach die Rast einschlug. Nachdem er nach ihr vom Pferd gestiegen war streckte er seinen Körper und klopfte dem Hengst beruhigend an die Seite wobei er ihm erneut beruhigende Worte zusprach. Es mochte lächerlich für den ein oder anderen wirken, doch die Treue eines Pferdes musste man sich erarbeiten ebenso wie dessen Zuneigung. Auf ihre Frage hin neigte er seinen Kopf leicht. „Ich denke, mich hat der Leichtsinn dazu verleitet. Vielleicht auch fehlgeleiteter Edelmut, möglicherweise sah ich eine junge Frau in Nöten.“, entgegnete er beinahe spöttisch während er sich am Bach niederkniete und seine Hände in das Kühle Nass tauchte um sie daraufhin in hohler Form damit zu füllen und es zu trinken. Erst nachdem er sich wieder erhoben hatte betrachtete er sie mit einem freundlichen Ausdruck um zu einer ernsthafteren Antwort anzusetzen. „Ich halte nichts von den Ansichten der Menschen, doch leider sind es genau diese, die sich durchsetzen. Die Elfen werden aussterben, so wie man es schon von uns Elben sagt. Sämtliche mystischen Wesen werden von den Menschen verdrängt, sie werden jegliche Magie ausmerzen und es als Werk des Teufels verurteilen und vernichten. Diese Welt wird zugrunde gehen. Ich würde diesen Untergang nur verhelfen indem ich Euch ausliefern würde. Es ist ein schwaches Unterfangen, doch ich werde alles tun um mein Volk zu schützen und wenn es nur solch lächerliche Kleinigkeiten sind.“ Mit diesen Worten öffnete er eine der Satteltaschen um ein frisches Laib Brot hervor zu holen welches er zuvor vom Markt gekauft hatte, und brach ein Stück ab um es ihr zu reichen. „Wir werden hier ein Lager aufschlagen.“ Kurzerhand wand er sich herum, um in der Nähe Holz zusammen zu suchen. Sobald er genügend hatte kam er wieder um es für ein Lagerfeuer herzurichten. Er hatte einige Tage in der Stadt verbracht und dort kaum ein Auge zugemacht. Hier zwischen den Bäumen fühlte er sich um einiges entspannter. Ohne darüber nachzudenken entledigte er sich seinen Mantel und schob seine Ärmel hoch um sich daran zu machen, auf herkömmliche Weise ein Feuer zu entzünden.

 

 

 

Allein ein verächtliches Schnauben verließ ihre Lippen sobald er seine erste, bestimmt nicht ernste gemeinte Antwort aussprach. Sonst immer hatte sie einen persönlichen Nutzen daraus ziehen können das die Menschen dachten, sie wäre einfach eine junge Frau die es nicht besser wusste. Doch sobald sie dann ihre einzigartigen Tätowierungen sahen, welche in diesen Fällen meist vor Magie trotzten, suchten sie das weite und nach einigen Stunden hatte sie dann die Templer auf ihrem Nacken sitzen. Für sie war es nicht gerechtfertigt, nur weil sie Magie besaß und diese zu einsetzen wusste. Nur machte es ihr selbst keinen Spaß diese anzuwenden, nein. Sie hielt diese für närrisch und töricht zugleich. Auch, wenn sie gänzlich einen ganz anderen Eindruck immer wieder erweckte. Zu seiner nicht ernst gemeinten Antwort gab sie nichts von sich, sie wollte lieber auf eine ernst gemeinte warten. Und diese ergab zumindest Sinn. Auch, wen er sie in dem Sinne als lächerliche Kleinigkeit abstempelte. Nur  hatte sie sich längst mit solchen Kommentaren zurecht gefunden. Immerhin war sie das, was sie nun einmal war. „Ihr könnt nicht allein den Templern oder dem Zirkel der Kirche einen Vorwurf anrichten, Elb. Ebenso die Magier führen ihre Kräfte unbedacht aus und dessen ist es kein Wunder, wenn diese von Dämonen heimgesucht werden. Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass Magier einen viel zu großen Einfluss haben. Ich habe es selbst mitansehen müssen in welcher Zerstörungswut sie wüten. Mein Denken ist gleichgültig: sowohl den Templern als auch den Magiern gegenüber. Beide richten über ein Werk des Teufels. An den meisten Menschen haftet der Gestank von Sünde.“, brachte sie mit einem Male ziemlich erzürnt über ihre Lippen hinaus ehe sie ihre Schritte zu einem der Bäume führte und sich an diesen hinunter sinken ließ. Nein, sie war es nicht gewohnt so lange an einem beweglichen Objekt zu hängen, welches im jeglichen Widerspruch wunderschön war. Sie vermochte es lediglich mehr zu Fuß zu marschieren als sich der freundlichen Annehmlichkeit eines Tieres zu nutzen zu machen. Lauschend wie er sein Haupt zu dem kleinen Bach führte um danach sich auf zu machen etwas Holz zu suchen. Auch ließ er es nicht aus ihr etwas von dem Brot abzugeben, dass sie natürlich mit einem dankbaren Nicken entgegen nahm. Einige Zeit verstrich ehe er wieder bei ihr angelangt war und es auf seine herkömmliche Art und Weise versuchte ein Feuer zu entzünden. „Haltet kurz ein.“, meinte sie lediglich bevor sie ihre Hände ein wenig erhob, wobei sie bereits merkte wie diese von einem rötlichen Ton einer Aura umgeben wurde und sie dieses in die Richtung des Holzes deutete. Keine zwei Sekunden später entfachte bereits das gesamte Holz, jedoch ohne es komplett nieder zu brennen. „Magie kann schreckliches vollführen, Elb. Wenn ich wollte, könnte ich euch dazu berufen das ihr euer eigenes Schwert an die Kehle legt um euch selbst danach die Kehle aufzuschlitzen.“, sie wusste das Blutmagie etwas komplett  verwerfliches war und es hieß, dass man für diese einen Pakt mit einem Dämonen eingehen musste. Blutmagie galt der dunklen Magie an. Aus diesem Grund wurden die Magier gesucht um sich diesem erst gar nicht anzunehmen. „Doch ihr erweckt einen ermüdeten Eindruck. Legt euch ruhig schlafen. Ich werde mich der ersten Nachtwache annehmen. Seid also unbesorgt.“

 

Beobachtend wie sie das Feuer entfachte neigte er in stummer Anerkennung den Kopf. Auch in seinen Adern floss die abgeschwächte Form von Magie, doch sie war dunklerer Natur sodass er sich dieser kaum bediente. Es wäre närrisch, von den unbändigen Kräften Gebrauch zu machen wenn er sie nicht kontrollieren konnte, doch auch ihm war es schon gelungen Feuer zu entzünden nur durch seine Willenskraft. Ihm war dies nicht geheuer, doch konnte er sich hin und wieder durch verschiedene Tricks Vorteile im Kampf verschaffen ohne sich dabei als Magier oder der gleichen zu offenbaren, den so einer war er weiß Gott nicht. Und ihre aufkommenden Worte bestärkten ihn nur umso mehr in seinem Handeln. „Es ist wunderlich, dass Ihr keine richtige Position in diesem Debakel einnehmt. Weder für Euresgleichen noch für eine andere Partei. Euch ist doch bewusst, dass Ihr Euch nicht komplett all diesem entziehen könnt, oder?“, meinte er auf ihre Worte hin und griff nach einem Stock um ein wenig in der Glut des Feuers zu stochern. Für eine längere Unterhaltung fehlte ihm jedoch die Energie, den wie sie bemerkt hatte überkam ihn Müdigkeit, jetzt wo sie nicht mehr in Bewegung waren. Er breitete den Mantel auf dem Boden aus und legte sich auf diesen. So manch einer würde sich über ein derartig hartes Nachtlager zu beschweren wissen, doch die Verbundenheit zur Natur war das, was ihm Kraft schenken würde und so genoss er es grade zu, sich auf dem Waldboden zur Ruhe zu legen. Natürlich hegte er ein gesundes Maß Misstrauen gegen die Magierin, doch wenn er ihr schon so viel Vertrauen entgegen brachte, sie mit in sein Dorf zu nehmen so sollte er ihr auch die Nachtwache anvertrauen können. Zudem vermutete er keine Gefahr in der Nähe und durch leichten Schlaf würde er sofort erwachen falls diese doch bestand. „Ich vertraue Euch zumindest soweit, dass ich denke das Ihr mich nicht im Schlaf durch Magie töten werden. Und falls doch so wird es gewiss mein letzter Fehler gewesen sein Euch dieses Vertrauen entgegenkommen zu lassen. Weckt mich, wenn ihr Eure Wache ablösen wollt.“, sprach er zu ihr und löste mit diesen Worten sein Schwertgurt von der Hüfte um sich auf die Seite zu legen. Seine Waffe lag dabei wie jederzeit griffbereit neben ihm. Seine Kriegerische Art war ihm durch und durch ins Blut gegangen, sodass er nur zu unruhig wurde, wenn er keine Waffe bei sich trug. Was eine Frau empfand, wenn sie keinen Schmuck trug, empfand er bei dem fehlen seines Schwertes oder des Bogens. Mittlerweile war es ihm sogar recht gleichgültig, ob sie die Zeichen an seinem Armen erkennen würde und ihn somit seinem Volk zuordnen konnte, früher oder später würde er ihr seine Herkunft sowieso offenbaren müssen. Doch ohne sich über derartige Dinge weiter Gedanken zu machen sank er in einen erholsamen Schlaf.

 

 

 

Unbekümmert entstieg ihrer Kehle ein leises lachen. Das gleiche konnte sie ebenfalls von ihm behaupten, denn sogleich ein gesundes Vertrauen entgegen zu bringen war mehr als töricht. Er könnte es schließlich trotz dessen immer noch vorhaben sie zu den Templern zu bringen um ein sattes Kopfgeld von statten zu bekommen. „Nun legt euch schlafen, Elb. Ansonsten werdet ihr keinen weiteren mehr finden.“, sprach sie dagegen an und stieß sich in einer wunderlichen Leichtigkeit von dem Baum ab. Sie dachte kaum daran auch nur sich viel zu weit von diesem Lager zu entfernen, sogleich er auch einen leichten Schlaf eines Kriegers haben mochte. Man konnte immer die Leute unbemerkt im Schlaf erdrosseln, dafür brauchte es einfach nur die Geschwindigkeit eines Schurken. Sobald sie sich sicher war er würde schließlich im Schlaf versunken sein, so bewegte sie sich ruhig auf sein Pferd zu und schien sich unter dessen wachsamen Augen gerade zu verbeugen. Sie hatte gehört das die Tiere der Elben etwas  besonderes waren und somit eine ganz eigenständige Persönlichkeit pflegten. Man konnte meinen sie würde ihren Respekt vor diesem Tier hinlegen, sodass dieses es einfach an sich hätte reißen können. Inständig behielt sie ihren Kopf nach unten geneigt, schließlich wollte sie darauf warten bis sein Nachtschwarzes Pferd auf sie selbst zu kommen würde. Es war ohnehin nicht die richtige Art gewesen sich einfach auf ein Elben Pferd zu schwingen, ohne zu versuchen dieses erst einmal mit sich vertraut zu machen. So wartete sie einige Momente ab, in der stillen Hoffnung ob ihre Bitte erhört werden würde, und so spürte sie nach diesen ein leichtes Stupsen an ihrer Schulter. Langsam und bedacht hob sie ihren Kopf wieder an, sah unvermittelbar in die wachsamen Augen des Pferdes und streckte ihre Hand aus um samtweich über dessen Schnauze zu streichen. „Ich würde euch niemals schaden.“, überkam es sie instinktiv aufrichtig, denn aus irgendeinem Grund dachte sie, dieses Pferd würde ihre Worte  verstehen. Und direkt, als habe man ihre Worte wirklich verstanden, bemerkte sie wie das Pferd sich an ihre Hand auffordernd lehnte. Augenblicklich breitete sich ein zufriedenes Lächeln auf ihren Gesichtszügen aus, sodass sie nun noch einen Schritt näher auf das Pferd zuging und sich damit widmete dieses zu streicheln. Man konnte es beinahe in der Atmosphäre spüren wie sich diese von dem Misstrauen ins Zugängliche veränderte. Zudem war es für sie beruhigend das solch ein anmutiges Tier ihre Nähe offenbar nicht mehr zu mieden schien. Doch als sie mit einem Male ein Stimmen Gewirr vernahm, welches ihren Namen öfters in Gebrauch nahm, wandte sie sich von dem Pferd ab und war leichten Fußes bei dem Elb angelangt, an jenem sie leicht ruckelte. „Wacht auf! Späher haben mich ausfindig gemacht.“, stieß sie hervor und drehte sich geschwind herum, um das Schwert von ihrem Rücken mit einem Schwirren zu ziehen. Eigentlich hätte sie sich ruhig gefangen nehmen lassen, so war die Chancen nahe  direkt an ihren Meister zu heran zu kommen. Irgendwann würde dieser sicherlich zu ihr wollen um zu erfahren, was sie alles ausgeplaudert haben könnte. „Ihr müsst Vorsicht walten lassen. Ein Magistrat schickt immer seine Lakaien der Magier mit.“, meinte sie bloß und bewegte ihre Schritte zu dem Pferd hin, denn die Späher waren viel zu nahe. „Lauft ruhig. Ich mir bewusst das ihr euren Herrn wieder finden würdet.“, meinte sie rasch als sie bei diesem angekommen war und sich inzwischen den Bäumen stellte, sodass man das Pferd nicht ausmachen würde.

 

Er konnte nicht lang geschlafen haben, als entfernt die Stimmen in sein Reich der Träume drangen. Einen Augenblick lang währte er sich noch in trügerischer Sicherheit, ehe er schon den Ruck spürte, mit welchem sie ihn zu wecken gedachte. Sofort schlug er die Augen auf und beförderte sich mit einem Ruck aus seinem Nachtlager. Die Trägheit war aus seinen Gliedern gewichen, als wäre diese nie vorhanden gewesen. Ein wahrer Vorteil, den in solchen Momenten konnte man sich nicht eine Sekunde Unachtsamkeit leisten. „Es ist ein törichter Fehler, sich so weit in den Wald vorzuwagen. Es sind keine paar Meilen bis zum Wald der Elben, kaum einer wagt sich dicht an diesen heran.“, spie er grade zu verärgert aus. Tatsächlich waren sie schon recht weit in den Wald gedrungen, sodass er kaum mehr mit Verfolgern gerechnet hatte. Unter den Menschen hatten sich Geschichten und Legenden verbreitet, Legenden von dem verfluchten Wald. Selbst unter den anderen Elben waren diese bekannt und niemand wagte sich in diesen Teil des Waldes und mied ihn um Meilen. Tatsächlich fasste er es fast schon als Beleidigung auf, dass sie nun hier wagten sie angreifen zu wollen. Das sie den Raben fortschickte, bedachte er mit einem kurzen, dankbaren Nicken. Es war ein Pferd, dem das Schlachtfeld nicht fremd war, doch den Magischen Künsten wollte er es nicht aussetzen, dazu war ihm das Tier zu bedeutsam. „Nun den, es scheint als würdet Ihr Eure Kampfkünste nun unter Beweis stellen können. Ich hoffe doch, dass Ihr mir mit Eurer Magie eine gute Unterstützung seit!“ Ein kurzes, kühles Lächeln überflog sein Gesicht ehe es der völligen Konzentration wich. Jahrzehnte langes Training war sein großer Vorteil, unter Seinesgleichen war er als Schwertkämpfer eine Berühmtheit. Den Griff des Schwerts umfassend ließ er es einige Male schwungvoll durch die Luft kreisen um schon im nächsten Augenblick eine Gestalt durch das Dickicht treten zu sehen. Allen Anschein nach, jemand, der die Magie beherrschte und sich keineswegs von dem Elben einschüchtern ließ. „Sieh an, wie es scheint habt Ihr Euch mit einem anderen Abtrünnigen zusammen getan, Elfe!“, drangen die süffisanten Worte in sein Gehör. Keine einzige Regung war vom Gesicht des Elben abzulesen, während er seine Umgebung nicht aus den Augen ließ. Natürlich waren die Anderen in der Überzahl, es waren genau sieben wie er zählte. Doch er hatte schon oft genug gegen eine Übermacht gewonnen. Die einzige Schwachstelle war die Magie, jedoch hoffte er, dass die Elfe diese Schwachstelle zu genüge ausfüllen würde, in dem Fall hätten sie wohl eine gute Chance, zu siegen. „Ihr besitzt wahrlich Mut, oder habt Euren Verstand verloren, Euch selbst hier in den Wäldern Eures Sieges so sicher zu sein.“, erwiderte er und bemerkte durchaus, wie er unweigerlich etwas vor getreten war um die junge Frau zumindest ein wenig abzuschirmen. Unauffällig griff er dabei an seinen Gürtel und umfasste den Griff eines kleinen Wurfmessers. „Ich fürchte mich nicht vor ein paar Ammenmärchen, die man Kindern erzählt damit sie nicht in den Wald laufen. Dafür ist mir Círerína doch zu teuer. Mit der Belohnung, die für dich ausgesetzt ist werde ich mir nicht entgehen lassen!“, lenkte der Gegenüber sein Wort nun direkt an die Elfe. „Ich wundere mich, dass ihr Zeit habt so lange Reden zu schwingen anstatt Euch Eure Belohnung endlich zu sichern. Wie heißt es doch noch? Den Feigling erkennt man an seiner flinken Zunge!“, stieß er hervor und zückte sein Wurfmesser um es nach einem Mann zu werfen, der sich ihnen von der Seite genähert hatte und sich ihrer Unachtsamkeit sicher gewesen war. Wie erhofft senkte sich die Klinge in den Oberschenkel des Mannes, der sofort einen erschrockenen Schrei ausstieß. Als wäre dieser Schrei der Startpfiff gewesen, stürmten die Anderen hervor. „Tötet den Mann, für ihn haben wir keine Verwendung!“, hörte er den Ruf des scheinbaren Anführers und schon im nächsten Augenblick spürte er sich von Klingen umgeben. Geschickt duckte er sich vor einem Schwerthieb und parierte gekonnt mit seiner eigenen Waffe. Mit seiner Linken fuhr er vor, als wolle er seinem Gegner einen Fausthieb geben während er jedoch die Kraft gleichzeitig in seinen Rechten Arm umlenkte und ihm mit dem Schwert nach dem Bein des Mannes zu hieben, der sich wie erwartet austricksen ließ. Er konnte von Glück reden, dass er es vorerst mit keinem Zauberer zu tun hatte, sodass er es kurz wagte, einen Blick zu der Elfe zu riskieren um zu sehen, wie sie sich schlug. 

 

„Dann habt ihr die Rechnung nicht mit diesen Spähern gemacht. Sie würden alles Opfern nur um einen Magier an sich zu reißen!“, spuckte sie dagegen fast schon erzürnt hinaus und blieb in der Stellung zwischen den Bäumen stehen bis sie sich sicher sein konnte, dass das Pferd seinen Weg in die tiefen der Wälder gesucht hatte. Es gab kein Grund ansonsten auf dieses Pferd zu stürmen, wenn dies einfach seinen Weg durch die Wälder suchte. „Hoffentlich wisst ihr euch auch in dieser Art Magie zu bewegen.“, erwiderte sie auf seine Worte hin, ob sie denn nun eine angemessene Begleitung für diesen Kampf wäre oder nicht. Es war das eine an seiner Seite zu kämpfen, doch ihm die nötige Unterstützung durch verschiedene Zauber zu geben könnte auch eine Gefahr beherbergen. Sie war es nicht gewohnt mit jemanden an ihrer Seite zu kämpfen, nur würde es sich bald herausstellen ob sie dazu wirklich in der Lage war. Zusehend, in der Dunkelheit und dem schwachen Licht des Mondes, fixierte sie den Punkt aus * * die Späher hervor traten und es keine Verwechslung für sie geben konnte: sie spürte jetzt schon, dass dies ein Magier war. Doch er trug eine ähnliche Kleidung wie die eines Templers, sodass sie sicher sein konnte das man nun wirklich schon angeheuerte Magier, die man wahrscheinlich aus dem Zirkel genommen hatte, auf sie hetzte. „Was macht ihn abtrünniger als ich es bin? Macht es mir begreiflich, doch ich schätze, dazu wird es nicht einmal mehr die Gelegenheit geben.“, spuckte sie ihre Worte sozusagen dem Magier entgegen während der Elb sich an ihrer Seite gewissenhaft zurückhielt. Was sollte er dazu auch wirklich sagen? Schließlich würde es nicht lange dauern bis ein blutrünstiger Kampf ausgetragen werden würde. Trotz dessen musste sie sich einem leisen Lachen unterziehen, denn er hatte vollkommen recht. Die Späher untersetzten sich einer viel zu langen Rede, die ihnen nicht im geringsten etwas bringen würde. Doch sobald er das Wurfmesser gelandet hatte, fühlte sie die Atmosphäre * * die diesem Kampf zu sagte. So sog sie die Luft tief in ihre Lungen hinein, hielt sich etwas hinter ihm verdeckt – damit sie keinerlei der Klingen abbekommen würde, während sie auf ihre Zauber konzentrieren würde – um schon den ersten Schlag von sich zu geben. Dabei schien es als würden sich Linien ihren Hals empor ringen um aufzuleuchten, was es nur noch klarer machte wen sie vor sich hatten. Aus dem Augenwinkel sah sie zum Teil zu wie er sich mit den anderen Klingen bemächtigte, sodass sie mit einem Male ihre Hände kraftvoll nach vorne stieß und somit einen unsichtbaren Schutzschild errichtet um den Elb vor Zaubern zu schützen. Jedes mal, wenn die Magier versuchten ihn zu erreichen, blitze der Bereich förmlich auf. „Gutes gelingen!“, presste sie schließlich hinaus und verschwand blitzschnell an ihm vorbei. Es musste für die gegnerischen Augen zu schnell gewesen sein, denn schon stand sie hinter einem der Schwertkämpfer und rammte ihre Hand, die von einer blauen ausströmenden Aura * * umgebe war, durch dessen Brustkorb. Sofort durchbrach diese gekonnt den Brustkorb und so schrecklich es war, konnte man ihre Hand auf der vorderen Seite des Mannes entdecken. Automatisch riss sie ihre Hand wieder hinaus, verwarf das kurzzeitig minimale schlagende Herz in die Richtung der Bäume und sprang zur Seite ehe der Körper des Mannes auf dem Boden aufkam. „Bewegt euch durch die Menge!“, rief sie mit einem male hinaus während sie die Luft tief aus ihrer Lunge hinaus presste und es den Anschein hatte als würde eine starke Luftböe aufkommen. Doch dies galt nur der Deckung, denn der kriegerische Elb war von einer Art Rauch umgeben, dies müsste zumindest ihm einiges an Deckung geben. Rasch versuchte sie an die Magier heran zu kommen, die immer wieder zwischen dem Dickicht verschwanden und wieder auftauchten. Ab und an ignorierte sie den Schmerz durch die versenkenden Treffer der Magier, jedoch schürte dies ihren Zorn darüber nicht. Nein, stattdessen fixierte sie einen dieser mit * * ihren Augen und schon richtete sich der Magier gegen einer seiner verbündeten Kämpfer. Blutmagie, vermischt mit dem Verlangen des Hasses auf jemanden anderen gerichtet, konnte grauenvoll sein.

 

Die Art, wie sie ihre Zauber um ihn webte war ihm vollkommen fremd und einen Moment lang war er so überrascht von der ihm umgebenden Energie, dass er fast vergas seine Deckung aufrecht zu erhalten. Zwar hatte er sie um derartige Unterstützung gebeten, doch was er sich darunter vorgestellt hatte war ihm unklar gewesen. Jedoch stellte sich ihr Schutz als nur allzu nützlich heraus, den mit Sicherheit hätte ihn sonst schon längst ein Zauber des gegnerischen Magiers das Leben gekostet. So konzentrierte er sich voll und ganz auf die Schwertkämpfer und darauf, sie vor diesen zu schützen. Den hatte sie nicht erwähnt, dass sie nicht sonderlich begabt auf diesem Gebiet war? Umgebung von dem Rauch tat er wie sie wünschte und stürzte sich in die Menge. Eine elegante Drehung vollführend ging er in die Hocke und entwischte so einem Schlag, der ihn wohl enthauptet hätte wenn er langsamer gewesen wäre, von dieser Position aus versetzte er seinem Gegner einen heftigen Tritt, der ihn zu Boden beförderte und versenkte seine Klinge schon in dessen Kehle. Sich herumdrehend konnte er grade noch sehen, wie sie einem armen Teufel das schlagende Herz aus der Brust riss. Den verstörenden Anblick verscheuchend wand er sich wieder ab und zerrte noch ein Wurfmesser hervor, um einen der Späher zu erwischen, der grade auf der Flucht war. Es war ehrlos einem Kampf zu entfliehen wie ein Feigling nur um seine eigene Haut zu retten. Lieber würde er für seine Sache auf dem Schlachtfeld sterben als wie ein Jämmerling von hinten auf der Flucht erstochen zu werden so wie er es jetzt bei diesem getan hatte. Die kurze Unachtsamkeit wurde je von einem anderen Kämpfer ausgenutzt, den schon spürte er eine Bewegung hinter sich. Reflexartig drehte er seinen Körper und wehrte den Hieb mit der behandschuhten Faust ab. Auf diese Weise, wehrte er die Schneide ab sodass er nur mit der breiten Seite des Schwertes einen Schlag abbekam und so das seinige im selben Moment fallen ließ. Der erstaunte Eindruck seines Feindes machte deutlich, dass dieser wohl nicht darin geübt war, mit einem Gegner zu kämpfen, der wirklich etwas vom Kampf wusste. Sie waren nichts weiter als erbärmliche Lakaien die sich nur in der Mehrzahl einem schwächeren Gegner entgegen stellten! Innerlich diese Bastarde verfluchend versetzte er dem Mann einen kräftigen Schlag auf die Brust vorauf hin auch er seine Waffe fallen ließ und um Luft ringend zurück taumelte. Doch anstatt nachzugeben setzte der Elb noch einen Schlag nach und vollführte einen Tritt während er nach dem Dolch griff, der an der Seite des desorientierten Mannes hing. In einer einzigen fließenden Bewegung durchtrennte er auch dessen Kehle sauber und sprang zurück um instinktiv einem Blitz des Magiers aus dem Weg zu gehen, der aber nicht ihm selbst gegolten hatte. Dieser Kampf nahm ein gar ungewohnten Verlauf und dank ihrer Hilfe nahm er auch ein ungewohnt schnelles Ende, den schon war es nur noch der Magier, der auf seinen Beinen stand während der Waldboden ebenso wie das Gewand des Elben von Blut der Männer getränkt war. Sich übers Gesicht wischend wand er seinen Blick zu der Elfe, deren Name er erst jetzt durch den Angreifer erfahren hatte. „Was mit ihm geschieht liegt ganz und gar in Eurer Hand, Círerína.“, wand er das Wort an sie und beugte sich herunter um sein Schwert wieder aufzuheben. Barmherzigkeit war keine Tugend eines Kriegers und so wusste er, dass er jegliche Entscheidung ihrerseits mit Freuden akzeptieren würde.

 

 

 

Geradewegs war sie beinahe nur damit beschäftigt gewesen einigen Klingen auszuweichen, die allerdings sofort von dem Elb pariert wurden und ihr somit gleichzeitig die beste Deckung gaben. Noch immer behielt sie diesen in ihrem Schild, der ihn vor der Magie schützen sollte, umgeben und war deswegen zu einem Teil aus ihrer Konzentration gerissen. Es war eines sich nur auf den Kampf und den Gegner zu fixieren aber gleichzeitig noch einige Tricks an einem Verbündeten zu leiten machte es verschieden. Gänzlich verschieden. In ihrer Zeit als Leibwache war sie darauf gehetzt worden nur Angreifer zur Strecke zu bringen während der Magister seinen Weg zur Flucht suchte. Eine Art eines Feiglings jemand anderem dem Kampf zu übergeben damit man heil aus dieser Sache raus kam. Umso mehr keimte der Hass, der Zorn und die nicht endende Lust nach Rache in ihr hervor, welche ihr genügend ihrer Kräfte bereit halten ließ. Insgesamt zählte sie drei Magier, was schon einem Wunder glich. Normalerweise war * * nur einer in solch einer großen Truppe, jedoch musste der Magister dazu gelernt haben. So einfach ließ sie sich nicht ausschalten, schon gar nicht von Kriegerin die dazu gemacht worden sind gegen Wesen wie sie zu kämpfen. Bevor sie sich in ihrem Zorn ausbreiten konnte führte sie ihre Schritte weiter fort, wich den aufeinander pressenden Klingen aus und vollführte aus den Augen eines Ausstehenden einen grazilen Tanz der Aura aus. Doch auch jeder Schutz würde einmal schwinden, so nutzte sie diese Gelegenheit aus und versetzte den beiden Magiern, die dabei waren wieder im Nichts zu verschwinden, einen tödlichen Hieb aus. Sofort hallte das Krachen zweier Genick Brüche durch den Wald ehe sie registrierte das Kampf bereits vorbei war. Allein ein einziger Magier war davon gekommen, sich haltend in seiner Position um in keiner Weise aufzugeben. Für sie war es eine reine Nebensache das ihre seichte Rüstung mit Blut besudelt war und es sogar einige Tropfen in ihr Gesicht geschafft hatten. * * Allein diese Tatsache reichte schon um aus dem lieblichen Bild einer friedlichen und wohlgesonnen Elfe einen Rache Engel zu schaffen. „Wie ihr meint, Elb.“, entgegnete sie sofort auf seine Worte hin und trat weiter in den Licht des Mondes, wonach man das pulsieren ihrer Linien, die auf ihre Haut gebrannt waren, besser betrachten konnte. „Vage dich aus deinem Versteck heraus, du räudiger Hund! Trete vor mir, augenblicklich!“, stieß sie mit einem Male heraus und verhinderte es nicht einmal, dass ihre Stimme einen nahezu teuflischen Unterton annahm. Zusehend wie der Magier in seiner Furcht aus dem Versteck heraus kam und schließlich vor ihr stand, fixierte sie diesen wutentbrannt mit ihren Augen. „Lauscht meinen Worten gut, denn wiederholen werde ich sie sicher nicht. Tut mir noch einen Gefallen: Zückt Eure Klinge und legt sie sanft an Eure Kehle.“, führte sie ihren Worten weiter fort und bewegte sich so, als würde sie nach ihren Worten gehen. Wie kontrolliert tat der Magier wie ihm * * geheißen war. „Genau dies werdet Ihr tun, nachdem ihr Danarius eine Nachricht übermittelt habt. Diese lautet folgend: Er solle sein Haupt selbst nach seiner versessenen Jagd nach mir erheben. Ich werde auf ihn warten. Richtet ihm dies aus und danach werdet ihr voller Nachdruck Eure Klinge Eurer Kehle entlang zeichnen. Ihr werdet genau dies ausführen und vergessen werdet Ihr es ohnehin nicht.“, sprach sie dem Magier zu als würde sie seinen Verstand verderben, was sie im Grunde genommen auch tat. Hastig ließ sie ihre Hand wieder sinken, konnte entdecken wie die Furcht in den Augen des Magiers aufblitzte als dieser sich herum drehte um mechanisch seine Schritte zurückzuführen. „Dieser Magier wird sein eigenes Urteil bekommen, ohne das man es auf mich zurückführen kann. Jedoch wäre es sicherer, wenn wir nun unseren Weg weiterführen.“, richtete sie sich schließlich an den Elb sowohl der Magier verschwunden war. Sie erwartete bereits schon fragen, denn die wenigsten wussten von der Kraft * * der Blutmagie.

 

Mit dem Fuß stieß er einer der Leichen zur Seite ehe er diese überstieg und seinen Mantel vom Boden hob, ebenso wie seinen Schwertgurt um diesen wieder umzubinden und sein Schwester zu verstauen. Nun Abstand zwischen sich und der Elfe bringend betrachtete er sie erneut, wie sie ihre Worte sprach, welche durch und durch von Magie durchdrungen waren. Diese Art von Kraft die sie anwand war ihm nicht geheuer. Magie hatte in seinen Augen immer schon etwas heimtückisches an sich, es war etwas gegen das er sich nicht zur Wehr setzen konnte und genau wie der Mann, der sich jetzt die Klinge an den Hals hielt, würde auch er sich nicht widersetzen können. Es musste grausam sein, seinen Körper nicht mehr selbst Kontrollieren zu können sondern den Willen eines anderen ausführen zu müssen. Jedoch hielt sich das Mitleid, was er empfand, in Grenzen. Immerhin hatte dieser Mann alles daran gesetzt, sie beide zu töten. Ohne ein weiteres Wort wand er sich in die Richtung, in die sein Pferd verschwunden war und machte sich für den Fußmarsch bereit. Es war wahrscheinlich, dass einige der Elben sich auf die Suche nach ihm machen würden sobald das Tier dort angekommen war. „Es ist eine eigenartige Magie, die Ihr angewendet habt. Ich bin mit einer weit aus freundlicheren Form dieser vertraut.“, fing er mit einer stummen Vorsicht in der Stimme an. Allein das Bild, wie sie dem Mann sein Herz aus der Brust gerissen hatte, riet ihm doch noch ein wenig aufmerksamer zu sein, was sie betraf. „Ich kenne die verschiedensten Zauber, die durch die Natur wirken und auf den Elementen beruhen, oder gar Heilkünste wie sie die Heiler in meinem Dorf ausüben, aber etwas derartiges ist mir Fremd.“ Einen Augenblick lang spielte er mit dem Gedanken, sein Pferd zurück zu rufen, doch dieses befand sich sicher schon in allzu weiter Ferne sodass es zweifelhaft war, dass der Ruf etwas erreichen würde. So gab er sich dem Gedanken erschlagen, den Weg zufuß bewältigen zu müssen. Nicht, dass er ein schlechter Läufer war, doch er hatte gehofft früher in seiner Heimat einzukehren, nun würde sich die Reise noch ein wenig mehr in die Länge ziehen. Den Umhang über seine Schulter hängend krempelte er seine Ärmel hoch und entledigte sich seiner Handschuhe um die Hand ein wenig freier bewegen zu können. Prüfend ballte er einige Male seine Faust und entspannte die Muskeln daraufhin wieder um zu testen, ob der Schlag den er gegen diese bekommen hatte, irgendwelche Schäden hervorgerufen hatte. Doch außer eines unangenehmen Gefühls war nichts weiter zu erkennen weswegen er sich damit zufrieden gab. Ihm war klar, dass er keine eindeutige Frage formuliert hatte, jedoch war er sich auch nicht sicher ob er eine genaue Antwort haben wollte. Er war dankbar genug, dass sie ihn durch ihre Kraft geschützt hatte. Sie hatten besser harmoniert als er erwartet hatte, da es auch für ihn eine Umstellung war, mit jemanden Seite an Seite zu kämpfen, da er sich lieber auf sich selbst verließ als auf andere.

 

Brilliant

 

Langsam wandte sie sich herum um das Schwert, welches am Boden lag, aufzuheben und dieses zurück an ihren Rücken zu verfrachten. Auch, wenn sie dieses überhaupt nicht genutzt hatte, so hätte dies auf seine herkömmliche Weise trotz dessen eventuell einen Nutzen für sie haben können. Ohne irgendwelche Anstalten zu machen bewegte sie ihr Haupt zu dem Lagerfeuer hin, kehrte den Boden des Waldes mit ihrem Fuß darüber und entdeckte wie die Flamme nun ihr Ende nahm. „Dann solltet Ihr euch keinerlei Gedanken darüber machen. Selbst dies könnte Euren Verstand bereits verderben. Man sagt es wären Künste der Dämonen, welch einem die Kontrolle beraubt und man mit der Zeit immer mehr von diesen tückischen Wesen verschlungen wird.“, gab sie ihre Informationen, die sie hatte ihm preis. Sie hatte keinerlei Grund ihm dies vorzuenthalten, wenn er sie schon mit in sein Dorf nahm. Kein einziger Punkt ließ auch nur erahnen das er irgendetwas anders mit ihr vorhaben könnte. Ansonsten hätte er zuvor die beste Gelegenheit gehabt um sie aus dem Hinterhalt nieder zu metzeln. „Niemals würde ich von mir jemals behaupten ein Dämon würde über meine Kräfte herrschen. Dies wäre ein fataler Irrtum. Als ich noch ein Sklave war, hat mich Danarius gequält. Er verspottete mich, gab mir nichts zu Essen und raubte mir den Schlaf. Wegen seines Status konnte ich nichts dagegen tun und das wusste er! Dieser Hass .. ich dachte, ich hätte ihn überwunden. Doch er folgt mir, wohin ich auch gehe. Es ist verführerisch unter diese Gefühlen mich der Blutmagie nicht zu entziehen. Es ist eine Sünde, die ich unter diesen Umständen nicht begehen dürfte.“, brachte sie über ihre Lippen währenddessen sie ihre Schritte in die Richtung führte, in der er vorgehabt hatte zu gehen. Für ihn wäre es ein leichtes ihren kleinen Schritten aufholend bei ihr anzukommen, deswegen machte sie sich auch keine Gedanken darüber. „Doch seid unbesorgt. Solche Magie verwende ich höchst zum Zweck der Verteidigung, nicht des Todes. Es  existieren genügend anderer Magier die sich dieser annehmen, nur um blutrünstige und unmoralische Handlungen zu vollführen. Niemals würde ich meine Mächte dazu aufgeben um etwas böses auszuführen. Ich habe es mitansehen müssen wie viele Qualen es zu Tage bringt. Diesem einsamen und närrischen Trott werde ich mich nicht hingeben. Sobald wir in Eurem Dorf angelangt sind, werde ich mich Abseits dessen niederlege. Nur für eine Weile. Es würde Euch sicherlich nicht gut bekommen, wenn ich Euch in eventuelle Schwierigkeiten bringen könnte.“, nickend zu ihren Worten fuhr sie sich mit ihrer Hand über ihre Gesichtszüge um die Tropfen des fremden Blutes aus diesem hinaus zu wischen. Sicherlich wäre es nicht von Vorteil wie ein Rache Engel auszusehen, wenn sie später in seinem Dorf ankommen würden. Wer weiß als was man sie dann ansähe. Sie wollte nicht als Monster gelten, ganz sicher nicht.

 

Er lauschte ihren Worten wobei sein Gesicht höffliche Distanz ausstrahlte. Wer ein solches Erlebnis offenbarte wollte meist dieses Thema nicht weiter vertiefen. Trotz seiner Neugier zügelte er seine Zunge und nickte stattdessen. Wahrscheinlich sollte er sich nun mehr Gedanken darum machen, ob es so Vorteilhaft wäre sie mit sich zu nehmen, doch ebenso bot sich der gegen Gedanke an, dass sie möglicherweise eine Hilfe sein konnte. Schnell jedoch schob er diese Möglichkeit von sich. „Mir scheint, dass Ihr trotz dieser Tatsache Eure Fähigkeiten gut unter Kontrolle habt. Ihr seit eine bessere Unterstützung im Kampf als ich es geahnt hätte.“, erwiderte er ohne direkt auf das Thema einzugehen, sie dabei jedoch wissen lassend, dass es sich doch zu Herzen nahm was sie gesagt hatte. Es war ein schmaler Grad auf dem er sich bewegte, dessen war er sich durchaus bewusst. Wenn er sie länger kennen würde so würden ihn nun warmherzige Worte über kommen. Aber was für Worte würden eine Jahrelange Pein schmälern? Es war lächerlich so an der Macht der Worte festzuhalten. Das einzige was ihre geschändete Seele wohl gnädiger stimmen würde, wäre sicher der Tot ihres Peinigers. Rache, gab einem das kurze Gefühl der Macht, man überwand die Schwäche in die man gedrängt worden war und bewies die Unabhängigkeit. Er ersparte sich weiteres und versank stattdessen in Schweigen während er weiterhin geduldig neben ihr herschritt und hin und wieder leicht die Richtung korrigierte. Bald schon veränderte sich die Umgebung, die auseinander stehenden Bäume wurden durch dicht aneinander gereihte gewechselt, das dicke Geäst der Uralten Pflanzen ließ kaum mehr Licht durchdringen, sodass man nun besser darauf achten musste wo man hintrat, schon längst war kein Pfad mehr zu sehen, dem sie folgen konnten. Je mehr die Landschaft jedoch ihre Konturen verlor und jeder andere sich jämmerlich verloren hätte, desto sicherer und freier fühlte sich der Elb. Dies war das Land, in dem er aufgewachsen war und in welches sich kein Mensch je wagen würde. Wie ein Fisch im Wasser drängte er sich durch die unwegsame Natur und suchte jederzeit den sichersten Weg für sich und seine Begleiterin. Selbst die Klänge der Vogel veränderten sich und schienen nun umso klarer und harmonischer. Trotz der Wildnis schien alles eine natürliche Ordnung zu haben, die nur so vor Schönheit strotze. Und doch verdunkelte sich nach einer Weile auch die Stimmung des Elben. Nach einer Weile des Schweigens lichteten die Bäume sich ein wenig und er bedeutete ihr mit einem Handzeichen ihr Tempo zu drosseln. Er jedoch ging Weiterhin schnellen Schrittes bis der Waldboden unter seinen Füßen fein verarbeiteten Steinplatten wich. Der Boden war bedeckt von wertvollen, farbigen Steinplatten die zu einem Mosaik angeordnet waren. Sie erzählten eine alte Legende der Elben, doch das Bild würde durchbrochen von zahlreichen Rissen im Boden. Sofort verlangsamte er seinen Schritt während seine Augen voll Traurigkeit die alte Ruine betrachtete. Mächtige Säulen, in denen die Figuren berühmter Elben gemeißelt worden waren, lagen teilweise umgestürzt über die steinernen Bänke. Überall waren die Überreste Reliquien, die zerstört worden waren. Alles in allem war es ein Bild, was dem Elben jedes Mal aufs Neue sein Herz zerriss. Langsam schritt er vor zu etwas, dass wie ein Altar wirkte und es früher auch war. Dies war ein heiliger Ort gewesen, jener Ort an dem früher zahlreiche Zeremonien durchgeführt worden waren, ein Ort der Freude. Doch davon war nichts mehr übrig geblieben. Instinktiv kniete er vor dem Altar nieder und senkte sein Haupt zu einem stummen Gebet, in welchem er um Gnade für sich und sein Volk bat. Die Magie durchdrang jede Pore des Steingartens und nun auch seinen gesamten Körper. Selbst ein Wesen, das der Magie vollkommen fremd war, würde diese hier nun wahrnehmen. Es war jedoch keine gute Magie. Kaum jemand wagte noch, diesen Ort zu betreten, nicht einmal ein Vogel überflog ihn, sondern nahm lieber den Umweg in Kauf. Grade dies war es wohl, was Alfadas dazu bewegte, seinen Schritt direkt in die Mitte zu lenken. Er wollte seinen Augen nicht vor dem verschließen, was geschehen war und zu seiner traurigen Geschichte gehörte. Spürend, wie sie ihren Schritt nun auch her gewagt hatte hob er sein Haupt ein wenig und sprach, ohne sie dabei anzusehen. „Berichtigt mich, falls ich mich irre, doch so wie ich es vermute trachtet Ihr nach Rache. Ich kann es Euch nicht verübeln wenn ich mir vorstelle, wie sehr Ihr gedemütigt wurdet. Dennoch..jedes Mal wenn ich diesen einst heiligen Boden betrete, bin ich der Meinung das man das Wort ‚Rache’ neu definieren müsste. Sie gibt einem nicht die Genugtuung die man sich ersehnt. Dieser Ort spiegelt es am ehesten wieder, was geschieht wenn einem die Rachegelüste vergiften. Alles was man findet ist der Schmerz und die Zerstörung, und das auf beider Seiten!“ Seufzend erhob er sich und strich mit den Fingerkuppen gar zärtlich über den Fels. „Es ist an der Zeit, dass ich Euch aufkläre. Auch ich schulde Euch vielleicht die ein Antwort, auch wenn Ihr Euch dessen nicht bewusst seit. Das hier, war einst ein Ort an dem sich das Volk der Elben zusammenfand um Feste zu feiern, Zeremonien abzuhalten. Es war wunderschön hier, die besten Zauberer des Landes trafen sich hier, um durch ihren Zauber einen Ort zu schaffen, der ein Kompliment für alle Sinne war.“, fing er an zu erzählen und ließ dabei zu, dass man jegliche Emotionen von seinem Gesicht ablesen konnte. Eine seltene Tat für einen Elben, da sie von Natur aus sehr verschlossen waren. „Möglicherweise kennt ihr ja die Legenden der Waldelben. Da die meisten Formen jedoch nicht grade Realitätsnah sind, werde ich Euch die wahre Geschichte erzählen. Das Volk der Elben unterscheidet sich scheinbar doch nicht so sehr von dem der Menschen, wie wir es uns erhofft hatten. Der Wunsch nach Macht, teilte unsere Bevölkerung. Blutfehden sind auch bei uns keine Seltenheit, doch es gelang einem Fürsten mit seiner Uneinigkeit, das ganze Land zu teilen. Durch Intrigen und Tücken zog er einige Elben auf seine Seite und vergiftete ihren Verstand mit süßen Lügen. Bald schon wurden diese gelenkt von brennendem Zorn gegen ihre eigenen Leute. Es war lange Zeit ein eher unterschwelliger Aufstand, bis zu dem Attentat. Fürst Ceren griff bei einem großen Sommerfest einen anderen Herrscher an. Die Folgen dieses Angriffes hatte sich niemand ausmalen können, selbst Ceren konnte das Ausmaß nicht begreifen. Ein Kampf entbrannte unter Brüdern und Schwestern, Magier warben schreckliche Zauber über diesen Ort und das Blut, was an diesem Tag den Boden tränkte scheint auch jetzt noch jede Pflanze zu verderben. Die Elben, die Cerens Worten folge leisteten wurden Vertrieben und fanden Schutz, in den Wäldern in denen sie nun mit der Schande leben müssen, ihr eigenes Volk verraten zu haben.“ Der Schmerz in seiner Stimme war kaum überhörbar während er für einen kurzen Moment schwieg. Eine solche Schande, war kaum zu ertragen. „Einige der Zauberer, die mit in den Wald flüchteten, sorgten für die Sicherheit der Überlebenden. Sie woben einen Zauber, der weit über die Generationen weitergegeben wurde. Runen, die jeden Körper der Nachkommen zeichneten schützten jeden der Abtrünnigen davor, auf magische Art aufgespürt zu werden und verliehen damit auch geringe magische Fähigkeiten. Ihr solltet wissen, dass die Mythen über die Waldelben nicht alle der Wahrheit entsprechen. Wir sind keine grausamen Wesen, wie wir beschrieben werden, dass waren wir einst, doch die Zeit hat uns über verschiedene Dinge Klarheit verschafft. Ihr müsst nur wissen, auf was Ihr Euch einlasst wenn Ihr den Weg weiter mit mir beschreiten wollt.“

 

 

Allein ein Nicken brachte sie über sich, als er davon sprach sie habe trotz dessen ihre Fähigkeiten gut unter Kontrolle. Wenn er wüsste, in wie weit sie dies eigentlich nicht hatte, so würde er etwas ganz anderes behaupten. Nur dieses Geheimnis behielt sie für sich, ganz gleich unter welchen Umständen. Es wunderte sie kaum wie der Wald mit jedem Schritt immer dichter wurde und kaum einen Einblick gewährte in das, was vor ihnen lag. Doch vertraute sie darauf inwiefern der Elb seine Schritte voran führte um den nächsten Weg preiszugeben, den sie nehmen mussten. Das einzige was sie beunruhigte war die Tatsache, dass die Vögel für einige Schritte mit einem Male verstummten und erst nach einem langen Marsch ihre singenden Stimmen erneut erhoben. Es hieß nie etwas gutes, wenn die Tiere sich ruhig verhielten, geradeso als würde es sie gar nicht geben. Dies hatte sie selbst als Kind gelernt, auch wenn davon nur einige Spuren in ihrem Gedächtnis waren. Nein, an ihre Kindheit konnte sie sich * * nicht mehr erinnern. Selbst ihre Familie, ihre Verwandten, Freunde oder auch ihr Heimastort wurden verblasst durch die quälende Vergangenheit die sie prägte. Nur blieb sie instinktiv stehen, denn eine neue Atmosphäre schien sie zu übernehmen und der Elb beschleunigte anscheinend durch diese Sache seine Schritte umso mehr. Aus irgendeinem Grund wollte sie nicht weitergehen, als wäre es ihr verwehrt gewesen. Zu viel Trauer und des Dunklen lag an diesem Ort, welches selbst sie für den Moment einzunehmen schien. Vieles hatte sie schon sehen müssen, nur dies stellte es auf eine ganz eigene Ebene. Beobachtend wie er seine Schritte über die einst wunderschöne Gegend führte, über den Pfad der zerstört wurde, behielt sie ihre Augen angespannt an seinem Haupt liegen. Der Mond trug nicht wirklich dazu bei diesem Ort etwas angenehmeres zu verleihen, denn stattdessen schien es schier düsterer zu werden. Noch nie zuvor durfte sie eine heilige Städte der Elben betreten oder hätte wissen können wo ** sich solch eine befand. Die Statuen, welche diesen Ort zu umkreisen schienen strahlten etwas aus, dass sie beim besten Willen nicht hätte beschreiben können. Lediglich ein gänzliches Gefühl des Unbehagens breitete sich in ihren Venen aus, ein Instinkt der sie meist zur weiteren Flucht verlangen ließ. Zu seinen Worten sagte sie nichts. Es war allein ihre Sache, ob er es nun verstand oder nicht. Sie glaubte kaum das er so etwas wie sie durchgemacht haben konnte um es richtig verstehen zu können. Nein, man hatte sie nicht gefragt ob sie so etwas wollte. Man hatte sie in das hinein gezwungen, was sich zu ihrem größten Leid herausstellte. Stattdessen sah sie ihm zu, wie er zu dem Altar ging um eine noch größere Woge der dunklen Magie ausströmen zu lassen. Er besaß Magie! Davon war sie nicht ausgegangen. Wahrscheinlich hatte er nicht viel davon. Irritiert davon, wie er begann die Geschichte seines Volkes zu erklären, versuchte sie exakt zu erkennen was sich in seinen Gesichtszügen ** abspielte. Sie konnte nicht sagen ob er bei diesen Vorfällen persönlich dabei gewesen war, doch trug er die Traurigkeit seines gesamten Volkes in seinem Herzen. Nun trat sie tatsächlich aus ihrer Position heraus, achtgebend nicht einen weiteren Makel an diesen Ort beizusetzen, der ohnehin schon genügend Verwüstung an sich trug. „Euer Vertrauen sollte mich Ehren, Elb. Trotz dessen wird es meine Meinung nicht ändern an dem Manne Rache zu nehmen, der mir in meinem Leben solch Leid zufügte. Ihr habt mein gesamtes Mitgefühl, was die Geschichte Eures Volkes angeht. Versteht mich in diesem Punkt nicht falsch.“, fand sie ihre Stimme schließlich wieder und widerstand dem Drang ihm freundlich eine Hand auf die Schulter zu legen, wenn auch nur zu verdeutlichen das sie Anteilnahme daran hegte. „Doch genauso wenig wie Ihr meine Geschichte nachempfinden könnt, so könnte ich es bei Eurer. Danarius schert sich nicht darum wie viele Leben er mit seinen Taten zerstört. So sei es darum, dass es nur ** deren Herzen sind. Er verdient das Leben nicht und mir ergab sich nie die Chance zu beweisen, dass ich es je verdient hätte. Verzeiht mir, wenn ich Euch dies so direkt vermittle, doch ich kann nicht weiter tatenlos dabei zu sehen was meinem Volk von diesem Bastard angetan wurde und es sogleich wird. Ihr tragt eine einzige Markierung an Eurem Körper. Mein Körper ist von dieser Schande übersät. Man hat mich in ein Schicksal gezwungen, welches ich nicht wollte. Mir ergab sich nicht die Chance jemals eine freie Entscheidung zu wählen .. und so wähle ich nun dies. Mir ergibt sich keinen anderen Gedankengang. Sein Tod durch meine Hand wird seine Buße sein. Doch ich werde Euch nicht um Vergebung oder Verständnis bitten!“, stieß sie hervor während sie ihre Schritte weiter führte, direkt an ihm vorbei. „Ich stamme aus Tevinter, selbst Ihr Elb müsstet wissen was dies bedeutet.“, ihr war klar das fast jeder davon wusste. Wie viel von ihrem Volk zerstört wurde. Magier die in Ketten gelegt worden* * sind und selbst Menschen die dadurch zu Tode kamen. Wenn man den Zusammenhang sofort entdeckte, wusste man das Danarius der Mann gewesen war, welcher ihr besonnenes Volk an die dunkle Brut verraten hatte und somit dessen Untergang geweiht hatte. Anders als die Menschen dort entzog er seinen persönlichen, großzügigen Anteil daraus und lebte nun in dem hohen Status eines Magister. „Doch ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, Eure Geschichte würde mich nicht mitfühlen lassen. Ihr seid ein starker Krieger der mit jedem Kampf über sich selbst wächst. Seid klug und lasst diese Vergangenheit hinter Euch. Ich bin bereits von der Rache vergiftet. Irgendwann einmal wandelt die Trauer in die Rache und Ihr werdet ihr machtlos untergeben sein.“

 

Ihre Worte kamen ihm für einen Moment lang fast einfältig vor, doch er musste sich selbst dazu besinnen ihr dieses nicht gleich vor den Kopf zu stoßen. Das Volk der Elfen war nur halb so alt wie das der Elben und dennoch wusste er, dass sie von ihrer Entwicklung her schon weit waren. Ganz im Gegensatz zu den Menschen, sie schienen grade zu mickrig im Vergleich zu den anmutigen Wesen. Es wäre nicht gerecht ihr nun so etwas vorzuwerfen vor allem würde sie sicher nicht verstehen, dass sie ihn mit der Art ihrer Antwort grade zu beleidigt hatte. Wie sollte sie dies den auch wissen? Das Verhalten der Elben war in vielerlei Hinsicht manchmal mehr als suspekt. Er hatte nicht ihr Mitgefühl zu erlangen oder Sympathie zu erwecken versucht, ganz im Gegenteil. Und doch war er über die Ehrlichkeit ihrer Worte überrascht. Er vermutete, dass er um einiges Älter war als sie, Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte doch dessen konnte er sich nicht sicher sein. Sie meinte es gut mit ihren Worten und tatsächlich konnte er diese auch nachvollziehen. Der Schmerz, der sich in ihr aufgestaut hatte würde vermutlich nur auf diese Weise ein ende finden, doch er wandelte schon lang genug auf dieser Erde um zu wissen, dass dies das Ende der Magier nicht abwenden würde. Das Zeitalter der mystischen Wesen nahte dem Ende. So wie einst die Alben von dieser Welt verschwunden waren, würden es ihnen die Elben bald nachtun ebenso wie die Elfen und Magier. Was bleiben würde wären die Menschen, die sich nach einer Weile selbst  auslöschen würden auch wenn sie dazu noch ein paar Jahrhunderte Zeit haben würden. Sich vom Altar weg bewegend verschloss er sich seinerseits nun wieder vor ihr. Keinesfalls gehörte er zu der rührseligen Sorte wie es einige Minnesänger seines Volkes waren. „Ich danke Euch für Euer Mitgefühl auch wenn ich dieses in keinster Weise erwartet habe. Ich wollte Euch nur davon in Kenntnis setzen, was Euch erwartet wenn Ihr mit mir im Dorf angelangt!“, erwiderte er wieder in einem ruhigen Tonfall der dieselbe Distanz ausstrahlte, wie es eigentlich bei ihm üblich war. Ein letztes Mal strich er mit der Handfläche über den Altar und wischte somit ein paar Blätter von diesem ehe er den Platz überquerte um zu einem schmalen Pfad zu gelangen in dem ebenfalls alle paar Meter weiße Steine eingelassen waren. Sie strahlten von einer Reinheit, die mitten im Wald unmöglich schien, auch dies war ein Werk elbischer Magie. „Ich verstehe jedoch Euer Trachten nach seinem Tod. Gewiss werdet Ihr einigen wenigen Eurer Art so das Leben vereinfachen bis sie in die Hände eines anderen Templers oder dergleichen fallen. Es klingt herzlos wenn ich es so ausdrücke, doch kaum ein Magier der unter den Menschen wandelt wird je ein anderes Leben erfahren, als das eines Sklaven. Dieses Zeitalter geht vorüber. Auch wenn ich Euch viel Erfolg bei Eurer Mission wünsche! Auch ich würde jederzeit alles tun um die Meinesgleichen zu schützen.“ Die Kühle seiner Worte ließen erahnen, dass er schon einige Jahrhunderte hat vorüberstreifen sehen. Wie viele es waren, wusste er nicht mehr, doch es gab viele, die noch Älter waren als er immerhin waren die Lebenserwartungen von Elben recht hoch es sei den sie legten sich mit dem Falschen an. Und dennoch konnte er ihr Denken mehr nachvollziehen, als er es sie wissen lassen wollte. „Der Weg ist nicht mehr allzu weit. Wir werden bald schon unser Ziel erreichen.“

 

 

 

Sowohl sie ihre Schritte an ihm vorbei geführt hatte, so lenkte sie ihren Blick für einige Zeit über ihre Schulter hinweg. Sie würde es schon bemerken, wenn sie gegen irgendetwas stoßen würde oder geradezu dabei wäre so etwas zu tun. Doch seine Worte, die er voller Distanz und Kälte von sich gab, veranlasste sie dazu ihre Hände für den Moment ein wenig zu ballen. Kein einziges Wort konnte beschreiben inwiefern sie seine Worte tatsächlich auffasste, doch mit einem Male wandte sie sich zu ihm herum und konnte sich verächtliches Schnauben nicht vorenthalten. „Einen Augenblick, Elf!“, stieß sie auf sich aufmerksam machend hinaus während er seine Schritte weiter führte. Er hatte nun ein Thema angesprochen, zumindest etwas dagegen gesagt, was man hätte niemals aussprechen dürfen. Nur wie er diese sprach ließ sie nur erahnen, dass er um einiges Älter sein musste. Allerdings schien er ihren Ruf gänzlich zu ignorieren, sodass sie ihre Schritte direkt zu ihm hinführte und mit einem Male vor ihm stehen blieb. „Haltet ein und widmet euch für einen kurzen Augenblick meinen Worten!“, erhob sie erneut ihre Stimme und gerade als er den Anstalt machen wollte weiter zu gehen, stieß sie ein tiefes seufzen hervor. „Ihr haltet sofort ein mit eurem Gang, Elb!“, so ungern sie es auch wollte, so wollte sie auch ungern einfach ignoriert werden. Es war ein lausiger Trick ihn mit ihrem Blick gezwungenermaßen zum stehen zu bringen. Dennoch hatte sie nicht vorgehabt ihm zu schaden, nein. „Ihr seid so töricht und gebt keine Acht welches Ausmaß Eure Worte annehmen! Ihr sprecht als würdet Ihr schon ein gesamtes Jahrhundert hier hausen. Ist dem so?“, für ihn müsste es verwunderlich sein welch ein zorniger Unterton sich ihrer Stimme annahm und jeder andere hätte bestimmt gedacht das sie ihm gleich die Kehle heraus reißen würde. „Wenn Ihr bereits schon so viele Lebensjahre hinter euch habt, Elb .. Welche Parolen haben euch zurückschrecken lassen nichts gegen diese Unterdrückung zu unternehmen? * Ihr seid ein erhabener und starker Krieger. Ihr besitzt ausreichend Kampferfahrung und habt die Zunge eines Mönches, wenn Ihr wollt. Für so etwas benötigt es keine Jahrhunderte an Eurer Seite um dies zu erkennen. Eure Worte triefen vor der Dunkelheit die sich in Eurem Herzen ausgebreitet hat! Wie könnt ihr es wagen so etwas von Euch zu geben? Ihr werft jegliche Hoffnungen von Dannen! Es hat den Anschein als würde Euch nichts anderes als Euer eigenes Volk interessieren .. Vermutlich hegt ihr keinerlei Sympathien anderen Völkern oder Wesen gegenüber. Selbst wenn dem so wäre .. und Ihr von Anfang an es erlebt habt .. Was hat euch verdammt noch eins davon abgehalten dagegen etwas zu unternehmen? Wie konntet ihr unbefleckt Euch versteckt halten und dabei gnadenlos zu sehen .. wie viele Wesen daran untergingen? Mein Denken vermag Naiv zu sein, doch sind es Leute wie Ihr die anderen damit Ihrer Hoffnung berauben. Es gibt vermutlich genügend Leute die zu Euch aufsehen, Elb. Sprecht Eure * * Worte nicht noch einmal so unbedacht aus, wenn Ihr es wart die nichts dagegen unternommen haben! Es will sich mir nicht ergeben weshalb Euer Volk sich so zurückgehalten hat. Ihr könnt kriegerisch sein, wenn Ihr es vermögt. Ihr könntet den Magiern als auch den Templern Einhalt gebieten .. Wenn nicht sogar als Königin regieren. Ihr tragt jegliches Potenzial dafür in Euch. Doch was tut Ihr? Ihr versteckt euch wie getretene Hunde. Meine Zukunft, meine Pläne, mögen durchaus der Rache gefüllt sein .. Doch zumindest möchte ich etwas bewirken! Mir steht die Möglichkeit nicht zu so lange zu existieren wie Ihr es könnt.“, für sie ergibt es wirklich keinen Sinn. Wen er alles für sein Volk tun würde, so wie er es bereits erwähnte, so musste er doch auch sehen das es in diesem Ausmaß nicht weiter gehen konnte. Wenn die Templer noch mehr Macht an sich reißen würden, so war selbst sein Volk dem Untergang geweiht. „Ihr könnt nun weitergehen. Mein naives Haupt vermag es nicht euch weiter festzuhalten* *, ihr war nicht klar wie sich ihre ganze Art bei ihren Vorwürfen verändert hatte, jedoch wandte sie sich von ihm ab und hinterließ wie einen kleinen Schubser den sie ihm verpasst hatte, bei ihm zurück. „Seid unbesorgt. Ich werde den Weg allein zurück finden. Vielen dank für Eure Beistehen in dem Kampf zuvor. Dies werde ich nicht vergessen.“, fügte sie noch rasch hinzu während sie ihre Schritte geleitet der Verärgerung weiter führte. Es war nicht richtig an diesem Ort gerade diese Konversation zu halten, vielleicht aber würde es ihn gerade deswegen zum Denken anregen. „Ihr habt mich nur darin bestärkt das zu tun, was ich zu tun habe.“

 

Plötzlich war er es leid, sich mit ihr auseinanderzusetzen weswegen er seinen Weg einfach fortsetzte, selbst als er ihren Ruf vernahm, der Eindeutig von Verärgerung sprach. Grade dieser Ton veranlasste ihn, seinen Weg unbeirrt weiter zu führen selbst als sie sich ihm in den Weg stellte versuchte er, an ihr vorbei zu gehen. Er war der Sache lästig. Nun war er sich auch wieder einmal aufs Neue bewusst, warum er lieber Zeit alleine verbrachte und auf Gesellschaft verzichtete. In seinen Augen erschien sie in ihrer törichten Art grade fast schon wie ein Kind, welches ein Spiel spielte dessen Regeln sie noch nicht einmal verstand. Doch bevor er sich an ihr vorbeidrängen konnte, spürte er wie sich seine Muskeln versteiften und ihm keinerlei Bewegungsmöglichkeit mehr bot. Nun, falls er sie eben noch als lästig empfunden hatte so wich dieses Gefühl je der Verärgerung. Was hatte er sich nur dabei gedacht, sich mit einer Magierin auf den Weg zu machen? Ebenso wie seine Muskeln schien auch seine Zunge ihm nicht gehorchen zu wollen, den kein einziger Laut überkam ihre Lippen während er gezwungen war den ihren zu lauschen. Welch eine naive Sicht der Dinge sie doch hatte! Unter seine Wut über ihre Blauäugigkeit mischte sich jedoch etwas anderes. Den auf eine erstaunliche Art  fühlte er sich je beinahe schuldig, das er den Dingen einfach so ihren Lauf hatte gehen lassen. Immer noch rührte er sich keinen Millimeter von der Stelle, selbst als sie den Zauber von ihm gelöst hatte. Er sollte sie ziehen lassen, die Vernunft und die Erfahrung der Jahre rieten ihm dies, doch noch drängender spürte er die Unvernunft in sich, sodass er sich ohne Nachzudenken herumdrehte und ihr nacheilte um nach ihrem Arm zu greifen. Ihm war bewusst, dass er Gefahr ging das sie erneut einen Zauber über ihn warf, weswegen er seinen griff auch sofort wieder löste als er sich sicher sein konnte, dass sie stehen blieb. „Es ist Irrsinn! Ihr werdet Euch im Wald nur verlaufen.“, erklärte er und versuchte dabei einen versöhnlicheren Ton anzuschlagen auch wenn ihn ihre Worte tief berührt hatten. Sie hatten etwas in ihm ausgelöst. „Ihr überschätzt den Einfluss, den ich als Einzelner habe!“, stieß er gezwungen hervor. „Die Jahrhunderte haben uns gelehrt uns aus den Spielereien der Menschen rauszuhalten!Aber ich mach Euch ein Angebot. Ihr könnt mich ins Dorf begleiten und ich werde dafür sorgen, dass Euch die Elben Gehör schenken und wenn es Euch gelingt, ihnen die Augen zu öffnen dann könnt ihr Euch meiner Unterstützung bei Eurem Vorhaben sicher sein!“ Die Worte die ihn überkamen verwunderten ihn selbst. Er wusste nicht, was ihn dazu brachte ihr solch ein Unterfangen vorzuschlagen. Er war einsichtiger, als die Bewohner des Waldes, doch vielleicht würde es ihr gelingen zumindest ein paar dieser auf ihre Seite zu ziehen. Sie würde sich ihrer Aufgabe nicht alleine stellen müssen,. „Ich sollte Euch vorher warnen, es sind nicht die angenehmsten Zeitgenossen, doch wenn Ihr die Leidenschaft und Hingabe erneut so überzeugend in Eure Worte fasst, dann könnt Ihr gewiss sein das Ihr Gefährten finden werdet und wenn sie Euch einmal folgen könnt Ihr Eure Überzeugung vielleicht durchsetzen!“ Ein Funkeln trat in seine Augen in Hinsicht auf die Vorstellung, wie sie die Elben versuchte wach zu rütteln. Das sie sich seiner Unterstützung sicher sein konnte, erwähnte er nicht. Auf eine Art und Weise war die Elfe erfrischend und machte ihn neugierig, sie trug das Herz scheinbar am rechten Fleck mit den richtigen Überzeugungen. Auch wenn er kaum glaubte, dass sie wirklich etwas bewirken konnte.

 

Innerlich erhoffte sie sich einfach das sie ihn zumindest irgendwann einmal mit ihren Worten zum Nachdenken bringen könnte. Wenn jeder nur weg sah, wie sollte man etwas in dieser Welt bewirken können? Die Kirche, die Templer und der dazu gehörige Zirkel vermochte zwar eine Menge an Macht aufbringen. Doch was würde ihnen Macht bringen, wenn sie keinerlei Gefolgsleute an ihrer Seite hätten? Unbeirrt und mit ihrem Kopf schüttelnd bahnte sie sich weiter einen Weg über den heiligen Ort hinweg. Mit einem Male, was sie tatsächlich nicht vorher sagen konnte, spürte sie einen minimalen Ruck und sofort drehte sie sich herum wobei sie ihm direkt ins Gesicht sah. Zu seiner Vorsicht hielt er sich zurück, was zumindest das mit ihrem Arm anbelangte. „Bildet Euch ja nicht ein irgendeine Meinung über meine Fähigkeiten oder Orientierungssinn zu bilden. Lieber verlaufe ich mich als mit einem Narren weiter zu laufen.“, brachte sie trotz dessen erzürnt über ihre Lippen. Sie verstand seine Ansicht einfach  nicht und dies würde sich in den nächsten Sekunden auch nicht ändern. Sie hatte sich die Elben gänzlich anders vorgestellt. Ihr wurde damals erzählt diese wären ein friedliches, barmherziges Volk und keines, welches sich vor jedem Problem fürchtete. „Ich unterschätze euch? Pah! Denkt einmal nach! Wie könnt Ihr wissen ob Ihr fliegen könnt, wenn Ihr nicht gefallen seid?“, setzte sie gegen seine Worte an. Ja, sie hatten sich aus den Spielereien der Menschen heraus gehalten. Aus diesem Grund hatten diese auch keinen Sprecher für jene die reinen Herzens waren und aus diesen ihre eigenen Meinungen bilden konnten. Magier wurden vielleicht von den Kirchen als Teuflisch und anfällig für Dämonen abgestempelt. Aber hätten die Menschen eher mit den Elben zu schaffen gehabt, wer weiß wie es sich verändert hatte. „Dann lasst mich zuerst mit Eurem Oberhaupt sprechen. Jemand, der für Euer gesamtes Volk spricht. Danach kann mich mit jedem einzelnen annehmen. Sollte Euer Volk genauso engstirnig denken wie Ihr, so wisst Ihr bereits das meine Bemühungen vergebens sein werden.“, sie brauchte keine Gefährten um ihre eigenen Ziele durchzusetzen. Sollte sie daran scheitern, so war es ihre Sache. Ansonsten würde sie nur Tote auf ihre Schultern zu lasten bekommen. „Lasst uns weitergehen. Schreitet voran.“, ihr war bewusst das sie noch immer seinen Namen nicht wusste. Allerdings würde dieser auch nicht viel ändern. Außer, wenn sie in seinem Dorf ankam. Dort konnte sie mit Sicherheit nicht mit ‘Elb’ nach ihm rufen. Dort würde sich vermutlich jeder Zweite nach ihr herum drehen, was nicht gerade einem Vorteil entsprach.

 

Ihre Worte waren wahrhaft bissig und er fragte sich, woher sie ihren Mut nahm auch wenn er sich immer noch nicht klar war, ob es der Mut oder der Leichtsinn war. Wie jedes mal bereiteten ihm die weiblichen Geschöpfe Kopfzerbrechen, doch ihr Wesen schien sich seinem Verstand voll und ganz zu entziehen. War es nun die Widersprüchlichkeit ihrerseits, oder einfach nur der Engstirnigkeit seinerseits, wie sie es ihm vorwarf? Besaß er den gar kein Verständnis mehr für nicht Elbische Wesen? „Wie Ihr wünscht. Man wird sicher ziemliches Interesse an Euch und Euren Ansichten haben! Legt Euch eure Worte gut zurecht, den die Elben zu denen Ihr sprechen werdet sind einige Jahrhunderte Älter als ich, unter ihnen bin ich fast noch ein Frischling.“, erwiderte er und neigte sein Haupt ein wenig ehe er an ihr vorbeischritt und seinen Weg fortsetzte, den er zuvor eingeschlagen hatte. Es gab niemand bestimmtes, der für das ganze Dorf sprach, nur einen Ältesten Rat und er war ein nicht grade unwichtiges Mitglied diesen. Diese war eine Offenbarung, die er ihr weiterhin verschlossen hielt. Es war auch nicht zu erwarten, dass sich ihr Verhalten sich dann auch nur auf irgendeine Weise sich ändern würde. Er sollte nicht zulassen, dass sie solch ein Unordnung in sein geregeltes Leben brachte, doch der frische Wind, den sie durch ihre Worte in sein Denken gebracht hatte, war nur allzu verlockend. Es musste die Verlockung eines neuen Abenteuers sein, die ihr Vorhaben so verführerisch klingen lies. Es mochte egoistisch klingen, doch in seinen Augen war es ihm gleichgültig was in der Menschenwelt geschah, auch mit den Magiern solange kein Unrecht vor seinen eigenen Augen widerfuhr. Die Vorstellung von ein wenig Abwechslung in seinem nun schon so lange währenden Leben war einfach lockend. Dies waren Worte, die jedoch niemals über seine Lippen kommen würden, da er sich deren Wirkung bewusst war. Mit schnellem Schritt ging er vor ihr her und schon nach einiger Zeit, erklang das Trappen von Hufen welches ihm nur allzu bekannt vorkam. „Wartet hier!“, deutete er der Elfe und trat noch einige Schritte weiter nach vorne um schon die bekannten Gesichter zweier seine Gefährten zu erblicken. „Alfadas! Wir sahen Euer Pferd nah bei den Flüssen und machten uns schon Sorgen!“, erklang die melodische Stimme Farodins ehe dieser von seinem eigenen Ross sprang und ihn den Kriegergruß entgegenbrachte. „Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, solch treue Waffenbrüder wie Euch beide an meiner Seite zu wissen. Doch Freunde, ihr kamt zu spät ich musste mich ohne euch mit dem Gesindel schlagen, welches mein Pferd verjagte!“, erwiderte er mit freudiger Stimme und grüßte auch Halgaris, der sich noch auf seinem Pferd befand. „Was für ein Jammer, ich hatte mich schon auf etwas Abwechslung gefreut. Ich hoffe, dass Ihr Euch nicht den Selbstgesprächen hingegeben habt auf Eurem langen Fußmarsch!“ – „Selbstgespräche? Farodin was haltet Ihr von mir? Zudem war dies gar nicht nötig, da ich in Begleitung gereist bin!“ Mit einem weitergehend freundlichen Lächeln auf seinen Lippen wand er sich herum um der Elfe nun ein Zeichen zu geben, dass sie sich zeigen konnte. Vielleicht war es etwas unhöfflich von ihm ihr gegenüber, doch hatte er nicht ahnen können, wer des Weges geritten kam und Farodin wie Halgaris galt sein vollstes Vertrauen. „Círerína, darf ich vorstellen: Farodin, ein Kämpfer der seinesgleichen sucht und selbst mich zu Fall bringen kann. Und Halgaris, derjenige, der unsere Wunden heilen muss falls wir wieder einmal über die Stränge schlagen!“, richtete er sein Wort amüsiert an sie ehe er sich wieder seinen Gefährten zuwand. „Und dies Freunde, ist Círerína welche mit mir den Weg bis hier her bestritten hat. Ich erwarte Höfflichkeit von Euch  und gebt Acht, sie hat eine scharfe Zunge.“ Ein leises Lachen überkam ihn welches seine Freunde mit ihm einstimmten. Es war ihnen anzusehen, dass sie neugierig waren. Es war ihr immerhin anzusehen, dass sie keine Elbin war und so stellte sich die Frage, was ihn dazu brachte sie mit sich zu nehmen. Jedoch wollte er auf diese Fragen noch keine Antwort geben. Es war nur noch ein sehr kurzer Fußmarsch bis zu den ersten Häusern, welche sich in den Baumwipfeln verbargen, für diesen Weg benötigten sie kein Pferd. 

 

 

 

„Dann sind wir uns einig.“, entgegnete sie knapp auf seine Worte hin und folgte ihm sogleich. Sie wusste nicht was genau auf sie zu kommen würde, vor allem nicht ob sie wirklich seine Hilfe oder gar seines Volkes wollte. Eigentlich war sie nur her gekommen um für einige Nächte aus der Stadt zu sein, jedoch scheiterte ihr vorhaben unentdeckt dort gehaust zu haben schmächtig. Schließlich hatte Danarius ihr bereits weiß gemacht das er von ihrem Eintreffen wusste und so wurde ihr demnach der Überraschungsmoment genommen. Überraschenderweise drangen seine Worte sofort in ihr Gehör als er sie aufforderte an dem Punkt zu warten an dem sie stand. Ohne dazu etwas zu sagen, dafür aber mit ihren Schultern zuckend, verschränkte sie ihre Arme vor ihrer Brust und sah zu wie er einige Meter weiter verschwand. Er schien mit ihm bekannten zu reden, denn sein Umgang veränderte sich nahezu gänzlich. Auch erfuhr sie durch das Gespräch, welches sie aus der vagen Ferne lauschen konnte, seinen Namen.  Immerhin musste sie dadurch nicht mehr ‘Elb’ zu ihm sagen oder gar dies in der nächsten Zeit durch sein sozusagen Dorf brüllen. Schließlich hatte es doch etwas gutes gehabt, auch wenn es ihr lieber war seinen Namen nicht zu wissen. Aus dieser Hinsicht, sollte sie einmal wieder in Gefangenschaft geraten, konnte sie keinem seinen Namen vermitteln. Dies galt immer als einer der sichersten Wege, nur kam es ihr komisch vor, wenn sie weiterhin seinen Namen nicht wissen würde. Erst als er ihr ein Zeichen gab das sie endlich hervor kommen konnte, brach sie sofort auf und kam bei den drei Männern an. Die beiden anderen schienen für sie viel ausgeprägter nach Elb auszusehen, doch vielleicht konnte dies nur daran liegen das sich Alfadas so sehr an die Menschen in der Stadt gerichtet war. Augenblick, als habe sie es instinktiv gewusst, wurden sie einander auch schon vorgestellt. „Ich bin erfreut Eure Bekanntschaft zu machen, meine Herren.“, gab sie lediglich ab um den Worten des Elben keinen  weiteren Zuschuss zu schenken. Es wäre töricht in diesem Augenblick noch ein Kommentar von sich zu geben, welches seine Aussage noch weiter hätte bestätigen können. Sobald er seine Schritte wieder weiter fort führte tat sie es ihm gleich. Allerdings ließ sie ihren Blick neugierig über die Umgebung schweifen die sie nicht gewohnt war. Einige Zeiten hatte sie in Wäldern verbracht, unter den Dalish ein reines Elfen Volk, welches Menschen nicht einmal in ihre Nähe ließen. Shelem, wurden die Menschen genannt, obwohl dies eher als Beleidigung für diese vorgesehen war. Für sie war es damals beruhigend gewesen zu wissen das dort noch Magie als ein urtümliches Element angesehen wurde und nicht mehr als pure Hexerei. Zudem war ihr klar das sie nun in diesem Ort eher neugierige als auch andere Blicke zu geworfen bekäme, schließlich kam sie nicht von hier. „Wäre es unhöflich zu erfragen, wie lange das Elben Volk bereits existiert? Um der Wahrheit getreu zu bleiben muss ich zugeben, ich bin  zum aller ersten Mal an einem Ort wie diesen.“, richtete sie sich nun einen der anderen Fremden Elben an. Sie glaubte kaum eine präzise Antwort von Alfadas zu bekommen, wenn dieser mit ihr zuvor eine durchaus nicht angenehme Diskussion zu Tage gebracht hatte.

 

„Ich werde vorreiten und Eure Ankunft ankünden!“, drangen die Worte Halgaris an sein Ohr, auf welche er seinen Kopf schüttelte. „Nein.“, antwortete er in der alten Sprache seines Volkes, von der er wusste das sie ihn nicht verstehen würde. „Ich will zuerst etwas Ruhe haben, sorgt dafür, dass uns keiner über den Weg läuft wenn wir ins Dorf kommen.“ Es war kein Befehl, sondern eher eine Bitte, die er an seinen eher schweigsamen Freund richtete. Wie erwartet stimmte dieser nur zu und gab dem Pferd die Sporen, um vor ihnen im Dorf anzugelangen während die kleine Gruppe sich langsamen Schrittes weiter fortbewegte. „Ich wünschte ich könnte Euch eine genaue Antwort geben, leider jedoch bin ich dazu nicht befähigt. Die Elben existieren schon seit Jahrtausenden, man hat aufgehört die Jahre zu zählen welche ins Land strichen. Vor Ihnen herrschten die Alben. Es heißt, sie wären jene Wesen, die das restliche Leben erschaffen haben. Auch wir haben unsere Legenden. Nach den Elben kamen die Elfen, wie Ihr es wohl unverkennbar eine seit, und kurz darauf die Menschen. Die Alben verließen diese Welt um sich einen neuen Ort zu erschaffen, an dem sie ihr Leben verbringen können und auch die Zahl der Elben verringert sich in den Jahren.“, hörte er die Antwort Farodins auf die Frage der Elfe. Farodin war wahrhaftig ein Elb, der jede Form der Höfflichkeit beherrschte. Er war die Verkörperung eines Elben wie man sich ihn vorstellte währendesen Alfadas selbst, diesem Bild eher widersprach. Er besaß weder die hellen Haare wie die meisten seiner Art noch die selben bestechenden Augen. Sein Haar war von einem dunklen Braun, ebenso wie seine Augen welche fast schon in ein schwarz überwichen, er wusste mit dieser Andersartigkeit umzugehen, sie machte es ihm leichter, sich unter die Menschen zu mischen wenn es ihm beliebte.  „Verzeiht mir meine Neugier, mich würde wahrhaft interessieren wie es Euch gelungen ist Alfadas davon zu überzeugen, Euch mit in unser Dorf zu bringen. Wir sind nicht grade für unsere Gastfreundschaft bekannt!“, entwichen die Worte seinen Freund. Noch bevor sie jedoch eine Möglichkeit hatte zu antworten warf er dem anderen einen warnenden Blick zu. „Círerína wird dir diese Geschichte sicher ein anderes Mal mit Freuden erklären. Bei gegebener Zeit!“ Unter seine Freude wieder zuhause zu sein, mischte sich unterschwellige Anspannung, von hier an war er für jede ihrer Handlungen verantwortlich. Schon bald befanden sie sich auf einem ebenen Boden, ein Weg von dem sich kleine Pfade abzweigten und zu Bäumen führten. Erst beim näheren Hinsehen fielen einem die kleinen Details auf, Treppen die an Baumstämmen hinaufführten, ins Holz eingelassenen Türen, die zu Häusern führten, die mitten in den Ästen hingen und mit dem Baum zu verschmelzen schienen. Von unten war kaum etwas zu sehen, doch hoch oben verbanden sich die Hütten mit Balkonen und kleinen Brücken auf welchem sich neugierige Gestalten herunterbeugten um zu erblicken, wer ins Dorf gekommen war. Sofort lächelte der Elb bevor er sich zu seinem Freund wand. „Treibt ein passendes Gewand für sie auf und bringt es mir“, bat er ehe er der Elfe zulächelte. „Kommt mit, ich zeig Euch mein Zuhause und Ihr werdet Möglichkeit haben, Euch frisch zu machen!“ Mit diesen Worten wand er sich schon zu einer der Treppen und eilte hoch um sie in sein Heim einzulassen.

                                                                                                                                                                               

                                                                                                                                                                       

 

 

 

Immer wieder ließ sie ihre Augen neugerig über das schweifen was sie um sich herum sah. Anders als die Elben waren die Elfen ein ziehendes Volk, so war es auch nicht wunderlich, wenn diese niemals an einem Ort blieben. Sobald ein komplettes Jagdgebiet leer war zogen sie weiter. Doch die Magie wurde weiter und weiter durch die Jahre gereicht, so befand sich in jedem kleinen Unterfolg jemand der diese beherrschte. Doch die Worte, welche die beiden Elben auf einmal austauschten, verstand sie nicht. Demnach sollte sie dies auch nicht, denn ansonsten hätte er bestimmt in ihrer Sprache gesprochen. Allerdings erhob sich auch schon die des einen Elben, der die Legenden über diese perfekt abbildete. Anders als Alfadas schien dieser die Magie auszustrahlen anstatt es hinter einer Fassade wie Alfadas versteckt zu halten. „Es ist bewundernswert wie lange Euer Volk bereits existiert. Dabei trifft man äußerst selten auf einen. Doch da scheinen wir Elfen ein ziemlich neuzeitiges Volk zu sein.“, überkam es sie mit einem leichten lächeln währenddessen sie folgend hinter Alfadas ihre Schritte führte. „Woran habt Ihr unschwerbar erkennen können das ich eine Elfe bin? Es gibt wenige Leute die dies heute noch auf den ersten Blick ausmachen können.“, richtete sie sich erneut an den Elben, der ihr anscheinend gerne Antwort folgeleistete. Ihre Neugierde überstieg in diesem Fall einfach, genauso wie es vermutlich bei einigen der Elben nun war. Ihr war bewusst das es bekannt war, dass nur noch wenige Magier sich unter den Elfen befanden. Inständig hoffte sie das man diese Eigenschaft nicht direkt eines Blickes an ihr ausmachen konnte. Schließlich hatte Alfadas dies nur bemerken können, da sie direkt vor seinen Augen ihre Kräfte spielen ließ. „Wie Alfadas bereits sagte. Später wäre es mir sicher eine Freude, doch nun wäre ich froh mich eventuell etwas frisch zu machen.“, stimmte sie in die Worte des Elben ein, den sie nun etwas länger begleiten durfte. Warum auch immer dieser es den  anderen vorenthalten wollte: es musste einen Grund dafür geben und sicher wollte sie ihn nicht noch mehr verärgern. Lauschend der Worte die er zusätzlich den beiden anderen aufgab machte sie sich darauf ihm weiter zu folgen ehe sie gelant die Treppe des Baumes hinauf ging. Jeder Mensch hätte wohl seine Probleme damit gehabt, da es kein Geländer oder etwas in dieser Art gab. Nur waren die Elben als auch die nachkommenden Völker mit einer angeborenen Fähigkeit geboren, die so etwas verhinderte. Sie hatten nun einmal ein feines Gespür des Gleichgewichtes. Angekommen an seinem Heim, trat sie in dieses neugierig hinein. Tatsächlich hatte sie wohl etwas anderes erwartet, jedoch konnte man enige Dinge entdecken. Sein Heim machte einen viel freundlicheren Eindruck als der Elb selbst, sodass sie sich ein leichtes Lächeln nicht vorenthalten konnte. „Ich hoffe doch, dass ich meine Sachen für einen Moment bei euch lagern könnte. Es wäre mir unbehaglich durch die Welt in einem einzigen Gewand ** zu durchschreiten. So sehr ich Euere Gastfreundlichkeit zu schätzen weiß.“

 

„Tut Euch keinen Zwang an, ich stelle Euch mein Heim während Euer Anwesenheit hier zu Verfügung.“, erklärte er höfflichst. Die Tür hinter sich hatte er geschlossen sodass sie nun alleine in dem großen Raum standen, der als Wohnzimmer diente. In der Mitte des Raumes waren Steine in den Boden gelassen, in denen man ein Feuer entfachen konnte ohne das dies dem Baum schaden würde, die verschiedenen Möbel waren recht platzsparend und doch strahlte alles eine Ruhe aus, die jeden der ihn betrat sofort umfasste. In den Wänden waren kleine Nischen eingelassen, in dem Barinsteine ihren Platz fanden und von dort aus ihr warmes Licht verbreiteten. Es war kein grade prunkvolles Heim, doch genau das richtige für den Elben. Mit kurzem Schritt durchging er das Zimmer um zwei größere Flügeltüren aufzuschlagen, von welchem man auf das Gewirr der Elben sehen konnte, die sich über die Balkone auf anderen Plattformen bewegten. Dieser Aussicht schenkte er kaum Beachtung sondern wand sich wieder der Elfe zu um sie zu einer anderen Tür zu führen hinter der sich das Badezimmer barg. Eine Wanne nahm den Großteil des Platzes ein und diese war bereits randvoll mit dampfendem Wasser gefüllt. Wer genau dies getan hat, dessen war er nicht sicher dennoch musste er leicht schmunzeln. An der Wand befand sich ein kleines Becken, eingelassen in einen Hüfthohen Schrank neben dem ebenfalls ein Krug warmes Wasser stand falls er die Katzenwäsche vorzug. Vor dem Becken hing ein Spiegeln. Jede Kleinigkeit von dem kleinen Schrank bis hin zu den Möbeln und den Wänden des Wohnzimmers waren von künstlerischen Verzierungen verseht. Überall an den Wänden hingen Wandteppiche, die Geschichten erzählten und so kunstvoll gewebt waren, dass es schien als würden sie lebendig sein. Überall waren es Kleinigkeiten über die man stolperte und die einen doch zum Bewundern brachten. „Hier ist das Bad und gleich drüben das Schlafgemach. Es liegt ganz bei Euch ob Ihr Euch zunächst erst einmal zur Ruhe legen wollt, oder Euch gleich schon das Dorf ansehen wollt. Ich werde einige Gewänder für Euch auftreiben, je nachdem wie lange Euere Anwesenheit dauert müsst Ihr Euch deswegen keine Sorgen machen!“, erklärte er ihr. Gastfreundlichkeit war bei ihm hoch geschrieben und so würde er auch nicht dulden das es ihr an irgendetwas mangelnd, egal wie sehr sie mit ihrer Denkensweise an seine anstoß. Auf ein leises Klopfen hin drehte er sich um, und erblickte vor der Tür Farodin, der in seinen Händen schon zwei Kleider hielt. Dankend verabschiedete er sich und legte die Kleider vorsichtig über einen Stuhl im Badezimmer. „Lasst Euch Zeit und willkommen in Alvemer .“ Mit diesen Worten trat er nach draußen und verschwand ins Wohnzimmer. Auch hier stand ein Krug Wasser, den er kurzerhand nutze um sich seinerseits vom Schmutz zu befreien. Nach einem schnellen Kleidungswechsel trug er nun eine dunkle Wollhose mit einem weißen Hemd das durchzogen war von feinen, silbernen Fäden. Er hatte nur kurz auf die Gewänder geblickt, die Farodin ihm überreicht hatten doch es war klar, dass diese wirklich feine Kleider gewesen waren. Mit den Fingern durchkämmte er sein Haar bevor er sich dazu entschloss, nach seinem Pferd zu sehen. Die Treppe hinuntersteigend sah er das besagte Tier schon in der Nähe grasen umringt von einigen Kindern, die fangen spielten. Elben bekamen nicht oft Nachwuchs und so war es jedes Mal ein Segen für alle wenn eins geboren wurde und das bekamen die Kinder zu spüren, von allen Seiten wurden sie verwöhnt und bekamen Zuneigung. Mit einem Grinsen trat  Alfadas an den Raben und blickte zu seinem Heim auf, sie würde ihn ohne Probleme finden können falls sie ihn suchen würde befand er und lenkte seine Aufmerksamkeit ab. „Alfadas!“, hörte er eine vergnügte mädchenhafte Stimme. Schon war er derjenige, der umringt wurde. „Alean, sagt bloß ihr habt mich doch vermisst!“ – „Natürlich haben wir das Alfadas!“, stimmte schon ein kleiner Junge zu, dem er prompt das Haar verwuschelte. Das Lächeln auf seinen Lippen strahlte nichts als pure Freundlichkeit und Zuneigung zu den Kindern aus. „Hast du uns was mit gebracht?“ Der Elb veränderte seinen Gesichtsausdruck zu einer betrübten Maske. „Oh.. ich wusste ich hab etwas vergessen. Auf dem Markt war so viel los und ich war so abgelenkt das ich das vollkommen vergessen habe!“ Das Gekichere der Kinder verstummte und sie schienen grade zu enttäuscht von ihm bevor er in die Satteltaschen griff und einen Beutel voll Süßigkeiten hervorholte. „Glaubt ihr den wirklich ich würde meine Lieblingselben vergessen?“, stieß er mit einem Lachen hervor und hielt die Tüte hoch. „Aber ihr müsst es euch schon verdienen!“ Mit diesen Worten hielt er die Tüte weiterhin hoch und setzte sich in Bewegung um vor den Kindern weg zulaufen. Natürlich holten diese ihn ein da er langsam genug lief. Schon klammerten sie sich an Arme und Beine, sodass er sich spielerisch auf den Boden fallen ließ und schon von den Kindern weiter runter gedrückt wurde während sie immer noch versuchten ihm die Süßigkeiten zu entnehmen.  

 

 

Interessiert darüber wie viel mehr sein Heim über ihn selbst sagen würde führte sie ihre Schritte ein wenig in die Mitte des Raumes hinein. Ungern wollte sie eine Unhöflichkeit zu Tage legen indem sie jeglichen Raum abging und es so aussehen könnte das sie alles durchsuchen würde. Bestimmt mochte es keiner solch einen Gast bei sich zu haben, weswegen sie sich in diesem auch dezent zurückhielt. Doch schien ihre Neugierde darüber keinerlei Ende zu nehmen, erst recht nicht als er zwei Flügeltüren öffnete und ein Stimmengewirr ertönte, welches allein auf das Leben der Leben hier aufmerksam machte. Automatisch bewegte sie sich zu diesen hin, beugte sich ein wenig hervor und ließ ihre Augen über das Geschehen wandern. Von ihr Gegenüber konnte sie zwei Damen erkennen die dabei waren sich ihre Haare hochzustecken, auf der anderen Seite waren Männer die sich über irgendetwas belustigendes zu Unterhalten schienen und wenn sie einen Blick nach unten warf, so konnte sie Kinder entdecken die ihrem * * Spieltrieb nachgaben und immer wieder ein erheitertes Kichern nach oben hallte. Vor einer langen Zeit hatte sie zuletzt solch ein Geschehen mitansehen dürfen, doch in diesem Dorf schienen die grausamen Taten der Templer oder der Kirche nicht angekommen zu sein. Eine Woge der Erleichterung überkam sie. Hier könnte sie tatsächlich für einige Nächte sicher sein, denn Gefahr schien hier überhaupt keine zu drohen. Vermutlich konnte sie der Eindruck aber auch täuschen und die Elben nutzten nur ihre freie Zeit um ihre Seele baumeln lassen zu können. „Ihr seid zu gütig. Ihr müsst Euch keinerlei Bemühungen um mich machen. Schon jetzt habe ich den Eindruck Ihr behandelt mich wie eine Prinzessin. Es wäre unvorteilhaft, wenn ich mich an dies gewöhnen würde. Jedoch habt vielen Dank, ich weiß Eure Gastfreundlichkeit wirklich zu schätzen!“, erwiderte sie stehts ein wenig Geistesabwesend während sie ihre Augen noch immer auf das untere Geschehen gerichtet hatte. Nur als es an der Tür klopfte wandte *

* löste den Zopf aus ihren Haaren und platzierte diesen an den kleinen Rand des Spiegels. Hastig, damit sie trotz dessen nicht allzu lange damit Zeit verschwenden würde, stieg sie mit einem zufriedenen Seufzen in das warme Wasser hinein. Gut das sie sich zuvor noch eine Ampulle eines Duftes zurecht gelegt hatte, den sie sich sündiger Weise vom Markt besorgt hatte.

Viel zu lange war sie in der Wanne gewesen, was sie an dessen Kälte mit einem Male bemerkte und sich schnell aus dieser hinaus bewegte. Sie wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, doch eindeutig war eine Menge verstrichen. Ein leichtes, verzweifeltes Seufzen entkam ihrer Kehle als sie nach einem Tuch griff und sich dieses um ihren Körper schlang. Nur flüchtig huschten ihre Augen an dem Spiegel vorbei, aber das was sie sah gefiel ihr nicht. Noch immer zeichnete sich der angespannte Gesichtsausdruck ab, den sie hier nicht haben wollte. Augenblicklich trocknete sie sich mit dem Tuch ab, lehnte dieses über die Wanne und griff* * in einer schnellen Bewegung nach eines der Kleider. Allein eine Berührung mit dem Stoff ließ sie erahnen wie Teuer dies auf dem Markt gewesen sein musste und so stieg sie viel zu vorsichtig in dieses hinein. Die Cremefarben des Kleides unterstrichen die ihrer Haut optimal, sodass es für sie zumindest eine kleine Verbesserung erbrachte. Einzig allein eine Sache fehlte noch: ihre Haare. Unmöglich konnte sie diese bei solch einem schönen Volk wie ein Bauerntrampel herunter hängen lassen und schnell entschied sie sich dazu sich einen kleinen runden Zopf in ihr Haar einzuflechten, sodass ihr restliches Haar an ihrem Rücken hinunter strich und einige Strähnen sich an ihrem Gesicht lösten. Dennoch vermochte sie es kaum, wenn die Linien, die sich an ihrem Nacken entlang zogen offen zu zeigen. Nur sah sie keinen Weg darin diese irgendwie verdecken zu können. In diesem Zustand sahen sie nur aus wie körperliche Verzierungen, auf einem näheren hinsehen konnte man jedoch entdecken das diese * * unter einer qualvollen Prozedur entstanden sein mussten. Zu ihrem Glück konnte sie sagen, dass diese nur in einem schillernden Blau erleuchten würden, wenn sie sich genötigt fühlte ihre Kräfte einzusetzen. Man konnte nur erahnen aus diesem Sichtwinkel wie weit die Linien gehen würden, doch dies würde schon ausreichen. Sie vermochte es nicht irgendwelche Antworten auf diese Fragen zu geben. Vielleicht, wenn sie keine Anstalten machen würde sich wie ein gepeinigtes Häschen zu verhalten, vielleicht würde man sie dann gar nicht darauf ansprechen. Da sie genügend Zeit damit verbracht hatte sich frisch zu machen, welche im übrigen ihre Sinne verschärfte und wieder zurück ins Leben riefen, machte sie sich auf nach Alfadas zu suchen. Mindestens zwei Stunden mussten vergangen sein. Unwissend in welche Richtung sie gehen sollte, als sie unten angekommen war, wanderten ihre Augen in jeglichen ab. „Falls ihr auf der Suche nach Alfadas seid, werte Dame, so könnte dies dauern. Er befindet sich * * beim Rat.“, ertönte mit einem Male die Stimme des anderen Elben, dessen Namen sie dummerweise vergessen hatte. Jedoch nickte sie zu dieser Erkenntnis nur dankend, führte ihre Schritte zurück zu der Treppe und ließ sich auf dieser nieder. Allerdings so das andere diese noch passieren könnten. Ungern wollte sie mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen und so in die Lage geraten irgendeine Art Unruhe zu stiften. So entschied sie sich auf seine Rückkehr zu warten anstatt ihren Weg durch das Dorf zu bahnen.

 

Schon vom Weiten erblickte er die Gestallt von Olvedes weswegen sein Lachen je verstummte. „Hier Kinder! Aber esst nicht alles auf einmal!“, beendete er das Spiel indem er ihnen den Beutel überreichte und sich sofort wieder auf den eigenen Beinen befand. Olvedes war ebenfalls ein Mitglied des Rats und ein Elb, der es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht hatte, jeglichem Wirken Alfadas entgegenzusteuern. „Es freut mich, dass Ihr scheinbar genug Zeit habt mit den Kindern zu spielen anstatt Euren Pflichten nachzugehen und den Rat über Euern Gast aufzuklären!“ Trotz der Tatsache, dass er in keinem der Sätze auch nur ein angreifendes Wort verwendet hatte so waren diese in höchster Weise spöttisch formuliert. Es war die Art der Elben, sich in Worten zu messen, niemals wurde jemand öffentlich verspottet und dennoch war es ein Angriff auf seine Position im Rat. Weiterhin wich das Lächeln nicht aus dem Gesicht des Elben, auch wenn es erkaltet war, mit einem kurzen Blick versicherte er sich davon, dass die Kinder verschwunden waren. Keinesfalls würde er sich vor diesen mit dem unfreundlichen Elben unterhalten wollen. „Ich danke Euch das ihr mich auf mein Pflichten aufmerksam macht, Olvedes. Doch könnt Ihr Euch gewiss sein, dass ich diese in keinster Weise vernachlässigen werden. Halgaris hat längst die anderen Mitglieder darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich ihnen etwas mitzuteilen habe!“ Ein weiterer Grund, weswegen er für seinen Kameraden dankbar war, den das minimale Schwanken in der Fassade seines Gegenübers war Trumpf genug. Selbstzufrieden neigte er sein Haupt ein wenig und schritt an dem Älteren vorbei. „Ich bin mir sicher, die Anderen werden sich bald zusammengefunden haben. Falls Ihr noch etwas anderes zu erledigen habt solltet Ihr Euch jetzt kurz darum kümmern!“, mit diesen Worten wand er sich von dem Elb ab und machte sich daran, den Sattel von seinem Pferd zu lösen und diesen an den Rand der Treppe zu legen. Es bestand kein Grund, es in den Stall zu bringen da er wusste wie sehr das Tier seine Freiheit liebte und er ihm diese nicht berauben würde. Jetzt erst begann der anstrengende Teil der Reise. Es war einfacher, sich im Schlachtfeld dem Feind zu stellen und angesicht zu angesicht zu kämpfen als sich dem Rat gegenüber zu verständigen. Dies war ein Kampf geführt mit Worten, in denen jede Tonlage schon einen Hinterhalt bedeuten könnte, jedenfalls war er sich dessen bei Olvedes sicher. Den meisten anderen Ältesten konnte er bis zu einem gewissen Grad vertrauen, sie wussten wie viel Alfadas für sein Volk gab und stellten dies auch kaum in Frage. Ein letztes Mal blickte er zu die Treppe hoch und überlegte, ob er sie sogleich schon mit zum Rat bringen wollte, verwarf diesen Gedanken aber auch wieder genauso schnell. Er würde ihr noch ein wenig Zeit geben sich an die Umgebung zu gewöhnen und wahrscheinlich war es die bessere Lösung die anderen erst einmal von ihr in Kenntnis zu setzen. Mit gestrafften Schultern lenkte er seine Schritte schon zu einem der Gebäude, in denen sich die Versammlung meist

abspielten. Wie erwartet saßen schon alle sechs Mitglieder dort und machten einen  mehr oder minder aufgebrachten Eindruck. „Ist es wahr, dass Euch Krieger in den Wald folgten?“, drang schon eine der Stimmen zu ihm noch bevor er die Tür schließen konnte. „Es waren keine Krieger, Dijelon. Es war ein Magier mit ein paar Handlangern, sie waren auf das Kopfgeld meiner Begleiterin aus. Und mit Verlaub muss ich gestehen, dass es wahrhafte Tölpel waren. Jedoch griffen sie uns vor dem heiligen Ort Duanoc an, ich denke nicht das sie es gewagt hätten unseren Weg weiter zu verfolgen wenn wir schon über diesen hinaus gewesen wären!“, antwortete er in einem ruhigen Tonfall. Das er nun erst einmal Frage und Antwort stehen musste war ihm klar, sodass er die anderen auch erst einmal gewähren ließ. „Halgaris erwähnte eine Begleiterin. Wo ist sie?“ – „Sie befindet sich in meinen Gemächern, ich gestattete ihr sich erst einmal von der Reise zu erholen ehe ich sie dem Rat vorstellen wollte.“ Es klang grade zu, als würde er ihr die Erlaubnis für jede ihrer Handlungen geben, doch genau diesen Anschein wollte er wahren. Auch wenn ihm klar war, dass dies wohl kaum der Fall war so würden die Ältesten keineswegs erfreut sein, wenn es so wirkte als wäre sie nicht unter Kontrolle zu halten. „Erklärt uns doch, Alfadas. Warum Ihr jemanden mit in unser Dorf bringt, auf den ein scheinbar so hohes Kopfgeld ausgesetzt ist, dass es die Menschen dazu bringt ihr Leben aufs Spiel zu setzen wo sie diesen Wald doch so fürchten?“, erhörte er schon die giftigen Worte Olvedes. „Sie ist eine Verstoßene in der Welt der Menschen. Sie hat kein Unrecht getan und ich bot Ihr für ein paar Tage Unterkunft. Sie stellt keine Gefahr für uns da, doch ich bitte den hohen Rat um eine Verschiebung dieser Versammlung damit Ihr Euch euer eigenes Bild über sie machen könnt. Círerína wird für sich selbst sprechen auch wenn ich für jede ihrer Taten und für sie selbst bürge.“ Einen Augenblick lang blickte er in die Gesichter der Versammelten und schwieg. Es war besser, sie für sich selbst sprechen zu lassen und er war sich sicher, dass dies den Rat mehr überzeugen würde als seine Bekundungen. Nachdem er die Zustimmung erhielt machte er sich zurück auf den Weg zu seinen Gemächern um schon dort die Elfe auf der Treppe sitzen zu sehen. Voller Höfflichkeit neigte er sein Haupt ein wenig und schenkte ihr ein Lächeln. „Ihr seht wahrhaft bezaubernd aus in diesem Kleid.“, schmeichelte er aufrichtig und richtete sich wieder auf. „Wenn Ihr Interesse habt, werde ich Euch ein wenig herumführen. Es hat sich schon herum gesprochen, dass ich einen Gast mitführe!“, überkam es ihn. Bei ihrer Einverständnis  setzte er sich in Bewegung und trat von einen der Balkone über eine kleine Brücke zu einer Plattform. Das ganze Leben spielte sich zum größten Teil in den Wipfeln der Bäume wieder. Rings herum hatten sich die Äste zu einem Geländer gebildet und auch über ihren Köpfen hatten die Blätter zu einem wunderschönen Dach geformt, welches immer noch das Licht hindurchließ aber kaum Regen. Natürlich trafen sie überall neugierige Blicken, doch kaum jemand wagte, direkten Kontrakt aufzunehmen. Interessiert betrachtete er die Regungen der Elfe, es war faszinierend wie sie die Dinge betrachtete. In dem Gesicht der meisten Elben waren kaum die wirklichen Gefühlsregung zu erkennen sie waren Künstler der Täuschung. Doch in ihrer Mimik konnte er so gut wie jede Regung erkennen und tatsächlich freute es ihn diese zu sehen. Er erwartete schon Fragen, weswegen er ruhig neben ihr herging und darauf wartete. Bevor er ihr von dem Beschluß des Rates erzählen würde, konnte er ihr noch ein wenig etwas von dem Leben hier zeigen.

                                                                                                                                               

 

 

 

 

 

Man müsste meinen es würde sie langweilen einfach auf einer Treppe zu warten und die Stimmen der anderen zu vernehmen. Trotz dessen war es nicht so. Inständig genoss sie die Ruhe, mal nicht auf der Flucht zu sein, selbst wenn dies nur für einige Momente anhalten würde. Danarius würde nicht sein kostbarstes Eigentum frei herum laufen lassen in der Gefahr es würde wirklich verschwinden. Und dieses Eigentum, ja das war sie. Bevor sie sich darüber allzu viele Gedanken machen konnte vernahm sie die Stimme von Alfadas, bei der sie ihren Kopf anhob und ein amüsiertes Lächeln nun ihre Lippen schmückte. „Ich fasse dies als Kompliment. Vielen dank.“, nickend zu ihren Worten erhob sie sich von der Treppe und achtete darauf ja keinen Schmutz an dem Kleid hinterlassen zu haben. „Aus diesem Grund wartete ich auf Euch.“, begann sie ihre Sätze sofort und führte dennoch ihre Schritte neben ihm her. So sehr sie vorgehabt hatte etwas weiteres zu sagen, so sehr wurde sie von der fabelhaften Umgebung  abgelenkt. Äußerst selten spiegelte sich das wieder, was sie fühlte oder wie sie dachte. In diesem Dorf, in dieser Umgebung schien dies aber nicht für sie zu wirken. Viel zu viel Magie, unterschwellig und wirklich kaum wahrzunehmen, strahlte es alles aus. Eine Umgebung in der sie sich wohlfühlte. Trotz all dem wäre eine Niederlassung viel zu gefährlich und auf einer längeren Basis für sie nicht möglich. An jedem Ort an dem sie sich länger aufhielt würde sich die Gefahr einfinden und dies wollte sie dieser Umgebung nun wirklich nicht antun. Aus diesem Grund zeichnete sich mit einem Male ein Hauch von Traurigkeit in ihren Zügen wieder, welche sie auf Anhieb wieder verstoß. „Wie Ihr bereits erwähntet taten Ihr euren Besuch bei Eurem Rat ab. Ich würde gerne schnell möglichst eine Audienz bei diesem abstatten. Jede Minute die verstreicht könnte eine Verschwendung sein. Noch immer kann ich nicht sagen ob es die Bemühungen wert ist hier zu sein. So sehr ich es natürlich sogleich genieße.“  brachte sie nun ihre Stimme wieder zu Worte und drehte sich in ihrer Position direkt zu ihm hin.

 

Es verwunderte den Elben, dass sie so schnell die Audienz forderte. Er hatte erwartet, dass sie erst einmal ein wenig zur Ruhe kommen wollte und grade diese Verwunderung blitzte in seinen Augen auf als er seine Stirn kurz in Falten legte und sich leicht gegen eines der Geländer lehnte. „Ganz wie Ihr wünscht.“, stimmte er ihr langsam zu. „Ich hatte erwartet, dass Ihr Euch noch ein wenig in der neuen Umgebung einfinden wollt und teilte dem Rat eine Verschiebung der Versammlung an. Gegen Sonnenuntergang werden wir uns erneut zusammenfinden. Bis dahin habt ihr noch ein wenig Zeit Euch vorzubereiten. Ich habe noch niemanden darüber informiert, dass ihr magische Fähigkeiten besitzt, doch dieses werdet ihr vor den Ältesten auch nicht lang verbergen können den die meisten von ihnen sind selbst der Magie bemächtigt!“ Kurz wich sein Blick von ihrer Gestallt ab zu einem jungen Mann, der grade begann zu singen, ganz offensichtlich umwarb er die Frau vor ihm, die einen nur allzu verzückten Eindruck machte. Ein Lächeln überflog sein Gesicht als er die Zuneigung der beiden nur all zu deutlich bemerkte. Auch er hatte einst eine Elbin umworben, doch hatte sie sich nicht für ihn entschieden sondern seinen Rivalen gewählt. Er hatte sich damit abfinden müssen und war fast schon dankbar dafür gewesen, den sie hatte es vermocht in seine Seele zu sehen. Viel tiefer als er es jemals gestatten würde. Die Gestalt der Elbin wich seiner ehemaligen Geliebten, die er plötzlich so deutlich sah als würde er nur die Hand ausstrecken müssen um sie zu berühren. Kopfschüttelnd vertrieb er seine Tagträume. Er hatte sich auf anderes zu konzentrieren, rief er sich zur Ordnung und blickte wieder zu der Elfe. Immer noch klangen die lieblichen Töne des Gesangs herüber, ein Lied in der alten Sprache seines Volkes. Eines der althergebrachten Liebeslieder, bei dem jeden der einmal geliebt hatte das Herz auf ging. „Ich muss Euch warnen, die Worte eines Elben entsprechen so gut wie nie dem, was er wirklich sagt. Ihr solltet Euch vor allem vor Olvedes in Acht nehmen, ihm wäre alles Recht um mein Ansehen zu schaden, da wird er Euch als willkommene Möglichkeit dafür sehen.“, fügte er hinzu. Ihm war bewusst, wie sehr er dieses eigentlich aufs Spiel setzte. Falls sie ihn getäuscht hatte würde er derjenige sein, der dafür die Schuld tragen würde, egal welche Folgen es haben würde, er war derjenige der dafür grade stehen müsste. Leichte Unsicherheit breitete sich in ihm aus, doch er wagte nicht sich dieser zu ergeben.

                                                                                                                                                                                     

 

„Es ergeht mir prächtig und wegen dem anderen .. Hier ist es durchaus atemberaubend jedoch würde ich mich ungern hier einfinden, wenn mein Besuch nicht von einer längeren Zeit von statten ist.“, entgegnete sie auf seine Worte direkt erweise hin. Genau genommen stand sie weder auf der Seite der Templer noch der Magier. Eigentlich hatte sie sich darüber keinerlei Meinung gebildet. Ihr ehemaliger Herr ist ein Magister, ebenfalls ein Magier, dem man nicht Einhalt geboten hatte und in dieser Hinsicht wären tatsächlich die Taten der Templer von Nöten gewesen. Als die Stimme eines Mannes, welche von den Bäumen wieder zurück zu hallen schien, ertönte wandte sie ihre Aufmerksamkeit ein wenig herum um zu diesen zu sehen. Um ehrlich zu sein verstand sie kein einziges Wort das von sich sang aber der Frau schien es zu gefallen. Ihr war so als würde der Mann in die Herzen der Leute singen, sodass sie kurz ihren Kopf schüttelte um den Gedanken vergangener Tage abzuschütteln. Einst hatte sie Geliebt  aber dies erwies sich als fataler Fehler. Damals hatte sie nicht gewusst das sie ihr Herz an die rechte Hand ihres Herren vergeben hatte. Jedem dem sie es erzählte konnte sich denken wie man mit ihr umging. Er war einer der Gründe gewesen die ihren Hass nur lodern ließ und seit diesem Manne hatte sie sich vorgenommen keinen Mann jemals mehr so schnell in ihr Herz zu empfangen. „Wie könnte man in dieser Welt schon die Grenzen zwischen Freund und Feind ausmachen? Heute sind diese zu verschwommen um sie wahrlich zu entdecken. Ich werde damit bestimmt zurecht kommen, Alfadas. Doch zuvor werde ich Euren Rat darum bitten, dass Ihr nicht weiter für mich bürgen werdet. Jegliches was ich von mir geben werde beruht auf meinem Haupt, nicht auf Eurem.“, fügte sie ihren Sätzen noch hinzu und schenkte ihm dazu noch ein aufrichtiges Lächeln. Er konnte vermutlich ein treuer Gefährte sein, dennoch glaubte sie kaum gerade ihn an ihrer Seite gegen diese Umstände zu haben. „Olvedes ist nach Eurer  Meinung eine Schlange, mhm? In dieser Hinsicht bin ich erfahren genug. Was nützen ihm seine giftigen Worte, wenn ich sein Gift als Gegengift benutze? Rein gar nichts. Bis Sonnenuntergang ist es nicht einmal mehr lang. Meine Worte habe ich mir bereits zusammen gelegt, denn diese trage ich in meinem Herzen. Welch sicheres Wortverfahren könnte es sonst schon geben?“

 

„Ihr habt durchaus Recht, Feind und Freund ist schwer zu unterscheiden. Einer der Gründe warum ich mich lieber in eine Schlacht stürze anstatt ein Wortgefecht zu führen. In einem Kampf ist jener mein Feind, der sein Schwert gegen mich oder die meinen erhebt, daran gibt es keinen Zweifel. Ich würde Euch diesen Gefallen tuen, doch befürchte ich das dies kaum möglich sein wird. Ich habe Euch mit in meine Heimat genommen und so werde ich ebenfalls für Eure Taten die Verantwortung mit tragen. Dies ist keine Frage ob des Willens meinerseits, sondern eine Pflicht meines Volkes gegenüber. Außerdem wäre es taktisch klug von Euch, dies zu Eurem Vorteil zu nutzen. Ihr genießt bis zu einem gewissen Grad mein Vertrauen und mit ein wenig Geschick wird es Euch durch diesen Vorteil gelingen, auch das Vertrauen der Bewohner hier zu erlangen!“, antwortete er durchdacht und betrachtete sie eingehend. Sie würde die richtigen Worte finden, jedenfalls hoffte er dies inständig den andernfalls würde zumindest sein Rivale beginnen, die Elfe allein mit seinen Worten auseinanderzunehmen. Welch hohes Risiko er ihretwegen einging ersparte er sich zu erwähnen, den es war deutlich das sie sich dieser Verantwortung nicht annehmen wollte und er würde es auch nicht auf sie abwälzen, immerhin war es seine freie Entscheidung gewesen sie mit sich zu nehmen. Ebenso gut hätte er sie auch einfach auf dem Markt stehen lassen und sie weiterhin die Menschen bestehlen lassen können. „Ich denke, Ihr werdet die richtigen Worte finden, Círerína.“, meinte er freundlich gestimmt bevor er noch einmal dem Jüngling einen Blick zuwarf, als er das Lied verstummen ließ nur um sogleich ein fröhlicheres einzustimmen, in das die Umworbene gleich mit einfiel. Es war kaum vorzustellen, was für ein fröhliches Volk sie geworden waren, auch wenn der Schatten der Vergangenheit immer noch über ihnen schwebte wie unheilvolle Wolken. Vertreibend dieser Gedanken stieß er sich vom Geländer ab. „Folgt mir, so wie ich den Rat kenne werden sie im Versammlungssaal darauf warten und sich besprechen, in dem Fall werden wir noch vor Sonnenuntergang beginnen können.“, erklärte er und lenkte seinen Schritt schon wieder zum Gebäude, in dem er sich schon vorhin befunden hatte. Wie erwartet, befanden sich alle in dem Raum, bis auf Olvedes. „Hoher Rat.

 Círerína

steht Euch nun für jegliche Fragen zu Verfügung!“, kündigte er auf die fragenden Blicke an und ließ die Elfe an sich vorbei treten. „Alfadas, Ihr erwähntet nicht, dass sie eine Elfe ist!“ – „Und ebenso wenig das sie eine Magierin ist!“, fuhr die scharfe Stimme des Mannes ein, der zuvor noch gefehlt hatte. „Ich hatte gedacht die Versammlung findet erst später statt.“ – „Keine Sorge, Olvedes. Noch habt Ihr nichts verpasst.“, erwiderte er und warf dem anderen einen warnenden Blick zu.

 

 

 

 

 

Lediglich ein leises, amüsiertes Lachen entfloh ihrer Kehle bei seinen Worten. Sie hatte keine Gründe sich das Vertrauen der Bewohner anzunehmen oder gar sich dieses verdienen zu wollen. Hier ging es einfach um ihr eigenes Interesse, selbst wenn sie weder um seine noch die seines Volkes geboten hatte. Doch hatte sie im Moment keine Vergütung für jene die ihr helfen würden und Tagelöhner machten ihre Aufgabe meistens schleppend und schlampig . Von so etwas durfte sie sich gewiss nicht einnehmen lassen, denn so etwas könnte schließlich ihr eigenes Ende bedeuten. Sofort folgte sie ihm als er seinen Weg in eine der Gebäude führte und noch immer wusste sie nicht genau was sie erwartete. Wirklich beruhigend war die Annahme nicht, dass einer der Elben ohne einen Grund vorher schon auf sie Einhacken würde, ohne das sie bestimmt etwas sagen würde. Angekommen in dem Raum, vernahm sie die Stimme von Alfadas, der sie freundlicherweise ankündigte und die darauffolgenden Feststellungen ihrerseits. * * Instinktiv wandte sie sich Olvedes zu, der direkt verstanden hatte was sie war. Mehr Tatsachen oder Worte brauchte sie nicht, denn schon war ihr klar das er selbst ein Magier war. „Schön, dann hätten wir die Frage der Feststellungen schon einmal hinter uns, werter Rat. Zu male Ihr es positiv betrachten könnt: Genauso wie Ihr durchschaue ich einen Zauber von Euch wie Ihr von mir. Daher könntet Ihr ausschließen das ich Euch zu einem unehrlichen Geschehen berufen habe. Wofür ich im direkten sein dankbar bin.“, bei ihrer letzten Aussage nickte sie jedem einzelnen aufrichtig zu. Nur eines irritierte sie umso mehr – Alfadas schien sich ohne Umwege direkt zu dem Rat zusetzen, was eine Möglichkeit nur hatte: er war selbst einer von jenem Rat vor dem sie nun stand. Um ehrlich zu sein wusste sie durch diese Tat nicht genau wo sie anfangen sollte, doch räusperte sie sich und trat nur noch einen Schritt näher damit auch jeder sie im Raum wirklich ansehen konnte. „Das einzige worum ich bitte, ** ist das Ihr mir einen Augenblick zuhört.“, brachte sie über sich und stieß die Luft tief aus ihrer Lunge hinaus. Der Blick von Olvedes war schier brennend auf ihr Haupt gerichtet und für einen Moment bildete sie sich ein, dass es tatsächlich in dem Raum wärmer wurde. Nur dies konnte ein Streich ihrer Sinne sein, denn in diesem Dorf verteilte sich die Magie der Elemente unumstritten. „Ich möchte Euch ungern ein Ohr ab kauen, so werde ich direkt zu meinem Anliegen fortfahren .. Es geht mir darum sowohl den Zirkel als auch den Magiern Einhalt bieten zu können. Mir ist inzwischen klar geworden wie Ihr die Menschen anseht, werter Rat. Nur verwundert es mich, dass Ihr so auf diese hinunter Blicken könnt ohne auch nur einen wahrhaftigen Versuch gestartet zu haben dagegen etwas zu unternehmen. Allerdings kümmert mich das Menschen Volk ebenso wenig wie Ihr es tut. Ich bitte um Eure Unterstützung, zumindest für einmal.“, allein mit dem abfälligen Schnauben welches von Olvedes kam, war ihr * * bewusst das ihre Worte kaum Gehör fanden oder wohl eher mehr auf Desinteresse. „Nun gut, meine werten Herren. Denkt einmal voraus! Nehmt an die Menschen haben jeglichen Magier und jegliches magisches Geschöpf in Ihrer Gewalt .. Wie lange wird es dann dauern bis diese schließlich Euer Volk, Euer Dorf und zu male Eure heiligen Sitten vernichten werden? Dies ist eine Frage der Zeit, die wir für Uns nutzen könnten. Magier werden versklavt .. Menschen nehmen ein grausames Ende .. magische Wesen nieder Gemetzel. Doch dabei vergesst Ihr das Ihr selbst solche Wesen seid. Es ist für mich unbegreiflich wie Ihr all die Jahrhunderte Euch heraushalten könntet, wobei nun einer Euer Elben als höchstes Rangmitglied agieren könnte! Die Menschen fürchten sich nicht vor den Elben, nur vor Ihrer schlag kraft. Ihr seid bekannt als ein Barmherziges und freundliches Volk .. Es wäre zu viel gewagt, wenn ich sagen würde ein Teil dieses Verdienstes .. dieser Sklaverei und dem Verderben .. läge auf Eurer * * Schulter, nur beim besten Willen wäre dies gegen mein aufrichtiges Denken. Ich stamme aus Tevinter, wie Ihr unschwer erkennen könnt. Ihr könnt Euch daraus eine eigenständige Meinung bilden. Sowohl ich nicht wissen kann wie viel Einfluss die Worte eines Sklaven bei Euch haben. Es ist die Zeit zum handeln, nicht um sich weiter zurückzulehnen und darauf zu warten wann es sein eigenes, blutrünstiges Ende nimmt.“, erhob sie ihre Stimme weiter an und mied dabei nicht einmal den Blick von jedem einzelnen. Unbekümmert ließ sie ihren Worten freien lauf, sagte jedoch für einige Momente nichts. Doch sobald Olvedes sich erhaben aufsetzte, fixierend mit seinem abfälligen Blick auf ihr Haupt, wendete sich ihre Einstellung zu all dem.

 

Einerseits keimte in ihm der Wunsch auf, weiterhin neben ihrer Gestalt zu stehen, den in ihrem Auftreten erahnte er das Gefühl, leichter Unsicherheit auch wenn sie scheinbar alles daran legte diese nicht zu zeigen. Andererseits obsiegte sein Verstand, sie würde viel schwächer wirken wenn er an ihrer Seite bleiben würde und so bewegte er sich vorbei, um seinen Platz in der Reihe der Ratsmitglieder einzunehmen. Lauschend ihrer Worte huschten seine Augen abwechselnd zu den Ältesten und ihr. Doch in den Gesichtern der Elben waren kaum Regungen zu erkennen, es waren wie in Stein gemeißelte Figuren, die sich aufs Zuhören fixierten. Die Ausnahme blieb Olvedes, allein in seinen Augen war die pure Abneigung zu erkennen und es war klar, dass es nicht allein an ihren Worten lag, die sie hervorbrachte. Es war vollkommen egal, welche Ansichten sie vorkommen ließ, Olvedes ging es ganz allein darum Alfadas zu schaden. Es war etwas anderes, ob ein Elf dort vorne stand und etwas über die Ignoranz der Elben hervorbrachte als wenn es einer der besagten Gattung tun würde. Grade als sie geendet hatte vernahm er schon ein Geräusch von dem Mann, der sich direkt gegenüber von ihm im Raum befand. Es war ein seichtes Klatschen, während er seine Stimme mit einem ironischen Unterton erhob. „Bravo, Elfe. Eine wundervolle Ansprache doch was bitte erhoffst du dir mit dieser? Oh siehe, wir sind erleuchtet und werden uns nun dem Geschehnissen der Menschen zuwenden um diesen erbärmlichen Wesen zu ersparen sich gegenseitig zu meucheln! Dein Auftreten ist lächerlich, wir wissen um das was in der Welt vor sich geht und haben beschlossen, dass das nicht unser Problem ist. Die Geschichten über die Elben, von den du sprachst, das friedliebende, Freundliche Volk wohnt jenseits dieser Wälder also was hältst du davon, einfach noch ein wenig weiter zu reisen um dir bei ihnen Gehör zu verschaffen. Sicher bringen diese ein wenig mehr Mitleid für dich auf falls du dies ersehnst. Wir sind die Waldelben, jene vor denen sich die Menschen fürchten, weil sie um unsere grausamere Natur wissen. Doch ich werde dir deine Unwissenheit verzeihen, immerhin kommt einem Sklaven sicher keine gute Bildung zu. Erwartest du Mitleid von uns? Denkst du wir werden dir nun sofort folgen um die Welt zu verändern? Es ist einfach erbärmlich! Grade zu dreist dich hier aufzuspielen als wüsstest du mehr über die Entwicklung der Zeit. “ Die Worte des Elben waren voller Schärfe und Arroganz geprägt, sodass Alfadas nicht anders konnte als sich von seinem Stuhl zu erheben und so die Worte seines Rivalen allein durch diese Geste zu stoppen. Solch direkte Beleidigungen hatte er nicht erwartet,. Die Worte hatten selbst ihn in Rage versetzt sodass er sich kaum ausmalen konnte, wie aufgebracht die Magierin sein musste, doch eine Erwiderung ihrerseits war genau das, auf das Olvedes wartete weswegen er  stattdessen zu einer Antwort ansetzte. „Hütet Eure Zunge, Olvedes! Soweit ich mich entsinne wurde die Gastfreundlichkeit seit jeher auch in unserem Dorf großgeschrieben und ich verbitte es, das ihr in so einem Ton mit meinem Gast sprecht. Jeder der hier Anwesenden weiß um unsere Zwiechtigkeiten, doch ahnte ich nicht das Ihr so in Rage seit dass es Euch nun nicht mehr genügt Eure Worte gegen mich zu erheben. Äußert Eure Angelegenheiten mir gegenüber und hütete Euch davor, noch einmal derart Beleidigende Worte zu äußern.“, sprach er. Seine Stimme war vom äußeren her Ruhig, doch die Schärfe in ihnen durchdrang jede einzelne Silbe und sein Gesichtsausdruck verriet nichts außer kalten Zorn bevor er sich zu den anderen Mitgliedern wand. „Hoher Rat, verzeiht mir diese Direktheit, doch ich bitte darum, den Worten Olvedes kein Gehör zu schenken sondern sich auf die von Círerína zu konzentrieren, den sie spricht wahrlich ein Problem an, dass uns ebenfalls etwas angeht!“ – „Alfadas, es besteht kein Grund der Aufregung. Olvedes scheint in diesem Punkt ein wenig fehlgeleitet und mir scheint, als würden wir heute auf seine Worte kein großen Wert legen dürfen doch diese Entscheidung ist offenkundig, du musst uns darauf nicht noch hinweisen!“, unterbrach der Älteste des Rates, Dijelon, seine Worte in einem gar väterlichen Ton. Es schien grade so, als könnte er die Aufgebrachtheit der anderen gar nicht nachvollziehen, doch grade als Olvedes ansetzen wollte, reichte nur ein Fingerzeig des Ältesten und er schwieg obwohl der Hass ihm deutlich anzusehen war. „Mein liebes Kind, mir scheint ich musste mich bei dir entschuldigen. Ich hätte niemals gedacht dass hier je solche Töne angeschlagen werden.“, richtete dieser sein Wort unbeirrt an Círerína. Auch nun strahlte er wieder etwas völlig väterliches aus ohne dabei den Eindruck zu erwecken als würde er sie nicht ernst nehmen. „Deine Worte kommen aus dem Herzen, das merkte man ihnen an. Du musst wahrhaft von einer kriegerischen Natur sein, nicht nur das du der Sklaverei entkamst. Nein du trittst dem Rat der Elben vor, ausgerechnet jenen Elben, die als Abtrünnige und Verräter ihres Volkes bekannt sind, und sprichst offen unsere Ignoranz an. Dein Weg muss sehr viel von dir abverlangt haben um hier her zu kommen. Doch musst du versuchen, auch uns zu verstehen. Wir währen uns hier in Sicherheit, unser eigenes Volk ist gespalten und kaum ein Elb sehnt sich danach, sich nun um die Angelegenheiten der Menschen zu kümmern. Wenn doch unser eigenes Volk die volle Aufmerksamkeit erlangen sollte. Und dennoch.. und dennoch sind es dieselben Gedanken, die mich schon seit einiger Zeit verfolgen. Ich erteile dir die Erlaubnis, dir Unterstützung im Dorf zu suchen, ich denke das Alfadas dich dabei begleiten wird zudem bist du hier solange willkommen, wie es dir beliebt. Ich wünsche dir viel gelingen bei diesem Unterfangen, da ich nicht weiß inwieweit du Gehör finden wirst und den Bewohnern. “ Die Worte Dijelons schienen wohl jeden im Raum zu überraschen, trotzdem wagte niemand etwas dagegen zu erwidern, nicht einmal Olvedes erhob seine Stimme. Der Blick Alfadas wand sich wieder zu der jungen Frau, da von dieser eine Erwiderung zu erwarten war.

                                                                                                                     

 

 

Interessiert darüber was nun geschehen würde, behielt sie ihre Augen auf Olvedes gerichtet, der allerdings nur ein spöttisches Klatschen von sich gab. Zumindest in den ersten wehrenden Momente. Seine Worte, die Abfälliger hätten nicht sein können, ließen den Zorn darüber auf schwellen den sie in keiner Weise in diese Audienz bezichtigen wollte. Es hatte für sie den Anschein als wolle er gerade dies, dass sie nach vorne stürmen würde um ihm die Kehle mit ihren bloßen Händen hinaus zu reißen. Nur um zu beweisen wie abfällig sie war und welch ein Monster Alfadas in dieses Dorf gebracht hatte. Gerade als sie sich etwas überlegt hatte zu erwidern, erhob sich der eben genannte Elb und richtete seine volle Konzentration als auch Energie an diesen. Er hätte sie nicht verteidigen müssen, dies deutete für sie in den ersten Sekunden das sie sich hätte nicht wehren können. Dennoch widerstand sie dem Drang wahrlich nach vorne zu eilen und ihren Gedanken, die blutrünstigen die sie sich gerade  ausmalen konnte, umzusetzen. Sicherlich wollte sie Alfadas keine Schwierigkeiten aufbürden und Olvedes schien keinen minderen Rang oder gar Einfluss auf den Rat auszuüben. Jegliche Gewalt oder Beschimpfungen wäre unangebracht gewesen. Olvedes Worte waren noch unangebrachter als die ihren gewesen, wenn so etwas überhaupt sein konnte. Sie hatte mit der Inbrunst ihres Herzens gesprochen, versuchend ein wenig Gehör geschenkt zu bekommen. Doch der Elb legte es darauf an eine über den Hinter Kopf gescheuert zu bekommen, was anderes sah sie in seinem provokanten Getue nicht. Aber es beruhigte sie das es jemanden gab, der trotz dessen Einsicht walten ließ und eine Stellung für sie einnahm. Eine Sache, die sie zuvor noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Wieder einmal, als sie nun ihre Worte erhoben wollte, tat es ein anderer Herr. Viel zu väterlich und freundlich waren seine Züge, sodass sie ihm hätte dagegen sprechen können. Die warmherzigen Worte dessen ließen sie begreifen in welch  drastischer Stellung sie sich befand, selbst Bruchstücke ihrer Vergangenheit raste an ihrem inneren Auge vorbei und hinterließ für einige Sekunden ein aufrichtig gemeintes Mitgefühl. Mit dieser Art Reaktion hatte sie tatsächlich nicht gerechnet, vor allem schien dieser Mann den meisten Einfluss auf den gesamten Rat zu haben. Noch nie hatte jemand mit Status sie anerkannt und nicht nur die Abtrünnige in ihr gesehen. „Habt dank. Ich stehe zutiefst in Eurer Schuld, mein Herr. Durchaus kann ich Eure Zurückhaltung nachvollziehen .. Doch es geht mir nicht um das Wohl der Menschen. Ihr seid trotz Eurem Werdegang Elben, Ihr wisst die Magie der Natur zu schätzen und würdet diese niemals für das Unaufrichtige einsetzen. Zumindest erweckt Ihr in mir diesen Eindruck.“, setzte sie ihre Stimme schließlich wieder an und behielt dabei ihre Augen stets auf Dijelon gerichtet. „Ihr müsstet wahrnehmen das selbst die Menschen in diese Ordnung hinein gehören. Würden Sie ausgerottet sein, so könnte etwas passieren, was mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar sein kann. Mich kümmert das Wohl dieser Völker .. damit Eures miteinbezogen. Wenn ein Volk oder auch nur ein Teil dessen den ersten Schritt wagt in die Hoffnung, so verstreut ihr diese und erntet Zuversicht. Zuversicht auf ein Ende dieser grausamen Zeiten. Diese Welt fürchtet sich vor der Magie, selbst ich als ein Magier kann dies einschätzen. Menschen besitzen diese nicht, nein. Tevinter wurde von Magiern überrannt. Sie haben sowohl die Menschen als auch Wesen wie mich versklavt um ihre Nutzen daraus zu ziehen. Diese Welt besteht allein aus Furcht, Angst, Hass und Gefahr. Es ist keine Welt in der man gern ein Kind zur Welt setzt .. aus der Angst heraus das dieses schlimmeres widerfährt als einem selbst. Wenn wir Ihnen erst einmal die Oberhand lassen, so werden Ihre Mächte stärker und sobald werden wir uns alle in der Unterzahl finden. Dort mögen selbst Schrecken vor diesem Wald Ihnen keinen Einhalt geben. Ich bitte nur darum dies  zu überdenken und es zu verstehen.“, beendete sie ihre Rede und stieß die Luft erneut tief aus ihrer Lunge hinaus. Es tat gut, wenn man ihr einmal Gehör schenkte. Noch nie zuvor hatte sie jemanden bitten müssen eine ihrer Ansichten zu verstehen, doch bei diesem Elb – Dijelon – stieß sie auf Verständnis. „Und vergebt mir nun meine Dreistigkeit, jedoch würde ich meine Worte nun hier in diesem Rat, eine Erwiderung auf die giftigen Aussagen von Olvedes, richten.“, sie ließ es sich nicht gefallen von jemanden solche Beleidigungen an den Kopf geworfen haben. Auch wollte sie nicht, falls es noch einmal zu diesem Konflikt käme, das dieser etwas anderes erzählen würde als eigentlich passiert war. „Ihr sprecht als habe ein Dämon Euer Haupt übernommen, Olvedes! Für Euch mochten meine Worte in reiner Unkenntnis gesprochen sein, doch seid Euch einem sicher: Die Kenntnis, wie man jemanden das Herz heraus reißen kann ohne eine Spur von Reue, die habe ich sicherlich erlangt. Euch ist Euer Status  wohl zu Kopfe gestiegen. Ich bitte Euch nun darum, in dieser Audienz, mir nicht weiter Nahe zu treten. Richtet Eure vergifteten Worte nicht an mich, versucht mich nicht in eine Lage zu bringen in der Ihr mich haben wollt. Dies ist ein Handeln eines Sklaventreibers, nicht einem Ratsmitglied der zuvor Unparteiisch anderer Worte Gehör schenken sollte. Ihr könnt von Glück sprechen das Ihr solch weise Elben habt, welche das Unsichtbare sehen.“, ihre Worte waren nicht allzu streng gewesen noch bedrohte sie ihm wirklich. Es war eine Warnung die man mit Sicherheit vformte und diese an die Stelle ihres Herzens legte während sie sich verbeugte. „Esseath aine.“, brachte sie aufrichtig über ihre Lippen und erntete, wie sie sah, ein anerkennendes Nicken dessen. Sie war sich sicher das er ihre Worte verstanden hatte, weswegen sie mit einem erleichterten Lächeln sich zu Alfadas wandte. „Wenn Ihr bereit seid mir zu helfen, lasset es mich wissen.“

 

Wahrlich hatte Alfadas sich die verschiedensten Möglichkeiten durch den Kopf gehen lassen, wie man auf die Elfe reagieren würde, doch das was hier nun von statten ging hatte er nicht erahnt. Die völlige Gelassenheit Dijelons erstaunte ihn und vermochte für einen Moment den Zorn zu schmälern den es war mehr ein Triumph des anderen Elb gegenüber, dass Círerína hier grade zu offenherzig empfangen wurde. Das machten seine ungeheuerlichen Worte fast wieder wett auch wenn die Wut sich einen festen Platz in seinem Herzen gebahnt hatte. Wie alt Dijelon war, das konnte wohl niemand außer er selbst sagen, und Alfadas wagte selbst dies zu bezweifeln. Wer zählte den schon die Jahre, die er auf Erden verbrachte? Über solche Dinge war er schon längst hinweg immerhin war Zeit etwas sehr relatives und hatte für jeden eine andere Bedeutung wenn man nur an die unterschiedlichen Lebensspannen der Elben und die der Menschen dachte. Als sie jedoch ihr Wort noch einmal auf die Beleidigungen richtete, so musste er tatsächlich den Drang widerstehen, sie davon abzubringen. Olvedes wusste genau, mit welchen Worten er jemanden aus dem Konzept bringen konnte, er hatte ein Händchen dafür, genau solche Stellen zu finden wo ein schlechtes Wort sich festsetzen konnte und das einzige was er in der Magierin sah, war ein Weg ihm zu schaden und etwas derartiges, wollte er keinesfalls zulassen. Dies war ein Zwiespalt, in den sie nicht zu involvieren war. Grade als er sie unterbrechen wollte, spürte er wie ihn etwas zurückhielt. Sofort zuckte sein Blick zu dem Ältesten, der ihn beinah tadelnd anblickte. Man sagte, dass der Elb es vermochte, die Gedanken seiner Mitmenschen zu durchschauen und auch diese kontrollieren zu können falls er es für nötig hielt. Bis jetzt hatte er selbst dies für Märchen gehalten, doch in diesem Moment konnte er es sich vorstellen. Es wäre keinesfalls von Vorteil, wenn er ihr die Option verbaute, ihre eigene Meinung zu äußern und sich selbst zu behaupten. Wenn sie versuchen wollte unter seinen Leuten Anhänger zu finden, dann musste sie von sich überzeugt sein, was sie scheinbar war, doch würde es ein Licht der Schwäche auf sie werfen, wenn es hieß das er selbst sie vor den Worten Olvedes verteidigt hatte. Zudem war es nicht die Rolle des Beschützers, die er einnehmen musste. So erhob er sich erst wieder bei ihren Worten, die an ihn gerichtet waren. „Es wird mir eine Ehre sein, Euch zu helfen!“, erwiderte er mit einem höflichem Lächeln und verließ den Raum hinter ihr. „Ich hätte kaum erwartet, dass es Euch so leicht fallen würde den Rat zu überzeugen.“, überkam es ihn je bevor die anderen Mitglieder ebenfalls nach draußen traten, um ihren Tagesablauf wieder einzunehmen. Der giftige Blick, den Olvedes ihm zuwarf erwiderte er seinerseits mit einem ebenso tödlichem Blick wenn auch keine Worte fielen war der Hass der beiden nur zu deutlich spürbar.

                                                                                                                                                           

                                                                                                                                             

 

 

„Glaubt mir, es beruhigt mich zu wissen das es jemand in Eurer Runde gibt der die Sachen mit Frieden in seinem Herzen sieht.“, entgegnete sie sofort auf seine Worte hin, dass er nicht gedacht hätte das sie es so leicht meistern würde. Dennoch ließ sie ihren Blick für einen Moment über ihre Schulter weilen um Olvedes noch einmal anzusehen, welcher einen spürbaren Hass auszustrahlen schien – genauso wie dies Alfadas tat. „So erzürnt meine Worte zuletzt an Olvedes gerichtet waren, so war es mir lieber diese direkt an Ihn zu wenden. Es steht außer Frage das nun der freundliche Herr davon ausgehen mag, dass ich ohne jeglichen Grund auf Olvedes starten würde. Ich würde mich höchstens wehren und dies scheint er zu erkennen.“, fügte sie schließlich zu ihren Worten hinzu und führte ihre Schritte aus dem Gebäude hinaus. Für sie spielte es keine Rolle ob Olvedes ihren letzten Worte noch Gehör schenken konnte, so wusste dieser wenigstens Bescheid sich nicht in ihre Angelegenheiten einzumischen. Und sollte es dennoch der Fall sein dann wüsste sie sich dagegen in Wehr zu setzen. Nur wie sie nun die Bewohner dieses Volkes überzeugen sollte stellte wieder eine Herausforderung dar, bei der sie nur annahm das sich dies nur eindeutig schwieriger gestalten konnte. „Ich denke, es wäre ratsam, wenn Ihr einige Informationen für mich hätte .. Zum Beispiel von jenen Leuten Ihr hier denkt, die uns zum Erfolg verhelfen würden.“, wandte sie sich Alfadas wieder zu und blieb unvermittelbar erneut vor der Treppe stehen, die zu seinem Heim führte. Auch, wenn sie nun eine Zeit lang wirklich nicht geschlafen hatte, merkte man ihr dies kaum an. Das Bad hatte wirklich wahre Wunder gewirkt, wenn es nach ihr ginge. Noch immer war es für sie unverständlich weshalb eines der Ratsmitglieder ihre elfischen Worte verstanden hatte. Sie hatte angenommen die Elben würden sich stehts nur unter ihresgleichen befinden, sodass es kaum wahr sein konnte das er ihre Worte tatsächlich verstanden haben konnte. „Ich hoffe ich trete Euch nicht zu nahe, wenn ich Euch diese Frage stelle: Dieser Mann, der für mich Partei ergriffen hatte .. Hatte er jemals mit weiteren Elfen Kontakt?“, interessiert wie sie darüber war weilten ihre Augen auf den Elb vor weiterhin vor ihr. Es war wirklich etwas worüber sie neugierig war. Wüsste er die Antwort nicht, so würde es sie vermutlich auch nicht stören diesen Elb persönlich zu fragen.

 

„Es gibt ein paar Elben, denen ich ohne zu zögern mein eigenes Leben in die Hände legen würde. Farodin wäre eine gute Wahl, Ihr solltet Euer Wort an ihn richten, doch wenn ich das Dorf mit Euch verlassen sollte, so wäre er ohnehin an meiner Seite, egal um welche Sache es ging. Doch mit seiner Hilfe wird es keine Herausforderung sein andere Gefolgsleute zu finden. Dennoch würde ich Euch darum bitten Halgaris von diesem Vorhaben außer Acht zu lassen. Er ist ein guter Mann, aber er hat es grade erst geschafft sein Leben in geregelte Bahnen zu bekommen, er ist seiner Bestimmung nah und ich will ihn nicht um diese bringen.“, antwortete er nachdenklich auf ihre Frage. Tatsächlich konnte er sich sicher sein, dass viele der Elben ihm folgen würden ohne sein Handeln in Frage zu stellen, die Loyalität seines Volkes war ihm sicher. Doch er wollte nicht das sie sich seinetwillen dieser Sache anschlossen, sondern dass sie es aus Überzeugung taten, den nur dann würden sie auch mit ganzem Herzen bei der Sache dabei sein. Er wusste so schon, dass Halgaris sich über diese Bitte widersetzen würde. Es war immerhin eine tiefe Freundschaft, die sie verband und er würde auf den Vorteil verweisen, dass er ein guter Heiler war, trotzdem er ihn nicht dabei haben. Jeder Elb hatte in seinem Leben eine Bestimmung, die er erfüllen musste, niemand wusste um diese und musste seinen Lebensweg gehen bis er diese Bestimmung erfüllte um danach diese Welt zu verlassen. Und falls jemand starb, bevor er diese Erfüllung erreichte, so würde er wiedergeboren hieß es. Sich auf ihre weiteren Fragen konzentrierend verwarf er seine vorherigen Gedanken und lächelte ein wenig. „Dijelon ist ein wahrhaft gebildeter Elb. Er lebte schon zu den Zeiten der Alben und er ist weit in diesem Land gereist. Er kennt wohl jedes Volk das je auf diesem Boden gewandelt ist. Früher so sagte er, lebten die Völker zusammen im Einklang. Er ist hoch geachtet unter den unseren. Manch einer wag sogar zu behaupten, dass er in die Zukunft sehen kann, in jedem Fall besitzt er eine Weitsicht auf Probleme, die wir meist nicht einmal erkennen, dass erklärt wahrscheinlich auch warum er sich so bereitwillig auf Eure Seite geschlagen hat. Und wegen den Worten Olvedes, oder besser gesagt Eurer Erwiderung braucht Ihr Euch keinerlei Gedanken machen. Man weiß um unsere Streitigkeiten.“, erwiderte er nun auf ihre zweite Frage und blieb dabei vollkommen ruhig. Geduldig betrachtete er sie weitergehend  und wartete auf weitere Fragen ihrerseits, falls sie diese hatte.

                                                                                                                                                            

 

 

 

                            

Lauschend seiner Worte ließ sie ihre Augen schließlich von ihm hinab gleiten zu den anderen Bäumen. Die meisten schienen sich wohl nun irgendwelchen Arbeiten zu zuwenden, wobei sie dies eventuell hätte nutzen können. Was er über Dijelon sagte ergab Sinn. Für sie galt der Mann voller Wissen seitdem er sich an sie gerichtet hatte, so sie es auch darum ihr Zustimmung zu gewährleisten. „Dann hätte ich eine passende Idee, ohne das wir zu jedem einzelnen gehen müssten. Es müsste bestimmt einen Weg geben um alle beisammen zu rufen.“, sprach sie ihren eigenen Gedanken selbst aus und entdeckte schließlich eine kleinere Plattform, die vermutlich für irgendwelche kleineren Feste genutzt werden würde. Wieder einmal wüsste sie nicht was sie davon halten sollte oder gar wie sie es anrichten sollte überhaupt einige Leute auf ihre Seite zu ziehen. Einen ganzen Marsch wollte sie sicherlich nicht mit sich reißen, es gab noch Leute die ein zufriedenes Leben führten. „Na dann würde ich es gerne mal *

* bewerkstelligen!“, nickend und von sich selbst überzeugt führte sie ihre Schritte selbstbewusst zu der Plattform hin, auf welcher sie wirklich aufpasste nicht irgendeine Schnittstelle der Verzierungen zu zerstören oder irgendwie zu zerkratzen. Alles hier war dermaßen fein hergestellt worden, sodass sich ihr Sinn dafür viel weiter ausprägte als es sonst der Fall gewesen wäre. Weitaus hätte sie keine Probleme gehabt selbst in der gehobensten Kirche einen Kampf auszutragen von dem die Konsequenzen mehr als schmutzig wären. Wenn es nach ihr ging müsste er nicht mitgekommen, weswegen sie eigenständig etwas froh war das er unten gewartet hätte. Das allein der Gang auf die kleine Plattform das Interesse einiger Elben geweckt hatte – damit hatte sie wirklich nicht gerichtet. „Frohen Abend, zusammen. Würdet Ihr einige Momente der Aufmerksamkeit für mich verschwenden?“, ein leichtes Lächeln schmückte auf einmal ihre Lippen, wonach sie ein leises Lachen von irgendwoher vernahm. Nun wurde auch *

* ihr klar das selbst manche Elben ein wenig Humor in sich trugen. Sobald sie sich sicher war, dass einige wirklich auf sie konzentrierten – darunter auch Farodin –, räusperte sie sich rasch. „Ich möchte mich an jene wenden, welche schon einmal konkret darüber nachgedacht haben mögen in die freien Städte zu gehen. Ein kleiner Besuch, zu erhaschen was sich dort abspielt und vielleicht einige Einkäufe zutragen wollten. Mir ist bewusst wie sich in manchen von Euch die Angst verfestigt hat Menschen oder andere Wesen auf sich zu ziehen, womit es bestünde dieses Dorf in Gefahr zu schwelgen. Nun geht es mir darum zu erfragen, wer von Euch ein Interesse pflegen würde dies zu verändern. Die Welt wieder im Gleichsinn walten lassen zu wollen. Doch die trostlose Wahrheit möchte ich Euch ungern vorenthalten: Es könnte zu Situationen kommen in denen es blutig werden könnte. Alfadas hat sich dazu bereit erklärt mir zur Seite zu stehen, jedoch liegt es mir nicht am Herzen, dass ihr Euch allein aus *

* diesem Grund mir anschließen würdet. Manche würden dies als ein Abenteuer ansehen, andere wiederum als Leichtsinniger Traum der Gefahr. Mir liegt es am Herzen die Sklaverei der magischen Wesen, worunter auch Ihr selbst seid, zu verhindern. Es wieder zu Tage zu bringen das es gestattet ist das sämtliche Völker sich untereinander verständigen können ohne die Gefahr zu laufen des Todes bezichtigt zu werden. Denkt einmal darüber nach. Jene die sich dazu bereit erklären werden mich bei Alfadas vorfinden. Für jene anderen bedanke ich mich sogleich für die Aufmerksamkeit.“, sprach sie mit solch einer Inbrunst, dass man meinen könnte sie wäre in ihrem früheren Leben ein Redner gewesen. Jedoch verbeugte sie sich zusätzlich noch einmal respektvoll ehe sie sich dazu entschloss wieder von der Plattform zu steigen. Sie wollte vorerst die Leute darüber nachdenken lassen und nicht direkt nach Einverständigung heizen. „Zugegeben, ich bin ein wenig übermüdet und mich plagt der Hunger, doch dies ** scheint mein heutiges einziges Ereignis zu sein, welches mein Interesse erweckt.“, richtete sie ihre Worte an Alfadas um irgendetwas von sich zu geben. Ungern wollte sie nun irgendeinen Spott von jemand anderes einheizen und so dienten ihre Worte eher dem, dass sich die anderen dazu nicht berufen fühlen sollte sich in ein solch ‘enorm wichtiges’ Gespräch einzumischen.

 

 

„Gewiss doch. Falls Ihr annahmt Ihr würdet bei Bewusstsein gewesen sein, so war dies ein Trugbild. Ihr wart im vollkommenen Tiefschlaf. Ihr hättet selbst in diesem Albtraum sterben können.“, stieß sie hervor während sie beobachtet wie der Elb aufsprang und nach dem Messer schnappte, welches sie zuvor noch in der Hand gehabt hatte. Den Schmerz in ihrer Hand spürte sie gar nicht mehr, denn diese hatte sich Sekunden danach wieder geschlossen. Blutmagie verderbte und verätzte zwar die Seele, doch den Körper verlieh es diesen eine sozusagen Unversehrtheit. „Alfadas, nicht!“, rief sie sofort warnend aus als Alfadas schon auf den Elb zu stürmte, der mit einem gewaltigen Knall es schließlich geschafft hatte sowohl den Schrank als auch die Tür aufzustemmen. Das ganze erinnerte sie viel zu sehr an ihren ehemaligen Meister, denn in Tevinter war es immer wieder dasselbe in dieser Form gewesen. „Lenkt Ihn einen Moment ab.“, überkam es ihren Lippen auch schon ehe sie in das Schlafgemach stürmte und ** sich ihre Tasche schnappte in der sie noch einige Utensilien hatte. Rasch riss sie das kleine Gläschen heraus welches sie brauchte, machte sich keinerlei Gedanken mehr darum ob das Kleid zu schaden kommen könnte und eilte zurück in den Wohnbereich. Mit einem Blick suchte sie sich einen Überblick, worin sie gerade entdeckte wie Alfadas einem Zauber entgegen glitt. „Du unterschätzt Ihn gewaltig!“, in der Inbrunst etwas zu tun entnahm sie sich eines der Schwerter die wie ein Wappen an der Wand hingen um dieses bedrohlich um Olvedes schwingen zu lassen. „Nehmt dies, Alfadas! Versucht die anderen damit aus dem Trübsal zu ziehen! Auch in Euch steckt Magie, vergesst das nicht! Weicht Eurem Instinkt nicht aus.“, mitten in ihren Worten schmiss sie ihm das Gläschen welches mit Lyrium gefüllt war zu. Dies nutzten Magier stehts um ihre Zauber zu verstärken, doch in seinem Fall würde es reichen um einige aus dem Schlaf zu erwecken. Zumindest diejenigen, die Olvedes noch nicht getötet haben möge. ** Die beiden mussten sich aufteilen, wenn es darum ging etwas Ordnung in diesen Tumult zu bringen. Sie sollte sich wirklich eher mit dem Blutmagier, der wahrlich von einem Dämon kontrolliert wurde, befassen und nicht damit die Leute aus dem Schlaf zu reißen. Es wäre ebenso viel zu gefährlich für den einfachen Krieger gewesen. „Ihr braucht ein Blutopfer um ein noch stärkeres Verderben zu vollführen. Meine Seele wird dem mehr Kraft verleihen, Dämon.“, richtete sie ihre Worte an den Magier und bahnte sich ihren Weg durch die Haustür hindurch, die sie mit Hilfe ihrer Magie auf krachen ließ. Nun hieß es die lebendigen Verluste einzudämmen, nicht die materiellen. Sie war sich sicher das Olvedes ihr folgen würde, sie kannte Magister zu gut die einem Dämon befallen waren. Unten angekommen suchte sie sich einen Weg von dem Dorf hinweg. Das einzige was zählte war dem Elb Zeit zu verschaffen. „Für Euch habe ich mir etwas kreatives ausgedacht, Elfe.“, vernahm sie die Stimme die ein gewaltiges ** Echo mit sich riss. Trotz dessen dürfte sie mit ihren Schritten nicht innehalten, das könnte ihren sofortigen Tod bedeuten. Doch mit einem Male hielt sie inne und sog erschrocken die Luft in ihre Lungen. Das bedrohliche Brüllen eines Monsters ließ die Luft um sie herum vibrieren, zusammen mit einem weiteren lüsternen kreischen dessen. Spürend wie die Erde bei einem stumpfen Abschlag etwas zu beben schien, bewegte sie sich einige Schritte zurück. „Bei Andrastes! Wie konntet Ihr es wagen ..?“, überkam es sie geschockt während sie versuchte Abstand zu dem Drachen zu bekommen, der wieder einmal nur erzürnt auf brüllte. Instinktiv duckte sie sich um dem Feuer, welches der Drachen in ihre Richtung spie, auszuweichen. Dabei konnte sie jedoch nicht verhindern wie ihr Kleid sich etwas ansenkte, doch dies war egal. Dies war wahrlich kein gutes Zeichen. Sie allein konnte es nicht mit Olvedes und dem Drachen aufnehmen, jedoch musste Alfadas ihnen Hilfe besorgen. „Dann mögen die Spiele beginnen.“** entfloh es ihren Lippen ehe sie das Schwer in ihrer Hand etwas schwingen ließ. Mit einem Drachen hätte sie nie gerechnet, sie hatte angenommen diese wären ausgestorben. Nur dies erwies sich ebenso wie die Elben als raue Wahrheit.

 

„Bah, dass sagt Ihr so einfach als jemand, der sich die Magie schon so lang zu nutzen macht!“, rief er zurück und fing geschickt die Flasche auf um sogleich aus dem Raum zu stürmen wie sie ihn angewiesen hatte. Statt die Treppe zu gehen schwang er sich gelenkt über das Geländer um nach ein paar Metern den Sturz abzufangen indem er seine Beine wegknicken ließ und sich über den weichen Waldboden abrollte. Jedenfalls war so der Plan. Scheinbar waren seine Muskeln jedoch noch immer durch die Nachwirkungen des Traumes beeinträchtigt sodass der eigentliche Plan sich abzurollen misslang und der Elb grade zu unsanft auf dem Boden aufkam. Fluchend fing er sich instinktiv mit den Händen ab und spürte die feine Glasflasche zerbrechen. Kleine Scherben schnitten in seine Handflächen und er zog seine Hand sofort zurück und starrte erstaunt auf die silbrige Flüssigkeit, die aus der Flasche getreten war. Ohne darüber nachzudenken führte er seine Fingerspitzen zu dem Lyrium wobei sich ein paar Bluttropfen von den oberflächlichen Schnitten in das Silber mischte. Fasziniert berührte er es und beobachtete im nächsten Moment mit noch mehr erstaunen als es so schien als würde das Lyrium lebendig werden und durch seine Finger in seinen Körper dringen, jedoch spürte er, wie es nicht durch seine Finger drang sondern sich den Weg zu den verblassten, magischen Runen auf seinen Körper suchte. Es waren die Runen, die sich über seine Arme und seinen Oberkörper zogen, die das silbrige Etwas in sich aufnahmen. Einen Augenblick lang schien es, als würden die Zeichnungen aufleuchten nur um im nächsten Moment von dem verblassten Ton zu einem dunkleren, fast zu einem Schwarz zu wechseln. Nichts mehr von der Flüssigkeit war mehr auf dem Boden zu sehen. Stattdessen spürte er nun mehr die pulsierende Energie, die von den Runen ausging. Erstaunt drehte er sein Hand ein wenig und betrachtete dort die Zeichnungen, als würden sie ihm eine Antwort auf seine Fragen offenbaren, doch bevor er sich in den Gedanken verlor, besann er sich wieder seiner Aufgabe. Sich etwas zurückziehen kniete er sich nieder und lehnte sich gegen einen der Bäume wobei er einen der wenigen Zauber einsetzte, die er konnte. Sofort umgab ihn undurchdringliche Dunkelheit sodass er mit der Umgebung verschwamm. Dies war eine deutliche Hilfe wenn man einen Hinterhalt plante oder auf der Jagt war, diesen Zauber hatte der Elb grade zu perfektioniert. Doch was er nun tun sollte, war ihm unklar. Die Magie war zum größtenteil unerforschtes Gebiet seinerseits und wirklich damit auseinander gesetzt hatte er noch nie. Zudem spürte er wie die Energie durch seine Venen rann und die unerwartete Kraft der Magie, die ihn zu kontrollieren versuchte um ihn Sklaven seines eigenen Hasses zu machen, in dem Fall würde er sofort wieder nach Oben stürmen um Olvedes den Kampf anzusagen. Und dennoch verharrte Alfadas in seiner Position, da er gut genug wusste das es nicht nur sein eigenes Todesurteil wäre sondern auch das seines Volkes. Sich dieser Tatsache ergebend schloß er die Augen und konzentrierte sich ganz und gar auf die Magie in sich, er wusste wie er seinen Geist aussenden konnte und genau das tat er jetzt. Vorsichtig tastete er mit diesem nach Dijelon und bekam den Geist des Ältesten tatsächlich zu fassen. Erschüttert überkamen Alfadas genau die selben Gefühle, die der Träumende spürte und einen Augenblick wollte er sich instinktiv wieder zurückziehen, doch dann drang er noch ein wenig weiter vor. ‚Plynn’ol tír nín. Udos al’doer.’, murmelte er vor sich her bevor er sich sicher war, dass Dijelon erwacht war. ‚Olvedes hat das Dorf verflucht. Ihr musst die Menschen wieder erwecken!’, teilte Alfadas ihn in Gedanken mit ehe er sich wieder zurückzog und mit seinem Verstand nach Farodin tastete. Alles in ihm dränge darauf, zuerst seine Freunde zu erwecken, doch brauchte er Magier, um diesen Kampf zu gewinnen. Seinen Geist erhaschte Alfadas ohne Probleme, und auch ihn konnte er schnell erwecken. Doch grade nachdem er einige wenige Elben erweckt hatte, riss ein Gebrüll ihn aus seiner Konzentration und zerriss so den Zauber, den er gewoben hatte. Taumelnd schoss er hoch und sein Blick erhaschte den Drachen, der sich ein wenig abseits vom Dorf befand. „Verflucht.“, überkam es ihn während er die Gestalt des Tieres betrachtete bevor ein Ruf seine Aufmerksamkeit erlangte. Im nächsten Augenblick sah er Farodin, welcher ihm ein Schwert zuwarf welches er ohne Probleme auffing um dann sofortig in einen Lauf zu verfallen, der ihn so schnell wie möglich zum Ort des Geschehens und der Elfe brachte. „Ich hab so viele geweckt wie ich konnte, Dijelon ist noch dabei den Zauber zu lösen. Sagt mir Elfe, habt ihr es schon einmal mit einem Drachen zu tun gehabt? Ich jedenfalls noch nicht!“, sprach er fast schon in einem Plauderton bevor er seine Waffe einige Male durch die Luft schwingen ließ. Ein erneutes Gebrüll ließ ihn aufblicken und grade noch reagieren, als schon ein Feuerball auf sie zuraste. Sicherlich hätte sie diesen auch mit ihrer Magie abwehren können, jedoch reagierte Alfadas indem er sich mit ihr zur Seite warf und auf den Boden fallen ließ. Sofort sprang er wieder auf. „Gut, wollen wir mal sehen wie wir diesen Drachen den Garaus machen können!“, entwich es ihm mit zusammengepressten Zähnen bevor er auf das Untier zulief und dabei den Krallen auswich. Mit einer schwungvollen Umdrehung hieb er nach dem Bein, doch wie erwartet glitt seine Klinge an den schützenden Schuppen ab. 

                                                                                                                                                                             

 

 

 

 

 

 

 

 

„Dann wollen wir mal zusehen was Euer kleiner Freund zu bieten hat, Dämon!“, überkam es sie während sie gewand einen Schritt zur Seite machte um einen Hieb der Bestie aus den Weg zu gehen. Es war kein Wunder wie Olvedes in seiner nun übermäßigen Position nur ein überlegendes Lachen von sich gab und etwas anderes vor sich her murmelte. Einige Jahre war es nun her seitdem eine Abtrünnige den Erzdämon erschlagen hatte um weitere Vorkehrungen für die Zukunft aller zu schaffen. Sie hatte selbst noch kein einziges Mal angesehen wie jemand dazu fähig war einen Drachen zu kontrollieren, geschweige denn jemand dazu überhaupt die Macht hatte. Allerdings hatte sie auch noch nicht mit vielen Blutmagier zutun gehabt die sich in solch eine Verderbnis hinein ziehen ließen. Doch gerade als sie einen Bannzauber über den Drachen schießen wollte bemerkte sie, wie sie kaum dazu in der Lage war diesem umgestürmten Tier etwas entgegen zu setzen. Schier schien es in ihren Gedanken wieder zu rufen das der * * Magier es nutzte nun sie zum Teil zu kontrollieren. „Verflucht!“, zischte sie erzürnt über ihre Lippen und bewegte ihr Haupt, wie ein Blatt im Wind, zwischen den Hieben des Drachen hindurch. Automatisch, als sie bei dem Tier ankam, versetzte sie dem Tier einen Strich durch die Rechnung indem sie frontal darauf aus war diesem eine Schuppe abzuschlagen. Allerdings hätte sie damit rechnen müssen wie das Biest in aufschwallenden Zorn mit seinem Schweif in einem fatalen Druck sie nach hinten schleuderte. Unbekümmert so etwas abbekommen zu haben, wobei sie es ignorierte wie der Schmerz dieses Hiebes ihr zusetze, presste sie ihre Lippen etwas aufeinander und kalkulierte es ein wo sie aufprallen würde. Sofort reagierte sie darauf, errichtete für den Moment auf dem sie auf den Boden eintraf eine Barriere unter sich um den Sturz zum größten Teil abzufangen. Jede Magie kostete seine Kraft, weswegen ihr ein minimal erschöpftes Keuchen über die Lippen kam. So schnell würde sie sich sicherlich ** nicht unterkriegen lassen. So stieß sie sich mit ihren Handballen kraftvoll von dem Boden ab, beobachtete aus dem Augenwinkel wie die Barriere ihr Ende nahm, und wandte sich direkter weise dem Drachen zu. Doch mit einem Male ertönte neben ihr die Stimme von Alfadas ehe sie ein leises schnaubendes Lachen von sich gab. „Ihr macht es mir gerade reichlich schwer zu erkennen wer vom Wahnsinn betroffen ist.“, erwiderte sie scherzend und wurde in der nächsten Sekunde schon zur Seite gerissen. Eindeutig war es klar das sein gerader Angriff auf den Drachen diesen kaum erreichen würde, weshalb sie reflexartig einen dramatischen Feuerball herauf beschwor, den sie aus der Aura die nun ihre Hände umgab, zu Alfadas schoss. Natürlich konnte sie es durchaus kontrollieren wer davon betroffen sein würde, so wunderte es sie kaum das es den Elben nicht betraf. „Vorsicht!“, rief sie plötzlich aus und schleuderte Alfadas nicht gerade sanft zur Seite. Für einen Moment mochte es vielleicht den Anschein ** erwecken sie würde den Elb wie eine Marionette hin und her bewegt haben, doch dem war nicht so. Dies galt lediglich zu seiner eigenen Sicherheit, denn wieder einmal schwenkte der Schweif des Drachen in einer wahnsinnigen Kraft um sich, sodass beinahe Alfadas von diesem mitgerissen werden konnte. Inständig durchsuchte sie ihr Gedächtnis nach den Worten der Hüterin des Waldes, welche eine eindrucksvolle Magiern war. Sie hatte die Kraft sich ebenfalls in einen Drachen zu verwandeln und einmal hatte sie mit der Sprache rausgerückt, wie man einen Drachen töten konnte. „Versucht dem Drachen den Kopf abzuschlagen oder zerstört die Schuppe die das Herz des Tieres schützt! Schlagt ihm diese ab.“, brüllte sie über das Schlachtfeld hinaus und drehte sich zu dem besessenen Magier hin, der ebenfalls in der Versuchung war seine Marionette auf dem Feld zu unterstützen. Ohne darauf zu achten was nun um sie herum geschah fixierte sie sich auf diesen Magier, zog ihre Hände ein wenig zurück und schon ** bald schossen eisige spitze Ranken aus dem Boden hinaus, die diesen einkesselten. Sie durfte nicht in die Versuchung kommen das eine Übel mit einem anderen Übel auszuschalten. Dies könnte den gleichen Wahnsinn für sie bedeuten wie es für Olvedes nun der Fall war. Doch den meisten war bekannt das ein Blutmagier höchst mit den gleichen Tricks zu Fall gebracht werden konnte, welcher dieser Anwandte. Nur der Preis war dafür grausam. Genau genommen verabscheute sie es selbst Magie einzusetzen, da ihr grauenvolles mit dieser zu gesetzt worden war, aber hier hatte sie garantiert keine Wahl. Jedoch entriss sich der Besessene aus seinem eisigen Gefängnis, wonach ihr nichts übrig blieb als die Barriere - die vorhin vor dem starken Aufprall half - um sich zu errichten und einem Schlag aus reiner Energie dem Magier zu entkommen. Rasch, auch wenn Olvedes davon mitbekam, richtete sie ihre Aufmerksamkeit für einige Augenblicke auf den Elb der mit dem Drachen beschäftigt war und murmelte einige * * Versen vor sich her. Urplötzlich errichtete sich etwas wie ein undurchsichtiger, der kurzzeitig aufleuchtete, Panzer um den Elben der ihm mehr von der Durchschlag Kraft schenken und seine natürliche Geschwindigkeit erhöhen sollte. Ein Drache war nun wirklich nicht fair im Kampf gegen jemand einzelnen, so war es ein Muss nun Alfadas für diesen Kampf auf eine nicht normale Art zu stärken. Sie wusste, wenn sie sich dem Drachen zuwenden würde, dass Olvedes dies zu unterdrücken versuchen würde.

 

Es war leichtsinnig, sich einfach so einem Drachen entgegenzustellen jedoch war ihm dieses riesige Ungetier lieber als ein Kampf mit dem Magier, der eindeutig den Verstand verloren hatte. Spürend wie er schon zur Seite gerissen wurde fuhr auch schon der Schweif des Drachens über ihn hinweg wobei allein schon der heftige Luftsstoß deutlich machte, dass es ihn wohl getötet hätte wenn er noch gestanden hätte. Nun mehr zur Vorsicht berufen sprang er wieder auf seine Beine und vernahm ihre Worte. „Das dürfte kein Problem sein. Ich wollte immer schon mal einen Drachen töten! Haltet Ihr Olvedes in Schach!“, rief er ihr entgegen und umfasste den Griff seiner Waffe ein wenig fester. Ehe er sich schon wieder vor einem Feuerstoß des Tiers in Deckung bringen musste. Die Luft schien zu brennen und Alfadas brauchte sich nicht einmal umzudrehen um zu wissen, dass die umstehenden Bäume schon längst Feuer gefangen hatten und die Dunkelheit der Nacht  erhellten. Nicht lang und die Flammen würden das Dorf erreichen und es niederbrennen, er wollte nicht einmal daran denken, dass all dies seine Schuld war. Die Lippen aufeinander pressend stürmte er wieder auf den Drachen zu wobei er je den Zauber spürte, den sie über ihn sprach. Das Lyrium welches sich in ihm befand wirkte grade zu wie ein Vergrößerungsglas und verstärkte den Zauber, auch wenn er ihn nichts selbst angewand hatte. Einen Moment lang irritiert wich er so schon schneller den Zähnen des Drachens aus, als dieser plötzlich herunterstieß und ihn  in Stücke reißen wollte. Sofort reagierend griff er nach einem der schuppigen Hörnern, die den Hals des Drachens bis zum Rücken entlangliefen. Natürlich ließ das Untier sich dies nicht gefallen und warf seinen Kopf hoch, um den Elben abzuwerfen. Fluchend versuchte er, besseren Halt zu finden und griff nach seinem Dolch und bohrte die Klinge unter eine der Schuppen in die Haut wo es auch stecken blieb. Wie erhofft schaffte er sich so einen zweiten Halt neben dem Horn während der Drache sich mit einem schmerzhaften Brüllen aufbäumte. Mit einer solchen Reaktion hätte er durchaus rechnen müssen und dennoch überraschte er ihn sofass er sich nun noch verzweifelter festhalten musste bis sich das Tier ein wenig beruhigt hatte. Es war ganz und gar unmöglich, von hier oben aus den schuppigen Hals zu durchtrennen, doch wenigstens lag das Hauptaugenmerk des Drachens nun darauf, ihn vom Rücken herunter zu bekommen,jetzt musste er sich nur einen anderen Plan überlegen doch da nicht allzu viele andere Optionen offenstanden musste er sich einfach dem Herzen widmen. Entschlossen sein Ziel zu erreichen brachte er sich in eine halb sitzende Position und zog er an dem Dolch, er bewegte ihn ein wenig hin und her, um dem Drachen die Schuppe auszureißen. Wieder bäumte sich das Tier brüllend auf und genau in diesem Moment ließ Alfadas los und rutschte halb den Rücken hinunter. Sofort spürte er, wie der Stoff seiner Kleidung zeriss und ebenso auch seine Haut unter dieser, doch ein Sprung aus der Höhe in der er sich vorhin noch befunden hatte wäre zu riskant gewesen. Erst als er die Hälfte erreicht hatte suchte er erneut Halt um seine Rutschpartie zu stoppen und rollte sich dann schon weg, um einen Sprung zu wagen. Es gelang ihm, sich abzufangen und der weiche Waldboden federte seinen Sturz ebenso. Der Unangenehme Schmerz in seinen Beinen hielt ihn nicht davon ab, sich wieder aufzurichten bevor der Drache ihn orten konnte. Nun galt es irgendwie an das Herz zu gelangen. Kurz wagte er, seinen Blick zuCírerína zu richten, doch er konnte die Elfe nicht erblicken. Hoffend, dass es ihr gut ginge suchte er nach Olvedes, doch auch dieser war nicht zu sehen. Möglicherweise, jedenfalls hoffte Alfadas dies, war ihr Djileon zur Hilfe gekommen. Im nächsten Augenblick hörte er ein scharfes Zischen, als würde etwas die Luft zerschneiden und schon entdeckte er einen Bogenschützen in den Baumwipfeln, den er unweigerlich als Farodin erkannte. Ein fürchterliches Jaulen und Fauchen lenkte ihn ab, den der Drache richtete sich auf und wankte. Alfadas brauchte einen Moment um zu erkennen, dass ein Pfeil in dem Auge des Wesens steckte. Stumm dankte er seinem Gefährten bevor er seine Chance nutzte. Durch die Aufrechte Position würde er ohne Probleme an das Herz gelangen. Kräftig mit dem Schwert ausholend schlug er einige der Schuppen ab. Aus Schutz vor dem Angriff reagierte der Drache aber schneller als er erwartet hatte, den schon senkte sich der Körper des Tieres wieder ab und Alfadas war gezwungen, sich ebenso auf den Boden fallen zu lassen. Auf den Rücken liegend blieb ihm kaum die Möglichkeit soviel Schwung zu holen wie er brauchte um das Herz zu durchstoßen und dennoch rammte er die Klinge mit einem Kraftvollen Stoß in die Haut des Drachens. Sofort spürte er das Blut über seinen Körper laufen, keuchend drehte er die Klinge noch ein wenig und drückte sie noch weiter in das Herz während das Brüllen ihm fast das Gehört raubte. In einem wie es schien letztem Akt des Widerstandes bäumte der Drache sich noch einmal auf und Alfadas robbte so gut es ging unter dem Tier hervor ehe es wieder zusammenbrach und den Elben fast mit unter sich begrub.

 

 

 

Kaum konnte sie auf die Worte des Elben achten, denn Olvedes wollte sich in dieser Sekunde eher damit beschäftigen einen härteren Rückschlag ihr entgegen zu setzen. Nach der Stärke zu urteilen welcher der Magier von sich preisgab war ihr klar, dass dahinter lediglich ein Ritual stand. In Tevinter, da wo sie herkam, war dies normal gewesen ein menschliches Opfer bereitzuhalten um dafür die Macht einzuheizen. Bevor sie sich der Sache mit dem Drachen oder gar Alfadas widmen konnte konzentrierte sie reine Macht der Akane in ihren Händen und richtete diese, wie bei einem Gegenschlag, mit voller Kraft in die Richtung des Magiers. Sofort wurde dieser in einem gewaltigen Bogen zurück geschmissen und automatisch bewegte sie ihr Haupt ihm hinterher. Vielleicht würde es etwas die Konzentration des Drachen rauben, wenn sie dazu in der Lage wäre dessen Marionettenspieler weiter zu entfernen. Doch bevor der Magier sich wieder erheben konnte, schmiss sie erneut die Kraft der Akane diesem entgegen und beförderte ihn noch ein gewaltiges Stück in den Wald hinein. Ihr war es dabei gleichgültig wie der Magier dabei durch einige Bäume bretterte und diese zu Fall brachten. Sie wollte Olvedes einfach nicht in der Nähe von Alfadas haben, dies wäre bestimmt kein gutes Zeichen gewesen. Immerhin war er der Typ der sich nach den anderen umsah und somit einen Augenblick seiner Aufmerksamkeit zu diesen schwenkte. In solch einem Kampf war dies sicherlich kein Vorteil sondern eher ein starker Nachteil. Nur hätte sie damit rechnen müssen wie eine Woge der Macht, welche Olvedes besaß, sie komplett einnehmen würden und sie nun an seiner Stelle den Schmerz verspürte dem sie ihm zugefügt hatte. Inständig unterdrückte sie einen Schmerzenslaut, sie wollte nun nicht schwach wirken. „Ihr lasst mir keine andere Wahl ..“, zischte sie mit einem Male vor sich her und schnappte sich den kleinen Dolch, den sie vorhin mit sich genommen hatte. Mit der Inbrunst etwas erreichen zu können schnitt sie eine längere  und tiefere Wunde in ihren Arm, um danach zu sehen wie diese klaffend aufsprang. Direkt schien das Blut, welches in Tropfen aus der Wunde klaffte, sich zu erheben und sich einen passablen Weg wieder zurück zu suchen. Spürend wie ihre Augen unter diesen Umständen ein glühendes Rot annahmen, sprintete sie auf den Magier zu und war darauf vorbereitet ihn mit den gleichen Taktiken zu überwältigen wie er es tat. So blockte sie seinen neuen Zauber, der wie ein Wind an ihr vorbei schmetterte und einige Bäume wie ein Erdbeben aus den Wurzeln rissen. „Das tut mir aber leid.“, presste sie sarkastisch hervor und umpackte den Kragen des Magiers nur um ihn danach mit ihrer geballten Faust ins Gesicht zu schlagen. Ohne die Magie wäre er kaum dazu in der Lage gewesen etwas wirkliches ausrichten zu können, genauso wie es bei ihr war. Die beiden konzentrierten sich mehr auf das magische als auf das körperliche. So versetzte sie dem Magier noch einen Schlag um danach noch einen auszuteilen. Jedoch  überkam sie etwas wie ein Kriegsschrei mit dem sie den Magier einige Meter zurückbeförderte. „Ihr habt meinen Plan vereitelt. Ohne Euch wären nun alle in diesem verfluchten Dorf tot! Dafür werdet Ihr den Zorn einstecken müssen, Lady.“, fluchte der Magier etwas erschöpft vor sich her und in diesem Moment machte sie sich darauf gespannt was passieren würde. Das einzige was sie dazu noch versuchte war sich nicht in das Nichts reißen zu lassen: Ihr war klar dort warteten nur Dämonen wie die, die Olvedes eingenommen hatten. Man durfte diesen innerlichen Kampf nicht unterschätzen, denn dieser entschied über alles und war ein Akt des Grauens. Urplötzlich wurde sie zurück gerissen, von einer Macht die durchaus positiver war als die von Olvedes, so schlich sich ein leichtes Keuchen über ihre Lippen. Zu ihrem Glück konnte sie in diesem Aufbrausen einem Schlag des Magiers ausweichen und rasch wanderte ihr Blick umher um einen Elben zu entdecken, der konzentriert in seiner Sache war.  „Habt Dank!“, rief sie diesem unerkennbar zu und nun schienen die Zauber nur so zerstörerisch über das Umfeld zu schweifen. Im Endeffekt konnte man meinen mehrere Naturkatastrophen wären auf einem Haufen über diesen Abteil des Walds gewütet, doch dies war nur ein Aspekt der Magie und warum diese so gefürchtet wurde. Beobachtend wie der Elb den Magier vollkommen in Schach hielt, bewegte sie sich vor und ließ Eisspitzen aus der Erde erscheinen, die sich tief in die Glieder des Magiers schnitten. „Entfernt Eure Magie davon, Elfe.“, vernahm sie die Stimme des Elben und konnte entdecken, sobald sie dies tat wie ihr geheißen, wie Olvedes dadurch immer mehr seiner Energie verlor. Tief durchatmend unterdrückte sie nun die Macht der Blutmagie, versuchend dem Rufen das nur sie hören konnte zu widerstehen. Genau in diesem Moment sackte sie zurück auf ihre Knie, gab ein schmerzhaftes Keuchen von sich und merkte wie sich ihre Augen wieder normalisierten. Diesen Kampf hatte sie gewonnen, der von  Olvedes nur mit der Hilfe eines anderen. „Olvedes wird nie wieder die Oberhand über sein Haupt haben. Einzig allein der Tod kann Ihn aus dieser Miesere ziehen.“, sprach sie ihren Gedanken hinaus und drückte sich mit aller Kraft von der Erde ab um auf den Magier zu zugehen. „Übernehmt dies. Ich werde mich nach den anderen erkundigen. Passt auf euch auf .. Ihr seid am Ende Eurer Kräfte.“, trafen schon die erwidernden Worte des Elben ein und ohne Gnade weilen zu lassen, stach sie den Dolch durch das Herz des Magiers. Lediglich ein Röcheln kam von diesen noch ehe sie sich herum drehte und dem Weg verspätet hinter dem Elb hersetzte. Gerade als sie bei den anderen ankam konnte sie Alfadas bei zusehen wie dieser den Drachen erledigte, weswegen sie sich fernab auf ihre Knie sinken ließ. Sie hatte es ignoriert wie der Magier ihr zuvor geschadet hatte, so bemerkte sie den Schmerz nun umso mehr. „Hervorragende Leistung, Alfadas!“, rief sie etwas später zu und spürte das Erschöpfen in ihren  Gliedern. Plötzlich, so das sie es nicht kommen sah, übernahm mit einem Male das Gefühl des Wohltuenden ihren Körper und überrascht sah sie auf. „Noch einmal danke ich Euch.“, gab sie ehrlich von sich und ließ sich von diesem nach der minderen Heilung wieder auf die Beine helfen. „Wie viele konntet Ihr aus dem Dorf retten?“, stieß sie hervor als sie bei Alfadas ankam und diesen ebenso, wie es bei ihr zuvor war, auf die Beine half.

 

Keuchend blieb er liegen und spürte dicht neben sich die schuppen des Drachens ,der sich ein letztes Mal leicht erhob um seinen letzten Atemzug auszustoßen. Erst jetzt registrierte er den Schmerz, der seinen ganzen Körper durchzog ganz zu schweigen von seinen Beinen. Es fühlte sich so an als hätte man die Haut von diesen gezogen. Stöhnend schloß er einen Moment die Augen und presste seine Lippen fest aufeinander um nicht einen Schrei über seine Lippen kommen zu lassen während das Prasseln des Feuers zu hören war. Angestrengt lauschte er, ob von irgendwo her noch andere Kampflaute zu hören waren, doch das einzige was er erhörte, waren Klagelaute aus dem Dorf, Elben, die ihre Geliebten betrauerten, die nicht aus dem Schlaf erwacht waren. Das er nichts weiteres hörte beunruhigte ihn und so zwang er sich aufzustehen wobei seine Beine ihm kaum Halt gaben. Doch er musste wissen wo Círerína war. Die Sorge um die Elfe verstärkte sich und trotzdem gelang es ihm nicht, sich aufzurichten, da ihn der Schmerz sofort übermannte. In seiner Muttersprache vor sich hin fluchend beruhigte er sich erst, als er die junge Frau plötzlich vor ihm auftauchte und ihm hochhalf. „Es ist mir nicht gelungen, so viele aus dem Schlaf zu erwecken ich habe die Magier geweckt. Sie sollten den Fluch aufheben!“. entgegnete er auf ihre Worte und ließ sich von dem Elben, der ihr gefolgt war, stützen. Im nächsten Augenblick spürte auch er die heilende Berührung. „Hananîn meldir“, stieß er dankend hervor und spürte wie er seine Beine sogleich mehr belasten konnte. Als er spürte, dass seine Kräfte reichen würden nickte er dem Elben zu und unterbrach die Heilung. Er wusste genau, dass auch ein solcher Zauber recht viel Kraft forderte, und es gab andere die nun wohl mehr diese Kräfte benötigten als er. Mit einem kurzen Blick vergewisserte er sich noch einmal, dass die Elfe nicht ernsthaft verletzt war und beugte sich dann noch einmal herunter, um sein Schwert aufzuheben. Er war vollkommen von Dreck und Blut bedeckt und wusste nicht einmal, welches davon sein eigenes war. „Ich muss sehen, wer überlebt hat!“, überkam es ihn ehe er sich an ihr vorbei bewegte. Er wagte nicht, nocheinmal zurück zu blicken in den zerstörten Wald zu dem toten Drachen. Einige der Wohnheime hatten schon Feuer gefangen und einige der Elben machten sich daran, diese zu löschen. Andere versuchten mit Zaubern eine Barriere aufzubauen um größeren Schaden zu verhindern. Die Erschöpfung nahm Besitz von ihm ein während er sich kurz zu Círerína drehte, die ihm gefolgt war. Jedoch sagte er nichts sondern ging noch ein wenig weiter nur um im nächsten Augenblick die Stimme von Farodin zu erhören, die seinen Namen rief. „Farodin! Wie viele haben überlebt?!“, fragte er sofort und verzichtete auf jegliche Höfflichkeitsfloskeln. Der Blick des Elben verdunkelten sich. „Es war ein starker Fluch, einige waren zu schwach um sich dagegen zu wehren und wir konnten nichts für sie tun. Es sind viele gestorben, viel mehr als wir es verkraften können.“ Alfadas spürte wie sein Herz schwer wurde und für einen Moment durchflutete ihn unsägliche Trauer  ehe die Wut in ihm aufkeimte und er sich wieder zur Elfe wand. „Was ist mit Olvedes geschehen?“, überkam es ihn nur mit rauer Stimme.  

 

Nicht einmal Ansatzweise konnte sie beurteilen wie sich die Leute um ihr herum fühlen mussten. Schließlich kannte sie es nicht vieles auf einen Schlag zu verlieren, denn lediglich grauenvoller Schmerz blieb in ihrem Gedächtnis zurück und die Zeit vor ihrer Sklaverei war weg. Noch nicht einmal konnte sie sagen ob sie eine Familie gehabt hatte oder nicht. Sie wusste es einfach nicht mehr. Trotz dessen folgte sie dem Elben ohne ein weiteres Wort von sich zu geben. Genau aus diesem Grund welch eine Zerstörung es über das ganze Land brachte vermochte sie es kaum ihre Kräfte einzusetzen. Sowohl sie keine andere Wahl hatte durch die Zeichen an ihrem Körper. Das was man hier mit ansehen konnte war nur ein winziger Teil davon was sich ständig in Tevinter und Thredas abspielte. Unschlüssig was sie sagen oder tun sollte folgte sie weiterhin den Schritten von Alfadas, wobei sie sich durchaus unwohl fühlte. „Es tut mir wahnsinnig Leid..“, überkam es dennoch ihren Lippen und mit einem Male wollte  sie diese am liebsten Abbeißen. Natürlich tat es ihr leid, jedem tat es leid. Die einen fühlten das Leid der Trauer, andere der Verzweiflung und sie stand unschlüssig daneben. Keineswegs wollte sie sich nun ausmalen wie bescheuert es aussähe, doch war sie an so etwas viel zu sehr gewohnt. Voller Inbrunst drehte sich Alfadas jedoch plötzlich zu ihr herum und seine Worte ließen nur darauf schließen welche Folgen eine Antwort von ihr haben konnte. Verdammt, was sollte sie nur sagen? Sie konnte nun behaupten der Magier sei geflohen und sich aufmachen die Spuren zu verwischen und andererseits wäre die Wahrheit etwas moralisch günstiger gewesen. Sie rechnete vollkommen damit das ein Ausbruch seinerseits, egal was sie sagte, von ihm kommen würde. „Ich bitte euch nur um eines: So sehr Ihr gleich in der Versuchung seid mir die Kehle kaltblütig herauszureißen, tut es bitte nicht.“, brachte sie schließlich hervor und presste ihre Lippen angespannt aufeinander. Oh und wie er in der Versuchung  wäre ihr die Kehle heraus zu reißen. „Mir blieb keine andere Wahl als Olvedes ein Ende zu geben. Es hätte nur noch mehr Zerstörung über alle gebracht, wenn er nun noch am Leben wäre. Verzeiht mir für diese Tat, Alfadas, es diente lediglich zum Wohl aller.“, beendete sie ihren Satz und behielt ihre Augen stier an die seinen gerichtet. Ganz gleich welche Art von Ausbruch kommen würde, sie würde es einfach hinnehmen. Vor allem musste es ohnehin den Anschein haben als wäre sie an der ganze Miesere Schuld, denn wie konnte es auch anders sein? Eine Elfe, die dazu noch ein Magier ist, kommt ins Dorf und einer der Ratsmitglieder dreht vollkommen auf eine magisch verstörte Weise aus. „Wenn es Euch in irgendeiner Weise beruhigt nehme ich diese Schuld an mich. Dann könnt Ihr Eure Gefühle stehts an mir auslassen. Zu was anderem bin ich nicht in der Lage.“, entfloh es ihrer Kehle ehe sie ihre Schritte an dem Elb vorbei führte und sich zu dem Heiler begab. Vielleicht gab es einen Weg wie sie  zumindest etwas anderes tun konnte als dumm herumzustehen. Allerdings blieb sie mit einem Male in ihrer Bewegung stehen, drückte eine ihrer Hände an ihre Augen und presste die Lippen über den gewaltigen, aufkommenden Schmerz zusammen. Sie hasste es. Jedesmal, wenn sie sich so verausgabte um ihr Haupt zu retten oder gar ein anderes, überkam sie der Schmerz der Zeichen an ihrem Körper nur noch stärker. Nur mischte sich etwas anderes noch darunter; trauer. Damit hatte sie nicht gerechnet, so presste sie ihre Lippen etwas aufeinander und stützte sich an einen der Bäume ab die es nicht mit abbekommen hatten. „Orthaé shu. Usstan shlu’ta mír nindol.“, entfloh es ihr fluchend während sie versuchte den Schmerz einfach hinunter zu drücken. Dies war nun wirklich nicht der beste Augenblick dazu, weswegen sie tief durchatmete und sich zu Alfadas herum drehte. Trotz ihrer Ansichten bewegte sie ihr Haupt zu ihm, richtete ihre Augen aufmerksam auf die seine. „Und? Wie habt Ihr Euch entschieden?“

 

Allein ihr Blick ließ ihn schon vermuten, dass ihre Worte ihm nicht gefallen würden. Und tatsächlich, sobald sie aussprach, was er schon befürchtete hatte war ihm, als würde jemand ihm einen Schlag in die Magengrube verpassen. Wie versteinert stand er nur da und nahm ihre Worte nicht einmal richtig war sondern kämpfte nur mit der Tatsache, dass er tot war als sie ihn wieder ansprach. . „Wie ich mich entschieden habe verflucht?!“, stieß er kaum hörbar hervor bevor er seinen Blick auf sie richtete. Es war ein Blick, von dem man sagen würde das er töten könnte. „Wie ich mich entschieden habe?!“ Seine Stimme schwoll an und erbebte vor Zorn, der ein Ventil suchte. Farodins Worte nahm er nicht wahr, doch er war sich sicher, dass sein Freund sicher versuchte ihn zu beruhigen, doch es interessierte ihn nicht. Mit einer einzigen, schnellen Bewegung drückte er die Elfe nach hinten gegen einen Baum und widerstand den Drang, ihr tatsächlich die Kehle rauszureißen wie sie es zuvor gesagt hatte. Stattdessen umfasste er unsanft ihren Arm um zu verhindern, dass sie entwich. „Es war also zum Wohl aller das Ihr ihn getötet habt ja? Dieser Bastard hat einen Großteil MEINES Volkes getötet, er hat eine Bestie auf uns gehetzt und unser Dorf fast zerstört! Und Ihr macht ihm ein Ende?! Er hätte es verdient zu leiden, er hätte den selben verfluchten Schmerz spüren sollen, den ich jetzt spüre und wie ihn alle hier spüren! Ûpedo ethin glavrath na enî! Mi dôl chîn tuia thâr!“, schleuderte er ihr grade zu entgegen während noch einige weitere Flüche in seiner eigene Sprache folgten bevor er seinen Blick wirklich auf ihr Gesicht richtete. Zwar hatte er sie während seiner Worte angesehen, doch nicht wirklich wahrgenommen, den dies tat er erst in diesem Moment. Verstummend starrte er sie an bevor er ihren Arm los ließ und einen Schritt zurück wich. Dass sein Zorn ihn so übermannt hatte, ließ ihn vor sich selbst erschreckend. War es nicht schon genug gewesen, einen Drachen zu töten? Hätte dies nicht als ausgleich zu seinem Hass reichen müssen? „Verzeiht mir.“, überkam es ihn ehe er sich über sein Gesicht fuhr und sich plötzlich nur unglaublich müde anfühlte. Ein solch ungerechtes Verhalten hatte sie nicht verdient. Immerhin war sie nur der Auslöser gewesen für etwas, dass schon seit Jahren unterschwellig gejährt hatte. Unschlüssig blickte er sie nur an und spürte das Gewicht vieler Jahrhunderte auf seiner Schulter. Zuviel war an dem heutigen Tag verloren gegangen als das er jetzt etwas anderes fühlen konnte als den Schmerz. „Dies hier ist nicht Eure Schuld. Ihr habt das getan, was in Eurem Ermessen richtig war..“, fügte er tonlos hinzu und blieb grade zu versteinert stehen.

 

 

 

Wäre es nicht in solch einer tragischen Situation gewesen, so hätte sie vermutlich ein leises Lachen über ihre Lippen gebracht. Für einen Moment hätte sie sicherlich an einen Theater Spieler gedacht, welcher ebenso geschwollen seine Stimme erhoben hätte wie Alfadas. Doch dies war reiner Ernst und so zog sie die Luft tief in ihre Lungen hinaus, was nicht gerade etwas gutes war. Viel zu schnell registrierte sie seine Handlung, stieß die Luft erschrocken aus ihrer Lunge hinaus und spürte den Baum schon an ihrem Rücken. Zu ihrem Glück konnte sie sagen, dass sie die Luft vorher schon ausgeatmet hatte. Ansonsten hätte sie wirklich Schwierigkeiten bekommen mit ihrer Atmung, denn selbst ein leichter Aufprall wäre nicht gut gekommen. Spürend wie sich seine Hände um ihren Arm schlangen unterdrückte sie es jetzt daran zu denken wie ohnehin schon ihre Zeichen schmerzten. Er konnte dies unmöglich wissen, so wollte sie dies nicht noch weiter aufspitzen. Den größten Teil seines Fluchen verstand sie ** nicht, doch es reichte schon aus das ihr ein tiefes mitleidendes Seufzen über die Lippen kam. „Genau aus diesem Grund, Alfadas! Ihr hättet Ihn leiden lassen .. Dies hättet Ihr vorgehabt. Ihr habt keinerlei Wissen darüber mit was Ihr euch angelegt hättet. Noch einige Momente mehr und Olvedes wäre zu einer Abscheulichkeit geworden. Er hätte uns alle vernichtet ohne zu zögern. Keiner von uns hätte je die besagte Kraft gehabt um dies aufzuhalten. Denkt was Ihr wollt.“, presste sie hervor während sie kaum verhindern konnte wie trotz allem ein gewisser Schmerz in ihrer Stimme mitschwang. Dennoch war sie geschockt von dem Ausmaß wie es jetzt gerade annahm. Sie konnte es verstehen, ja, aber nicht im geringsten nachempfinden. Wie denn auch? In ihrem Gedächtnis fand sie kein einziges Gefühl was dazu passen würde. Beruhigt darüber das er sie wieder losließ, schloss sie für einige Momente ihre Augen. Kein Weg schwebte ihr vor um es irgendwie besser zu machen. „Ihr habt keinen Grund Euch zu  entschuldigen, Alfadas. Ihr seid durchaus berechtigt dazu.“, meinte sie schließlich und lehnte sich etwas von dem Baum hinter ihr ab. Sie wusste nicht was sie machen sollte. Geschweige denn wie man jemanden von solch einem Leid halten konnte oder gar trösten. Nun, sie hatte gesehen wie es andere Leute taten um anderen zu zeigen das man da wäre, doch empfand sie sich in dieser Position als nicht richtig. Jedoch, auch wenn es eventuell falsch sein konnte, trat sie näher an ihn heran und legte ihre Arme um seinen Körper. Es war eine ehrlich gemeinte Reaktion, denn sie wollte irgendwas tun. So komisch es auch sein würde. „Ihr solltet Euch ausruhen. Zumindest für einige Momente. Ich werde es weiter versuchen die Leute Eures Volkes zu erwecken. Vielleicht gelingt es mir.“, brachte sie über ihre Lippen bevor sie sich wieder von ihm entfernte und ein leises räuspern von ihr kam. Automatisch führte sie ihre Schritte in die Richtung der anderen seines Volkes um zu sehen wo sie helfen konnte.

 

Grade zu beschämt senkte er seinen Kopf und wagte kaum, sie anzusehen.  Erst recht nicht, als er ihre Arme um sich spürte, er wusste diese Geste durchaus zu schätzen, nur wusste er nicht damit umzugehen. Solche Gefühlsausbrüche wie der vorherige  waren ganz und gar nicht seine Art, egal in welcher Lage. „Ich danke Euch, Círerína. Ich danke Euch, dass Ihr meinem Dorf weiteres Leid erspart habt, ich hätte es nicht gekonnt.“, erwiderte er und trotz der weitgehend tonlosen Stimmlage seinerseits, war der Dank dennoch hörbar. Er wusste genau, dass er ihr diesen auch verpflichtet war. Kaum sprach sie von Erholung spürte er eine Hand auf seiner Schulter, von der er wusste das sie von Farodin stammte. „Es ist keine Zeit, sich jetzt auszuruhen!“, widersprach er sogleich. „Doch mein Freund, für Euch schon. Du kannst jetzt nichts mehr tun. Jetzt benötigen wir die magischen Kräfte unsererseits und beim besten Willen, da könnt Ihr  nichts mehr ausrichten.“, schwächte sein Gefährte ab, nickte der Elfe kurz zu und machte sich schon daran, Alfadas fort zu führen. Normalerweise würde er es sich nicht gefallen lassen, einfach so bevormundet zu werden, jedoch hatte er in diesem Moment nichts dagegen einzuwenden. „Es ist meine Schuld dass es soweit gekommen ist Farodin! Hätte ich damals schneller gehandelt, dann wäre es mit ihm nie so weit gekommen!“, klagte er plötzlich und wand sich zu seinem Freund zu. Während er versuchte, seiner eigenen Schuld zu entkommen. Durch sein Handeln vor Jahrhunderten war die Elbin, um die er und Olvedes geworben hatte, gestorben. An Genauigkeiten konnte er sich kaum mehr erinnern, da er selbst fast mit ihr das Leben verloren hatte. Doch Olvedes hatte wohl damals schon ein Stück seines Verstandes verloren und hatte sich seit diesem Tag zur Aufgabe gemacht, ihm das Leben schwer zu machen.  „Plagt Euch nicht mit Schuldzuweisungen. Was geschehen ist ist geschehen. Ihr habt für heute genug getan und zumindest einigen das Leben retten können. Einen Drachen erschlägt man nicht alle Tage. Zudem hat die Elfe einen möchten Zauberer getötet. Eure Taten haben viel bewirkt.“, erwiderte Farodin nur ruhig. Ergeben nickend kam kein weiteres Wort über diesen Vorfall über seine Lippen. Kein einziges Mal hatte er freiwillig über den Tod seiner Geliebten gesprochen, und er würde dies auch nicht nachholen. „Habt ein Auge auf Círerína.“, habt er plötzlich und blickte ihn eindringlich an. „Sie ist sicher auch erschöpft, sie sollte sich ebenso ausruhen! Sorgt bitte dafür.“ Erst als Farodin zustimmte tratt der Elb die Treppe hoch, um sich auf seinem Lager im Wohnzimmer niederzulassen. Sie hatte dieses Schicksal nicht über sein Dorf gebracht, sie hatte es vor schlimmeren bewahrt. Das Bett ließ er schon automatisch für die Elfe frei, den sicherlich würde Farodin auch sie bald zur Ruhe schicken.

 

 

Lediglich ein Nicken gab sie noch von sich bevor sie zusah wie Alfadas schon von Farodin zurück begleitet wurde. Sie hatte durchaus ein wenig mehr durchblick, auch wenn sie es nur ungern dachte. Nur hatte sie nicht den ganzen persönlichen Anteil an dieser Situation wie es die anderen hatten. Man brauchte einen klaren Kopf, jeglich weit weg von irgendeinem Trauernden Gefühl um die Lage vollkommen im Auge zu behalten. Doch erschrak sie sich beinahe als sie mit einem Male eine Hand auf ihrer Schulter spürte und sich dadurch zur Seite drehte. „Ihr solltet Euch ebenfalls zur Ruhe legen.“, vernahm sie schon die Stimme von Dijelon, der ihr zuvor in der Rat Versammlung solch ein Vertrauen entgegen gesetzt hatte. „Versteht mich nicht falsch, doch würde ich nun gerne etwas helfen. Ich weiß, ich kann zu Euch im tiefsten Vertrauen sprechen .. Es fühlt sich an als hätte ich an dieser ganzen Sache die Schuld, als wäre ich der Auslöser dafür gewesen. So würde ich gerne helfen.“, es war tatsächlich  so und hindern konnte man sie daran sowieso nicht. Zumindest, wenn es nach ihrem Kopf ginge. „Nun gut. Ihr könntet versuchen die Flammen zu stillen, welchem dem Dorf nahe kommen.“, war es der versöhnliche Ton in seiner Stimme mit dem sie ihn dankend zu nickte und ihren Weg sofort zu den Magiern führte die dafür zuständig waren. Ohne auf die anderen tatsächlich zu achten zog sie die Luft tief in ihre Lunge hinein und murmelte etwas vor sich her, sodass eisige Pranken erneut aus dem Boden sich erhoben und die Flammen einzuschließen schienen. So wie es nun einmal war schmolz das Eis und die Flammen nahmen dadurch zum Teil ihr Ende. Es dauerte eine ganze Weile bis sie die größten Schwierigkeiten mit den anderen gemeistert hatte und die Schmerzen ihrer Zeichen sich gesteigert hatten. Jedoch fiel ihr mit einem Male das Lyrium ein, welches sich noch in dem Körper von Alfadas befinden musste. Sofort bewegte sie ihr Haupt aus dem Wald hinaus, zurück zu dem Haus von Alfadas das nicht von dem  ganzen betroffen war. Ja, die Schmerzen und dazu die unerträgliche Erschöpfung hielten sich auch in ihr bereit, nur in dem Leben eines Sklaven durfte man sich dies ohnehin nie an sich nehmen. So hatte sie es gelernt und in dieser Situation nützte ihr dies zwar reichlich wenig, doch ihr Wille war dafür umso stärker. Angekommen in dem Wohnzimmer, das von dem kaputten Schrank noch ein wenig eingenommen war, ging sie vor der Couch in die Hocke auf der sich der Elb befand. Rasch legte sie ihm eine ihrer Hände auf die Stirn, entzog ihm mit einem minimalen Aufleuchten die Kraft des Lyriums und sank zurück auf den Boden. Dies war eindeutig zu viel Magie an diesem Tag, viel zu viel. Immerhin würde das Lyrium dem Elb den Schlaf nun nicht mehr zu einem leichten Kampf machen und seine Emotionen wären nicht zu sehr verstärkt. Anstatt sie sich zu dem Bett ringte das ein Zimmer weiter weg war, schnappte sie sich die Decke – die der Elb nicht nutzte – und faltete dieses zu einem Kissen zusammen. Langsam rutschte sie zu dem Kopfende der Couch, damit er nicht über sie fallen würde wenn er erwachte, und ließ sich auf dem Boden nieder. Sie war einfach zu erschöpft für alles andere und ihr war das schreckliche Albträume sie heimsuchen würden. Obwohl man es nicht machen sollte, so sprach sie einen leichten Schlafzauber über sich um ein wenig ruhe zu finden. So sank sie nach einer Zeit in einen tieferen Schlaf, vermischt mit dem unerschütterlichen Schmerz ihrer Vergangenheit und dem grauen vor den Träumen.

 

Der Schlaf des Elben war nur von kurzer Dauer, nach einer Weile schon quälten ihn dieselben Alpträume, wie sie es jede Nacht taten. Einen Augenblick lang behielt er seine Augen geschlossen und nutze die Ruhe und Stille, die die Dunkelheit barg um seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Er war zu impulsiv für einen Elben. Jeder andere seiner Art strahlte von dem inneren Gleichgewicht, dass er nicht wahren konnte, jeglicher Versuch scheiterte kläglich. Eine jämmerliche Schwäche für ein so altes, ehrwürdiges Volk wie es das seine war. Es war schon ein Wunder, dass er trotz dieser Tatsache eine hohe Position hatte einnehmen können. Und doch, diese Impulsivität hatte ihm schon zu viele Probleme eingehandelt und er sah nun ein, dass er sich dem allen stellen musste. Es war allein sein Verdienst, was diese Nacht geschehen ist. Der Tot seiner Leute, war durch sein törichtes Verhalten verursacht und er musste die Konsequenzen tragen. Nicht einmal ansatzweise konnte und wollte er die Schuld auf Círerína schieben, doch auch ihm war klar, dass es einige geben würde, die genau dies tun würden und das konnte er nicht zulassen. Auf eine verschrobene Art und Weise hatte er unweigerlich die Verantwortung für sie übernommen, jedenfalls solange wie sie sich hier im Dorf aufhalten würde auch wenn sie so deutlich klar gemacht hatte, dass sie es nicht wollte. Nun stellte sich nur die Frage, wie er dieses Durcheinander wieder in Ordnung bringen konnte? Unhörbar stieß er die Luft aus seiner Lunge aus und achtete nun auch mehr aus sein Umfeld woraufhin er die Gegenwart einer zweiten Person im Raum wahrnahm. Ein wenig irritiert die Augen öffnete fiel sein Blick schon auf die schlafende Elfe. Ihr Gesichtsausdruck war trotz des Schlafes angespannt, schon oft hatte er Leute gesehen, die so schliefen, doch meist war es bei Kriegern auf dem Schlachtfeld oder der gleichen gesehen. Es war ein wachsamer Ausdruck, der deutlich machte, dass sie sofort bereit war aufzuspringen und ihr Leben zu verteidigen falls es notwendig werden würde. Fast stimmte es ihn schon traurig, es so zu sehen. Wie sie dort lag wurden die Spuren ihres Leids erst richtig sichtbar und er empfand tiefes Mitgefühl für sie. Ohne sich zu bewegen betrachtete er die feinen Lienen auf ihrer Haut, die ihm schon vorher aufgefallen waren. Sie war wirklich wunderschön. Und noch so während er sie betrachtete fasste er einen Entschluss. Lautlos erhob er sich und lenkte seinen Schritt zur Tür, er wusste sich so zu bewegen, dass er sie trotz ihrem leichten Schlaf nicht wecken würde. Die Luft draußen war immer noch von dem Geruch des Feuers erfüllt, dass hier und dort noch glomm. Die Schäden waren nicht so schlimm wie er befürchtet hatte und kaum ein Bewohner war zu sehen, was er jedoch als ein schlechtes Zeichen deutete. Mit gesenktem Haupt ging er zu einem der Häuser und klopfte sogleich zaghaft an die Tür. Sofort ertönte ein Ruf, der ihm Einlass gewährte. „Verzeiht mir für die späte Störung„ Djielon“, sprach er zu dem Ältesten und schloß die Tür hinter sich. „Ich habe schon damit gerechnet, dass du noch kommen würdest. Außerdem ist dies keine Nacht, in der man Schlaf findet!“, erwiderte der Ältere nur und winkte Alfadas zu sich. Folgsam setzte er sich und starrte einen Moment lang schweigend auf eine der Kerzen. Djielon wirkte um so viel älter in dieser Nacht, doch auch er selbst fühlte sich als würde die Last vieler Jahre auf seiner Schulter lasten. „Ich werde das Dorf verlassen und meinen Platz im Rat abtreten.“ Die Worte verließen seine Zunge nur schwer und doch war er sich seiner Sache sicher. Immer noch hielt er seinen Blick auf die Flamme gerichtet und wagte kaum, in dass Gesicht das Mannes zu sehen, der so lange wie ein Vater für ihn gewesen war. „Ich habe schon damit gerechnet, dass du mir so etwas sagen würdest. Dein Platz ist nicht hier Alfadas. Das war er noch nie. Geh mit der Elfe, ich vermag nicht zu sagen, dass es der richtige Weg ist doch dein Schicksal ist mit dem ihren verknüpft. Es war kein Zufall was geschehen ist doch der Schleier der Zukunft öffnet sich mir nicht. Euer Weg ist zu verschlungen, als habe er sich selbst noch nicht entschlossen zu welchem Ziel er führt und mit jeder Entscheidung schlägt er wieder eine andere Richtung ein. Betet dafür, dass es zu unserem aller besten führen wird. Stellt keine Fragen, denn ich werde dir keine Antworten geben können. Nimm nur das nötigste mit und lasst euch nicht von anderen Dorfbewohnern sehen. Ich werde euer Verschwinden erklären. Und nun, viel Glück!“ Die Worte Djielons verwunderten ihn, und erleichterten ihn auch auf eine Art und Weise. „Ich danke Euch, für alles was Ihr für mich getan habt!“, entwich es ihm bevor er den Raum verließ. Es benötigte nicht lange, bis er zwei Pferde gesattelt und Proviant zusammengesammelt hatte. Die einzigen Dinge, die er jetzt noch benötigte waren in seinen Räumen. Sobald es begann zu dämmern betrat er wieder seine Wohnraum.

 

 

Selbst in ihren Träumen schien der Schmerz sie weiter einfangen zu wollen. Auch als sie jenen Weg beschritt den sie einst ging, so mussten sich ihre Gesichtszüge geradewegs in ihrem Schlaf angespannt haben. Man konnte meinen es wäre unmöglich gewesen. Unmöglich, wie weit einen der Schmerz treiben konnte und was man nicht tun würde um diese wieder zu vertreiben. Doch mit einem Male, als habe man auf sie geschossen, riss sie ihre Augen auf und ließ diese zu der Tür wandern die gerade vollkommen leise ins Schloss fiel. Der Elb mochte zwar das Talent haben unbemerkt an den Leuten vorbei zu kommen, dennoch war dort diese Präsenz die auf einmal den Raum verlassen hatte, die sie aus dem Schlaf riss. Keuchend nach Luft schnappend lehnte sie sich weiter zurück wonach sie die härte des Bodens geradewegs spürte und sich ein wenig nach hinten streckte. Augenblicklich überkam sie die Genugtuung darüber, denn ihre Muskeln hatten eindeutig etwas Entspannung gut gebrauchen können. Sowohl sie die  letzten zwei Tage nicht geschlafen hatte und nun einige wenige Stunden, so wollte die Müdigkeit aus ihrem Körper für den Moment nicht weichen. Sie war vieles gewohnt, vor allem das lange wach sein, doch dieses Mal empfand sie es als angenehm. Müdigkeit überdeckte in den meisten Fällen die meisten Schmerz und dem war dieses Mal die Tatsache. Langsam hievte sie sich von dem Boden empor, stieß ein tiefes seufzen über ihre Lippen hinaus und faltete die Decken, die der Elb nicht benutzt hatte, ineinander um diese auf die Lehne der Couch zu legen. Sicher, das Dorf war angegriffen worden und hatte einiges an Zerstörung hinterlassen nur hieß es nicht, dass sie weitere Unordnung noch hinzu packen konnte. Sie wollte Alfadas nicht in weitere Schwierigkeiten bringen. Ihre gesamte Anwesenheit schien für ihn lediglich eine Pechsträhne zu sein, dies hätte ihr von Anfang an klar sein müssen. Nur hatte die Höflichkeit und das nette Angebot mit ihm zu gehen ihren Verstand überworgen. Eine Sache die  sie sonst kein einziges Mal miterlebt hatte. Kopfschüttelnd bewegte sie ihr Haupt erschöpft in das Schlafzimmer, suchte nach ihren Anziehsachen die weitaus mehr einer Rüstung glich und machte sich direkt daran sich umzuziehen.

Erst nachdem sie sich noch die Blutflecken von ihrer Haut gewaschen und ihre Haare ordentlich zusammen gesteckt hatte, vernahm sie wie die Eingangstür sich wieder öffnete. Anscheinend hatte der Elb irgendwas erledigt oder hatte sich die Zerstörung angesehen, jedoch war er nun wieder da. Man könnte meinen sie würde fliehen wollen, denn in solch einem Aufmarsch - mit einer Ledertasche, die locker über ihre Schulter hing - führte sie ihre Schritte zu ihm hin. „Ihr solltet Euch noch einmal von einem Heiler sehen lassen, Alfadas. Nichts für Ungut, doch Eure Erscheinung scheint schlimmer zu sein als die Zerstörung des Dorfes.“, überkam es sie rasch während sie damit rang einfach an ihm vorbei zu gehen. Auf irgendeine Weise kam ihr es nicht fair vor. Doch was war ** schon fair? Immerhin fühlte sie sich zu dem meisten Teil dafür verantwortlich was geschehen war. „Es wäre Euch zum Vorteil, wenn ich meinen Weg allein fortführe. Mir wäre es zu schrecklich Euch in weitere Tragödien mit hineinzuziehen. Versteht mich nicht falsch .. Dies dient zu Eurem eigenen Wohl.“, meinte sie bloß und führte nun doch ihre Schritte an ihm vorbei um in einem Takt die Eingangstür zu öffnen. „Doch erkenne ich an Eurer Entschlossenheit das Ihr entweder mit mir zusammen das Dorf verlassen wollt oder Ihr Euren eigenen Weg suchen vermagt. Euch sollte es mittlerweile klar sein nach welchem Ziel ich strebe. An meiner Meinung hat sich darüber nicht verändert.“, sie wusste nicht warum sie einfach etwas sagte und in der Türe stehen blieb währenddessen ihre Augen irgendeinen Punkt im dunklen fixierte. Trotz dessen war es ihr unangenehm ihn nun mit seinem Schmerz allein zu lassen. Sie kannte dieses Gefühl allzu gut. Allerdings glaubte sie kaum das sie irgendetwas daran ändern  zu können. Sie wusste ja nicht einmal wie sie jemanden Trost schenken konnte.

 

Ihre Erscheinung verwunderte ihn. Er hatte eher damit gerechnet, sie immer noch schlafend vorzufinden aber in keiner Weise hätte er erwartet, dass sie einfach so hatte verschwinden wollen. Auf ihre Worte hin neigte er sein Haupt leicht und schob sich leicht zwischen sie und die Tür. „Ich kann allein entscheiden, was zu meinem eigenen Wohl ist und mir ist bewusst nach welchen Zielen ihr strebt. Die Zerstörung im Dorfes geht auf meine Verantwortung zurück, niemand würde nun noch meinem Wort Gehör schenken. Mein Dasein hier habe ich verwirkt, jedoch bleibt mir immer noch die Möglichkeit, Euch zu unterstützen.“, sprach er mit entschiedener Stimme. Der Ton allein machte deutlich, dass er seinen Entschluss gefasst hatte und davon auch nicht abweichen wurde, genau wie sein Blick. Seine undurchdringlichen Augen richteten sich fest auf die ihre und einen Augenblick lang rührte er sich nicht. Erst nach einer Weile stieß er sich vom Türrahmen ab und ließ so auch die Tür wieder zum freien Ausgang. „Draußen stehen zwei Pferde, beide tragen Satteltaschen mit genügend Proviant. Das Braune ist vom Gemüt her ein sehr ruhiges Tier, es wird Euch nicht im Stich lassen. Dennoch solltet Ihr einen Moment noch warten.“, erklärte er und wand sich ab um ins Schlafzimmer zu verschwinden, wo er sich hastig neuer Kleidung bediente und einige andere Dinge, wie seine Rüstung und seine Waffen, zusammensammelte. Ihre Meinung, dass er einen Heiler aufsuchen wollte kam ihm nicht einmal annähernd in den Sinn. Seine Verletzungen waren nicht so schlimm, dass sie Versorgung erforderten. Die Magie die in seinem Körper wohnte machte sich in vielerlei Weisen zu nutze, wie in diesem Moment zur Beschleunigung seiner Heilung. Schnell verschnürte er seinen Beutel mit den wenigen Habseligkeiten, die er mitnahm und lenkte seinen Schritt nach draußen. Die Elfe schien schon nach draußen gegangen zu sein. Doch an der Tür angekommen, überkam ihn ein kurzes Zweifeln, mit der Hand an der Tür drehte er seinen Kopf ein vorerst letztens mal zu seiner Wohnung. Kurz strich er mit seiner Hand über den Türrahmen und verabschiedete sich stumm von seinem Zuhause, in dem Wissen, dass es dauern würde bis er wieder heimkehren würde, wenn es es überhaupt je tun würde. Jedoch hallten die Worte Dijelons immer noch in seinem Verstand wieder, und die Bestätigung in sich war deutlich genug um zu wissen, dass er mit ihr gehen musste. Ohne noch einmal zu zögern trat er raus und eilte die Treppen herunter und trat zu seinem Raben. Kurz tätschelte er den Hals des Tieres bevor er sich auf den Rücken schwang und zu Círerína blickte. „Und schon wieder haben wir eine Reise vor uns.“, meinte er nur mit einem leichten Lächeln. 

 

„Dann bitte ich Euch stehts darum mir nicht im Wege zu stehen, Alfadas.“, stieß sie dagegen an und wartete lediglich ab bis er ihr nicht weiter den Weg blockieren würde. Ihr war klar das es sicherlich nicht einfach werden würde und dennoch bewegte sie ihre Schritte aus seinem Hause hinaus, zu dem Punkt den er selbst angegeben hatte. Es würde nicht schaden ihn mit auf diese Reise zu nehmen. Vermutlich würde er sogar mehr Einfluss auf jene Leute einüben, welche ihr im Sinne vorschwebten. Damals wurden die Worte eines Elben hoch angeschrieben, denn diese galten als voller Weisheit und Gewissen. So das man nicht daran zweifeln konnte welche seine Absichten waren. Bei den beiden Pferden angekommen versuchte sie sich dem einen, den Brauen, erst einmal anzunehmen. Es war für sie wirklich kein leichtes ständig auf die überaus sensiblen Tiere der Elben einzugehen und dennoch schaffte sie es. Rasch schwang sie sich auf den Rücken des Braunen, vernahm auch schon wie die erneute Anwesenheit des ** Elben. „Lasst mich führen. Mir schwebt etwas in Gedanken.“, erwiderte sie rasch auf seine Worte hin und machte sich darauf dran ihr Pferd schon zu führen, sodass es in einem eiligen Marsch Alfadas vorraus ritt. Es war eine lange und beschwerliche Reise welche die beiden in Kauf nehmen musste, ohne das sie dem Elben sagte wohin ihr Weg sie führte. Nun, es gab nur noch ein paar Städte welche nicht unter dem Einfluss der Kirche und der Magistraten standen. Fernab in denen sich manche Magier absetzte, versuchend ihre Kräfte zu studieren und weiter auszuüben. Ihr schwebte allein die größte dieser Städte in ihren Gedanken und erst, sobald sie die Stadt beinahe erhaschen konnte, stieß sie ein zufriedendes Seufzen aus. „Hurtig, hurtig. Wir sind beinahe angekommen.“, erhob sie ihre Stimme schließlich und gab dem Pferd einen zierlich zaghaften Tritt, sodass es noch mehr an Geschwindigkeit annahm. Noch nie war sie auch nur in die Nähe dieser Stadt gewesen, welche von den großen Mauern umgeben ** war. Der Anblick der weißen Stadt, vermischt mit der Mittagssonne, verlieh dieser einen Ehrwürdigen Anblick. Beinahe hätte sie für einen Moment innegehalten, vermutlich hätte dies auch getan wenn sie zu Fuß unterwegs gewesen waren. „Minas Tirith .. Die Stadt der Könige.“, überkam es ihr ehrwürdig. Allein der Anblick der weißen Stadt strahlte Hoffnung und Schutz aus und nun konnte sie verstehen, weshalb so viele in dieser Zuflucht suchten. In den drei Jahren ihrer Flucht hatte sie mächtige Geschichten gehört, von der Schlacht die sich austrug, und dem König der sein Volk in den Sieg führte. Es hieße der König wäre in dem Einklang der Stadt, ebenso Ehrwürdig und ein Schützer seines Volkes. Doch sie konnte nicht sagen ob dieser tatsächlich mit dem ewigen Leben gesegnet war, denn dies vernahm sie nur aus alten Legenden hinaus. Erst, als sie sich wieder von dem Bann des Anblickes schüren konnte, lenkte sie ihre Augen zu dem Elb hin. „Wir müssen es schaffen Audienz bei dem König ** gewährt zu bekommen. Ich habe viele Geschichten dieses Ortes gehört. Mein Gefühl verspricht mir nur Gutes.“, erhob sie erneut ihre Stimme an. Lediglich einige Meter trennten die beiden zu dem riesigen Tor das von dessen weißen Mauern umrandet war. Sie hatte sich in vielen Städten schon niedergelassen, doch noch nie in einer wie dieser. Fast wäre sie zusammen gezuckt als das Tor sich einen riesigen Spalt öffnete um den beiden Einlass zu gewähren und des eigenen Schutzes halber, zog sie sich die Kapuze ihres roten Mantels nur noch näher ins Gesicht hinein. Sie wusste nicht ob die Kirche doch Einfluss auf diese Stadt hatte. Nicht einmal beschreiben konnte sie das Gefühl sobald die beiden hinter dem Tor eingeritten waren, denn die Situation war eindeutig hoffnungsvoller an diesem Ort als irgendwo anders. Ein gutmütiges Volk versprach einen gutmütigen König, so sagte man sich. Überrascht entdeckte sie einen Militärsmann, der einem grauen Wächter ins Detail ähnelte. Ein gutes Zeichen. ** „Habt Ihr einen Möglichkeit im Sinne die uns verhelfen kann Audienz beim König zu bekommen?“, wandte sie sich an den Elben der direkt neben ihr her ritt,

 

Er versuchte nicht, über die Absurdität der Situation nachzudenken während er neben ihr her ritt und sich in eine Art Trancezustand versetzte. Alles was er wahrnahm war die fließende Bewegung des Hengstes unter ihm und der Wind, der ihm übers Gesicht fuhr, seine Atmung während seine behandschuhten Finger sich um die Zügel schlossen, nicht um das Tier zu lenken sondern einfach nur aus Gewohnheit und um notfalls Gleichgewicht und Kontrolle halten zu können. Die Augen behielt er halb geschlossen sodass er auch von seiner Umgebung nicht viel mitbekam, jedenfalls nicht optisch. In diesen Zustand versetzte er sich oft, wenn er nach einem Kampf verletzt worden war, oder nicht zur Ruhe kam, auf diese Weise fand er zu dem Kern seiner selbst, der weder von Gut noch von Böse befallen war, es war die reine Lebenskraft in seinem Körper, auf die er sich konzentrierte. Wahrscheinlich, war dieser Kern jene Quelle, aus der die Magier ihre Kraft holten für Zauber der verschiedensten Art, doch er hatte nie gewagt, dieser Vermutung nachzugehen. Doch nun spürte er die heilende Wirkung. Wie dünne Fäden schienen die Energie seinen Körper zu durchziehen, und die Wunden zu verschließen, welche er nicht hatte behandeln lassen. Er fühlte sich haltlos, als würde er zwischen Himmel und Erde hängen, nur ein kleiner Hauch und er wurde wieder auf den Boden krachen und die Realität ertragen müssen. Eine Realität in der er grade seinem Dorf den Rücken gekehrt hatte in dem Moment, in dem man ihn dort wohl hätte gebrauchen können, und das nur wegen einer Magierin. Warum hatte er sich ausgerechnet einer Magierin anschließen müssen? Gut, Elben waren magische Wesen, doch in diesem Zeitalter zeugte es nur von Leichtsinn, sich gegen eine neue Weltmacht zu erheben. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sie eine Elfe war. Eine Elfe, die nichts als Ärger für ihn barg und dessen war er sich mehr als deutlich bewusst. Er hatte es gespürt, als er sie auf dem Markt erblickt hatte und eingegriffen hatte als sie Magie anwand. Sie könnte sein Verderben bedeuten und er würde wahrscheinlich auch noch in dieses Laufen ohne zu zögern. Was für ein törichter Fehler für jemanden, der einem Volk angehörte dem nachgesagt wurde, dass sie so weise seien. Unbewusst zuckte ein belustigtes Grinsen über seine Lippen und er öffnete seine Augen vollends um seinen Kopf zur Seite zu drehen und zu ihr zu sehen. Ohja, sie war wahrlich sein Verderben. Allein ihre Ausstrahlung ließ ihn zu verstehen, dass sie nichts von ihrem Ziel abbringen würde, nur warum hatte er seinen Verstand über Bord geworfen und befand sich nun im Bann einer Person, die so anders war als er. Während des Rittes hatten sie kein einziges Wort verloren, doch es schien als wäre er zum rechten Zeitpunkt wieder zu reinem Bewusstsein gekommen, den schon erblickte er die weißen Mauern der großen Stadt. Schon einige Male hatte er vor den Toren dieser Stadt gestanden  und war auch schon in ihr gewandert, wenn auch zu anderen Zeiten und doch bewunderte er auf ein neues diese wunderschöne Stadt. Auch wenn sie sich niemals mit den Werken der Elben messen konnte, so war sie doch von einer eigenen unleugbaren Schönheit. „Eine Audienz beim König? Nun mir scheint Ihr verfolgt wieder einmal einen interessanten Plan!“, entgegnete er und ritt neben ihr durch das Tor. Ebenso wie sie hob er die Kapuze seines Mantels und verdeckte auf diese Art sein Gesicht so wie die verräterischen, spitzen Ohren. Kurzerhand schwang er sich vom Rücken des Tieres und dachte über ihre Worte nach. „Ich bin nicht grade geübt, mich in den Städten der Menschen zu bewegen wenn ich mich mit einem König unterhalten möchte, ich halte mich meist zurück und beobachte. Jedoch sollte es nicht so schwer sein, wenn man bedenkt das weder Ihr noch ich den Volk der Menschen angehören.“, dachte er laut nach und ging einige Schritte durch die Straßen ehe er einen Stallburschen entdeckte dem er die Zügel des Pferdes in die Hand drücken konnte. Kurz tätschelte er noch das Fell und überreichte dem Jungen noch zwei Silberstücke nachdem er auch die Zügel von Círerínas Reittier hielt. Es widerstrebte dem Elben zwar, doch mit einem Pferd durch die Gegend zu laufen war auch nicht grade die beste Option. „Folgt mir!“, sprach er zu seiner Begleiterin und eilte schon eine der Treppen hoch. Auch wenn die Stadt sich seit seinem letzten Besuch erheblich verändert hatte, so dachte er doch das er den Weg zum Königlichen Sitz finden würde. Schnell hatte er den Ort gefunden, nach dem er gesucht hatte und so endete ihr Weg, vor einem großen Tor, vor dem zwei Soldaten Spalier standen. Ohne eine Sekunde zu zögern wand er sich an einen von ihnen. „Ich nehme an, der König befindet sich hinter diesen Toren, so möchte ich Euch bitten, Soldat, uns eine Audienz bei ihm zu verschaffen!“, richtete er sein Wort an diesen und wie er nicht anders erwartet hatte, kam nichts als ein verächtliches Schnauben als Antwort. Mit einem abschätzenden Blick folgten schon die Worte. „Hör mal, wenn hier jeder einfach so zum König reinspazieren könnte wie er grade lustig ist bräuchte ich mir hier nicht die Beine in den Bauch stehen, klar?“ Leicht lächelnd nickte Alfadas nur und fuhr mit seinen Händen bedächtig nach oben, um seine Kapuze zurückzuschlagen. „Natürlich. Doch ich hoffe, dass Ihr in der Lage seit eine Situation richtig einzuschätzen. Es geht hier um Dinge, die Euren Horizont wohl weit überschreiten würden. Also ersuche ich Euch, richtet dem König aus, dass Alfadas Cirdan vom Volk der Waldelben und Círerína um eine Audienz bittet.“ Jedes seiner Worte war ruhig gesprochen und bestimmt, ebenso wie sein Blick, der sich unablässig in den des Soldaten gebohrt hatte, natürlich schien dieser verunsichert, und warf einen hilfesuchenden Blick zu seinem Genossen auf der anderen Seite des Tores zu, doch auch dieser schien ratlos. Einen Augenblick schien es, als würde auch diese erneute Bitte niedergeschlagen werden bevor nur ein kaum hörbares: „Folgt mir.“ Zu vernehmen war und der Angesprochene sich umwand, um das Tor zu öffnen und sie in die Hallen des Königs zu führen. Nachdem sie einige Korridore durchquert hatten stoppte ihr Führer und sprach: „Ich werde mich an den König wenden, wartet hier bis ich zurückkehre.“  Kurz blickte Alfadas zu seiner Begleiterin. Er war sich nicht sicher gewesen, ob er hätte offenbaren sollen, was sie war, also hatte er ihr das selbst überlassen indem er einfach nichts darüber gesagt hatte. „Ging gar nicht mal so schwer!“, belächelte er.

                                                                                                                                              Sobald die beiden weiter in die große Stadt eingedrungen waren, zögerte sie kaum darüber von dem Pferd abzusitzen und sofort die Zügel in eine ihrer Hände zu nehmen. Sie wusste nicht warum, doch dieses wunderschöne Tier hatte in keinem Augenblick irgendeine Art von Angst vor ihr verspürt. Langsam, da sie neben dem Pferd schritt, strich sie mit ihrer Hand über dessen Fell und ließ ihre Augen ab und zu mal über die Leute schweifen. „Nun, es ist meist ein leichtes mit einem König zu sprechen. Jedoch kenne ich solch eine Angelegenheit nur aus meiner Sklavenzeit. Dort entsprach es mehr der Regel, dass ich höchst nur zuhören durfte. Wenn man mir dies einmal erlaubte.“, überkam es ihre Lippen erwidernd ehe sie zusah wie er einem Stallburschen zwei Silbermünzen und die Zügel seines Pferdes übergab. Automatisch tat sie es ihm nach, ohne allerdings diesem Jungen irgendein Silberstück zu übergeben. Schließlich schien der Junge sich damit zufrieden zu stellen, weswegen sie kurzerhand sich zu dem Elb gesellte, noch immer verhüllend in ihrer eigenen Gestalt. Hurtig folgte sie seinen Schritten, wobei er fast schon rasend seine Schritte auswendig durch diese Stadt führte und ihr kaum die Zeit blieb sich irgendetwas davon einzuprägen. Normalerweise würde sie dies gar nicht erst annehmen, immerhin könnte es in brenzligen Situationen ihr Leben kosten. Doch in dieser Stadt schien ihr keine Gefahr zu drohen, denn immer wieder sah sie die Roben einiger Magier die sich ohne irgendeinen Zwang unterhielten. Und dies mit Menschen, die offenbar nichts mit der Magie zutun gehabt hatten. Angekommen an einer höheren Ebene der Stadt, welche einen phänomenal Ausblick über die Landschaft bot. Trotz dessen hatte sie das Gespür das sich vor einer langen Zeit hier etwas abspielte, was nicht gerade angenehm sein musste. Vollkommen ruhig hielt sie neben dem Elben inne, lauschte seinen Worten und richtete ihr Augenmark auf die Soldaten. Es war klar gewesen das keiner einfach so zum König spazieren  konnte ohne angekündigt oder einen dringlichen Grund zu haben. Beinahe überkam ihr ein leises kichern als Alfadas seine Kapuze niederschlug und somit zeigte, wer oder eher was er war. Damals waren Elben hoch angeschrieben und dies schien sich in dieser Stadt nicht geändert zu haben. Nun ja, diese Stadt führte ein großes Reich an das fernab der Überzeugungen der Kirche lag. „Herzlichen dank.“, stieß sie schließlich hervor als der Soldat sich wohl oder übel geschlagen geben musste und konnte sich nun doch kein amüsiertes lächeln verkneifen. Bedacht führte sie nun ihr Haupt den Soldaten hinterher und ließ ihre Augen aufmerksam über die Flure schweifen. Ja, dies war ein Abschnitt eines Königs. Hin und wieder konnte sie Bilder von verschiedenen Wesen erkennen, die keinerlei Gefahr zu signalisieren schienen. Kaum hatte sie sich darauf konzentriert wann der Soldat stoppen würde, sodass sie fast gegen Alfadas stieß als er mit seinen Schritte innehielt. „Ihr seid ein Elb, da muss es nur mit  Leichtigkeit gehen.“, gab sie als freche Antwort von sich und verzog ihre Lippen zu einem noch amüsierteren Lächeln. Die Elben hatten eine lange Geschichte hinter sich, vor allem die in den großen Krieg damals zurückreichten und als große Verbündete an der Seite der Menschen standen. Zusehend wie der Soldat wieder seinen Weg zu ihnen zurückfand, nach einer gefühlten Ewigkeit, neigte sie ihren Kopf ein wenig zur Seite. „Habt Geduld, der König wird zu Euch stoßen nachdem Er etwas erledigt hat. Bitte nehmt Platz in der Halle nebenan.“, waren es die Worte, die ihr beinahe ein seufzen abverlangt hatte. Jedoch nickte sie bloß dazu, wandte sich herum und begab ihre Schritte genau in diese Halle hinein. Sie hatte etwas vollkommen proziges erwartet, nur die Halle war in solch einer warmen Atmosphäre gehüllt das sie ihre Schritte nur noch weiter hinein führte. Hier war nichts zu sehen von einem König, eher von einem Manne der sich nicht unnötig in Luxus schmiss und dies gefiel ihr auf Anhieb.  „Nun, so etwas hatte ich nun nicht erwartet.“, musste sie es einfach kommentieren ehe ihre Augen auf eine große Schale mit Obst und Früchten fiel. Selbst, wenn sie seit dem Morgen nichts zu sich genommen hat, so wollte sie wahrlich nicht als unfreundlich angenommen werden und widerstand dem Drang sich etwas davon zu nehmen. „Greift nur zu, es ist reichlich da.“, vernahm sie mit einem Male eine Stimme, die sie automatisch ertappt herum drehen ließ. Alfadas schien dies nicht wirklich zu überraschen, nein, sondern eher im Gegenteil. Grenzend an dem Königs Thron stand ein blonder Elb, der einen äußerst erfahrenen Ausdruck in seinen Augen hegte. Ihn schien es allerdings weitaus mehr zu amüsieren als sie selbst. „…Habt vielen .. Dank.“, brachte sie nur etwas zögerlich hinaus und wandte sich wieder zu der Obstschale hin, nahm sich einen Apfel und biss in diesen zaghaft hinein. Sie wusste nicht das sich in dieser Stadt noch mehr Elben aufhielten, doch hatte Alfadas nicht auch von weiteren  Stadtelfen gesprochen? Hatte sie gedacht der blonde Elb würde noch etwas weiteres zu ihr sagen, so hatte sie sich getäuscht. Allein wurden einige Elbische Worte zwischen ihm und Alfadas gewechselt, bei denen sie schon aufhörte zu zuhören. Sie verstand die Worte nicht, weswegen sie kein Verlangen danach hegte es auch nur zu versuchen. „Es muss etwas getan werden, mein König. Minas Tirith kann nicht dabei zusehen wie der Rest der Welt verkommt!“, hallte eine alte männliche Stimme durch die Halle, nur konnte sie niemanden erkennen. Nicht einmal die Antwort darauf konnte sie erlauschen, da diese wohl äußerst leise gesprochen wurde. Doch rasch erschienen die beiden Personen, die ein Gespräch führte in der Halle. Ein Mann mit langen Bart, ihm stand das Alter ins Gesicht geschrieben und einer im mittleren Alter. Wenn sie sich nicht recht täuschte, so war der jüngere der beiden der König. Zumindest hatte die ältere Stimme jemanden mit König angesprochen und sonst keiner der dazu passen ** könnte betrat die Halle. Schnell beendete sie noch den letzten Bissen des Apfels, konnte jedoch nicht den Blick von dem älteren Herren abwenden. Sein Stab, an dem er sich abzustützen schien - hin und wieder mal - war einem Magier ähnlich. Nein, es war sogar einer. „Willkommen in Minas Tirith!“, erhob nun der jüngere seine Stimme und ließ sich gemächlich auf den Königsthron nieder, was ihre Schlussfolgerung zuvor nur bestätigte. Automatisch, um nicht unfreundlich zu wirken, strich sie sich die Kapuze von ihrem Kopf und ließ somit freie Sicht auf ihre Existenz. „Oh, eine Dalísh Elfe und ein weiterer Elb. Welch eine Freude!“, führte der König seine Worte weiter fort. „Wenn mich mein Auge nicht trügen, so seid Ihr ein Dúnedain, mein Herr. Ich bin hier, um Euch zu warnen .. Euer Reich zu warnen. Es erheben sich Aufstände in vielen abseits gelegenen Reichen, fernab von hier. Magister ziehen ihre Aufmerksamkeit auf das Reich von Minas Tirith, da Ihr ein Dorn in dessen Augen seid.“, begann  sie zu sprechen und registrierte sofort den überzeugten Blick des offenbar weißen Zauberers. Lediglich Legenden sprachen davon wie ein weißer Zauberer für den dunklen Herren, der den Krieg damals gegen die Reiche anfühte, arbeitete. Nur glaubte sie kaum das es dieser sein konnte. „Dies muss Schicksal sein, welches einen Waldelb und eine Dalísh Elfe hierher brachte, mein König. Sie preist dies, was ich Euch seit Wochen versuche zu sagen.“, mischte sich nun der Zauberer mit ein und selbst der blonde Elb nahm schlagartig einen anderen Ausdruck an. „Wie kann ich mir sicher sein das Ihr die Wahrheit sprecht?“, brachte der Dúnedain von sich, wonach sie ihre Ärmel hinauf streifte und somit Einblicke auf die Zeichen ihrer Haut gab. Ohne darüber groß nachzudenken ließ sie diese Aufleuchten und behielt ihre Augen auf den König. „Einem mächtigen Magistraten liegt es seit einigen Jahren in Gedanken das Reich einzunehmen und dies tat er. Durch verzehrende dunkle Blutmagie nahm er diese ein,  und bindet Elfen, sogar Menschen an sich. Ein Magistrat der auf mehr Macht aus und dies in einem schrecklichen Weg. Mir gelang die Flucht aus der Sklaverei nachdem ich Jahre als die Hand des Magistrat gehalten wurde. In ihm war nicht die Absicht sich selbst zu schützen, ich wurde unter Qualen dazu berufen seine Feide auszuschalten. Er brannte mir die Macht dazu ein. Ich wurde als Dalísh Hüterin geboren, mein Schicksal lag darin ein Volk zu führen und zu wahren. Mir fließt die Magie seit meiner Geburt in meinen Adern. Doch sie wurde dazu benutzt grausames Auszuführen. Der Schmerz raubte mir mein Gedächtnis, doch ich erlange es mit jedem Tag mehr zurück. Glaubt mir, dies ist kein Trick um Euer Haupt zu vergiften.“

 

Er konnte förmlich spüren, dass sie alle ihre Emotionen zurück zu nehmen versuchte, noch bevor er überhaupt etwas gesagt hatte. Ob er überhaupt noch einigermaßen aus dieser Sache hinaus kam war fragwürdig, eher wirkte es so als würde sie wirklich gleich aufstehen und gehen, doch blieb sie sitzen, auch nachdem die Worte ausgesprochen waren, welche ihm derart schwer vielen. Ihre Entgegnung allerdings lässt lang auf sich warten, sodass er sich innerlich schon fast von allen Zärtlichkeiten verabschiedet, wie auch von ihrer Liebe. Unweigerlich wird auch sein Gesicht etwas kühler, versucht er sich seine Schmach nicht ansehen zu lassen, selbst wenn dies alles eigentlich lange vor ihrer Zeit geschehen ist. “Du musst nicht alleine auf dem Sofa schlafen, ich werde auch nicht oben bleiben. Sie allerdings schon, ich kenne ihre Mutter nämlich nicht, Emilia wohl auch nicht, deswegen bin ich für sie verantwortlich. Aber Meredith, sie ist vier”, spricht er ausdruckslos, rein informativ ehe er mit einer kurzen Pause versucht sich zu erklären,” Das war eine ganz andere Zeit, ich war mehr tot als am Leben, nicht mal wirklich ansprechbar, weil ich eigentlich immer irgendetwas intus hatte, ganz besonders vor den Vollmondnächten. Ich kann mich an wirklich nichts erinnern, glaub mir, das plagt mich den ganzen Abend, aber ich kann mich einfach an nichts erinnern. Wenn Du mich nicht sehen möchtest kann ich das aber verstehen, dann schlafe ich wo anders.”

 

Eingehend betrachtete sie ihre Hände als wäre dies das erste mal das sie bemerkte, dass sie überhaupt welche hatte während sie ihre Gedanken langsam unter Kontrolle brachte. Einen Augenblick lang hielt sie ihre Augen weiterhin gesenkt als er zu sprechen begann, blickte dann jedoch auf um seine Gefühlsregung einzuschätzen doch er schien ebenso ausdruckslos wie sie im Moment wirken musste. Es erleichterte sie irgendwie, dass er nicht wusste wer die Mutter des Kindes war, bemerkte sie doch erst jetzt das Eifersucht in ihr aufgeflammt war allein bei dem Gedanken, dass eine andere Frau eine Rolle in seinem Leben haben könnte sei es auch nur durch die Verbindung über das Mädchen. Doch es tat ihr auch leid für Emilia. Die Ausmaße der Situation wurden ihr nur langsam klar und sie wusste nicht ob sie dem gewachsen war. Ob er der Vaterrolle gewachsen war wenn er sich vor nicht allzu langer Zeit schon so schwer getan hat sie in sein Leben zu lassen. Mit den Händen fuhr sie sich durchs Haar und stieß ein Seufzen aus. „Du musst nicht woanders schlafen Jake.“ War das erste was sie von sich gab ehe sie ihn nun wieder ansah, eine Unzahl verschiedenster Gefühle war nun in ihrem Gesicht zu lesen. Irgendwie beunruhigte sie der Gedanke an seine Vergangenheit, die er zum ersten Mal anschnitt. Er wusste immerhin genauso wenig etwas über die ihre das sie auch nie Fragen gestellt hatte. Vergangen ist vergangen was machte es da schon für einen Unterschied ob man darüber redete oder nicht? Abgesehen davon das ein Teil seiner Vergangenheit zur Gegenwart geworden war und nun oben im Bett schlief. „Du musst dich um sie kümmern, dass ist logisch. Immerhin ist sie deine Tochter.“ Wow. Sehr gute Aussage für den Anfang, kommentierten ihre Gedanken ironisch das Gesagte von dem sie auch selbst wusste wie lächerlich das klang. „Ich mach dir keine Vorwürfe oder sowas denk das bloß nicht. Ich muss das ganze nur erstmal sacken lassen..Wir ähm.. sie braucht ein Zimmer.. und Kindersachen.“ Sie runzelte ein wenig die Stirn und erhob sich nun ebenfalls vom Sofa, dieses mal war sie diejenige die hin und her schritt. Was wusste sie schon von Kindern, Erziehung und was alles dazu gehörte? Ein anderer Gedanke keimte in ihr auf und nun unsicher drehte sie sich zu ihm um. „Willst du, dass ich gehe? Für sie ist das bestimmt nicht einfach und wenn du erst einmal ungestört eine Bindung zu ihr aufbauen willst ist das okay.“ Nein, dass wäre es ganz und gar nicht doch möglich wäre es ja das er das in Betracht zog.

 

 

 Ihre Worte, die für ihn kamen wie ein angenehmer Lichtblick in der Dunkelheit lassen ihn stutzen, sodass ein klein wenig Gefühl in sein Gesicht tritt, ist es nun nicht mehr einzig und allein die Niedergeschlagenheit, welche darauf zu sehen wäre. Alles, was sie sagt erscheint ihm vollkommen logisch, ist es einfach klar, was er nun zu tun hatte. Er war Vater, müsste auf sein Kind aufpassen und dafür sorgen, dass ihr Umfeld kindergerecht war. Zumindest für den Grundstein wäre schon gesorgt, immerhin ist wirklich sein kompletter Kofferraum gefüllt mit Dingen, die Kinder eben so brauchen. Lediglich ein Bett und sonstige große Möbel fehlten noch, würden sie dies aber schnell hinbekommen, hatten nun immerhin ein wenig Geschick darin Dinge für die Einrichtung zu besorgen. Und klang es auch ganz danach als würde sie ihm helfen wollen, glaubt er das zumindest ehe sie ihre letzten Worte ausspricht, welche ihm buchstäblich die Gesichtszüge entgleiten lassen. “Was?!”, entgegnet er ohne weiter darüber nachzudenken, während er sich die Absurdität ihrer Aussage vor Augen führt. Wie bitte sollte er das alleine schaffen? Selbst wenn sie nicht ihre Tochter war, demnach auch nichts mit ihr zu tun haben müsste, so hatte ihn ihr Beistand doch ein wenig beruhigt, klang es als würde sie bei ihm bleiben und somit einfach kraft spenden. Waren ihre Worte nun ernsthaft und sie machte sich Sorgen darum, dass er sie nicht mehr bei sich haben wollte, weil die Umstände es nicht zuließen oder sucht sie gerade einfach nur nach einem Weg aus dieser ganzen Sache raus?

Sich vor sie kniend nimmt er ihr das Glas aus der Hand, stellt es rücklings auf den Tisch, um sich lediglich ihr widmen zu können. “Meredith, ich will nicht, dass Du gehst, das habe ich nie gewollt. Ich habe versprochen Dich zu beschützen und dafür zu sorgen, dass es Dir gut geht, das hat sich nicht geändert. Mein Rudelinstinkt wird wohl gut dafür reichen auf euch beide aufzupassen, da bin ich mir sicher. Wenn es allerdings so ist, dass Du mit dieser Situation nicht klar kommst und gehen möchtest, von Dir aus, dann musst Du das tuen. Aber selbst dann werde ich Dich beschützen, das habe ich Dir auch versprochen.”

 

Beobachtend wie er sich vor ihr hinkniete erklangen auch schon seine Worte. Auf eine Art und Weise sehr beruhigend auf der anderen Seite jedoch fast ein wenig frustrierend. Ihr war klar, dass sie sich nun etwas reinsteigerte es war nicht nur der Rudelinstinkt oder sein Versprechen, dass ihn bei ihr hielt. Er liebte sie das hatte er zuvor gesagt und doch waren die Worte die er sprach derart unglücklich gewählt das sie fast erwartete es wären nur die ersteren beiden Dinge wegen denen er bei ihr war. Die Gedanken wieder vertreibend rief sie sich selbst zur Ordnung immerhin wusste sie es ja besser aber die Situation war sehr wirr. Ehe sie antwortete ließ sie sich vom Sofa gleiten in den schmalen Zwischenraum den er zwischen sich und dem Sofa gelassen hatte sodass sie ihm wieder nah war. „Ich hab keine Ahnung ob ich mit der Situation klar komme oder nicht. Ehrlich nicht. Ich bin sicher grauenvoll im Umgang mit Kindern.“ Dieses mal war es eher die Sorge, die aus ihrer Stimme zu hören war welche doch davon sprach, dass sie nicht gehen würde. Sie wüsste nicht einmal wohin immerhin war er alles was ihr wichtig war. Sie hockte ihm direkt gegenüber sodass sie ihre Stirn gegen seine Schulter lehnen konnte wie zu einer kurzen Ruhepause. Stumm kraftschöpfend legte sie die Hände auf seine Oberschenkel und drehte ihren Kopf leicht seitlich um ihre Lippen gegen seinen Hals zu drücken. „Ich will nicht das du nur bei mir bist weil du denkst mich beschützen zu müssen. Ich hab nur.. es ist deine Tochter. Sie ist deine Familie und genau das braucht sie. Ich will mich nur nicht aufdrängen..das ganze verändert die Sache.“, sprach sie ihre nagenden Ängste aus. Familienleben war wirklich nichts was sie kannte oder in dem sie geübt war, dass war bei ihm wahrscheinlich nicht anders. „Ist sie eigentlich auch ein Werwolf?“, überkam sie die im ersten Moment dringlichere Frage.

 

 

Ihre Berührungen spürend gibt er sich diesen voll und ganz hin, lässt sogar ihre vollkommen absurden Worte über sich ergehen ehe er schließlich einschreitet, dabei ihre Frage für einen Augenblick in den Hintergrund stellt. Sanft, doch deutlich bestimmender als sonst legt er seine Hände an ihre Wangen, sodass es für sie unmöglich wäre seinem Kuss auszuweichen. Ohne das kleinste Fünkchen Gegenwehr legt er also seine Lippen auf die ihren, verwickelt sie in einen innigen Kuss, sodass er ihr ohne Probleme ein kleines Seufzen raubt. “Du bist meine Familie und hörst endlich auf Dich permanent nieder zu machen. Als ob ich besser darin bin mit Kindern umzugehen, solche Dinge lernt man. Wenn sie weinen, ist was schief gelaufen, dann muss man es anders machen, fertig”, murmelt er an ihre Lippen, während er ihren Körper näher zu sich zieht. “Wenn Du da bist, dann bin ich erst wirklich komplett, außerdem hat sie auch einfach mehr Familie, wenn Du auch mit zur Familie gehörst. Du drängst Dich nicht auf, Du gehörst dazu.”

 

Eins musste man ihm lassen, es gelang ihm mit Leichtigkeit sämtliche Gedankengänge ihrerseits zu unterbinden. Egal wie er es machte, sie war ihm dankbar dafür und gab sich auch dementsprechend dem innigen Kuss hin. Im Zusammenhang mit seinen Worten bildete sich ein leichtes Lächeln auf ihren Lippen aus. „Und ich hatte gedacht du wärst nicht so geschickt darin die richtigen Worte zu finden.“, erwiderte sie nun wieder ein wenig neckischer um den Moment aufzulockern. Gleichermaßen schmiegte sie sich noch ein wenig mehr an seinen Körper ehe sie sich noch einen weiteren Kuss stahl. „Wir geben mit Sicherheit eine super Bilderbuchfamilie ab.“ Sie beide waren an sich schon ein seltsames Paar aber im Zusammenhang mit einem Kind war nur klar das es nicht normaler werden würde aber das war ihr ja schon von anfang an klar gewesen. Jedenfalls fast von anfang an.

 

 

 

Er wusste genau, dass er mit der Zeit nur noch unangenehmer werden würde. Sicher, er konnte wundervoll auf sie aufpassen, war wohl ein passabler Liebhaber und würde alles für sie tuen und dennoch gab es einen Instinkt, den er in dieser Welt sicher nicht derart ausgeprägt besitzen sollte. Und definitiv, ohne weiter darüber nachdenken zu müssen war es seine Eifersucht, würde er am liebsten jedes männliche Wesen in ihrer Umgebung den Kopf abreißen. Das jedoch wäre vollkommen übertrieben, kann er einfach nicht unterscheiden wer eine wirkliche Gefahr für ihn ist und wer einfach nur nett zu Meredith war. Der Postbote zum Beispiel erscheint ihm insgesamt eigentlich ziemlich nett, doch ist er sich auch nicht ganz sicher, ob er vielleicht noch mehr Gedanken hegte. Zumal er in letzter Zeit viel weg war, sich um seine Tochter kümmern musste, aber bis zur nächsten Vollmondnacht auch zwingend herausfinden wollte wie die ganze Sache einfacher zu gestalten wäre. Unweigerlich wusste er also nicht zu einhundert Prozent, ob was genau sie tat und vor allem mit wem. Auch heute war wieder ein Tag an dem die ganze Situation förmlich eskaliert. Mit ihrem Handy durch das Haus laufend ruft er laut ihren Namen, während auf dem kleinen Display irgendein Männername angezeigt wird, der ihm nichts sagt. “Meredith, meinst Du nicht, dass Du mir etwas erklären möchtest?”

 

Daran, dass sie Jake liebte bestand kein Zweifel. Nicht einmal ansatzweise konnte sie dieses Gefühl anzweifeln welches sie erfüllte unabhängig davon ob er anwesend war oder nicht . Es war etwas beständiges, dauerhaftes als hätte er ihr Innerstes gebrandmarkt sodass es auch nicht in Vergessenheit geraten konnte. Doch an die ganze Sache mit dem Zusammenleben musste sie sich wohl erst noch gewöhnen, bei gewissen Dingen hatte sie mittlerweile lernen müssen Rücksicht auf ihn zu nehmen. Sowie seine Eifersucht. Es war eine große Umstellung. Normalerweise war sie es gewohnt stets einen koketten Augenaufschlag oder sonstige harmlose Flirterein parat zu haben wenn sie so einen Vorteil für sich hervorrufen konnte, es war einfach ihre Art genau wie sie es liebte ihre Mitmenschen zu provozieren oder sie aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Im Allgemeinen musste sie sich nun jedoch mit dergleichen zurückhalten. Nun was hieß sie musste, sie tat es um Streiterein aus dem Weg zu gehen umso erstaunter war sie auch seine Stimme durch das Haus schnitt. Irritiert sah sie davon ab das Gemüse zu zerkleinern welches sie zubereiten wollte und starrte stattdessen auf den Display. „Was machst du bitte mit meinem Handy? Vielleicht solltest du mir das eher erklären?“, erwiderte sie verärgert auf seine Frage. Natürlich war ihr der Name ein Begriff doch da es dazu nicht viel zu erklären gab griff sie sogleich nach ihrem Handy.

 

Er wusste nicht genau wie das mit ihnen weiter gehen sollte, wahrscheinlich hatte er es sich einfach leichter vorgestellt mit einer Frau zusammen zu leben, dazu noch mit einer, die er liebte. Bei jeder Berührung und bei jedem noch so kleinen Geräusch stellte sich zu jeder Zeit sein Instinkt ein. Zum einen wollte er sie permanent beschützen und zum anderen die Zeit die ihnen für sich blieb ausnutzen und ihr am liebsten die Kleider verbieten. Alles schien schwerer und vor allem nicht leicht mit ihrem Leben zu vereinbaren. Er konnte auch gut mit diesem kleinen Rudel leben, war dies mehr Gesellschaft als die, die er in den letzten Jahren zusammen erlebt hatte. Sie hingegen brauchte auch außerhalb der Beziehung zu ihm ein wenig Nähe, weswegen er schier zur Weißglut getrieben wurde, konnte er das einfach nicht verstehen, schon gar nicht wenn es sich bei dieser Gesellschaft um junge Männer handelte. Für ihn war es aufgrund all dieser Tatsachen auch überhaupt kein Problem an das Handy des anderen zu gehen, sie zumindest hätte die permanente Erlaubnis sich an seinem zu vergreifen. Ihrer Reaktion jedoch kann er klar und deutlich entnehmen, dass das bei ihr anders aussieht, ist er für den Augenblick viel zu verblüfft als dass er sie davon abhalten könnte das Handy aus seiner Hand zu nehmen. “Ich bin Dein Mann, derjenige, der auf Dich aufpasst, Dir Deine Orgasmen entlockt und der einzige, der alle Deine Geheimnisse kennen darf, wie also bitte soll ich diese vollkommen unnötige Frage verstehen? Ich mache mit Deinem Handy alles, wenn ich es will. Du kannst ja auch an meines gehen! Im Gegensatz zu Deinem Handy wirst Du darin allerdings nur zwei weibliche Nummern finden. Eine Bibliothekarin in Kanada, die uralte Bücher verwaltet und eine mit mir über tausend Ecken verwandte Wehrwölfin. Nebenbei bemerkt ist sie knapp dreifach so alt wie ich und hässlich wie die Nacht, wer hat also mehr Grund sich zu beschweren. Im Übrigen habe ich jetzt auch keinen Hunger mehr. Vielleicht sollte ich auch anfangen anderen Röcken nachzublicken, wie würde Dir das gefallen?” Sie ohne ein weiteres Wort stehen lassend geht er aus der Küche, hoch in ihr Schlafzimmer. Dort sucht er schnell ein paar seiner Anziehsachen zusammen und legt alles auf einen Haufen, er würde etwas neues brauchen sobald er zurück kam. Noch immer ohne ein Wort zu verlieren schiebt er sich durch das Treppenhaus, legt seinen Schlüssel unter die Fußmatte ehe er auch schon alle vier Pfoten im Sand vergräbt, diesen aufwirbelnd davon läuft, schnurstracks in Richtung Wald. Erst vor einigen Tagen hatte er dort ein wildes Rudel Wölfe entdeckt, machten ihn solche Angelegenheiten immer neugierig.

 

Seine Worte lösten die verschiedensten Emotionen in ihr auf. Aber in erster Linie war sie wütend und zwar ziemlich da er einfach so an ihr Handy ging. Es war nicht so, dass sie etwas zu verbergen hatte, man konnte es wohl auch als Altlast ansehen das es sie störte. Früher hatte sie stets immer irgendwas zu verbergen gehabt und so war es einfach eine Reaktion, die ihr in so einer Situation ins Fleisch und Blut übergegangen war. Auf der anderen Seite war sie wieder einmal überrascht aufgrund seiner Eifersucht. Man konnte von ihr sagen was man wollte sie als eine Lügnerin oder Diebin  bezeichnen doch eine Frau, die ihren Mann betrog das war sie mit Sicherheit nicht. Fast fühlte sie sich wie ein getadeltes Kind während ihre Finger das Handy umgriffen und sich bei der Vorstellung das er anderen Frauen nachgucken könnte ihr Magen zusammenzog. Umso erstaunter war sie als er einfach die Küche verließ und sie so stehen ließ. „Wo willst du hin?“, rief sie unwissend ob ihre Verärgerung oder ihre Verwirrung vorherrschte. „Jake! Du kannst mich jetzt nicht so stehen lassen.”, fügte sie hinzu und beobachtete wie er ohne ihr auch nur Beachtung zu schenken durch die Haustür verschwand. Ungläubig setzte sie ihren Schritt automatisch nach und starrte ihm nach wie er schnell Distanz zwischen sich und dem Haus gebracht hatte. Noch einmal rief sie nach ihm übermannt von plötzlicher Frustration ehe sie wieder eintrat und die Tür hinter sich zuwarf. Ihren Schritt wieder in die Küche lenkend warf sie das Handy unachtsam auf die Anrichte und starrte kurz das halbzugerichtete Essen an. Sie war eine miserable Köchin, also warum sich die Mühe machen? Doch irgendwie musste sie sich ja beschäftigen während sie sich fragte wo zum Teufel er hin war und wann er denn vorhatte wieder zu kommen. Es machte sie wahnsinnig nicht zu wissen wo er ist, dass tat es immer und jedes Mal quälte sie die Angst das ihm was zustoßen könnte. Ein leichter Schauer durchlief ihren Rücken sodass sie hastig nach einer Flasche Wein griff und sich ein Glas eingoss. Sich einen großen Schluck davon genehmigend begann sie nun mit mehr Nachdruck das Gemüse zu massakrieren. Vielleicht hatte sie überreagiert an sich war ja nichts dabei.. vielleicht hat er auch überreagiert. Ja sie war seine Frau aber wenn er nicht da war ertrug sie es nicht mit sich allein zu sein und musste einfach andere Menschen um sich rum haben, dass diese nun männlich waren dafür konnte sie streng genommen nicht einmal was. Verloren in ihren Gedanken zerhakte sie das Gemüse mehr als beabsichtig was ihr jedoch erst bewusst wurde als der sengende Schmerz durch ihre Hand fuhr und das Brett sich leicht rot färbte. Fluchend ließ sie das Messer fallen und ließ Wasser über die Schnittwunde am Finger laufen. Nach einigen Momenten so wütend über sich selbst warf sie alles auf dem Brett in den Müll, schnappte sich die Flasche Wein und verzog sich ins Wohnzimmer nachdem sie sich ein Tuch geschnappt und um den Finger gewickelt hatte.

Wie lange sie genau wartete das er wiederkam wusste sie nicht genau jedoch war es genug Zeit um die Flasche fast gänzlich zu leeren sodass sie auch lange nicht mehr den Schmerz spürte der mit einer solchen Schnittwunde verbunden war.  Jedoch war die Wut längst anderen Gefühlen gewichen sodass sie nun nur noch mehr aufgelöst war. Die Zeit die verstrichen war hatte gereicht um sich völlig reinzusteigern. Das verräterische Geräusch des Schlüssels ließ sie sofort hochschrecken und zur Tür eilen. Mit verblassten Spuren von Tränen sprudelten die Worte heraus als befürchte sie wieder nicht zu Wort zu kommen. „Du kannst nicht einfach so gehen! Ich hasse es wenn du irgendwo bist und ich nicht weiß wo! Du bist wenigstens in der Lage irgendwas  zu unternehmen wenn mir was zustoßen sollte. Du kannst mich beschützen aber was ist mit mir? Was soll ich den bitte tun wenn dir was passieren sollte und ich nicht mal weiß wo du bist oder was ich machen soll? Weißt du überhaupt was du mir damit antust?“ Unweigerlich offenbarte sie die schreckliche Angst auf welche Art auch immer verlassen zu werden. Hastig fuhr sie sich mit dem Handrücken über die Augen in denen sich erneut Tränen sammelten.

 

 

"Schnall Dich an, ich bin das Problem", antwortet er wohl wahrheitsgemäß auf ihre Frage ehe er auch schon den Wagen in Bewegung bringt, ihn sicher wieder zurück auf die Straße steuert und ihr somit auch die Möglichkeit nimmt doch noch auszusteigen. Sein Gesichtsausdruck sagt allerdings deutlich aus, dass er nicht reden würde, weswegen sie es wohl auch nicht ein weiteres mal versucht, stattdessen stumm, wohl nachdenklich aus dem Fenster sieht. An der nächsten Tankstelle endet ihre Reise fürs erste, braucht er zunächst ein neues Handy, eine neue Nummer und somit die Möglichkeit zumindest eine seiner Fragen zu klären. Auf dem dazugehörigen Parkplatz parkend weist er sie an für einen Augenblick zu warten, während er aussteigt und in die Tankstelle geht, um wieder an ein Handy zu kommen. Das war wohl das Problem mit Menschen, die einem wirklich wichtig waren von ihnen konnten Worte und Taten viel mehr weh tun als von jedem anderen. Stumm schnallte sie sich an, fragte sich was er damit meinte das er das Problem war fragte aber nicht nach sondern blickte stumm nach draußen ehe sie irgendwann die Augen schloß und nur noch dem Motor lauschte. Es frustrierte sie zutiefst wie die Stimmung gekippt war hatte sie sich doch so auf einen normalen Tag gefreut. Als der Wagen hielt blickte sie ein wenig verwirrt nach draußen und sieht ihm kurz nach. Trotz der Worte das sie warten sollte wollte sie raus. Jedoch öffnete sie zunächst das Handschuhfach und fand zu ihrer Zufriedenheit was sie wollte. Stift und Zettel. Schnell versah sie den Zettel mit der Aussage, dass sie gleich wieder da wäre und legte diesen dann auf den Sitz bevor sie aufstand und um die Tankstelle rum zu den Toiletten ging. Nie wieder verschwinden ohne bescheid zu sagen, dass stand fest. Der gang hierher war eigentlich nur zur Abkühlung gedacht weswegen sie auch nur am Wasserhahn stand und einige Augenblicke einfach nur das Wasser über ihre Arme laufen ließ und sich etwas davon ins Gesicht spritzte. Er war also das Problem, aber warum? Es machte sie verrückt weiter darüber nachzudenken weswegen sie sich auch schon wieder herumwand um zurück zum Auto zu gehen. Das Telefon in der Hand ist er eigentlich recht froh, dass er somit nun zumindest eines ihrer Probleme lösen könnte. Immerhin könnte er so einige seiner Art erreichen, vielleicht wüsste irgendjemand etwas mehr über die Vollmondnacht wie er sie nun zu überstehen hatte. Als er allerdings wieder beim Wagen ankommt bleibt sein Herz scheinbar für einige Sekunden stehen, erblickt er nicht wie erwartet ihre Gestalt auf dem Beifahrersitz, ist sie allgemein nirgendwo in der Umgebung zu sehen. Dennoch zum Auto stürzend sucht er nach irgendwelchen Hinweisen auf ihren Verbleib ehe ihm schließlich ihr Zettel in die Hand fällt. Dieser allerdings hilft ihm auch nicht sonderlich weiter, weiß er nicht einmal wohin genau sie nun gegangen ist, sodass er sich nur panisch umsieht, wohl dazu verdammt ist einfach hier zu warten. Würde er sich vom Wagen entfernen und sie zurück kommen würde sie ihn vielleicht suchen. Für einen Moment hatte er schon gar nicht mehr daran geglaubt, doch erblickt er ihren zierlichen Körper schließlich neben der Tankstelle. Innerhalb von Sekunden steht er schließlich bei ihr, umfasst ihr Gesicht mit seinen Händen:" Hör auf einfach wegzulaufen! ‘Ich bin gleich wieder da’ ist keine sonderlich präzise Aussage!" Sie hatte wirklich damit gerechnet das der Zettel ausreichen würde, doch die Art wie er sie anblickte sprach deutlicher als seine Worte das dies nicht der Fall war. Schuldbewusst nickte sie leicht. „Entschuldige, ich dachte du bräuchtest noch länger drinnen sonst hätte ich mir nicht so viel Zeit gelassen.“, erwiderte sie und ahnte dann schon das dies auch nicht grade die richtige Antwort war. Auch die schnippische Bemerkung, dass sie das nächste Mal eine genaue Zeitangabe machen würde wie lange sie weg bleiben würde und wo sie war blieb ungesagt. Er schien tatsächlich ständig in Sorge um sie und sie wollte ihn nicht noch damit quälen das sie uneinsichtig blieb. Stattdessen hob sie die Hand und strich ihm leicht über die Wange. „Ich verschwinde nie wieder einfach so. Versprochen.“, fügte sie aufrichtig hinzu wobei sie ihm fest in die Augen blickte und wahrscheinlich war dies grade das erste Versprechen in ihrem ganzen Leben das sie vollkommen aufrichtig meinte. Den Moment ausnutzend das er so dicht bei ihr stand schmiegte sie sich in seine Arme und suchte auf diese Art unbewusst Bestätigung. Vor ihr stehend weiß er im ersten Moment gar nicht wirklich, was er sagen soll, wirkt die ganze Situation einfach ein wenig grotesk. Die Gedanken daran verscheuchend wie es das letzte Mal ausgegangen war, konzentriert er sich lieber auf ihre Gegenwart, während er auch schon spürt wie sich ihr zierlicher Körper dem seinen entgegen drückt. Mehr aus einem Reflex heraus schließt er schließlich seine Arme um sie, zieht sie dicht an sich heran. "Mach das einfach nicht wieder, okay?", flüstert er leicht in ihr Ohr, während seine Finger mit ihren Haaren spielen. Mehr aus der Situation heraus als dies wirklich zu wollen beginnt er schließlich noch einmal über diese ganze Sache nachzudenken ehe er letztendlich wirklich seine Stimme erhebt:" Ich bin einfach beleidigt, weil Du mich so weggestoßen hast, es für Dich so einfach schien zu entscheiden, dass Du scheinbar nie ein Kind von mir möchtest. Wenn ich so schrecklich bin, warum bist Du dann noch da?" Erleichterung durchströmte ihren Körper die die Anspannung löste die sich in den letzten schweigsamen Minuten mit ihm angestaut hatte als er sie in die Arme zog. Mehr noch beruhigte sie seine Finger an ihrem Haar. Eine der seltenen liebevollen Gesten, die ihr in der Kindheit zugekommen waren war das streichen über ihre Haare gewesen und immer noch wirkte dies besänftigend für sie wie wenn man eine Katze kraulte. Die Augen schließend legte sie ihre Stirn an seine breite Schulter und schwieg. Es gab wohl das ein oder andere was sie überdenken musste wenn sie ihn scheinbar schon durch kurze Abwesenheit in Angst versetzen konnte auch wenn die Reaktion ja nur zu verständlich war wenn man die Umstände bedachte. Erst als er sprach hob sie ihren Kopf wieder und sah ihn ein wenig erstaunt an. Ihre erste Erwiderung verschlug sie jedoch wieder schnell und dachte stattdessen noch einmal gründlich darüber nach was er gesagt hatte. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass dies das Problem war und ihn unbewusst gekränkt zu haben überraschte sie und ließ sie sich ein wenig schlecht fühlen. „Jake ich hab nie in meinem Leben über Kinder nachgedacht und ich bin der Meinung, dass ich eine grauenvolle Mutter abgeben würde. Aber das ich dich gestern abgewiesen habe hat damit nichts zu tun das ich niemals ein Kind haben möchte und selbst wenn dann eins von dir. Ich hab dich abgewiesen weil du mir gesagt hast, dass ich das tun soll und weil mich die Situation ein wenig überfordert hat. Und ich bin immer noch da, weil ich dich liebe. Ich will nicht gehen und ich wollte dich mit Sicherheit nicht kränken oder beleidigen.“ Sie endete ihre Worte und blickte ihn ernst an um nicht das Gefühl zu vermitteln das diese Worte nur daher gesagt waren. Ihre Worte sagten im letztendlich zwar, dass seine Befürchtungen fast schon überflüssig scheinen, doch konnten sie ihn auch nicht komplett besänftigen. Das Gefühl in dieser Weise einfach zurück gestoßen zu werden blieb noch immer. Sie seufzend an sich ziehend legt er den Kopf auf ihre Schulter, für einige Augenblicke inne haltend. "Du würdest keine grauenvolle Mutter abgeben", murmelt er leise, doch bestimmend in ihr Ohr ehe er sich wieder ein wenig aufrichtet. Sanft über ihre Wange streichend blickt er in ihre Augen, während allein aufgrund seiner Körperhaltung klar wird, dass sein Gefühl das gleiche geblieben ist. "Ich weiß selbst nicht, was ich will, ob ich Kinder möchte. Du hast mich innerhalb eines Atemzuges weggeschickt beziehungsweise einfach akzeptiert, dass es für den Augenblick vielleicht das beste ist. Wahrscheinlich stelle ich mich an", spricht er ein wenig kühl, vielleicht sogar zurückgezogen, während er ihre Hand nimmt, sie schließlich wieder zurück zum Auto leitet. Dort angekommen ergreift er sein neu erworbenes Handy, wählt eine Nummer, die ihm fast schon in Fleisch und Blut übergeht. An der anderen Leitung meldet sich sofort eine männliche Stimme, der seinen ziemlich ähnlich, doch war keine wahre Verwandtschaft vorhanden. Innerhalb einer knappen Minute war die Situation erklärt, musste er nicht weiter ausführen um was es ging, würde sich die Sache fast schon von selbst erklären. So war schnell ein Termin abgemacht ehe er auch schon auflegte und zu ihr in den Wagen steigt. Dies war der erste Moment in ihrem gesamten Leben, in dem sie ganz ernstahft über das Thema Kinder nachdachte. Natürlich dieser Gedanke hatte auch schon früher ihren Verstand gestreift doch eher aus Spielerei und aufgrund ihrer weiblichen Hormone , die wohl immer mal mit einer Frau durchgingen wenn sie ein Baby sah, dagegen war kaum etwas zu machen, lag das scheinbar einfach in der Natur. Aber sie hatte es nie in Erwägung gezogen. Ihr Glauben eine schlimme Mutter zu werden war recht stark ausgeprägt und zudem hatte sie noch nie jemanden wie Jake in ihrem Leben gehabt. Jemanden den sie von Grund auf liebte und das ohne Einschränkungen und jemand, der sie erstaunlicherweise zurückliebte. Seinen Kopf an ihrer Schulter spürend strich sie ihm leicht über den Rücken, die Tatsache das sie ihn unwissentlich gekränkt hatte schmerzte sie selbst zutiefst. „Ich wusste nicht das du so darüber denkst. Die Männer, die ich bis jetzt kennengelernt habe wären schon panisch über alle Berge geflüchtet ehe ich einen Satz mit Kindern überhaupt zu ende sprechen könnte.“ Sein Blick fand den ihren und jetzt verfluchte sie sich innerlich für ihr scheinbar unsensibles Verhalten am Vorabend. Mittlerweile sollte sie sich doch darüber klar sein, dass er in so gut wie jeder Hinsicht anders war als jene Männer die sie sonst kannte und die Zahl derer mit denen sie länger etwas zu tun gehabt hatte war verschwindend gering. Sobald sie wieder im Auto saß beobachtete sie ihm beim Telefoniere ehe er sich ebenso setzte. „Du hast nicht so viel Kontakt zu deinen.. äh zu anderen Werwölfen oder?“, fragte sie und rutschte näher zu seinem Sitz um ihren Kopf leicht an seine Schulter zu lehnen, die einzige Art des Kontaktes, die ihr einfiel bei der sie ihn nicht beim Fahren stören würde. Ehrlich gesagt war sie neugierig ob Werwölfe sich ähnlich waren und wie sie sich zueinander verhielten. Wenn er sich mit einem von ihnen über die Vollmondnächte unterhalten würde, würde dieses Thema sicher noch einmal auf den Tisch kommen sodass sie sich wirklich mehr Gedanken über die ganze Sache machen wollte. Die Gedanken bezüglich eigener Kinder versucht er für den Augenblick zunächst erst einmal zurück zu drängen, doch scheint das schwerer als gedacht. Sich dennoch etwas gefasster in den Wagen setzend beginnt er das Telefonat, spürt schließlich auch ihre Anwesenheit, nach Ende ihre Worte. "Nein, ich habe nicht sonderlich vil Kontakt zu den anderen, es ist nicht unbedingt immer Hilfreich. Meine Spezies ist anders, ich verstehe mich nicht mit anderen Männern, selbst wenn ich teilweise mit ihnen verwandt bin, wohl aber auch gerade deswegen. Auch ist mein Drang mich fortzupflanzen wohl größer als der der Menschen, mich kann man glaube ich durch ein Kind nicht derart schnell vertreiben, allerdings bin ich mir selbst auch noch nicht sicher", antwortet er wahrheitsgemäß ehe er den Wagen wieder anspringen lässt," Wir wollen Möbel kaufen gehen!" Das Auto also wieder ins Verkehsgeschehen einbindend dauert es auch nicht lange bis sie schließlich am Möbelhaus angekommen sind:" Also los rein?" Er hatte Meredith alleine bei ihnen zuhause gelassen, war alles mittlerweile gestrichen und eingeräumt, wirklich wohnlich war es auch, doch stand ebenfalls die nächste Vollmondnacht bevor, weswegen das Treffen mit einem seiner Verwandten unerlässlich bleiben würde. Mit einem mulmigen Gefühl war er aufgebrochen, hatten sie das Thema Kinder fast schon totgeschwiegen, wohl weil keiner von ihnen sagen konnte, ob er nun wollte und wann, schien es einfach nur alles ein riesiges Mysterium zu sein. Das Gespräch war dem entsprechend aufschlussreich gewesen, sogar in Hinsichten, die er sich soweit gar nicht vorstellen konnte. Und wollte. Immerhin ging er gerade mit einem kleinen vierjährigen Mädchen zu seinem Auto - sein vierjähriges Mädchen. Die Chemie zwischen ihnen beiden hatte sofort gestimmt, wie es unter Werwölfen eben war, doch blieb die Sache dennoch komisch. Er wusste nicht mehr genau wer die Mutter war, aber immerhin konnte er sich noch gut an die Zeit erinnern in der er sich vor jeder Vollmondnacht so voll gehauen hatte wie es nur ging. Eine Zeit in der er vielleicht auch dem Tod näher war als dem Leben. Kaum verwunderlich, dass er sich so an diese Nächte kaum noch erinnern kann, aber ein Kind war dann doch etwas ganz anderes, vor allem, da er nun für sie verantwortlich war. Dem entsprechend fürsorglich setzt er sie auf den Kindersitz, welchen er neben allen Informationen erhalten hatte, sowie all die Kindersachen, welche sich schon im Kofferraum befanden. Das alles war abstrus, doch würde er keine Zweifel an seiner Vaterschaft haben, ihre Augen waren die seinen, das wusste er. Schließlich wieder bei ihrem Haus angekommen legt er den Kopf kurz auf das Lenkrad, ist er sich einfach nicht sicher, wie Meredith reagieren würde, doch hält er sich auch ein wenig zurück, da er es in diesem Fall für besser hält seine Gefühle vor seiner Tochter zu verstecken. Seine Tochter, es war schwer sich an diesen Ausdruck zu gewöhnen, doch wenigstens konnte man mit ihr reden und er hoffte, dass es mit Meredith nun auch so sein würde. Emilia schließlich an seine Hand nehmend, aufgrund der etwas zu hohen Treppen dann aber doch tragend öffnet er die Tür ehe er auch schon den Namen seiner wundervollen Gefährtin ruft, sie bittet im Wohnzimmer zu warten, vernimmt er ihre Bewegungen von dort. Währenddessen, die fast schlafende Emilia nach oben bringend legt er sie für den Moment in ihrer beiden großes Bett, wo sie schließlich auch komplett ins Traumland versinkt. Seinerseits wieder hinunter zu Meredith gehend lässt er sich erschöpft, vielleicht schon ein wenig frustriert auf das Sofa fallen. "Glaub mir, wir müssen ganz dringend reden. Ich habe Barbies im Kofferraum! Aber erst einmal brauche ich ganz dringend Alkohol!", spricht er, während er seine Hand an die in Falten gelegte Stirn drückt. Es war mehr als erstaunlich, wie schnell der Mensch fähig war sich an neue Umstände zu gewöhnen. Erstaunlich, wie schnell sie gelernt hatte und sich angepasst hatte. Das jahrelangen alleine leben war das was sie stets beibehalten wollte und nun konnte sie kein Auge zumachen wenn sie nicht den beruhigenden Herzschlag von Jake neben sich hören konnte. Die Ansicht, dass ein Partner nichts als Schwierigkeiten und Komplikationen brachte hatte sich einfach im nichts verloren und so langsam verstand sie den ganzen Quatsch das Liebe blind machen würde. Ganz sah sie es natürlich nicht ein, aber sie hatte langsam ein Verständnis dafür entwickelt wie so eine Beziehung richtig laufen sollte. Vor allem aber war sie sich mittlerweile im klaren, dass sie nicht auf die Zweisamkeit verzichten wollte. Doch das es einige Unklarheiten gab war nicht anzuzweifeln. In der letzten Zeit war es eher darum gegangen, das Haus wohnlich zu machen. Einer Tätigkeit, der sie sich nur zu gerne hingab um es nicht zu irgendeinem Gebäude zu machen sondern zu einem Zuhause und genau das war es geworden. Auch wenn persönliche Gegenstände gänzlich fehlten auf Grund der Tatsache, dass sie beide keine mehr besaßen war es trotzdem gemütlich und heimisch sodass ihr nicht gleich die Decke auf den Kopf fiel als Jake ging. Auch wenn sie mittlerweile keine Gedanken mehr an sein wölfisches Ich verschwendete, jedenfalls nicht in Angst, hatte auch sie nicht vergessen welchem Gespräch sie aus dem Weg gingen. Es hing stets unausgesprochen in der Luft ohne das jemand das Thema anschnitt. Wie auch? Immerhin hatte sie ja keine Ahnung wie sie überhaupt dazu stand und genauso schien es ihm auch zu gehen. Umso mehr interessierte sie mit welchen Informationen er wieder kommen würde sodass sie auch kaum zur Ruhe kam während sie ungeduldig auf seine Rückkehr wartete, natürlich war da auch die Frage wie sich die nächste Vollmondnacht gestalten würde. Letztendlich setzte sie sich ins Wohnzimmer, rollte sich unter einer Wolldecke auf dem Sofa zusammen und machte sich irgendeinen Film an ohne wirklich auf die Handlung zu achten. Erst das Geräusch des Wagens ließ sie ein wenig hochschrecken, scheinbar war sie tatsächlich kurz eingenickt. Es drängte sie gleich zu ihm doch aufgrund seiner Aufforderung zu warten runzelte sie leicht die Stirn, schlug die Decke von sich und musterte ihn sobald er eintrat. Der erschöpfte Ausdruck in seinem Gesicht verwunderte sie. Noch mehr jedoch seine Worte. Leichtes Misstrauen schlich sich in ihre Gesichtszüge. Barbies? Was zum Teufel machten Barbies in seinem Kofferraum? Ein lächerlicher Gedanke schob sich in ihren Verstand welchen sie jedoch sofort wieder verdrängte. „Wenn du schon so anfängst dann brauch ich vermutlich auch gleich einen Drink.“, meinte sie mit einem leichten Lächeln, stand auf und holte eine Flasche Hochprozentigen sowie zwei Gläser, wortlos stellte sie diese auf den Tisch, füllte beide Gläser und reichte ihm eins wobei ihre Augen weiterhin auf seiner Gestalt ruhten. Erst als sich ihr eigenes Glas in ihren Händen befand setzte sie sich neben ihm. „Also..was machen bitte Barbies in deinem Auto? Ich bevorzuge Schmuck als Geschenk und kein Mädchenspielzeug.“ Ein lahmer Scherz, dennoch die beste Art ihre Unsicherheit zu überspielen durch diese Aussage. Allein ‚wir müssen dringend reden’ reichte schon um zu ahnen das es sich um etwas ernstes handelte und grade schien es wirklich weniger positiv für sie. Sich ein wenig im Sofa zurück lehnend versucht er in irgendeiner Weise etwas Ruhe zu gewinnen, während sie den heiß ersehnten Alkohol sucht. Immerhin hatten sie überhaupt schon welchen gekauft, was nun unerlässlich war, würde er andernfalls wohl im Kreis springen und den verstand endgültig verlieren. Mit einem ziemlich schuldvollen Gesichtsausdruck blickt er ihr hinterher ehe sie auch schon beide Gläser gefüllt hat, er eines dieser in der Hand hält. Auch ihr kleiner, sicher gut gemeinter Witz kann bei ihm nicht mehr sonderlich viel reißen, weswegen er mit einem Schluck den Alkohol seine Kehle hinunter kippt, welche dennoch einer Wüste glich. Die Worte würden ihm schwer fallen, ebenso wie die Gedanken über diese ganze Sache ihm schwer fallen. Vom Sofa aufspringend, gerade ihre Nähe nicht ertragend geht er seine Runden durch das Wohnzimmer, sucht verkrampft nach Formulierungen, die ihr diese Sache erklären würden. Doch wie erklärte man es, dass gerade ein kleines, vierjähriges Mädchen oben in ihrem Bett schlief, dazu noch seine Tochter war, was ihn letztendlich zu einem allein erziehenden Vater machte? Genau, mann konnte es nicht gut verpacken, einfach nur raus posaunen, wozu er nun wohl gezwungen war:" Hör zu Meredith, ich liebe Dich über alles, deswegen würde ich Dir das nun auch lieber verheimlichen, um nicht zu riskieren Dich zu verlieren, das kann ich aber nicht. Die Barbies sind auch ganz sicher nicht für Dich, so etwas würde ich Dir ganz sicher nicht schenken, auch keine Rosen, ein wenig mehr Einfallsreichtum ist dann doch nach meinem Geschmack, aber darum geht es nicht. Es geht um das kleine Mädchen, das gerade oben in unserem Bett liegt. Emilia. Meine Tochter, um ehrlich zu sein." Ein wenig verwundert folgte sie seinen Bewegungen. Man musste kein Genie sein um zu merken das etwas nicht stimmte und seine Unruhe übertrug sich automatisch auf sie auch wenn sie es überspielte. Weiterhin dasitzend hielt sie das Glas in ihren Händen und drehte es zwischen ihren Fingern hin und her wobei die klare Flüssigkeit in leichte Bewegungen geriet auch wenn sie dies nicht bemerkte. Wie er so auf und ab lief spürte sie unweigerlich das sich ihr Magen zusammenzog und jetzt schon rebellierte. Am liebsten sofort den Kopf in den Sand stecken und das weite suchen, riet ihr ihr eigener Instinkt aus Zeiten in denen sie Komplikationen aus den Weg gegangen war, doch sie blieb sitzen. Jedoch reichten seine ersten Worte schon um ihr wachsendes Misstrauen zu starker Sorge umschwingen zu lassen. Wenn ein ‚Ich liebe dich über alles’ als Gesprächsanfang diente konnte es nur etwas übles sein. Sich auf die Unterlippe beißend setzte sie schon einmal vorsichtshalber eine regungslose Miene auf nur für alle Fälle doch auf das was er nun sagte hätte sie sich nicht vorbereiten können. Deutlich vernahm sie die Worte, die er sprach aber den Sinn dahinter konnte sie nicht begreifen. Eine seltsame Art des Schweigens erfüllte den Raum. Er wartete sicher darauf, dass sie irgendetwas dazu sagte doch eine passende Erwiderung fiel ihr einfach nicht ein. Das war schlimmer als seine Offenbarung das er ein Werwolf war. Viel schlimmer. Einen Augenblick lang in völliger Erstarrung verharrend schüttelte sie sich schließlich leicht, führte das Glas zu ihren Lippen und exte es ehe sie es auf den Tisch stellte. „Ähm.. dann schlaf ich wohl auf dem Sofa.“ Die Worte klangen tonlos und entsprachen so rein gar nicht dem, was in ihrem Kopf vorging. Unzählige Fragen schossen ihr durch den Kopf welche sie jedoch nicht wagte auszusprechen. Ohne zu zögern griff sie erneut nach der Flasche um sich nachzufüllen. Ja, sie hatte recht gehabt einen Drink benötigte sie nun dringend. „Wird sie hier bleiben? Was ist mit ihrer Mutter?“, sie versuchte auch diese Worte ruhig klingen zu lassen was jedoch gänzlich misslang. Bis jetzt war sie sich nicht sicher was sie fühlen sollte, ob sie verletzt oder wütend sein sollte jetzt stand sie noch unterm ersten Schock über diese Offenbarung.

Sofort ließ sie sich leicht gegen ihn sinken als sie seine Arme um sich spürte. Wie ein schützender Käfig umfingen diese sie während sie das Heben und Senken seiner Brust spürte ebenso wie den ruhigen Herzschlag. „Irgendwann musst du mir sagen womit du dein Geld verdienst.“, sprach sie entschieden beließ es aber vorerst dabei da seine anderen Worte sie in den Bann zogen. Ihre Augen hingen weiterhin an der wunderschönen Aussicht, erfüllt von dem Gefühl das dies hier wirklich ein zuhause werden könnte und nicht nur ein Strandhaus auf einem teuren, riesigen Grundstück. „Nahtlose Bräune ist sicher etwas von dem du auch profitieren könntest.“, neckte sie runzelte jedoch leicht die Stirn bei der weiteren Aussage. Ein wenig verwundert hob sie nun doch ihren Blick um ihn anzusehen. „Jemandem dem man vertrauen kann? Das klingt grade verdächtig nach einer Art Bodyguard. Nicht, dass ich es nicht einsehen würde aber darauf würde ich gerne verzichten. Was den Rest betrifft ist das okay. Wenn es dir lieber ist das ich mit einer Waffe umgehen kann musst du es mir zeigen.“ Der Gedanke an so etwas wie ein Bodyguard war irgendwie fast schon lächerlich auch wenn der Sinn dahinter ihr durchaus bewusst war. Wenn sie lernen sollte mit einer Waffe umzugehen dann wäre zusätzlicher Schutz nicht von Nöten, jedenfalls ihrer Meinung nach. Irgendwo hingehen ohne Jake darüber in Kenntnis zu setzen würde sie sowieso nicht. Nicht nocheinmal würde sie so einen Fehler begehen aber es stimmte schon, dass es wichtig war das sie nicht so stark an ihn gebunden war. Auch wenn es sie im Moment herzlich wenig störte wäre ein ständiges aufeinanderhocken auf Dauer alles andere als harmonisch. Sich ein wenig weiter an ihn schmiegend lächelte sie ein wenig ehe ihr noch etwas weiteres einfiel das sie loswerden wollte. „Apropos Vollmondnächte.. Wann ist die nächste eigentlich?“ Den Mondkalender hatte sie nun wirklich nicht im Kopf und der Versuch nachzurechnen zum letzten Vollmond war ihr zu ungenau.

 

Zu seinem Glück - war dies nun wirklich ein Thema über das er nicht gerne reden wollte - schenkt sie mehr oder weniger bei dem Thema Geld wieder ab, verschiebt es auf einen späteren Zeitpunkt. Dass es ihm deutlich lieber wäre, wenn dieser nie eintreffen würde, muss sie schließlich nicht wissen. Stattdessen konzentriert er sich lieber auf ihren Körper, der sich nun wieder so nah an dem seinen befindet. “Das mit dem Bodyguard halte ich für unerlässlich, Du kannst nicht immer alle Seiten im Augenblick haben. Jemand, der auf Dich aufpasst ermöglicht es Dir unbeschwert durch die Gegend zu laufen. Es wäre nur positiv für Dich, außerdem lasse ich da nicht mit mir diskutieren”, spricht er, wobei allein schon seine Stimmlage deutlich werden lässt, dass er wirklich nicht mit sich diskutieren lassen würde, nicht bei diesem Thema. Also noch einmal für einige Augenblicke ihre pure Nähe genießend streicht er ihr durch die Haare, ist sich allerdings auch bewusst, dass er das von ihr soeben angesprochene Gebiet nicht einfach ignorieren kann. “Du hast viel geschlafen”, erwidert er also leise, flüstert dabei in ihr Ohr,” Und eben diese Vollmond nacht ist der Grund, warum ich nicht mehr länger bleiben wollte, sondern etwas eigenes suchen musste. Diese Vollmondnacht ist heute.” Sie ein wenig von sich schiebend und schließlich seine Hände an ihre Wange legend sieht er eindringlich in ihre Augen ehe er weiter spricht:” Und Du musst mir etwas versprechen, denn ich weiß selbst viel zu wenig darüber als dass ich Dir irgendwelche Ratschläge geben könnte oder Dir gar sagen könnte was passieren würde. Du musst mir genau zuhören und mir Dein Wort geben.” Vorsichtig über ihre Wange streichend, dabei einige Haarsträhnen in den Fingern reibend sieht er sie weiter eindringlich an, wartet bis sie mit einem Nicken zustimmt. Doch noch fährt er nicht fort, ist vollkommen in seinen eigenen Gedanken gefangen. Was würde passieren falls die Sache in dieser Nacht eskalieren würde? Was würde er machen, wenn diese Nacht jene wäre in der er ihre Leben vollkommen und unwiderruflich vereinen würde? Er kannte kaum noch jemanden den er fragen könnte. “Meredith, ich habe Dir bereits gesagt, dass Vollmondnächte die einzigen Nächte sind in denen ich mich fortpflanzen kann. Das passiert allerdings so selten, das mir bis jetzt niemand den ich getroffen habe etwas darüber erzählen konnte. Mir würden vielleicht noch zwei meiner Art einfallen, die genug Wissen angehäuft haben, um mir dies zu beantworten. Ob sie noch leben oder mir Auskunft geben würden kann ich nicht sagen, doch genau diese Ungewissheit macht die Sache gefährlich. Du musst mich die Nacht in jedem Fall von Dir fern halten, irgendetwas sagt mir, dass sie dieses Mal anders ablaufen würde. Mein Instinkt schlägt jedes Mal stark auf Dich an, etwas in mir sieht Dich definitiv als mein Weibchen an, was bedeutet, dass ich wohl auch den Drang verspüren werde Dir ganz nah zu kommen. Ich kenne dieses Gefühl selbst nicht, also bitte sieh Dich vor und wehr Dich gegen alles.”

 

Bodyguard, nein das würde sie nicht mit sich machen lassen beim besten Willen nicht. Es war eine Sache zu akzeptieren das er sie beschützen wollte bei jeder Gelegenheit die sich bot. Doch bei einer Fremden Person, die auch noch Geld dafür bekommen würde sie nicht aus den Augen zu lassen kam das ganz und gar nicht in Frage. Doch war jetzt schon klar das ihr Sturkopf mit seinem aneinander geraten würde was dieses Thema betraf und zwar ganz gewaltig. Genau deswegen verschob sie auch dieses Thema, da ihr der Augenblick einfach zu wertvoll war um ihn gleich wieder durch Streitereien zunichte zu machen. Außerdem ahnte sie, dass sie nur wieder den kürzeren ziehen würde und der Gedanke missfiel ihr so sehr, dass sie prompt einfach das Thema zur Seite drängte und es im Gedächtnis markierte gleich unter der Frage nach seinem eigentlichen Arbeitsfeld. Den Kopf ein wenig neigend reagierte sie so auf seine Hand an ihrem Haar und lächelte kurz versonnen ehe seine Ernsthaftigkeit zu spüren war. Heute war Vollmond? Verdammt. Sie hatte mit mehr Zeit gerechnet. Zeit sich darauf vorzubereiten war kommen würde, Zeit sich weiter an seine Wolfsgestalt zu gewöhnen doch diese Hoffnung verlief sich im Sand. Seine Tiergestalt welche er außerhalb der Vollmondnächte annahm, an diese hatte sie sich schon gut gewöhnen können aber die Seite, die er nicht unter Kontrolle hatte beunruhigte sie nun umso mehr. Seinen Blick erwidernd spürte sie durch seine eindringlichen Worte ein wenig Sorge in ihr aufkeimen die letztendlich sogar in leichte Angst umschwang, dennoch nickte sie stumm und wartete das er seine Worte fortsetzte. Wie sollte sie sich gegen einen Werwolf wehren? Oder sich gar von ihm fernhalten wenn er sich doch auch nicht von der Stadt und den möglichen Gefahren beeindrucken lassen hat als er vor ihrem Fenster stand?  Dies war jedoch recht erträglich gewesen, war doch das einzige was er in der Nacht gefordert hatte ihre Nähe und stundenlanges Kraulen, was sie nun dank seinen eindringlichen Worten vermutete, nicht der Fall sein wird. Ihre Gedanken überschlugen sich. Die Vorstellung sich heute nacht seinem ungezähmten Ich gegenüberzusehen kam ihr wenig verlockend vor und der Gedanke an die Zeugung möglicher Nachkommen gefiel ihr noch weniger. Dazu war sie auf keinen Fall bereit. „Klingt als würde es eine amüsante Nacht werden.. Was soll ich tun? Mich im Schlafzimmer verschanzen und warten das es vorbei ist? Ich hab wirklich keinen Schimmer wie ich mich zur Wehr setzen sollte. Du kannst als Wolf ziemlich.. respekteinflössend sein weißt du?“, erwiderte sie mit einem schwachen Lächeln während sie ihn weiterhin ansah und mit ihren Fingern leicht über den Stoff seines T-Shirts strich. „Ich kann dir mein Wort geben das ich alles versuchen werde um dich von mir fernzuhalten.“ Soweit dies eben möglich war, immerhin schien ja keiner von ihnen zu wissen was auf sie zukommen würde.

 

 

 

 

 Und abermals befindet er sich in einem unangenehmen Zwiespalt. Einerseits war er sich bewusst, dass auch die tierische Seite in ihm ihr niemals wehtuen würde, weswegen ihre Angst bezüglich solcher Dinge komplett unbegründet bleiben würde. Anderseits wusste er aber auch, dass es ihnen nur helfen würde, wenn er die Angst in ihr nicht versuchte zu bändigen, immerhin würde sie sich dann erstrecht von ihm fern halten. Doch kann er das Gefühl einfach nicht ertragen, welches ihm sagt, dass sie Angst vor ihm hatte, dem Mann, den sie liebte - noch immer blieben diese Gedanken bezüglich ihrer Gefühle unwirklich.

Um die Situation also ein wenig erträglicher zu machen streicht er noch einmal durch ihre Haare, wartet einen kurzen Augenblick ehe er mit seinen Worten, Antworten auf ihre Fragen, weiter fortfährt:” Ja, ich denke es wäre durchaus besser, wenn Du Dich im Schlafzimmer verschanzt. Und ich werde mit dem Auto an das andere Ende des Grundstückes fahren, so sollte ich zumindest ein, vielleicht zwei Stunden brauchen, bis ich wieder hier bin. Vielleicht haben wir ja auch Glück und ich mache irgendetwas anderes, das kann ich leider weder voraussagen noch beeinflussen. Ich hoffe, dass wir es irgendwie einrichten können gar nicht aufeinander zu treffen, das ist wahrscheinlich das einfachste. Dann kann auch nichts passieren.” Mit einem kleinen Seufzen zieht er sie noch weiter in seine Arme, während er ihren Kopf sanft in seine Halsbeuge zieht. “Ich werde mich darum kümmern, dass dies die letzte Nacht ist, die derart heikel ist. Irgendjemand muss doch etwas darüber wissen.” Für einige Momente noch schweigt er vollkommen, geht die ganze Sache noch einmal durch ehe ihm noch eine kleine Verbesserungsmöglichkeit auffällt, doch ist er sich nicht ganz sicher, ob ihr das recht wäre. “Vielleicht gäbe es sogar noch eine besser Möglichkeit. Du könntest mich auch hinfahren und keine Ahnung, an irgendeinen Baum oder eine Palme fesseln. Das würde wohl die Zeit verlängern, die definitiv sicher bleibt. Allerdings müsstest Du dann alleine zurück finden. Diese Entscheidung liegt bei Dir. Was diese Nacht anbelangt bist Du aber in jedem Fall sicher, selbst wenn ich nicht da bin. Meine Instinkte sind in dieser Zeit viel schärfer als jetzt, sollte Dir also irgendeine Gefahr drohen werde ich sofort da sein, abgesehen davon würde niemand in einer Vollmondnacht einen Werwolf jagen. Das wäre lebensmüde. Gibt es sonst noch irgendeinen Wunsch den ich Dir für den Moment erfüllen kann?”

 

Sich  wieder an ihn schmiegend war sie fast schon wütend auf sich selbst. Sie sollte sich nicht so verschreckt anstellen, immerhin war doch jetzt klar das von ihm keinerlei Gefahr drohte. Jedenfalls nicht für sie, eher für jeden der ihr unerlaubt zu nah kam und dies sollte sie eigentlich schon beruhigen.Was sollte den auch schon schlimmstenfalls passieren? Gut, falsche Frage, korrigierte sie ihr Unterbewusstsein sodass sie sich gar nicht erst mit dem schlimmst möglichen befasste, da dieses nicht eintreten würde auch in dem Fall hatte er einfach ihr uneingeschränktes Vertrauen. Aber alles in Allem nahm sie die Situation ja schon recht ruhig an weswegen sie auch mit einem leicht schockierten Ausdruck ihren Kopf hebt bei seinen Worten. „Ich werde dich doch nicht an einen Baum binden! Es wird auch schon so klappen und ich werd mich auch schon daran gewöhnen wie es in diesen Nächten abläuft. Immerhin bist du immer noch du egal ob auf zwei oder vier Beinen. Wir werden ja sehen was passiert.“ Es kam ihr nicht richtig vor sich jetzt weiter den Kopf darüber zu zerbrechen was sein könnte und was nicht. Wahrscheinlich würde es sie am ehesten stören das sie sich in dieser Nacht nicht sicher sein könnte wo er war. Auch wenn er beteuert hatte, dass er sich nicht weit von ihr entfernen würde da es seine Wolfsgestalt zu ihr zog doch würde sie sicher kein Auge zumachen bis er wieder zurück kommen würde. Außerdem wäre es das erste mal nach scheinbar ewig langer Zeit, dass sie ihn nicht gleich an ihrer Seite wüsste und erstaunlicher Weise sorgte der Gedanke für ein ungutes Gefühl in ihrer Magengegend. Den Gedanken vertreibend lächelte sie bei seinen letzten Worten sodass sie leicht ihren Kopf hob und ihn anblickte. „Als erstes will ich mir weiter unser Haus angucken, mal sehen was mir dann noch für Wünsche einfallen.“, meinte sie mit einem Schmunzeln ehe sie ihm ein Kuss auf die Lippen hauchte und sich aus seinen Armen wand um stattdessen seine Hand zu ergreifen und weiter die Räume zu erkunden.

 

 

 

 

 

 Einerseits gefallen ihm ihre Worte, sagt sie nun deutlich, dass sie ihn akzeptiert, ganz egal welches Wesen gerade von ihm zum Vorschein kommt, doch hängt dies auch damit zusammen, dass sie ihn nicht fest ketten würde. Gedanklich verlieren sie so vielleicht anderthalb bis zwei Stunden, was ganz sicher nicht positiv sein kann, doch würde er sie in diesem Fall nicht zu irgendetwas zwingen, hofft weiterhin darauf, dass er zumindest in dieser Hinsicht die Kontrolle über sich behalten würde. Dies allerdings ist schwer zu sagen, handelt es sich schließlich um das erste Mal in solch einer heiklen Situation. Mit einem Nicken gibt er also ihren Worten recht, konzentriert sich auf alles, was sonst noch ihren wundervollen Mund verlässt. Ohne zu murren lässt er sich also seine Hand stehlen, um mit ihr weiter durch das Haus zu laufen, doch ist dieses vergleichsweise leer. “Ich habe es bis jetzt nur geschafft ein Sofa und ein Bett hier her zu organisieren, auch was die Wände und Böden angeht können wir gerne etwas ändern, ganz wie Du möchtest”, versichert er, während sie weiter durch die praktisch leeren, doch großzügig bemessenen Räume gehen. Die Größe, die das Haus von Außen hat täuscht in keiner Weise, muss ihr spätestens jetzt klar werden, dass es sich fast schon um eine Strandvilla handelt. Für ihn allerdings ist dies schon fast normal, gibt es einfach Dinge, die er sich nicht nehmen lassen möchte.

Schließlich im Schlafzimmer angekommen öffnet er die Tür und zeigt somit den mit Abstand größten Raum in dessen Mitte ein großes, einladendes Himmelbett steht, während der Raum an sich eher die Atmosphäre eines alten Herrenhauses vermittelt. “Ich hoffe Dir gefällt das, ein bisschen Kitsch darf ja wohl noch sein”, spricht er mit einem Grinsen auf den Lippen in der Hoffnung, dass sie für solche Dinge anfällig sein würde.

 

Die nackten Wände der leeren Räume ließen jedes Geräusch wieder zurückprallen und sorgten für ein seltsames Echo, das neue Wohnungen und Häuser so an sich hatten. Doch diese Tatsache störte sie herzlich wenig, es war einfach unbewohnt und formbar. Auch wenn sie nicht zu den größten dekorativ angehauchten Menschen gehörte fielen ihr doch einige Dinge ein, mit denen man dieses Haus zu einem Zuhause machen könnte auch wenn sie die Größe des Gebäudes sie ernsthaft überraschte. Wieder überlegte sie das dieses Haus ein Vermögen wert sein müsste, doch wenn er nicht über sowas reden wollte wollte sie sich deswegen auch keine Gedanken machen. Mit aufmerksamen Blick nahm sie jeden Raum war und verlor sich in der Schönheit dieser. Vor allem der Einblick, der sich ihr durch die letzte Tür bot zauberte ein strahlendes Lächeln auf ihre Lippen. Kurz zu ihm aufblickend trat sie sogleich an das Bett um sich auf dieses fallen zu lassen. Hier würde man mit Sicherheit gut schlafen! Schnell streifte sie sich ihre Schuhe von den Füßen um ihre Beine auf die Matratze zu ziehen und ihn anzulächeln. „Ich liebe es!“, antwortete sie mit Begeisterung in ihrer Stimme. „Dieses Haus ist wirklich wundervoll genau wie dieses Bett.. bei Gelegenheit werden wir es einweihen müssen wenn ich schon die erste Nacht alleine hier verbringe.“ Ein Schmunzeln stahl sich auf ihr Gesicht während sie über den Stoff strich und noch einmal alles auf sich wirken ließ.

 

"Es tut mir leid, dass Du heute Nacht alleine sein wirst", erwidert er als einziges auf ihre Worte, während er jedoch seine Freude darüber nicht verstecken will, dass es ihr hier gefällt. Sich neben sie an die Bettkante setzend streicht er kurz über ihren Rücken ehe er seine Lippen auf ihre Schläfen senkt. "Vergiss nicht das das in Erfüllung geht, was man in der ersten Nacht in einem neuen Zuhause träumt", flüstert er sanft ehe er auch schon einen weiteren Kuss auf ihre Haut drückt," Allerdings werde ich mich nun verabschieden, es wird schon langsam dunkel und ich will noch so weit wie möglich fahren ehe ich mich nicht mehr unter Kontrolle habe." Sie für einen Augenblick an sich ziehend steht er auch schon auf, um sich zum Gehen bereit zu machen. "Schließ einfach alle Türen ab und konzentrier Dich auf etwas anderes, ich kann mir kaum vorstellen, dass es hilfreich ist, wenn Du Dich ans Fenster stellst und zu mir herunter siehst. Ich liebe Dich." Schließlich das Schlafzimmer verlassend ist er froh, dass sie ihm nicht wieder folgt, sondern weiter im Bett liegen bleibt. So ist es für ihn ein leichtes aus seiner Tasche die Handschellen zu nehmen. Ursprünglich waren sie für andere Dinge geplant, doch sind sie nun auch hilfreich, würde es für ihn alleine schwierig werden sich selbst rücklings fest zu ketten würde er es allerdings irgendwie hinbekommen müssen.

Nur eine halbe Stunde später steht er auch schon neben dem Wagen und blickt in den dunklen Himmel hinauf. Noch stand der Mond zu tief, insgesamt hätte er aber wohl nur noch knappe zehn Minuten und dann würde das Rennen gegen die Zeit beginnen, denn etwas anderes war es wohl nicht. Schnell schließt er also den Wagen ab ehe er eine passende Palme sucht, ist immerhin kein Baum weit und breit zu finden. Wahrscheinlich wäre es am einfachsten, wenn er sich einfach mit dem Rücken an die Palme festbinden würde, doch fehlt ihm als Wolf sowie auch als Werwolf das Kugelgelenk in der Schulter, weswegen er sich diese lediglich brechen würde sofern er diese Gestalt annähme. Sicher etwas, was ihn zurück halten würde, doch wäre er dann endgültig hier gefangen und würde sie ihn wohl nicht so schnell finden geschweige denn mit solch einer Aktion zufrieden sein. Ohne nur eine Sekunde Zeit zu verlieren umarmt er also die Palme, um seine Hände darum festzu ketten, ist dies sogar einfacher als gedacht, macht es allerdings die Zeit bis er endlich dieses tiefe Drängen spürt nur noch länger.

 

Die Träume in der ersten Nacht eines neuen Heims sollten in Erfüllung gehen.. Kein schöner Gedanke da sie sich jetzt schon im Klaren war, dass sie wie er auch keine ruhige Nacht haben würde. Mit einem leicht wehmütigem Gesichtsausdruck sah sie ihm nach als er ging und lehnte sie zurück in die Kissen ehe auch schon das Geräusch des Motors verriet das er nun völlig außer Reichweite war. Einen Augenblick lang rührte sie sich nicht doch die Gedanken, die sie überrollten waren viel zu aufdringlich sodass sie sich erhob und seiner Aufforderung nach kam und sämtliche Türen schloß sowie auch die Fenster. Es würde sein Jaulen zwar kaum unhörbar machen doch zumindest hoffte sie es abzuschwächen wenn es soweit kommen sollte. Die leeren Räume waren nun doch ein wenig trostlos bei ihrem zweiten Durchgang und hatten etwas unheilvolles wenn man so alleine in einem riesigen Haus war. Außerdem kam es nicht viel mit dem sie sich ablenken konnte sodass sie letztendlich im Badezimmer endet. Es war luxuriös und entsprach so gar nicht den Standart, den sie gewohnt war sodass es doch eine Entspannung war sich letztendlich in die Badewanne gleiten zu lassen nachdem sie diese randvoll mit heißem Wasser gefüllt hatte. Unweigerlich fragte sie sich, wie es ihm ging und wo er war. Ein Gedanke der drängender wurde je dunkler der Himmel draußen wurde sodass nach einer Weile auch die Entspannung im Wasser dahin war und sie sich aus diesem erhob. Erst nachdem sie sich etwas angezogen hatte schlich sie wieder ins Schlafzimmer aufgrund der nicht vorhandenen Ausweichmöglichkeit und kuschelte sich in das große Bett ohne jedoch wirklich schlafen zu wollen dazu waren ihre Ohren viel zu sehr auf jedes noch so kleine Geräusch gerichtet was sie vernehmen konnte auch wenn sie nach einer Weile beschloss das es das beste wäre sich angenehmeren Gedanken zu widmen sodass sie letztendlich bei den letzten Worten seiner Verabschiedung hängen blieb. Er liebte sie. Unglaublich aber wahr. Unweigerlich musste sie Lächeln während sie sich auf die Seite drehte und aus dem Fenster starrte, abwartend das diese Nacht vorüber ging.

 

Kaum kann er die Momente unterscheiden in denen ihm der Wind zunächst über die Haut und dann durch das weiche Fell weht, doch spürt er nur wenig später wie ihm jegliche Kontrolle entgleitet, er seine Zähne einfach nur in die äußerste Schicht der Palme krallt, während er sein komplettes Gewicht gegen die Fesseln stützt. Diese allerdings halten noch weniger aus als er gehofft hatte, sodass nur wenige Minuten später zerstörte Handschellen sowie eine fast umgerissene Palme an seinen Verbleib erinnern. Mit einem unglaublichen Drang nach Nähe, der seinen kompletten Körper einnimmt rennt er einfach los, spürt dabei kaum den Boden unter seinen Pfoten.

Immerhin schien er weit genug gefahren zu sein, braucht er auf diesem Wege dennoch weitere anderthalb Stunden bis er schließlich das Haus erreicht, ihre Anwesenheit förmlich riechen und fühlen kann. Unter dem Fenster des Schlafzimmers umher streifend jault er wie ein verletzter Welpe, doch sind es nicht die kleinen Wunden an seinen Handgelenken, die ihn dazu bringen, ist es das Gefühl nicht bei ihr sein zu können. Von Sekunde zu Sekunde wird er dabei immer unruhiger, sodass er sich nicht sicher ist, was als nächstes geschehen würde. Immer weiter jaulend rennt er schließlich um das Haus herum, um es nach Schwachstellen abzusuchen durch die er zu ihr gelangen könnte. Zu seiner Enttäuschung scheint das schwächste Glied allerdings die Eingangstür zu sein, weswegen sich seine Krallen schnell in das Holz treiben, sich währenddessen sein Jaulen in ein verlangendes Knurren verwandeln. Schließlich gräbt er auch die Zähne in das Holz ehe die Tür komplett in sich nachgibt und ihm den Weg in den Flur freigibt. Dabei allerdings treiben sich teile des Holz in sein Fell, einige verletzen sogar seine Haut, doch interessiert ihn das alles nicht, will er nur bei ihr sein. Genau dieser Drang jagt ihn schließlich auch die Treppe hoch ehe er vor dem Schlafzimmer steht und ihren Duft wahrnimmt. Dieses Mal mit weniger Feingefühl rennt er einfach mit voller Wucht gegen die Schlafzimmertür, weiß er, dass ihr dadurch keine Gefahr droht, sodass er schließlich in voller Größe vor ihr steht. Ohne auf eine Reaktion ihrerseits zu warten stecht er seine Schnauze unter die Decke, fährt mit der Nase ihren Körper ab, um ihre Unversehrtheit zu überprüfen ehe er seine dreckigen Pfoten auch schon auf das Bett wuchtet. So schwebt er nun über ihr wie er es wohl auch als Mensch getan hätte, doch liegt dieses Mal ein komplett anderer Blick in seinen stahlblauen Augen, ist es ein Fragen und Bitten, welches ihr klar macht, dass er sich ohne ihre Zustimmung wohl auf der Stelle zurück ziehen würde. Immerhin ist genau dies zu vermuten.

 

Wie zu erwarten war drang schon bald das herzerweichende Jaulen in ihre Ohren. Damit hatte sie gerechnet und doch war der Klang dieses Wimmerns etwas das ihr bis auf die Knochen ging und bis tief in ihr innerestes drang. Einen Augenblick lang war sie schon drauf und dran raus zu gehen und sich zu vergewissern ob alles mit ihm okay war, doch da er ihr davon abgeraten hatte blieb sie liegen, drückte sich weiter unter die Decke und zog sich letztendlich ein Kissen über den Kopf doch auch dies half herzlich wenig. Beunruhigender als das Heulen war jetzt jedoch des scharben an der Tür dicht gefolgt von dem Geräusch berstenden Holzes. Nun doch spürend wie ihr Herzschlag sich stark beschleunigte setzte sie sich auf und zwang sich zur Ruhe. Ein erschrockenen Ausruf konnte sie jedoch trotzdem nicht verkneifen als er letztendlich auch die letzte Tür einfach niedermachte und sie schon die kühle Schnauze unter der Decke spürte. So recht realisieren was grade passierte konnte sie erst als der wuchtige Körper des Wolfes sich über ihr befand. Soviel zum Thema es würde reichen sich hier zu verschanzen und zu warten das die Nacht vorüber ging. Doch es war der Ausdruck in den bekannten Augen, der sie letztendlich beruhigte. Wortlos schob sie sich ein wenig weiter nach hinten wo das Kissen lag und zog sich so unter ihm weg, winkelte die Knie an sodass sie vor ihm saß und ihre Augen sich weiterhin  auf die seinen legten. Dies war eine stumme Antwort auf seine ebenso stumme Frage„Scheint so als würdest du es doch nicht lange ohne mich aushalten mhm?“, spricht sie mit leiser Stimme und lächelte ein wenig. Woher die plötzliche Ruhe kam war ihr auch nicht ganz klar. „Wenn du brav bist und dich hinlegst kann ich mich ausnahmsweise um deine Fellpflege kümmern.“ Wie um dies zu bestätigen hob sie ihre Hand und strich leicht über seinen Kopf während ihre Augen über seine Gestallt huschten wobei sie einige Holzsplitter ausmachen könnte sowie leichte Verletzungen an seinen Pfoten dessen Ursprung sie sich nicht ganz erklären konnte. Abwartend blickte sie ihn nun wieder an und ließ ihre Finger weiterhin über sein Fell fahren.

 

Der tierische Teil in ihm konnte nicht genau sagen, was es nun zu bedeuten hatte, dass sie ihm ihren Körper entzog, weswegen auch der fragende Ausdruck in seinen Augen nicht verloren geht. Bei ihren nächsten Worten allerdings schiebt er drängend seine Schnauze unter ihre Hand, fast schon als Antwort auf ihre Worte, als Bezeugung, dass er es definitiv nicht ohne sie aushalten würde. Ihr weiteres Angebot vernehmend blickt er sie einfach nur weiter an, spürt zwar die sanften Berührungen, doch spürt er einen deutlicheren Drang ihr nahe zu sein, den sein menschliches Ich in keiner Weise nachvollziehen kann. Hatte er sich schon immer gefragt wie bitte es wirklich funktionieren sollte, dass ein Tier dieser Größe sich mit einem Menschen fortpflanzte, doch bekam er auch jetzt keine Antwort darauf. Stattdessen ignoriert die animalische Seite an ihm ihre Worte, sodass er mit der Pfote sanft, doch eben auch etwas unkoordiniert, wie ein Wolf solche Dinge eben ausdrucken kann, ihre Beine nach unten drückt und schließlich seine Schnauze unter ihr Oberteil schiebt, weiterhin den drängenden, bettelnden Blick seiner Augen beibehält. Er wollte nicht gestreichelt werden, er wollte mehr, viel mehr.

 

Sobald sie das drückende Gewicht seiner Pfoten spürte, die ihre Beine auch schon wieder in die vorherige Position brachten zuckte sie ein wenig zurück als seine Schnauze sich einen anderen Weg bahnte. Einen Augenblick lang schloß sie kurz die Augen und versuchte nicht über dieses überaus unwirkliche Szenario zu lachen wohl eher aus halber Nervosität heraus. Nun doch bestimmter legt sie ihre Hände unter seinen Kopf und schiebt somit seine Schnauze wieder von ihrer Haut und ihrem Körper weg. „Nein.“, spricht sie nun umso deutlicher und rutscht wieder ein Stück zurück woraufhin sie schon mit dem Rücken gegen das Kopfteil des Bettes stößt und seinen bettelnden Blick entschieden erwidert. In dieser Gestalt war es deutlich einfacher nein zu ihm zu sagen allein der Gedanke, das er wirklich nur auf diese Art Kinder zeugen konnte irritierte sie vollkommen und sie war sich sicher, dass sie nun wirklich nicht austesten wollte wie das von statten gehen sollte. Also zupfte sie ihr Oberteil wieder in die Richtige Position und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und lehnte sich leicht zurück ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen.

 

Sobald er aus ihren Lippen das deutliche “Nein” vernimmt, welches eine klare Antwort auf sein Betteln darstellt, zieht er auch von ganz alleine seine Schnauze zurück. Wie ein perfekt erzogener Hund legt er sich zusammengerollt auf die Laken so wie sie es zuvor von ihm gewünscht hatte. Da Meredith allerdings noch ein wenig skeptisch wirkt schiebt er ganz langsam seine Schnauze langsam wieder ein Stückchen vorwärts, sodass er diese unter ihre Hand schieben kann. Auch der Ausdruck in seinen Augen ist verschwunden, weswegen er hofft, dass sie sich nun vielleicht wirklich noch seiner Fellpflege widmen würde. Dabei allerdings ist er sich nicht ganz sicher.

 

Das hatte sie sich eindeutig anstrengender vorgestellt und vor allem war sie erleichtert, dass das einfache Nein schon ausreichte um ihn von sich zu halten. Trotzdem war sie im ersten Augenblick ein wenig misstrauisch wie er sich dort derart brav zusammenrollte als wäre es nie anders gewesen. Erst als sie seine Schnauze an ihrer Hand spürte lächelte sie wieder ein wenig ehe sie die Decke weiter weg schiebt und zu ihm rüberrutschte. Geduldig strich sie ihm durch das relativ weiche Fell und machte alle Holzsplitter ausfindig um sie dann unachtsam auf den Boden zu werfen. Eine Prozedur, die sich ein wenig in die Länge zog vor allem um sämtliche kleine Splitter rauszusammeln. Jedoch war sie vollkommen ruhig wie sie es wohl bis jetzt noch nie bei ihm gewesen war wenn er in dieser Gestalt bei ihr war. Immer wieder durchkämmte sie mit ihren Fingern sein Fell bis sie sich sicher war alles entfernt zu haben was dort nicht hingehörte. 

 

Fast schon schneller als gedacht lässt sie sich davon überzeugen, dass er ihr nein eindeutig akzeptierte und nun lieber die Möglichkeit wählte von ihr gekrault und gepflegt zu werden. Mit einer unglaublichen Wohltat lässt er sich deswegen die Holzsplitter aus dem Fell sammeln. Auch ist diese Angelegenheit derart angenehm, dass er schon nach gefühlten fünfzehn Minuten einfach einschläft und seinen Kopf auf ihre Beine bettet.

Erst am nächsten Morgen, als die Sonnenstrahlen schon wieder durch das Fenster scheinen öffnet er wieder seine Augen, spürt zwar, dass er ein wenig verspannt ist, doch fühlt sich ansonsten vollkommen wohl. Die Erinnerungen an den letzten Abend sind allerdings ein wenig verschwommen, wohl ein deutliches Zeichen, dass er noch viel Schlaf benötigen würde.

 

Selbst als sie spürte wie er so schnell schon einschlief fühlte sie sich selbst noch völlig wach sodass sie einfach weiterhin ihre Finger über sein Rückrat und sein Fell streichen ließ ehe sie irgendwann selbst die Müdigkeit gewinnen spürte. Einen kurzen Moment wand sie ihren müden Kopf zu dem Kopfende des Bettes, entschloss sich jedoch hier liegen zu bleiben rollte sie sich letztendlich neben ihm zusammen und zog sich lediglich eine Decke über ihre Hüfte bevor sie auch schon in einen seelenruhigen Schlaf fiel. Ob es die Helligkeit war die sie weckte, welche mit langen Fingern den Raum ertastete und alles in neues Licht tauchte oder etwas anderes das konnte sie nicht sicher sagen. Verschlafen regte sie sich und blickte zur Seite zu dem Wolf neben sich welcher nun wieder auf eine kleinere Größe geschrumpft war. Erst jetzt fiel ihr ein wenig verwundert ein, dass der Flur und die Treppe glücklicherweise breit genug waren das er einfach so hindurchgekommen war. Den Schaden der Tür jedoch war ein wenig frustrierend wenn man bedachte das es hier noch alles neu war. Trotzdem ließ sie ihre Finger leicht über sein Fell streichen wie um seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Fast schon war sie stolz auf sich, dass diese Nacht doch so gut gelaufen war bis auf den leichtenVandalismus.  „Deine menschliche Gestalt wäre mir jetzt lieber..“, murmelte sie ihm immer noch ein wenig müde zu. Den auch wenn sie sich jetzt selbst bewiesen hatte das es kein Problem mehr war ihn als Wolf zu sehen wollte sie jetzt doch etwas weniger pelziges neben sich spüren.

 

Erst durch ihre Worte wird er wirklich wach ehe er sich auch schon wieder zu dem Jake verwandelt, den sie deutlich besser kennt als den großen, haarigen. Mit einem kleinen Murren zieht er sich dicht an sich heran und schließt wieder die Augen. “Ich bin müde”, murmelt er leise, legt dabei seine Lippen an ihr Ohr,” Für die ganze Aktion heute Nacht muss ich mich entschuldigen, selbst wenn es eigentlich noch ganz gut gelaufen ist, aber das kann nicht zum Dauerzustand werden. Ich werde irgendetwas finden, was mich bändigt, damit ich Dir nicht weiter auf den Geist gehe.” Sich noch für einige Minuten ihre Nähe gönnend steht er schließlich doch auf, um sich ein wenig zu strecken. “Ich muss noch das Auto zurück holen und mich um zwei Türen kümmern, möchtest Du mitkommen? Dann können wir vielleicht noch nach anderen Möbeln schauen, wenn du magst!”

 

Dankbar wieder einen Mensch vor sich zu haben bettete sie ihren Kopf auf seiner Schulter und lächelte leicht bei seiner Entschuldigung. „So schlimm war es doch gar nicht bis auf die kaputten Türen natürlich jetzt wissen wir zumindest das die nichts bringen um dich von mir fernzuhalten aber ansonsten war ja alles in Ordnung.“, erwiderte sie und konnte nicht drum rum mit sich zufrieden zu sein wie es gelaufen war.  Ihr Unterbewusstsein hatte sich zuvor schon zig ungemütlichere Szenarien einfallen lassen sodass das diese Nacht mehr als akzeptabel war. Ehrlich gesagt war sogar recht stolz auf sich die Angst vor seiner Gestalt scheinbar überwunden zu haben. Erst als er aufstand richtete sie sich ebenso auf und nickte dann. „Die Chance will ich mir nicht entgegen lasen. Sag mal, das an deinen Pfoten gestern was hast du eigentlich da gemacht?“ Während sie sprach glitt sie schon aus dem Bett wobei sie sich schnell ein sommerliches Kleid überwarf und sich mit beiden Händen durchs Haar fuhr um es zu bändigen. Die Verletzungen waren an jener Stelle gewesen wo sich seine Handgelenke befinden sollten welche sie nun unauffällig in Augenschein zu nehmen versuchte.

 

Sich etwas mehr überziehend blickt er bei ihren Worten mit einem recht kühlen Gesichtsausdruck in ihre Richtung, ist er sich durchaus bewusst, dass ihr der Grund für diese marginalen Verletzungen nicht gefallen würde:” Ich hab mich von einer Palme befreit.” Eine recht schmerzlose und kurze Antwort, würde er auch nicht weiter darauf eingehen, weswegen er auch schon das nächste Thema anspricht. Ohnehin war es in seinen Augen viel wichtiger sich um das hier und jetzt zu kümmern. “Entweder ich gehe schnell alleine das Auto holen und sammel Dich dann hier auf oder Du kommst mit. Dann allerdings wirst Du Dich mit meiner haarigen Seite begnügen müssen, die Strecke will ich meinen Füßen ganz sicher nicht zumuten. Anschließend würde ich vorschlagen, dass wir erst in einem Baumarkt die Türen holen und uns dann durch die endlosen Hallen eines Möbelgeschäfts quälen. Irgendwelche Einwände?”

 

„Und ich vermute mal die Palme hat den Kürzeren gezogen.“, meinte sie mit einem leichten Kopfschütteln. Es gab wohl wirklich nicht sonderlich viel was ihn zurückhalten könnte wenn seine animalische Seite zum Vorschein kam. Dennoch konnte sie sich einen kurzen, strafenden Blick nicht verkneifen war doch klar das er sich selbst hatte fesseln müssen auch ohne ihre Hilfe ihr war nur nicht klar womit und wollte es wahrscheinlich auch nicht wissen, den egal was es war hatte es diese Nacht mit Sicherheit nicht überstanden wie vermutlich die Palme ebensowenig. Seine Worte vernehmend überlegte sie nicht lange. „Nein keine Einwände. Möbel kaufen ist fast genauso reizvoll wie Schuhe kaufen.“ Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen sprach der Vergleich an sich schon Bände. In dem Punkt war sie wohl durch und durch typisch Frau, aber wer konnte ihr das schon verübeln?  Zu neuen Schuhen oder Einrichtungsstücken sagte wohl niemand nein. Außerdem wäre es schön einigen so alltäglichen Sachen nachzugehen. „Ich komm mit wenn es dir Recht ist. Ich hasse warten.“ Zudem wollte sie sowieso raus an die frische Luft und die Gelegenheit sich voll und ganz an sein pelziges Ich zu gewöhnen wollte sie auch ausnutzen. Umsichtig trat sie um die Holzsplitter herum um sich keinen davon in den Fuß zu treiben ehe sie ihre Schuhe überzog und nur kurz den  zertrümmerten Türen Beachtung schenkte.  

 

 

Mit einem leichten Nicken gibt er ihr Recht, die Palme hatte wirklich nicht viel gegen ihn auszusetzen gehabt, doch immerhin waren die Wunden schon nicht mehr sichtbar, was wohl nur hilfreich ist. Dennoch ist er sichtlich froh, dass sie sich sogleich wieder einem anderen Thema widmet, welches ihr zu gefallen scheint. “Super, dann ist ja alles wunderbar. Du bekommst riesige Schuhe, die Du nicht tragen kannst und ich Möbel, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen”, spricht er mit einem leichten Lachen auf den Lippen ehe er sie auch schon hoch hebt, während er sie in den Splittern herum tanzend vor genau diesen sichert. Sie in seine Arme schließend lässt er seine Lippen für einen Augenblick auf ihre Haare gleiten ehe er sie auch schon sicher nach unten bringt, wo auch das Ausmaß der Zerstörung der zweiten Tür sichtbar wird. An dieser einfach vorbei gehend bringt er sie raus in den kleinen Vorgarten. “Immer schön festhalten, das kennst Du ja”, flüstert er sanft in ihr Ohr ehe sich seine Gestalt auch schon in etwas großes haariges verwandelt, sie somit auf seinem Rücken landet. Ohne eine weitere Vorwarnung setzt er seine Pfoten in Bewegung und rennt los geradewegs in die Richtung in welcher das Auto stehen würde.

 

Das sie sich plötzlich wieder in seinem Arm wieder fand war nicht grade überraschend hätte sie sich dies doch schon denken können. Er hatte diese Art an sich, die es ihr so erscheinen ließ als würde er sie von allem möglichen abschirmen wenn er auch nur ansatzweise dachte das es ihr Schaden bringen könnte egal wie geringfügig. Ein wirklich seltsamer Gedanke wenn man bedachte, dass sich niemals irgendwer um sie gesorgt hatte. Nur sehr kurz hatte sie die Möglichkeit die Türen zu betrachten und bedauerte tatsächlich kurz die Eingangstür welche wirklich hübsch gewesen war, aber das war nichts was man nicht ersetzen konnte sodass sie sich einfach an ihn drückte und es so hinnahm wie es nun mal war. „Loslassen ist wohl das letzte was ich tun würde.“, erwiderte sie schmunzelnd ehe sie sich auch schon an seinem Fell festhielt. So langsam hatte sie auch den Trick raus wie sie am besten Halt fand ohne dabei versehentlich seine Luftzufuhr zu verhindern  oder sich unsicher zu fühlen. Leicht fuhr sie mit einer Hand durch sein Fell ehe sie sich auf ihre Umgebung konzentrierte und alles in sich aufnahm. Es dauerte eine ganze Weile bis sie endlich am Wagen angekommen waren und sie schon von seinem Rücken glitt. Unweigerlich fiel ihr Blick auf den zugerichteten Baum in der Nähe und ihre Augenbrauen hoben sich leicht während sie auf diesen zutrat und ihre Aufmerksamkeit auf etwas glänzendes am Boden fiel. Neugierig hob sie die Überreste auf und neigte ihren Kopf ein wenig als sie erfasste um was es sich handelte ehe sie sich mit einem neckischen  Ausdruck zu ihm wand. „Irgendwas sagt mir das die nicht dazu da gewesen sind um dich hier festzuhalten.“, meinte sie nur ehe sie das Metalstück auch wieder fallen ließ und sich wieder zum Wagen bewegte. „Kann ich fahren?“ Sie hätte sich auch ungefragt hinters Steuer gesetzt nur fehlten ihr die Schlüssel.

 

 

 

 

 

 Sie auf seinem Rücken war für ihn ein ganz besonderes Gefühl von Freiheit. Einerseits konnte er den weichen Boden unter seinen Tatzen fühlen und auch ihr leichtes Gewicht auf seinem Rücken, welches irgendwie allem einen Sinn zu geben schien. In ein Möbelhaus zu fahren war für ihn noch nie ein Erlebnis, eher eine Qual gewesen und doch bereitete es ihm dieses Mal Freude, da er sich bewusst war nun für sie ein Heim zu bauen. Und doch machten ihm diese Gedanken auch Angst, hatte er immer noch die Befürchtung irgendetwas zu schnell anzugehen, irgendetwas zu überstürzen. Dennoch würde er sie nicht von sich fern halten können, nicht nur aufgrund seiner vollmondnächtlichen Aktivitäten, sondern auch, weil er sich für sie verantwortlich fühlte. Sie allein zu lassen würde bedeuten sich selbst zu verraten.

Auch schon beim Auto angekommen enden diese Gedanken, steht er wieder im direkten Gespräch mit ihr, sodass er sich lieber voll und ganz darauf konzentriert. Zuerst versteht er allerdings nicht, was sie genau mit ihren Worten bezüglich der Handschellen meint, doch kann er ihre Vorahnung schließlich nachvollziehen. Wieder in menschlicher Gestalt vor ihr stehend ignoriert er ihre Frage bezüglich des Autos, ergreift stattdessen bestimmend ihre Handgelenke. Sie so zurück an die Palme drängend, welche ihn am gestrigen Abend kaum zurück gehalten hatte, ist er sich sicher, dass es bei ihr deutlich anders abgelaufen wäre. “Oh ja, die waren für andere Dinge bestimmt”, flüstert er sanft in ihr Ohr, während ihre Haare durch sein Gesicht wehen und er ihre Hände die Palme umschließend rücklings fixiert,” Für Dinge, die mir eindeutig besser gefallen hätten, aber so wie ich Dich kenne hättest Du mich ohnehin zurück gestoßen. Schließlich haben wir noch immer nicht Silvester und sind auf dem weg zu etwas, was Du auf die Stufe von Schuhen stellst. Da habe ich wohl keine Chance!”

 

Hoppla, diese Art von Reaktion hatte sie nicht erwartet doch sie konnte sie nicht behaupten das ihr dies missfiel. Die Palme in ihrem Rücken spürend hefteten sich ihre Augen auf ihn wobei ihr Herz ein wenig schneller schlug durch die plötzliche Nähe. Auch wenn sie sich an diese schon gewöhnt hatte war es die Bestimmtheit mit der er ihre Hände hinter ihr festhielt die für ein angenehmes Prickeln auf ihrer Haut sorgte. Die Lippen bei seinen Worten leicht aufeinanderpressend neigte sie ihren Kopf ein wenig und sprach automatisch wie er in einer gesenkteren Stimme ohne auch nur ansatzweise Anstalt zu machen ihre Hände lösen zu wollen. „Dir ist schon klar, dass das mit Silvester deine Worte waren.“ Nun musste sie ein wenig Lächeln. Ihn zurückstoßen wäre wohl wirklich das letzte was sie tun würde auch wenn er da eine andere Meinung vertrat. Für ihn würde sie wohl sogar auf Schuhe verzichten, oder etwas das auf der selben Stufe wie Schuhe kaufen stand. „Schade um die Handschellen.“, raunte sie  und regte sich leicht, den Rücken immer noch gegen den Stamm gepresst.

 

 

"Du hast diesen aber auch nicht widersprochen", macht er sie auf die damalige Situation aufmerksam, die in keiner Weise gewesen war wie jetzt. Nun erfüllte ihre Körper ein Verlangen, welches wohl auch auf die erwiderten Gefühle zurück zu führen war, doch fühlte er sich dennoch nicht in der richtig Stimmung, steckten die Gefühle, welche in der letzten Nacht in ihm aufgekeimt waren noch viel zu tief in seinen Knochen. Er brauchte eine Ausgangslage, irgendetwas auf das mach aufbauen konnte, zwar war das Haus, welches nun in seinem, beziehungsweise ihrem Besitz war, ein guter Anfang, doch eben nur ein Anfang. "Sehr schade um die Handschellen", stimmt er ihr zwar zu, doch löst nur Sekunden später auch schon seinen Griff um ihre Handgelenke ehe er ihr wortlos die Schlüssel in die Hand drückt, um seinerseits zurück zum Auto zu gehen. "Du brauchst mir heute entschieden zu lang", spricht er neckend als er die Beifahrertür öffnet, sie allerdings noch immer bei der Palme vorfindet. Um ihre Enttäuschung zu vermeiden setzt er allerdings noch etwas hinterher:" Sei mir nicht böse, aber ich würde einfach gerne noch einige Dinge klären. Ich kann mich gerade einfach nicht entspannen."

 

Natürlich hatte sie ihm in dem Moment  nicht widersprochen, immerhin standen die Dinge zu der Zeit noch völlig anders um sie und die Kugel, die sie aus seiner Brust gefischt hatte war nun nicht grade sonderlich anregend gewesen. Nun jedoch war er derjenige, der sich der Situation entzog und sie grade zu zurückwies. Ein wenig irritiert richteten sich ihre Augen auf den Autoschlüßel während er sich so ohne weiteres entfernte. Eine Geste, die sie weder gewohnt war noch so richtig akzeptieren wollte. Sich etwas gegen den halb zerstörten Baum lehnend verstand sie nicht so richtig was sein Problem war und seine Worte die er ihr nun vom Auto aus zusagte machten die Sache auch nicht viel verständlicher. Trotzdem wich sie von der Palma ab und trat zum Wagen. „In Ordnung, dann eben nicht.“, meinte sie und achtete darauf ihre Worte nicht zu zerknirscht klingen zu lassen während sie sich auf den Fahrersitz fallen ließ und den Motor startete. Auch wenn dies ein neuer Wagen war hatte sie doch keine Probleme sich mit diesem zurechtzufinden sodass sie schnell über dem Tempolimit lag und in Richtung Stadt fuhr. „Wenn ich irgendwo abbiegen muss sag mir bescheid.“, forderte sie ihn auf.

 

 

 

 

 Die komplette Fahrt über spricht er wenig, gibt ihr lediglich Anweisungen bezüglich der Fahrtrichtung, doch selbst diese fallen ziemlich knapp aus. Er bekommt den letzten Abend einfach nicht mehr aus dem Kopf, wusste er nicht genau, was er mit all diesen Informationen anfangen sollte. So viele Dinge waren es, die ihn unsicher werden ließen und genau das wollte er nicht sein. Doch unterbewusst hatte sich auch etwas zwischen sie beide gedrängt, vielleicht wirkte er damit vollkommen konservativ und tat ihr auch unrecht, aber ihre Bestimmtheit, die sie am gestrichen Abend an den Tag gelegt hatte, machte ihm ganz schön zu schaffen. Auch konnte er nicht sagen, ob es jede Vollmondnacht so sein würde, dass er sich durch ein einfaches Nein zurück pfeifen lassen würde. Vielleicht ging dieser animalische Wunsch ach tiefer als er es eigentlich zugeben würde, in seinen Jahren war er zwar nicht alt, doch schon viele, viele Jahre in dem Alter in welchem man sich eigentlich mit Kindern umringen sollte.

Den Kopf von der vibrierenden Seitenscheibe nehmend schaut er zum ersten Mal seit einigen Minuten wieder zu ihr herüber ehe seine Stimme auch schon tief und eindrucksvoll durch den Wagen hallt:” Halt sofort an. Jetzt!” Wohl auch aufgrund seines unerwarteten Verhaltens ist dies schließlich auch, das was sie direkt tut. Sobald der Wagen auf dem Seitenstreifen zum Stehen kommt öffnet er die Beifahrertür, um auszusteigen und ihre Tür zu öffnen. “Steh auf, ich fahre”, spricht er kühl.

 

Der Vorteil daran das sie fuhr war die Tatsache, dass sie ihre Aufmerksamkeit einfach aufs Fahren lenken konnte. So blieb es verständlich, dass sie ihren Blick auf die Straße geheftet ließ und nun sehr selten zu ihm herüber linste. Irgendwas beschäftigte ihn und genau das machte sie mehr als unruhig. Es brannte ihr auf der Zunge zu fragen was los war, Antworten zu fordern und einige Male war sie auch kurz davor nur um dann doch den Mund zu halten aus Sorge, dass sie es vielleicht gar nicht wirklich wissen wollte. Ein Verhalten welches untypisch für sie war und doch konnte sie nichts daran ändern. Sie vertraute ihm aber es schien nicht so als wäre er voll und ganz von sich überzeugt. Oder von ihr und dem was zwischen ihnen war. Ach, was wusste sie schon. Ungeduldig versuchte sie einfach die Gedanken wieder zu verdrängen, diese jedoch schienen es sich vorgenommen haben ihren Verstand weiter zu durchdringen sodass sie sich weiterhin das Gehirn zermarterte als seine Stimme die Stille durchschnitt. Unfreiwillig zuckte sie kurz zusammen, überrascht von dem harschen Klang tat sie sofort was er wollte und hielt den Wagen nur um dann schon mit überraschtem Blick zu ihm hochzublicken als er an ihrer offenen Tür stand. „Was? Warum?“, überkam es sie überrascht während ihr Körper jedoch schon ohne weiteres gehorchte und sich erhob wenn auch nur um ihm besser entgegenblicken zu können den sie machte keinerlei Anstalt auf die andere Seite zu gehen und wieder einzusteigen. „Würdest du mir bitte sagen was das Problem ist?“ Sie blickte ihn aus ihren braunen Augen an und war bemühte ihre Stimme ruhig klingen zu lassen um zu verhindern, dass er die Tonlage falsch auffasste und sie sich nur wieder in die Haare kriegen würden.

 

 

 

 

 Ihren zierlichen Körper so nah vor sich spürt er nur einmal mehr wie wichtig sie ihm eigentlich war, dass er sie nicht fahren lassen wollte, da er die besseren Reflexe hatte und sie im Zweifelsfall besser davon kommen würden. Doch spürte er auch die Abweisung, welche unweigerlich von ihr ausging. Vielleicht war es nur seine animalische Seite, die sich darüber empörte, aber dieses Gefühl blieb dennoch das gleiche, er war enttäuscht und verletzt. Nicht unbedingt aufgrund ihrer Entscheidung selbst, sondern schlichtweg der Art wie sie diese vertritt. Diese Bestimmtheit, fast schon das Gefühl, dass sie nie welche - mit ihm - bekommen wollte zeigte ihm in gewisser Hinsicht, dass sie ihn wohl nur für unwürdig halten muss. Genau das verletzte ihn, lässt ihn genau zu den jetzigen Reaktionen kommen.

Selbst wenn sie unglaublich ruhig war, wohl auch, um dieses Gefühl auf ihn überschwappen zu lassen, fühlt er sich von ihren Worten angegriffen. Was für ein Problem er hatte? Dazu müsste er erst einmal wissen, was ihr Problem war - die Tatsache, dass er eigentlich wusste wie schwer sie sich binden konnte, schließlich hatte sie ihm davon erzählt und war es auch spürbar gewesen - doch dazu müsste er zunächst einmal offenbaren wie verletzt er eigentlich war. Was er nicht tuen würde. Dem entsprechend kühl ist seine Entgegnung, schiebt er sie stumm einfach nur von der Tür weg, um sich selbst auf den Sitz zu setzen und die Tür zu schließen, immerhin würde sie schon einsteigen.

 

Sie hatte mit irgendeiner Reaktion gerechnet. Irgendeiner Antwort egal ob diese zufrieden stellend sein würde oder nicht doch irgendwas, das ihr Aufschluss darüber geben würde was in ihm vorging den die Art wie er sich zu distanzieren schien gefiel ihr nicht. Noch weniger gefiel es ihr als er sie einfach zur Seite schob. Sich heftig auf die Lippe beißend senkte sie ihren Blick und spürte die Verletzung schmerzhaft in ihr aufbrennen. Sie hatte sich schon so für ihn geöffnet das es mehr als kränkend war davon ausgehen zu müssen, dass er es bei ihr nicht tat. Erfasst von diesem Gedanken rührte sie sich kein Stück sondern stand kurz nur da bevor sie ein paar Schritte zur Seite ging und sich hinter das Auto auf die Bordsteinkante setzte. Es war schon ein wenig kindisch von ihr sich jetzt so zu verhalten doch ins Auto und dort weiter schweigen darauf hatte sie auch keine Lust also fuhr sie sich durchs Haar und massierte sich leicht die Schläfen während sie auf den Asphalt vor sich starrte. Die ganze Sache machte ihr Kopfschmerzen je mehr sie darüber nachdachte auch wenn ihr grade einfach nur danach war sich in seine Arme zu schmiegen und dort ein wenig Trost zu suchen. Es waren nicht die Umstände, die es kompliziert machten. Es war die Tatsache das ihre Sozialkompetenz der eines Schimpansen glich..nein wahrscheinlich war selbst dieser besser darin als sie es war. Mit dem unbestimmten Gefühl etwas falsch gemacht zu haben setzte auf ein unangenehmes Ziehen in ihrer Magengegend ein woraufhin sie nur noch betrübter den Kopf hängen ließ. 

 

Den Motor erneut startend blickt er durch den Rückspiegel auf ihre Gestalt, hatte er eigentlich fest daran geglaubt, dass sie sich dadurch in Bewegung setzen würde, doch bleibt sie weiter auf ihren Fleck an der Bordsteinkante sitzen. Auch, als er den Motor ein wenig aufheulen lässt bewegt sie sich keinen Zentimeter, bleibt einfach dort sitzen mit einem Gesichtsausdruck, den er nicht länger mit ansehen könnte. Also den Schlüssel wieder umdrehend verstummt der Motor ehe er seine Tür öffnet und um den Wagen herum geht, schließlich ihre zierliche Gestalt direkt vor ihr sitzt. “Hör zu, ich will heute noch ein bisschen was bewegen. Ich mag Dinge nicht, die ungeklärt sind. Und bei buchstäblich offener Tür schlafe ich auch nicht gerne”, kommentiert er die jetzige Situation mit dem Drang endlich etwas zu tun ehe er die arme um ihren zierlichen Körper schlingt und sie einfach vom Fleck weg hochhebt. Zurück zum Auto laufend öffnet er ein wenig ungeschickt die Beifahrertür ehe sie auch schon auf dem Sitz verbleibt. “Bleib sitzen”, fügt er vorsichtshalber noch einmal hinzu, recht kühl, doch immerhin seine Vorahnung unterdrückend sie könne dennoch aufstehen. Wieder zum Fahrersitz gehend setzt er sich selbst, schließt die Tür und startet den Motor.

 

Das Aufheulen des Wagens ignorierte sie vollkommen immerhin rechnete sie nicht damit das er einfach weg fahren würde. Schwieriger zu ignorieren war dann als er vor ihr stand und genau dies wollte sie auch nicht. Zu ihm hochblickend wollte sie etwas sagen doch seine Arme um sie ließen sie verstummen. Das er sie nun wieder auf den Sitz bugsierte ließ sie aufseufzen und doch ließ sie sich nur in den Sitz fallen und blickte kurz aus dem Fenster ehe sie wieder zu ihm sah. Mr. Ich mag Dinge nicht, die ungeklärt sind hielt sich weiter ans Schweigen und das machte sie schier wahnsinnig. Unfreiwillige Selbstzweifel befielen sie sodass sie letztendlich wieder ihre Stimme erhob und einen zweiten versuch startete um der Sache auf den Grund zu gehen.. „Jake ich versteh wirklich nicht was los ist… Hab ich irgendwas falsch gemacht? Rede mit mir..“ Ihre Stimme war leise während sie die Hände in ihrem Schoß verschränkte und ihre Finger leicht knotete. Irgendwas war falsch aber was genau war ihr so unklar das sie sich selbst dafür die Schuld zuweisen musste, etwas anderes fiel ihr nicht ein.

 

Sie realisierte erst was er vorhatte als sie sich schon über seiner Schulter wiederfand und sie sogleich protestierte. „Jake! Lass mich runter!“ Die Reaktion blieb jedoch aus und für ausreichende zur Wehrsetzung war sie einerseits zu überrascht von dieser Handlung. Außerdem war ihr nicht entgangen das er nicht völlig bei Kräften war und befürchtete, dass er sie nicht halten könnte wenn sie zu sehr rumzappelte. Erst unter der Dusche blickte sie ihn und überlegte, sich schnell an ihm vorbei aus der Dusche zu flüchten doch ehe sie handeln konnte spürte sie auch schon das Wasser auf sich niederprasseln. Sofort schnappte sie nach Luft und nahm als nächstes seinen unbekleideten Körper neben sich wahr. „Ich weiß was ich will. Silvester wurde vorverlegt.“, erwiderte sie nur und strich sich das nasse Haar aus dem Gesicht. Die frische Kleidung war schon innerhalb weniger Augenblicke vom Wasser durchtränkt und fühlten sich schwer auf ihrer Haut an und doch machte sie vorerst keinerlei Anstalt diese auszuziehen während sie dicht vor ihm stand. Sonderlich viel Bewegungsfreiraum bot die Dusche nicht, doch immerhin genug um sich nicht beengt zu fühlen. “Wenn Silvester vorverlegt wurde, dann sollten wir wohl jetzt raus gehen und Massen an Raketen in den Himmel jagen!”, flüstert er leise in ihr Ohr, nähert sich ihr in diesen Sekunden und spürt auch schon ihre nasse, schwere Kleidung an seiner Haut. Nun mit wenig Rücksicht, immerhin schien sie genau das zu wollen, reißt er an ihrem Oberteil, welches erstaunlich schnell nachgibt, sodass sie unweigerlich ihren Oberkörper entblößt. “Ich warte nicht noch einmal so lange, das kannst Du vergessen, wenn Du nun also Blümchensex willst, dann sag es jetzt”, spricht er mit zittrigen Fingern sowie alles andere als gut gewählten Worten, fehlt ihm gerade die Geduld dafür, doch wäre es töricht sie nicht zu fragen, hatte er schließlich berechtigte Zweifel, dass dies wirklich etwas für sie war. Dennoch lässt er seine Hände über ihren Oberkörper gleiten, zieht sie noch ein wenig näher an sich heran, sodass er ihre nackte, warme Haut an der seinen spüren kann. Das Geräusch des reißenden Stoffes gepaart mit seinen Worten ließ sie leicht schaudern. Für einen Moment hatte sie das Bild eines Pastors vor sich bei einer Trauung mit den Worten ‚Wenn jemand dagegen ist, möge er jetzt sprechen, oder für immer schweigen’ und fast schon musste sie kichern, wohl die denklich unpassendeste Reaktion auf seine Aussage. Außerdem war der Gedanke derart unpassend das sie ihn sicher nicht laut aussprechen würde. Jetzt schon schien ihr Verstand nicht arbeiten zu wollen, vielleicht wusste sie doch nicht so genau worauf sie sich einließ doch einen Rückzieher zu machen kam nicht in Frage. Stattdessen schob sie mit dem Fuß das zerrissene Oberteil zur Seite und entledigte sich mit einer schnellen Bewegung ihrer Hose. „Wie war das gleich noch mal mit dem keine Herzchen und Blümchen?“, hauchte sie mit einem kurzen Lächeln ehe sie sich sogleich an seinen Körper schmiegte. Das Gefühl seiner Haut an ihrer war berauschend während sie ihr Gesicht ihm zuwand um ihn zu küssen. Das sollte wohl als Antwort genügen. Ungewollt tritt durch ihr Kichern ein unnahbarer, dunkler Ausdruck auf seine Züge. Auch ihre nachfolgenden Reaktionen zeigen deutlich, dass sie dieses Spielchen noch nicht wirklich verstanden hat. Zwar war es einerseits auch die Antwort auf seine Frage, doch hatte er ein paar Worte erwartet, nicht so etwas. Deswegen entzieht er ihr auch sogleich seine Lippen, stellt sich einfach ein wenig aufrechter hin, sodass sie nicht mehr die Möglichkeit hatte so hoch zu kommen. “Du solltest Dich zügeln, sonst provozierst Du Dinge auf die Du noch lange nicht vorbereitet bist!”, zischt er unsanft, während er ihren nackten Körper dicht an die eiskalte Duschwand drängt. Aufgrund der Kälte, die so schnell über ihre Haut zieht, ihr auch ein kleines Glucksen entweicht, spürt er direkt wie sich eine Gänsehaut bei ihr bildet und schließlich auch ihre Brustwarzen ihm kerzengerade entgegen stehen. “Irgendetwas zu Deiner Verteidigung zu sagen?” Die kalten Fliesen auf ihrer nackten Haut ließen sie sofort frösteln während ihre Augen sich ein wenig vor Überraschung weiteten als sie ihm entgegen blickte. Etwas zu ihrer Verteidigung sagen..vielleicht wäre gar nichts sagen angebrachter? „Dann bereite mich vor, dann muss ich meine provokante Zunge nicht zügeln.“, erwiderte sie mutig wobei ihre Augen weiterhin auf die seine geheftet waren. Auch wenn seine unsanfte Art sie im ersten Augenblick ein wenig verwirrte ließ sie sich nach wie vor von ihm nicht einschüchtern. Woher sie die unumstößliche Selbstsicherheit nahm war ihr auch nicht ganz klar. Egal was es war, sie schien sich sicher, dass sie sich ihm in vielerlei Hinsicht anpassen konnte, schon jetzt hatte sie eine Menge Dinge akzeptiert, die vorher undenkbar gewesen wären. Sie wollte ihm gehören in jeder erdenklichen Weise, wahrscheinlich war das der Grund das sie nicht von ihm zurückschreckte. So wirklich wusste er mit ihren Worten nichts anzufangen, verwirrte sie ihn in gewisser Weise sogar, was eventuell aber auch auf die zum Denken unpassende Blutverteilung seines Körpers zurück zu führen war. Dennoch kann er dem Gedanken etwas abgewinnen ihr einfach knallhart alles auf den Tisch zu knallen, ob sie es verstehen würde oder nicht. “Du musst Deine Provokante Zunge zügeln. Ich bin derjenige, der hier das Sagen hat, Dir Dinge erlauben könnte, aber nur, wenn Du drum bittest und bettelst. Du hast ohne meine Erlaubnis nicht zu reden, mich zu berühren oder sonst etwas zu tun. Jedes Fehlverhalten wird bestraft. Im Gegenzug für Dein Gehorsam zeige ich Dir die Welt von Erlösung und Befriedigung, den süßen Schmerz und den Zauber kleiner Berührungen, aber nach meinen Regeln. Du sprichst nur, wenn Du gefragt wirst und eine Erlaubnis erhältst, Du machst Dinge nur, wenn Du zu ihnen aufgefordert wirst.” Unglaube war in ihren Augen zu lesen während sie seinen Worten lauschte. So richtig damit umzugehen wusste sie nicht. Gehorsam war eine Eigenschaft, die ihr so gut wie völlig fremd war. Nie hatte sie sich sagen lassen was sie zu tun hatte und war immer dagegen angegangen. Ihm die Kontrolle über sich zu übergeben kam ihr absurd vor und doch auf eine verdrehte Art und Weise spürte sie die Neugier auf jene Welt von der er sprach. Ein deutlicher Zwiespalt tat sich in ihr auf, unsicher ob er ein Nein hinnehmen würde und ob sie überhaupt nein sagen wollte. Einen Moment war das einzige Geräusch das den Raum erfüllte das auf sie niederprasselnde Wasser. „Und was wenn ich das nicht kann?“, fragte sie ein wenig unsicher ob die Folgsamkeit die er von ihr forderte auf sämtliche Lebenslagen bezogen war. In dem Fall käme es nicht in Frage, nicht einmal ansatzweise, dafür war sie zu aufbrausend, zu eigensinnig. Für Kompromisse war sie bereit aber musste sie wissen wie weit diese Forderung ging. „Bezieht sich mein Gehorsam nur auf den Sex?“ Wieder blickte sie zu ihm auf und auch wenn ihr dannach war ihn zu berühren behielt sie ihre Hände bei sich, ermahnt durch seine Worte. Unweigerlich tritt nun ein deutliches Grinsen auf seine Lippen, sind ihre Gedankengänge für ihn nur zu klar nachvollziehbar. “Das steckt in Deinen Genen, Baby. Ich kenne Wege und Mittel, Du musst mir nur vertrauen, das solltest Du mittlerweile können. Dem entsprechend halte ich es auch nicht für nötig die letzte Frage zu beantworten, ich mag keine Fragen, nicht jetzt”, spricht er, während das Grinsen auch in seiner Tonlage sichtbar wird ehe er auch schon seine Lippen auf die ihren senkt, in diesem innigen Kuss keine Möglichkeit durchblitzen lässt, dass sie sich nun lösen könnte. Stattdessen greift er rücklings nach dem Wasserhahn, um das Wasser, welches ihre Körper hinab fließt zu stoppen. Den Kuss schließlich enden lassend hebt er sie abermals hoch, stolziert mit ihr zurück zum Bett ehe er sie auf die weiche Matratze fallen lässt, die Berührungen jedoch nicht nachlassen und er direkt wieder zur Stelle ist. Ungefragt schiebt er ihre Beine auseinander und fixiert im nächsten Augenblick auch schon ihre Handgelenke, sodass ihr kaum noch eine Möglichkeit bleibt sich zu bewegen. Um ihrer Entscheidung noch den restlichen Denkanstoss zu geben, lässt er schließlich seine Zunge über die feuchte Haut ihrer Körpermitte gleiten. Nicht fragen, nicht reden und nicht anfassen. Diese Dinge schwebten ihr nur einen Moment im Kopf, genau wie die unausgesprochene Frage von was für Mittel und Wege er sprach doch da waren schon seine Lippen auf den ihren. Vielleicht sollte sie es gar nicht so erregen, doch weckte seine Bestimmtheit dieses Gefühl unweigerlich bei ihr aus. Sofort waren die Gedanken vergessen während sie den Kuss leidenschaftlich erwiderte spürte sie dankbar den Untergrund hinter ihrem Rücken von den kalten Fliesen zur weichen Matratze wechseln. Unweigerlich überkam es Stöhnen ihre Lippen als seine Zunge sich ihren Weg suchte. Leicht drückten ihre Hände gegen seinen Griff wie um zu testen wie fest dieser war und auch wenn ihr Bewegungsfreiraum fast völlig eingeschränkt war reckte sie sich ihm leicht entgegen erfüllt von dem Gefühl nach ihm und seinen Berührungen förmlich zu brennen. Unweigerlich musste sich die ganze Sache in ihrem Kopf momentan ziemlich negativ anhören, doch war es für die Beteiligten in den meisten Fällen eine schlichtweg unbezahlbare Befreiung aus dem Alltag. Allerdings war er sich für den Moment nicht sicher, ob er ihr dies nun zeigen könnte, allein schon rein körperlich als auch gedanklich dazu fähig wäre. Als gelungene Ablenkung lässt er also seine Zunge weiter gleiten ehe er auch schon ihre unterdrückten Bewegungen spürt, fühlt wie sie sich ihm entgegen drückt. Genau dies sind die Momente in welchen er niemals von einer Frau, seiner Frau ablassen würde, tänzelt seine Zunge unaufhörlich um ihre empfindlichste Stelle. Aufgrund ihrer erzwungenen und teilweise wohl auch gewollten Abstinenz ist ihr Körper derart geladen, dass sie schon bald unter ihm erbebt, sich gegen seinen Griff wehrt und kurz vor ihrem Höhepunkt steht. Nun doch seine Lippen erhebend hält er sie zwar weiter fest, doch lässt somit in einem quälenden Moment von ihrer Mitte ab. “Ich will es aus Deinem Mund hören, was fühlst Du für mich, sag es mir. Auf der Stelle”, spricht er mit rauchiger, kratziger Stimme, den Kopf kurz hebend ehe er seine Zunge noch einmal über ihre Mitte gleiten lässt, sie so weiterhin kurz vor einem Orgasmus hält, ihr diesen jedoch noch nicht gönnt. Ihn so zu spüren raubte ihr den Atem, die Spuren seiner Zunge und seinen Lippen schienen sich in ihre Haut zu brennen und sie völlig in Brand zu setzen. Völlig empfänglich für ihn war ihr klar, dass sie kein anderen je auf dieselbe Art und Weise spüren wollte. „Nicht aufhören.“, stöhnte sie ein wenig erschrocken auf als er mit den köstlichen Liebkosungen aufhörte und stattdessen sprach. In diesem Moment empfand sie gradezu unerträgliches Verlangen nach ihm, alles in ihr war zum Zerbersten gespannt und ersehnten den Höhepunkt, der sich zum Greifen nah fühlte und doch so unerreichbar. Ihre Finger krallten sich in das Bettlaken. „Ich liebe dich! Ich liebe dich Jake.“, stieß sie hervor. Unerwartet war sie selbst überrascht über die Intensität mit der sie diese Worte sprach. Worte, von denen sie dachte sie nie freiwillig in den Mund zu nehmen doch waren diese Gefühle zutiefst aufrichtig. Immer noch zum Zerreisen gespannt ließ sie ihren Kopf zurücksinken und wand sich ein wenig unter ihm. „Bitte..mach weiter..“, überkam es sie. Soviel zu der Tatsache, dass sie nicht betteln würde. Für einen Augenblick ist er von ihren Worten wie hypnotisiert, kann er es zunächst nicht glauben, dass sie dies wirklich gesagt hat, doch kann er sich nicht verhört haben. Ungewollt führt das schließlich dazu, dass er entgegen seines eigentlichen Wunsches nicht vom Hören dieser Worte an ihren Orgasmus vollendet. Erst ihre Bitte - etwas, was er ebenfalls nicht erwartet hatte - bringt ihn wieder zur Besinnung, sodass er mit wenig Aufwand schließlich ihre verdiente Erlösung wahr macht. Beschützend zieht er ihren Bebenden, nackten Körper an sich, um einfach nur ihre Nähe zu spüren, ist es alles, was er nun noch möchte. “Lass uns das alles auf einen anderen Tag verschieben, Liebling”, flüstert er leise in ihr Ohr, wartet allerdings so lange bis er glaubt sie überhaupt wieder ansprechbar vorzufinden,”Dann, wenn ich Dein eigenes Reich aufgebaut habe.” Mit einem aufstöhnen wand sie sich unter den wenigen Berührungen, die sie fast augenblicklich von der süßen Qual ihres Verlangen erlöst. Keuchend biss sie sich auf die Lippe und verhinderte ein Aufschrei ehe sie sich auch schon völlig verlor in dem Genuss, den er ihr bereitete. Mit den Nachbeben des Orgasmus beschäftigt schmiegte sie sich sogleich an ihn, atmete seinen Duft ein. Es gab keinen Ort an dem sie sich je sicherer gefühlt hatte als jetzt in seinem Arm. Wieder fiel ihr ein was er gesagt hatte, dass das mit dem Vertrauen ja kein Problem mehr sein sollte und genau so war es auch. Sie vertraute ihm voll und ganz und ihr so unbedachtes Eingeständnis ihrer Gefühle hätte nicht aufrichtiger sein können. Erst als ihr Atmen sich wieder ein wenig beruhigte hörte sie seine Worte und nickte ein wenig matt. „Okay…“, hauchte sie und küsste leicht seine Brust. Gegen eine kurze Verschnaufpause hatte sie nichts einzuwenden und doch korrigierte sie ihn. „Wohl eher unser Reich würde ich sagen..“ Immerhin würde er ja ebenso dort leben wie sie auch. Die nächsten Tage waren ein wenig stressig gewesen, doch hatte er es schließlich in dieser kurzen Zeit geschafft einen Kaufvertrag aufzusetzen sowie aus der Ferne zumindest grob für die Einrichtung des Hauses zu sorgen. Falls sie später noch etwas daran ändern wollten wäre dies allerdings auch kein Problem. Nun neben ihr im Flugzeug sitzend betrachtet er die weichen Züge der jungen Frau wie sie in diesem Moment wohl mit Hoffnung und Freude auf das noch Kommende gut schlafen kann. Vorsichtig lässt er seine Finger über ihre Haut der Wange gleiten, achtet jedoch darauf sie nicht zu wecken, will er ihren ausnahmsweise einmal ruhigen Schlaf schließlich nicht beenden. Stattdessen begutachtet er lediglich das kleine Lächeln, welches sich auf ihren Lippen bildet. Sanft zieht er den Gurt um ihre Hüfte noch ein wenig fester - sicher ist schließlich sicher - ehe der Pilot nach der langen Flugreise auch schon zum Landen ansetzt. Dennoch noch lange kein Grund sie zu wecken, hofft er, dass sie weiter schlafen würde bis sie schließlich da sind. Das Aufsetzen, wieder zurück auf der Erde zu sein ruckelt sie alle ein wenig durch, sodass sie auch wieder unter den wachen, lebenden weilt, ihm verschlafen in die Augen sieht. “Wir sind bald da, wir müssen uns nur noch ein Gefährt suchen und dann brauchen wir circa 20 Minuten.” Fliegen war nicht grade ihre liebste Art zu reisen, doch am effektivsten um schnell von A nach B zu kommen. Nach wie vor war es ihr jedoch am liebsten auf dem Boden zu bleiben. Immer noch erstaunte sie wie beruhigend seine Gegenwart sich auf sie auswirkte sodass es gar nicht wunderlich war, dass sie sich schnell im Reich der Träume wiederfand. Wage nahm sie seine Berührung war, wachte aber erst auf als das Flugzeug schon gelandet war. Mit einem leichten Lächeln blickte sie ihn an und nickte ein wenig. Nur 20 Minuten von Flughafen entfernt, praktisch falls sich Umstände ergaben bei denen ein schnelles Verschwinden von Nöten wäre, ein Gedanke der gar nicht mal so verkehrt war. „Ich bin gespannt auf das Haus.“, gab sie zu und streckte ein wenig um die leichte Verspannung durch das unvorteilhafte Sitzen wieder los zu werden. Tatsächlich war sie um einiges entspannter was die allgemeine Situation betraf, sie hatte es nicht einfach so hingenommen sondern akzeptiert das das Leben jetzt nun mal anders laufen würde und wenn sie ehrlich war gefiel ihr diese Idee sogar. Erst als das offizielle okay kam löste sie den Sicherheitsgurt. Unweigerlich durch den doch recht tiefen Schlaf fühlte sie sich fast ein wenig wackelig auf den Beinen als sie aufstand und sich schon auf dem belebten Flughafen befand. Automatisch lehnte sie sich leicht an ihn und ließ ihren Blick über die vielen Passanten schweifen und war tatsächlich im ersten Moment ein wenig überfordert. Es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein das sie das letzte Mal so viele Menschen auf einen Haufen gesehen hatte. “Es wird Dir gefallen”, flüstert er leise, steht auch schon auf, um ihre zwei Taschen zu holen. Zwar waren beide fast leer, hatten sie aufgrund der Umstände beide viel Verlust erlitten, was ihre persönlichen Dinge anbelangte, doch würde dies erst einmal für das Gröbste reichen. So mussten sie sich immerhin auch nicht mit den langen Wartezeiten am Gepäckband begnügen. Ihre etwas wackelige Verfassung wahrnehmend nimmt er auch auf dem Weg durch den Flughafen beide Taschen und legt den Arm um ihre Taille, sodass sie ein wenig mehr Sicherheit hat. “Soweit ich mich richtig informiert habe gibt es dort hinten jemanden, der Gebrauchtwagen verkauft, vielleicht finden wir da ja etwas, sonst fahren wir erst einmal mit dem Taxi”, setzt er sie über das weitere Vorgehen in Kenntnis. Wenig später auch schon das recht große Gebäude verlassend sind es nur wenige, hundert Meter ehe sie den besagten Verkäufer erreichen. Mit nur wenigen Blicken überschaut er die Schar an Autos, welche einem geboten wird. Innerhalb von Sekunden sortiert er dabei aus, hält einen gut gepflegten Ford Mustang im Blick über welchen er sich direkt etwas erzählen lässt. Auch die PS Zahl sowie alle anderen wichtigen Daten passen, weswegen er schnell entscheidet diesen Wagen kurzerhand zu kaufen. Sie dort hin führend öffnet er die Tür, um ihr ein wenig mehr zu zeigen. “Wie sieht es aus, ist der für Dich in Ordnung? Oder hättest Du lieber einen anderen?” Nur zu gerne spürte sie seinen Arm um sich und ließ sich dadurch durch die Menschen dirigieren. Die kurze Anstalt, die sie machte um ihre Tasche zu nehmen jedoch war er schneller weswegen sie ihn einfach gewähren ließ. Im Allgemeinen brauchte sie einen Augenblick, sich vom Flug zu akklimatisieren. Die frische Luft tat gut und verhalf ihr dabei sie konnte das Lächeln auf ihren Lippen nicht verkneifen. So verschroben wie die letzte Zeit verlaufen war konnte sie nicht behaupten das sich alles zum negativen entwickelt hatte. Interessiert ließ sie ihre Augen über die Autos wandern sobald sie den Laden erreichten. Sich aus seinem Arm lösend streifte sie ein wenig zwischen den Wagen nur um hin und wieder leicht über das glänzende Metal zu streichen. Auch hier überließ sie ihm die Entscheidung, da sie ahnte das er sich besser mit Autos auskannte als sie. Erst als er sich scheinbar zu einem Kauf entschlossen hatte kam sie zurück und grinste als er die Tür aufhielt. Ein Ford Mustang. Vor allem die älteren Modele waren ein Traum. Ohne Umschweife ließ sie sich auf den Sitz fallen und ließ ihr Augemerk über den Innenraum schweifen. „Ich finde ihn wundervoll. Ein Mustang ist so oder so eine hervorragende Wahl.“, antwortete sie und blickte ihn freudig an. „Eine Spritztour mit dem hier wäre sicher spaßig.“ Allein die Vorstellung ließ sie sich ein wenig zufrieden zurück in den Sitz sinken. Die Tatsache, dass auch sie mit der Wahl des Autos zufrieden scheint, gibt ihm ein wenig positive Energie, weswegen er nur noch schnell den Kaufvertrag abhandelt und den Betrag in Bar bezahlt. Nie hatten sie wirklich darüber geredet womit einer von ihnen seinen wirklichen Unterhalt verdient, doch machte die jetzige Aktion sowie auch der Hauskauf deutlich, dass er durchaus einiges auf der hohen Kante liegen hatte. Schließlich nur noch die beiden Taschen im Kofferraum verstauend setzt er sich neben sie auf den Fahrersitz. “Wir machen so viele Spritztouren wie Du willst, aber für den Moment geht es jetzt erst einmal in unser neues Zuhause, wenn es Dir nichts ausmacht”, spricht er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, konnte er sich wohl kaum vorstellen, dass sie nun nicht direkt zum Haus fahren wollte. Und so macht er sich auch schon wieder auf den Weg, dreht den Schlüssel im neu erworbenen Wagen um ehe dieser auch schon typisch tief aufheult und vom Platz rollt. Nach den versprochenen zwanzig Minuten kommen sie schließlich auch schon an ihrem neuen Reich an - wie sie noch zuvor betont hatte. Ihr Grinsend den Schlüssel in die Hand drückend steigen sie beide auch schon aus. “Also los, Du entscheidest, was wir jetzt damit machen, was wir heute noch machen. Für den Moment liegt das alles in Deiner Hand.” Wie selbstverständlich legte sie den Sicherheitsgurt an als er den Motor startete. Eine Geste der reinen Angewohnheit und nicht etwa das sie es notwendig empfand. Sein Worte sorgten dafür das ihr Blick ein wenig überrascht zu ihm rüberhuschte. ‚Unser Zuhause’ das es genau dies war, war ihr klar doch es so aus seinem Mund zu hören war noch eine gänzlich andere Sache. „Ich brenne vor Neugier.“, entgegnete sie also nur mit einem zufriedenen Ausdruck auf ihrem Gesicht ehe sie das Fenster runterließ und ihre Hand aus dem fahrenden Wagen streckte um den kräftigen Luftzug auf ihrer Haut zu spüren während sie abwechselnd sein Profil und die Ausicht nach draußen betrachtete. Den Schlüssel in ihrer Hand spürend merkte sie die Vorfreude in sich aufkommen. Wie ein kleines Kind dem man ein Geschenk machte stieg sie aus und richtete ihre Aufmerksamkeit gleich auf die Fassade des Hauses, welches mehr als einladend wirkte. „Ich entscheide? Erstmal will ich mir ansehen was du da schönes gekauft hast.“, meinte sie mit einem Lächeln und blickte mit einem Funkeln in ihren Augen zu ihm hoch bevor sie auch schon den Worten Taten folgen ließ und die Haustür aufschloß um das Gebäude zu betreten. Schon im ersten Raum den sie betrat fiel ihr gleich die Nähe zum Meer ins Auge welches sich praktisch vor dem Fenster erstreckte. „Das ist.. wow ..einfach unglaublich.“, stieß sie begeistert hervor und konnte sich ein strahlen nicht verkneifen als sie sich wieder zu ihm wand. “Muss das hier nicht ein Vermögen gekostet haben?” Sie kannte sich auf dem aktuellen Immobilienmarkt nicht aus,doch allein die fantastische Lage dieses Hauses musste es teuer machen. Mit einem Lächeln quittiert er ihre fast schon kindliche Freude, fällt ihm eindeutig auf, dass ihr die ganze Sache gefällt, würde sie sonst wohl anders reagieren. Still, um ihr ihren Spaß zu lassen watschelt er also mit den Taschen hinter ihr her, nachdem er das Auto abgeschlossen und somit gesichert hat. Im Haus angekommen scheint sie dieses selbst gar nicht so sehr zu interessieren, achtet sie stattdessen lediglich auf den Strand, welcher aufgrund der Wandhohen Fenster aus jedem Raum zu sehen ist. Auch jetzt freut er sich über ihre Begeisterung, weswegen er zufrieden die Taschen abstellt - kann das Haus nun praktisch nicht mehr verlieren. “Ich rede nicht gerne über Geld”, erwidert er auf ihre Frage hin ehe er sie an sich zieht und einen kleinen Kuss auf ihrem Haar hinterlässt,” Wenn Du es aber ein bisschen präziser wissen möchtest, kann ich Dir sagen, dass das Haus ansich nicht das teuerste war. Immerhin gehören zu diesem Haus noch mehrere Quadratkilometer Land. Bedeutet einerseits zwar, dass wir keine Nachbarn haben, doch ist es besonders in Vollmondnächten ziemlich wichtig. Außerdem bietet es Sicherheit und Du kannst Dich jederzeit nackt Sonnen. Ist Frauen die streifenlose Bräune nicht unglaublich wichtig?” Ein wenig über ihren Rücken streifend seufzt er erleichtert, fällt durch ihre Ankunft nun einiges von ihnen ab. “Außerdem werde ich mich darum kümmern jemanden zu finden, dem man vertrauen kann. Das wird allerdings ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, bis ich Dir jemanden zur Seite stellen kann würde ich Dich also bitten nicht ohne mich weg zu gehen. Sofern die Zeit gekommen ist bekommst Du ein eigenes Auto und bist nicht mehr so stark gebunden an mich. Allerdings auch unter der Bedingung, dass Du dann blind eine Waffe bedienen kannst. Sicher ist sicher.”

 

"Ich verspreche Dir, dass wir irgendeine Lösung finden werden, die es für Dich einfacher macht, beziehungsweise alles so gut wie verschwinden lässt", versichert er ihr, wüsste er auch schon eine Lösung, doch ist diese mit recht unangenehmen Dingen verbunden. Darüber für den Moment nicht mehr nachdenkend trägt er sie weiter ins Bad und lässt warmes Wasser in die Badewanne laufen. Ihr beim Umziehen zusehend steht er allzeit bereit, um sie gegebenenfalls aufzufangen oder zu ermahnen ihr Bein nicht zu belasten. Doch scheint sie dies ohnehin schon zu meiden, was er für eindeutig gut hält, sodass er auch nicht mehr einschreiten muss. Erst als die Wanne so weit vollgelaufen ist, dass es für sie beide reichen würde, zieht er sie wieder an sich. "Bereit für ein Bad?", scherzt er lachend ehe er sie auch schon sanft in das Wasser hinab lässt. Sich selbst neben die Wanne setzend nimmt er nun den Badeschaum in die Hand. Diesen hält er allerdings von ihr fern, ist es die Aufgabe, die er zu gerne übernimmt. Einiges davon in seinen Händen verteilend taucht er diese schließlich unters Wasser, um vorsichtig ihre Haut zu berühren, vernimmt er immerhin keine Bitte von ihr dies zu lassen. Sanft fährt er so über ihren Bauch, liebkost ihre Haut, während er auch gleichzeitig für ihr steigendes Wohlbefinden sorgt, immerhin ist es eindeutig, dass sie sich durch ein bisschen Sauberkeit nur besser fühlen kann. "Ich habe Dich so vermisst", flüstert er leise ehe seine Hände schließlich ihre Beine hinunter wandern, um dort ebenfalls ihre Haut zu massieren und gleichzeitig für Sauberkeit zu sorgen.

 

Wieder war da diese Selbstsicherheit in seiner Stimme, die ihr kaum einen Zweifel daran ließ das er wirklich eine Lösung finden würde sodass sie beschloss sich deswegen jetzt keine weiteren Gedanken zu machen zudem wurde sie sowieso schon von seiner Handlung eingenommen und spürte im nächsten Augenblick auch das warme Wasser sich um ihren Körper schließen. Mit einem zufriedenen ausatmen ließ sie sich ein wenig tiefer hineingleiten und spürte wie sich die angenehme Wärme des Wassers ihre Poren durchdrang und schon allein deswegen für Wohlgefallen bei ihr sorgte hinzu kam, dass er weiterhin an ihrer Seite blieb. Beobachtend wie er den Badeschaum zwischen seinen Händen verrieb lächelte sie ein wenig und machte nicht im Ansatz den Versuch selbst nach der Flasche zu greifen da sie auch schon seine Hände an ihrer nackten Haut spürte, ein Faktor der dieses Bad nur umso schöner machte. Mit einem leisen, wohligen Aufseufzen quittierte sie diese Berührungen während sich ihr Nervensystem nur auf seine Hände zu konzentrieren schien. Auf jede Bewegung dieser folgte eine leichte, unauffällige Regung ihrerseits, war doch klar das sie nicht wollte das er aufhörte. „Ich würde jetzt gerne sagen ich hab dich auch vermisst.. aber für mich bist du ja nicht weg gewesen..“, erwiderte sie halb flüsternd und richtete ihre braunen Augen auf ihn voll aufrichtiger Hingabe. Für sie war die Zeit, die vergangen war einfach nicht existent wie für ihn. Doch allein diese Worte zu hören löste ein unerwartet starkes Gefühl in ihr aus, dass nur dafür sorgte das sie ihn noch dichter bei sich haben wollte. 

 

 

 

 

 "Shhh", verlässt es lediglich seinen Mund, ist er nicht ein Fan davon solche Situationen durch großartige Worte zu zerstören. Meistens ist es ohnehin nicht möglich diese auch nur ansatzweise dadurch zu beschreiben, doch wusste er genauso gut, dass sie es keinesfalls böse meinte. Allein deswegen lässt er seine Finger auch weiter über ihren Körper gleiten, massiert sanft ihre Haut. Bei ihrem verletzten Bein allerdings ist er ein wenig vorsichtiger, achtet penibel auf jedes Zeichen das sie ihm gibt, doch bereitet ihr dies keine Schmerzen mehr, selbst bei Berührung nicht, was wohl eine ziemlich gute Erkenntnis ist.

Nachdem er letztendlich ihren kompletten Körper mit sanften Berührungen gereinigt und massiert hat, beugt er sich ein wenig über den Beckenrand. Einerseits kann er so eine Strähne aus ihrem Gesicht streichen und andererseits einen kleinen Kuss auf ihren Lippen hinterlassen. Allerdings ist in diesem Augenblick er derjenige, der nun das Wort erhebt, will er sie nicht weiter in dieser Traumwelt lassen. Denn umso härter würde der Aufprall der Realität sein. “Meredith? Du weißt, dass es nicht einfach werden wird, oder? Sie kennen nun nicht mehr nur meine animalische Seite, sondern auch mein menschliches Aussehen. Ganz abgesehen davon scheint wohl wirklich das Buch in ihren Besitz gelangt zu sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das zu regeln, eine wohl absurder als die andere, doch ich hoffe, dass wir einen Weg finden werden beieinander zu bleiben. Ich muss nur wissen wie viel Du bereit bist zu opfern.”

 

Bereitwillig schloss sie ihre Lippen sodass kein Wort mehr über diese kam. In keiner Weise war sie beleidigt oder gekränkt, vertrat sie doch auch zumeist die Ansicht dass es einfacher war mit Handlungen und Taten zu vermitteln was man dachte oder fühlte und eben dies tat er auch. Sich nur auf seine Hände konzentrierend verlor sie sich im Genuss dieser, war die Reinigung an sich eher nebensächlich, natürlich hätte sie diese auch selbst vornehmen können doch wäre es nicht halb so entspannend gewesen wie jetzt. Das Bad hatte noch eine weitere Wirkung, fühlte sie sich jetzt doch noch ein wenig normaler. Mit halb geschlossenen Augen reagierte sie auf seine Bewegung, fixierte ihn sogleich mit ihren Augen und erwiderte den kurzen Kuss wenn ihr auch kaum die Möglichkeit bleib da schon seine Worte ihren Verstand durchdrangen. Nun mehr ernst neigte sie ihren Kopf ein wenig seitlich, winkelte ihre eines Knie an um dieses mit ihren Armen zu umfassen während sie über seine Worte nachdachte. Automatisch hielt sie das noch nicht ganz einsatzfähige Bein ausgestreckt und in der selben Position, wie sie es vorher auf dem Bett auch gehalten hatte. So wirklich ernst zu planen oder sich mit solchen Problemen auseinanderzusetzen fiel ihr nicht grade leicht. Gut, es war nicht die erste brenzlige Situation in die sie sich gebracht hatte doch war das alles vergangen und nicht hiermit zu vergleichen. Aus diesen war sie eher mit Glück als Verstand rausgekommen und hatte es immer irgendwie überstanden. Die jüngsten Ereignisse machten ihr aber deutlich, dass sie das alles nicht runterspielen sollte auch wenn es sie schon danach drängte. Sie hatte schon einige Male alles aufgegeben was sie sich aufgebaut hatte und ihr Wunsch bei ihm zu bleiben war derart stark, dass sie auch nicht wirklich zögern würde mit ihm mitzugehen, egal wohin. Doch war es ein ganz anderer Gedanke, der sie nicht sofort antworten ließ. Sie hatte keine Angst vor möglichen Gefahren, doch ahnte sie, dass sie besser auf sich acht geben musste um nicht noch mal dazu genötigt zu werden ihn in eine Falle zu locken die möglicherweise schlimmer enden würde als dieses mal. Nun beschlich sie doch Sorge, je mehr sie darüber nachdachte, desto klarer wurde ihr die Problematik. Allein die Vorstellung, dass sie durch eine erneute Unachtsamkeit ihrer beider Leben in Gefahr bringen konnte verschreckte sie. Sich aus den Gedanken losreißend hob sie wieder ihre Augen und sah sie ihn an während sie zum Reden ansetzte. Jedes der Worte bedacht und doch entschlossen. „Ich hab mein Leben, wie ich es geführt habe, doch schon aufgegeben. Da gibt es nicht viel was ich noch opfern könnte aber selbst wenn würde ich es wohl tun damit wir einen Weg finden das irgendwie zu regeln. Und mir ist klar das es nicht einfach wird.. Ehrlich gesagt macht es mir auch ziemlich Angst. Ich wäre wohl ziemlich naiv wenn ich keine haben würde. Aber ich vertrau dir Jake. Ich vertraue darauf das wir das irgendwie schaffen.“ Sie wirkte entschlossen, jetzt da sie wusste auf was sie sich einließ war es etwas leichter klare Entscheidungen zu treffen auch wenn es einfacher wäre einfach zu versuchen ihr früheres Leben wieder aufzubauen wollte sie dies nicht.

 

Ihre Worte zaubern ihm unweigerlich ein breites Lächeln auf die Lippen, könnte er seinen Gemütszustand für diesen Augenblick auch nicht besser ausdrücken. Dennoch möchte er zu ihren Worten etwas hinzufügen, diese einerseits nicht so stehen lassen und andererseits den Plan ein wenig weiter spinnen:” Okay, das war es, was ich mir erhofft hatte. Jetzt gibt es nun mehrere Möglichkeiten wie man das regeln könnte. Ich hatte ja schließlich genug Zeit darüber nachzudenken und alle Pläne durchzuschauen.” Seine Hände noch immer im Wasser hängen lassend streicht er vorsichtig über ihre Haut, doch mehr geistesabwesend und vor allem, um ihre Anwesenheit zu spüren. “Es wäre natürlich möglich, dass Du Dir einfach aussuchst wo Du leben möchtest und ich dort irgendwo ein abgelegeneres Haus suche das mit aller nur erdenklichen Abwehr- und Sicherheitstechnik ausgestattet wird, damit niemand an Dich heran kommt. Dann allerdings wärst Du immer in Gefahr sobald Du das Haus verlässt. Ebenfalls möglich wäre es, dass wir uns ein kleines Dörfchen suchen, vielleicht mit zehn zwölf Häusern, also praktisch ein Dorf nur für uns, was allerdings geheim bleiben müsste. Das Problem dabei wäre allerdings irgendwie zu vermitteln, dass noch andere dort wohnen, eben nicht wir. Sowas kann man mit ein paar gespickten Leuten bei der Presse sicher auf die Beine stellen wird aber knifflig. Die letzte der drei Lösunge wäre die einfachste, wir hätten alle Freiheiten, aber keiner kann sagen, ob es wirklich klappt und vor allem, ob ich das überleben würde.”

 

Seine Pläne vernehmend dachte sie kurz darüber nach. Immer noch kam ihr das ganze ein wenig unreal vor. Wenn sie es von Nöten gehabt hatte für ein paar Tage unterzutauchen, dann war dies meist hals über Kopf von statten gegangen, in einer Nacht und Nebel Aktion einfach ins Auto und dann weg sodass ihr jetzt nur wieder bewusst wurde, dass dies eine andere Situation war. Das Kinn auf ihr Knie abstützend lächelte sie leicht bei seinen Berührungen, die ihr sehr willkommen waren. Natürlich wäre es angenehmer für sie, irgendwo zu leben wo es auch andere Menschen gab, hatte sie dies vorher angemerkt. Nun dachte sie ein wenig anders darüber. „Ich denke, die Sache mit dem Dorf wäre zu umständlich demnach würde ich wohl eher deinen ersten Plan vorziehen. Mit Sicherheit werde ich auch nicht wieder einfach verschwinden ohne dir bescheid zu sagen wohin ich gehe.“, erwiderte sie wobei ein leicht schuldbewusster Ausdruck in ihre Augen trat. Doch beschäftigte sie sich schon mit seinen letzten Worten wegen deren ein besorgter Blick in ihrem Gesicht zu lesen war.  „An sich hab ich ja nichts gegen Risiko..aber es wäre doch schon von Vorteil wenn du am Leben bleiben würdest jetzt wo ich mich schon dazu entschlossen habe dir zu vertrauen und mich auf das ganze hier einzulassen.“ Auf keinen Fall wollte sie sich noch einmal mit dem Gedanken konfrontiert sehen, dass er sterben konnte, wusste sie doch jetzt dass sie es nicht ertragen konnte falls es soweit kommen würde.

 

Mit einem Nicken akzeptiert er voll und ganz ihre Entscheidung, hält es allerdings auch nicht mehr von Nöten seine dritte Option weiter auszuführen, wäre dies etwas gewesen, was sein Leben in so ziemlich jeder Hinsicht eingeschränkt und verändert hätte. Stattdessen konzentriert er sich sich wieder auf ihre Gestalt, umschließt ihre Hand mit der seinen:” Dann ist es das, was ich organisieren werde.”

Die nächsten Tage verliefen recht ruhig, erlernt sie ohne große Probleme wieder wie sie mit ihrem Bein umzugehen hat. Natürlich fehlt ihr noch ein Teil der Sicherheit, doch würde sie auch diese wohl schnell wieder zurück erlangen. Für den Moment bliebt es dabei, dass sie sich wenn möglich nicht komplett abstützen sollte, aber immerhin ohne Krücken oder einen Rollstuhl laufen kann. Jederzeit ist er dabei an ihrer Seite, passt darauf auf, dass ihr zu keinem Zeitpunkt etwas passiert oder sie gar stürzt. Umso unverständlicher wird die Beziehung die sie beide in irgendeiner Weise führen. Kann er einfach unmöglich überblicken, was dies nun genau bedeutet in wie weit damit nun doch ungeschriebene Regeln verbunden sind. Kurz bevor sie sich schließlich wieder auf dem Bett - hatte er es mittlerweile erlaubt selbst auch dort zu schlafen - zieht er ihren Körper an sich, blickt in ihre Augen und erhebt letztendlich seine Stimme. “Was bedeutet das jetzt eigentlich alles? Ich mein, sind für mich jetzt alle anderen Frauen tabu? Darf ich Dich küssen wann immer ich will? Bist Du irgendwo doch ganz mein oder sind wir komplett frei? Gib mir irgendeine Richtung, die für Dich die richtige ist, irgendetwas an dem ich mich orientieren kann.”

 

Es war natürlich mit einiger Anstrengung verbunden ihr Bein wieder zu belasten. Doch kein Fehltritt brachte sie zu Fall aus dem simplen Grund, dass ihr im Notfall Jake jederzeit Halt gab. Es war schon seltsam, dass er einfach nicht von ihrer Seite weg zu kriegen war. Mit jedem Tag gewöhnte sie sich ein wenig mehr an seine Gegenwart und genoss die Nähe zu ihm ohne sich weiter darüber Gedanken zu machen, wie sie dies jetzt zu deuten hatte. Für den Moment machte sie es sich recht einfach und dachte wenig darüber nach, dass all dies viel tiefer reichte und das ihre Gefühle schon mehr involviert waren als ihr möglicherweise lieb war. Jetzt wo sich der Tag zuende neigte sehnte sie sich danach in seinem Arm wieder zur Ruhe zu kommen. Dieses Privileg fiel unter jene, die ihr am liebsten waren. Sobald er sie an sich zog blickte sie zu ihm auf, neigte ihren Kopf kurz ein wenig verwundert und lauschte schon seinen Worten. Ein wenig nachdenklich strich sie mit ihren Fingerspitzen über seinen Arm und lächelte leicht ehe sie zu der leichtesten Antwort ansetzte. „Küssen darfst du mich jederzeit, wann immer du willst. Und.. der Gedanke das du eine andere Frau bei dir haben könntest. Allein die Vorstellung lässt mich mehr als eifersüchtig werden.“ Das war eher harmlos ausgedrückt, immerhin war sie sich klar das sie komplett durchdrehen würde wenn er eine andere auf die Art ansehen würde, wie er es bei ihr so manches mal tat und was ihr dann sofort das Herz bis zum Hals schlagen ließ. Auch wenn sie immer noch Zweifel hatte aufgrund eher negativer Erfahrungen was es betraf sich wirklich fest an jemanden zu binden, spürte sie doch den unendlichen Wunsch es mit ihm auszutesten. Automatisch drückte sie sich noch ein wenig dichter an ihn, verlor dabei den Augenkontakt zu ihm jedoch nicht, versuchte den Ausdruck seines Blicks zu deuten während ihrer Bände sprach. „Ich weiß nicht genau was das alles bedeutet. Ich weiß das ich dich gerne bei mir habe, dass ich gerne bei dir bin und in gewisser weise bin ich auch jetzt schon die deine.“ Nicht nur in gewisser Weise sondern ziemlich sicher war sie das, schenkte sie doch keinem anderen so viel Aufmerksamkeit und Zuneigneigung wie sie es bei ihm tat.

 

Er hatte nicht viel, was er auf ihre Worte antworten wollte, waren es zwangsläufig alles Dinge, die sie durch Taten mal wieder so viel besser verstehen konnte. In keinem Fall wollte er riskieren, dass durch unsauber gewählte Antworten ihr Verständnis des Gesagten in eine falsche Richtung getrieben wurde. “Du liebst mich”, flüstert er schließlich leise, ihren Körper dicht an den seinen ziehend. Vorsichtig lässt er seine Lippen über ihre Haut streichen, spürt dabei wie sie sich jeder Berührung hingibt. Sie gehörte ihm, etwas, was sie letztendlich beide wussten, aber wohl nur schwer aussprechen wollten. Noch für einen Moment das Prickeln seiner Lippen auf den Ihren genießend legt er sich schließlich ein wenig bequemer hin, sodass es ein Leichtes wäre in den Schlaf zu finden. “Mach die Augen zu und schlaf einfach ein wenig. Morgen werde ich es klären, dass wir irgendwo weiter weg ein Haus bekommen. Sag mir wo Du wohnen möchtest und ich kläre das.”

 

Seine Worte sorgten dafür das sich ihr Innerstes zusammenzog und doch nickte sie leicht während ihr Herz ein wenig aufgeregt klopfte. „Ja..ja das tu ich.“, hauchte sie leicht verunsichert und doch erleichtert es nicht gleich sagen zu müssen. Die Gewissheit das er wusste was sie empfand war tröstlich und seine Berührungen sprachen nun wortlos dafür, dass auch er etwas für sie fühlte. Ein Teil von ihr hoffte fast darauf das er es aussprach, doch ebenso wie sie selbst schien er befangen was dies betraf. Mit einem Mal wünschte sie sich mehr von ihm zu wissen und vielleicht auch ein wenig mehr Normalität. Zärtlich begegnete sie jeder seiner Berührungen und strich selbst mit ihren Händen an jene Stellen von ihm wo sie herankommen konnte. „Ich weiß nicht, ich hab mir nie Gedanken gemacht wo ich hin wollte ich bin immer einfach losgefahren ohne zu wissen wohin.“, antwortete sie ein wenig nachdenklich während sie etwas runterrutschte um ihren Kopf an seiner Brust zu betten und sich leicht an ihn zu schmiegen. Unweigerlich fragte sie sich ob es wohl etwas gab was er nicht organisieren könnte da es bei ihm so erstaunlich einfach klang einfach so ein Haus irgendwo zu kaufen. „Lass uns irgendwo ans Meer..“, murmelte sie auch wenn es fast nach einer Frage klang den schon schlossen sich ihre Augen gehorsam um in einen erschöpften aber leicht unruhigen Schlaf zu fallen. 

 

Für einen Augenblick sieht er sie vollkommen verblüfft, dementsprechend still an. Niemals ätte er geglaubt, dass sie auch nur irgendetwas auf seine Worte erwidern würde. Letztendlich hatte er sich von Vornherein darauf eingestellt überhaupt keine Reaktion zu bekommen, doch legt sich nun unweigerlich etwas warmes auf sein Herz. Dennoch erwidert er nicht direkt irgendetwas, lauscht stattdessen ihren Worten bezüglich des Ortes an dem sie leben wollen würde. Das Meer, etwas, was ihm schon immer Freiheit aufgezeigt hatte, Freiheit, die er auf komische Art und Weise mit ihr leben könnte. “Dann ans Meer”, flüstert er leise in ihr Ohr ehe sie auch schon die Augen schließt, spürbar gleich in den Schlaf hinwegdriften würde,” Ich liebe Dich auch.”

Am nächsten Morgen scheinen die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster, sodass der Schlaf für ihn sanft und leicht endet, die Realität ihn allerdings schneller einholt als gedacht. Durch eine kleine Bewegung ihrerseits spürt er deutlich, dass auch sein Körper sich mit der Situation zurecht gefunden hatte, nun nach erlösender Aufmerksamkeit schreit. Auch raubt ihm dies viel zu viel Kraft, immerhin fehlt ihm das Blut so an komplett anderen Stellen. Sich neben ihr unsicher aufrappelnd steht er wackelig auf, um den Weg ins Bad anzutreten, müsste er wohl irgendetwas gegen sein Verlangen tuen. “Ich bin gleich wieder da”, flüstert er leise in ihr Ohr ehe er sich leicht hinkend - schmerzte sein verletztes Bein an diesem Morgen und in diesem Zustand nun deutlich mehr - und alles andere als lautlos ins Bad begibt.

 

Wirre, scheinbar willkürliche Bilder vermengten sich in ihrem Traum, wie eine zu schnell laufende Diashow in der man letzendlich kaum ein Bild wirklich erkennen konnte da es sofort in ein anderes überging und ihr die Zeit fehlte wirklich etwas wahrzunehmen. Das einzige was präsent blieb war ein so bekanntes blaues Augenpaar welches sich in ihr Gedächtnis gebrannt zu haben schien.
Es war seine Bewegung, die sie zum Aufwachen brachte. Es war als wäre sie jetzt schon auf ihn eingestellt, sie reagierte auf ihn sogar ungewollt. Ein wenig verwirrt blinzelte sie noch verschlafen und verstand nicht recht warum er sich sogleich erhob. Automatisch richtete sie sich ebenfalls auf um sich in eine halb sitzende Position zu bringen während sie ihm nachsah. Immer noch schmerzte es sie zu sehen das er mit den Folgen dieses Zwischenfalls zu kämpfen hatte und so versetzte es ihr einen unangenehmen Stich im Herzen wie er dort humpelte. Sie fühlte sich immer noch ein wenig müde, doch ihr Verstand arbeitete schnell wieder normal ohne Anzeichen der Verschlafenheit. Hatte er bevor sie eingeschlafen war wirklich gesagt der er sie lieben würde? Oder hatte sie sich das erträumt? Unsicher fuhr sie sich durchs Haar und starrte auf die Tür durch die er verschwunden war und gab ihm einen Moment Zeit ehe sie sich letztendlich auch erhob und das Bett verließ. „Jake? Ist alles okay bei dir?“, ihre Stimme klang ein wenig unsicher während sie  das Bad betrat.

 

Das Knarzen, welches er verursacht vom Holzboden eigentlich hätte hören sollen, dringt überhaupt gar nicht bis zu ihm vor, überlegt er einfach nur krampfhaft wie er nun die Reaktion seines Körpers auf den Ihren bändigen sollte. Somit sind ihre Worte das erste, was er von ihr wahrnimmt ehe auch schon ihre zierliche Gestalt im Türrahmen sichtbar wird. Fast schon panisch greift er nach einem Handtuch, um an seinem ansonsten hüllenlosen Körper zumindest seine Körpermitte zu verschleiern, gab es dafür viele Gründe, hatte sich die Situation schließlich komplett geändert. Zum Einen wollte er sie für den Moment nicht mit solchen Dingen belästigen und zum Anderen lag nun eine deutlich vorherrschende Gefühlsebene zwischen ihnen. Könnte er sie also nicht wie erwartet befriedigen, ein Lächeln auf ihre Lippen zaubern so würde dies alles auf ihre Art Beziehung zurück fallen. Zumal er sie in dieser Hinsicht noch immer nicht genau einschätzen konnte, wusste er nicht, ob er sie diesbezüglich in seine Welt einführen könnte, gab es schlichtweg zu viele “Aber”. “Es ist alles okay, ich glaube ich lag heute Nacht nur ein wenig unvorteilhaft.”

 

Leicht irritiert schob sie ihre Augenbrauen zusammen und verlier ihrem Gesicht so einen kurz nachdenklichen Ausdruck während sie im Türrahmen stehen blieb und ihren Kopf an diesen lehnte. Sie selbst trug nur ein kurzes Nachthemd und mit den nackten Füßen zierte sie sich die kalten Fliesen des Badezimmers zu betreten entwich ihr doch jetzt schon die angenehme Wärme, die sie zuvor durch seine Körperwärme und die Bettdecken umfangen hatte. „Mhm okay wenn du das sagt..“, entgegnete sie nur bevor sie leicht lächelte und ihren Blick über seinen Körper gleiten ließ wobei sie unweigerlich an dem Handtuch hängen blieb. Der unbestimmte Wunsch ungestört zu sein keimte in ihr auf. Natürlich platzte hier niemand so einfach ins Zimmer doch das Wissen das in diesem Gebäude noch so viele andere Menschen anwesend waren störte sie ein wenig. „Willst du nicht zurück ins Bett kommen?“ Ihre Stimme klang nun ruhig während ein leichtes Lächeln ihre Lippen umspielte und sie ihren Kopf ein wenig zur Seite neigte.

 

Unweigerlich gleitet sein Blick an ihrem Körper hinab, schweift über das kurze Nachthemd und wird lediglich von den Narben an ihrem Bein gestört. Sicher, sie hatte mittlerweile kaum noch Schwierigkeiten zu gehen und doch war er in seinen Augen daran schuld, dass sie überhaupt in solch eine Lage geraten war. Dem entsprechend würde es ihm ohnehin nicht leicht fallen sich zu entspannen oder gar alle Gedanken abzustreifen, nicht jetzt wo noch so vieles ungewiss war. Langsam geht er also zu ihr, hält das Handtuch allerdings auf Position, sodass sie weiterhin nur erahnen kann, was sein eigentliches Problem ist. Mit der freien Hand berührt er schließlich sanft ihre Wange, zieht sie ein wenig zu sich hoch ehe er auch schon seine Lippen auf die ihren legt. “Wenn ich noch einmal zurück ins Bett komme, dann kann ich für nichts garantieren.”

 

Sobald er wieder näher kam lächelte sie noch ein wenig mehr, sofort wie sie seine Hand spürte hob sie ihren Kopf leicht und begegnete seinem Kuss wohlwollend. Von seinen Worten ließ sie sich kein bisschen einschüchtern, immerhin war sie sich ja sicher nun zu wissen worauf sie sich einließ. Vielleicht war sie aber auch nur befangen von ihrer stetigen Leichtsinnigkeit aber das spielte keine Rolle. Sie wollte ihn für sich. Nichts weiter.„Ich glaube das ist ein Risiko, das ich nur zu gerne eingehen werde..“, entgegnete sie entschlossen aber auch mit einem fast schon spielerischen Funkeln in ihren Augen als sie zu ihm aufblickte ehe ihre Lippen erneut die seinen suchten um sie erneut in einen innigen Kuss zu verwickeln. Unerwartete Sehnsucht nach seinen Berührungen erfüllte sie sodass sich ihre Hände nun selbstständig machten und über seinen Oberkörper fuhren.

 

Aufgrund ihrer Berührung, den kleinen Worten und dem nachfolgenden Kuss spürt er eindeutig, wie sich seine momentane Situation nur noch erschwert. Unter dem Handtuch versuchend die Blutzufuhr abzuklemmen spürt er ihren Körper fast schon zu nah an dem seinen, doch geben seine Beine leicht nach, sticht der Schmerz immer weiter nach oben. “Meredith, das ist unfair. Das ist weder ein guter Zeitpunkt noch ein guter Ort. Hier ist es sicher, aber ich kann nicht einschätzen bis zu welchem Grad und ich werde sicher nicht riskieren, dass Du aufgrund meiner Unvorsichtigkeit verletzt wirst. Ich liebe Dich, Du gehörst jetzt mir und deswegen gehe ich jetzt kalt duschen. Dann kümmere ich mich um ein Haus in der Karibik. Weit weg, nicht zu sehr abgeschnitten und mit wundervollen Stränden. Vielleicht finde ich ja auch eines mit einem eigenen, abgelegenen Strand. Für den Moment musst Du Dich wohl mit solchen Gedanken begnügen. In solch einer Region ist es dann aber wohl überflüssig viel Kleidung zu tragen, falls Dich das beruhigt.

 

Unfair.. unfair war die Tatsache das es bei einer kalten Dusche seinerseits bleiben würde doch biss sie sich leicht auf die Lippe um dies nicht auszusprechen oder zu protestieren den schwirrten ganz andere Worte in ihrem Kopf umher, die ihr Herz schneller schlagen ließen. Er liebte sie und sie gehörte ihm. Sie konnte es nicht wirklich fassen und doch brannte sich die Tatsache gleich in ihr ein. Außerdem machte sein Zustand ihr Sorgen. So bleib es dabei das sie ihn kurz fast ein wenig frustriert anblickte und dann nickte. „Ich glaube nicht das hier irgendwelche Gefahr droht oder das es etwas hier gibt das mich verletzen könnte.“, musste sie nun dennoch ein wenig widersprechen. Vor allem nicht solange er in der Nähe war, dessen war sie sich sicher. Trotzdem hauchte sie ihm ein leichten Kuss auf die Lippen und beschloss ihm seinen Willen zu lassen. Bei einer kalten Dusche wollte sie ihm auch mit Sicherheit keine Gesellschaft leisten. „Ein Haus in der Karibik klingt gut. Da erträgt sich die Abwesenheit anderer Menschen sicher einfacher als im Dschungel.. Und Ich liebe dich auch.“ Bei den letzten Worten schlich sich ein warmer Ausdruck in ihren Augen. Mit einem ‚viel spaß beim duschen’ verließ sie ein wenig widerwillig das Bad um ihr Nachthemd gegen andere Klamotten  zu tauschen.

 

 

Zwar kann er das Gegenteil von Begeisterung in ihren Augen lesen, doch macht sie auch keine Anstalten ihn nun überreden zu wollen, immerhin würde sie diesen Kampf von seiner Seite aus ohne Gegenwehr sofort gewinnen. Auf diese Weise allerdings ist es ihm deutlich lieber, hätte er gerade einfach kein gutes Gefühl und nicht die Möglichkeit sich vollkommen hinzugeben, weswegen er ohnehin keinem Anstand gerecht werden würde. Weiter die Gedanken über das Haus in seinem Kopf tragend spürt er auch schon wie sie sich von ihm löst und schließlich im Schlafzimmer verschwindet. Von dem Augenblick an, ab dem sie aus seiner Sichtweite ist spürt er allerdings ein komplett unangenehmes Gefühl in seiner Bauchgegend. “Ich lasse Dich sicher nicht alleine!”, spricht er noch aus dem Bad hinaus ehe er auch schon vor ihr am Bett steht. Ohne auf eine Entgegnung zu warten hebt er sie schließlich einfach an, schwingt sie fast schon wie einen Sack Kartoffeln über die Schulter. Auch dabei wird deutlich, dass sein Körper nicht in Bestform ist, doch muss sie keine Angst haben, reicht seine Kraft noch aus sie zu halten. Schließlich wieder zurück ins Bad stolzierend stellt er sie einfach in der Dusche ab und öffnet den Wasserhahn, ungeachtet der Tatsache, dass er so ihre frisch angezogene Kleidung durchnässt. Das Handtuch hat er schon lange fallen gelassen, weswegen sich ihr ein freier Blick auf seinen Körper bietet. “Aber ich bin mir gar nicht sicher, ob Du das wirklich willst”, spricht er durch das Wasser hindurch, schlängelt er sich ohne großen Anstand mit zu ihr in die Dusche,” War da nicht etwas, sollte das Letzte Mal nicht bis Silvester vorhalten?”

Ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken, innerlich eher wie ein kleiner Welpe dem man soeben ein Leckerchen angeboten hat, setzt er sich zu ihr auf die Bettkante, was glücklicherweise auch direkt zu einer Reaktion ihrerseits führt. Scheinbar sichtlich tut ihm dieser Kontakt gut, genießt er es eindeutig, denkt dabei sogar kaum noch an das, was ihnen letztendlich noch bevor steht. Es würde nicht einfach werden, sie wollte in der Zivilisation leben und aufgrund seiner Abstammung war dies fast nicht möglich. Abgelegen würde es wohl sein müssen, doch dachte er dabei an noch viel größere Sachen, vielleicht ein ganzes Dorf, das als Tarnung aufrecht erhalten würde, er wusste es nicht genau, waren dies nicht die Probleme des Moments.

Voll konzentriert widmet er sich also wieder ihren Worten, die ihm ohnehin klar wichtiger erscheinen. Schnell schaffen auch diese es ihn zu beruhigen, war sie nicht seinetwegen gegangen, was bezüglich der Beweggründe wohl schon einmal das wichtigste war. Ihr Blick, der letztendlich gepaart mit ihren Worten letztendlich genau das war, was er von Anfang an hatte hören wollen lässt er für einen Augenblick den Kopf an den ihren sinken, war ihre Wunde dort praktisch schon nicht mehr sichtbar. Aufgrund der Platzierung sicher noch ein wenig auffällig, doch nur bei besonderem Hinsehen. “Du lässt Dich auf gar nichts ein, weil es keine Verpflichtungen gibt. Du kannst letztendlich tuen und lassen, was Du willst sobald es Dein Gesundheitszustand hergibt. Ich werde lediglich aufpassen, von dem Moment an ab dem Du mich nicht mehr bei Dir haben möchtest werde ich gehen. Und dennoch werde ich immer da sein, zumindest dafür sorgen, dass Dir nichts geschieht, das ist das mindeste, was ich tuen kann. Selbst wenn ich Dich dann vermissen werde und es mir schwer fällt würde ich solch eine Entscheidung akzeptieren, weil Du mir wichtig bist. Mit allen anderen Äußerungen werde ich vorsichtig sein, so etwas werde ich nicht über die Lippen bringen. Keine Bindung, keine Zwänge.” Schließlich die Augen wieder öffnend hebt er seinen Kopf ein wenig an, um sie ansehen zu können. Unweigerlich hat sich sein Wesen wieder ein wenig gekehrt, spürt er bei dieser Nähe neben all den guten Gefühlen auch noch einen weiteren Drang verstärkt. Er muss und will sie beschützten, sagt ihm dies jede Faser seines Körpers in jeder Sekunde die er ihr nahe ist. Genau diese fast schon instinktiven Gedanken bringen seine animalische Seite zum Vorschein, lassen beide seine Augen makellos in dem hellen Blauton glänzen, den sie bereits von ihm kennt.

 

Sie genoss die Nähe zu ihm, spürte seine Nähe und Körperwärme mit jeder einzelnen Zelle ihres Körpers, die in leichte Aufruhe gebracht wurden durch den Moment, der in so vielerlei Hinsicht verwirrend für sie war, jedoch auch schrecklich angenehm. Seinen Kopf an dem ihren spürend lächelte sie ein wenig und war froh darüber ihn an ihrer Seite zu haben. Auch wenn die Umstände unter denen sie sich kennen gelernt haben etwa genauso ungünstig gewesen waren wie die Umstände in denen sie sich jetzt befanden würde sie es nicht rückgängig machen wollen selbst wenn sie die Möglichkeit dazu haben würde. Seltsam wie jener Mann, der sie in der ersten Nacht derart in Angst versetzt hatte nun derjenige war, der sie ihr wieder nahm. Für sie bestand kein Zweifel, dass es sie an seiner Seite sicherer war als irgendwo sonst. Der Ausdruck in seinen Augen ließ es sie einfach wissen. Mit den Daumen leicht über seinen Handrücken streichend lauschte sie seiner dunklen Stimme und spürte, wie ihr das Herz ein wenig leichter wurde. Keine Bindung, keine Zwänge. Auch wenn sie sich längst an ihn gebunden fühlte waren diese Worte doch sehr wichtig für sie. Es ging dabei nicht etwa darum, dass sie ihn nicht bei sich haben wollte. Doch allein das Wort Beziehung ließ bei ihr unweigerlich die Alarmglocken schrillen, mit diesem Begriff verband sie so viel negatives, dass sie sich nur schwerlich darauf einlassen würde. Seine Aussage bewirkte dabei hingegen etwas ganz anderes. Sie wollte ihn bei sich haben, nur ihn und keinen anderen. Sie wollte auch keine anderen Frauen in seiner Nähe wissen und wenn sie ohne Zwang einfach ihren Gefühlen freien Lauf lassen würde, dann war für sie klar das sich nur noch stärkere Emotion für ihn aufbauen würden. Es war nicht die Bindung, der sie aus dem Weg gehen wollte sondern eher die Zwänge ,von denen sie der Meinung war das sie eine Bindung mit sich brachte. „Ich werde dich nicht wegschicken, Jake. Nicht jetzt wo es mir doch so gut tut dich in meiner Nähe zu haben. Nicht wenn ich grade jemanden gefunden habe dem ich vertrauen kann.. Danke dafür, denn du bist mir auch wirklich wichtig.“, erwiderte sie wahrheitsgemäß und blickte dabei in seine blauen Augen, die sie nicht mal mehr erschreckten wie sie es am Anfang getan hatten. Sie wusste ihn zu akzeptieren wie er war wohl wissend dass es eigentlich nicht so einfach sein sollte wie es für sie war. Sie würde sich schon auch noch ganz an seine Wolfgestallt gewöhnen ebenso wie seine Vollmondlichen Aktivitäten, dass gehörte zu ihm und sie war es ihm nur schuldig, dass sie Verständnis für diese animalische Seite an ihm fand. Zudem war das gar nicht so schwer wenn sie sich an seine Persönlichkeit hielt, die nach wie vor dieselbe blieb egal in welcher Gestallt. Das Gesicht ihm zugewand strich sie mit der freien Hand licht über seine Wange ehe sie kurzerhand entschlossen ihr Kinn ein wenig anhob um ihn einen kurzen Kuss auf die Lippen zu hauchen. Kaum mehr als eine leichte Berührung ihrer beider Lippen. „Solange du bei mir bleibst ist alles gut.“, flüsterte sie und begegnete seinem Blick ohne Scheu und realisierte erst jetzt etwas an seinen Augen, dass anders war als vorher abgesehen von der Farbe fehlte in seinem einen Auge der Riss in der Pupille, welcher zuvor gar nicht zu übersehen war. „Jake..dein Auge.“, stieß sie irritiert hervor und behielt ihr Gesicht immer noch nah an dem ihren verwundert über diese ihr unerklärliche Änderung. „Kannst du jetzt damit sehen?“  Die Anatomie seiner Rasse war für sie ein vollständiges Rätsel weswegen sie nun einfach überrascht war.

 

 

 

 

 

 Wie Honig ging ihm die ganze Sache den Hals hinunter, ihre Worte, die beteuerten, dass sie ihn nicht wegschicken würde, gepaart mit dem Ausdruck ihres Vertrauens - was sollte er auf dieser Ebene für den Moment mehr erwarten. Um diese Dinge auch nicht mit irgendwelchen Antworten abzuwerten verstummt er schließlich einfach, nickt leicht und nimmt ihre Worte damit in sich auf, bedeuten sie ihm viel. Auch die Berührungen ihrer zarten Finger nimmt er unglaublich gern wahr, während er sogar ein klein wenig Druck dahinter bringt, sich schließlich vorsichtig ihrer Hand entgegenstreckt, um das alles nur noch intensiver zu vernehmen. So kommt der Kuss für ihn im ersten Augenblick zwar ein wenig überraschend, doch spürt er somit das Kribbeln seiner Lippen ebenfalls stärker, weswegen er ein Lächeln nicht verbregen kann. In diesem Moment war er glücklich, dachte nicht an die äußeren Umstände, sondern nur an die Zweisamkeit zwischen ihnen beiden.

Von einer Sekunde zur andern ändert sich diese Stimmung allerdings, angetrieben durch ihre Stimme, die nun eher aufgescheucht, irritiert, doch in gewisser Weise auch warnend ist oder zumindest so klingt. Wirklich verstehen kann er allerdings nicht was sie meint, ist er sich schließlich nicht im Klaren darüber, dass sie nun eine Veränderung ausmachen kann, fürchtet er eher ihr Kopf sei weiterhin ein wenig angeschlagen und so würde sie sich nicht mehr an die Erläuterung der Wunden erinnern, die er davongetragen hatte. So wirkt für ihn die Frage, ob er noch sehen könne vollkommen absurd, sodass er sie leicht anblickt wie ein Wal, der von der Situation gerade gar nichts versteht. Mehr oder minder genervt - wobei das eigentlich der falsche Ausdruck ist, hat er gerade nur den Eindruck, dass sie ihm nicht zugehört hat - sieht er also in ihre Richtung, schließt beim Reden letztendlich das intakte Auge ehe er selbst einen kleinen Schock bekommt:” Natürlich kann ich auf dem Auge …etwas sehen. Was bitte? Siehst Du den Riss nicht mehr?”

 

Für einen Moment war sie irritiert über seine Reaktion auf ihre Worte und fühlte sich  kurz durch dieses nonverbale Verhalten fühlte sie sich für einen kurzen Moment wie ein Kind das eine doofe Frage gestellt hatte. Doch war das in keinem Fall eine doofe Frage wenn sie doch derart bedauerte das ausgerechnet sein Auge durch sie in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Verwunderung über dieses Phänomen schien nicht nur allein sie erfasst zu haben den schon als er seine Stimme erhob musste sie fast ein wenig lachen als auch er leicht geschockt wirkte. Sein Gesicht ein wenig mehr zu sich drehend musterte sie noch einmal aufmerksam die blauen Augen um sich voll und ganz zu vergewissern das ihre eigenen Augen ihr nicht einen Trick gespielt hatten, doch immer noch waren da nur der markelose Blick, auf den sie mit einem Lächeln reagierte ehe sie den Kopf schüttelte. „Nein. Kein Riss. Nur ein paar normale, hübsche blaue Augen.“, sprach sie mit fester Stimme und war fasziniert von dieser Tatsache. Es tröstete sie zu wissen, dass dies scheinbar fehlerlos funktionierte auch wenn sie wirklich nicht verstand wie das möglich war. „Das ist.. ein klein wenig komisch. Heißt das wenn du als Wolf durch die Gegend läufst siehst du auch normal? Kannst du das eigentlich kontrollieren mit dein Augen?“, fragte sie neugierig und neigte ihren Kopf dabei ein weniug zur Seite wie sie es des öfteren tat wenn sie über irgendetwas nachdachte. Es wäre nur tröstlich zu wissen, dass er in seiner anderen Gestalt nicht beeinträchtigt sein würde. Zudem interessierte es sie brennend inwieweit er solch Veränderungen wie diese jetzt unter Kontrolle hatte. Sie hatte ihn jetzt zwar schon einige Zeit erlebt und konnte schon einschätzen wie er auf bestimmte Dinge reagierte, doch was sowas betraf tappte sie immer noch leicht im Dunkeln. Sicher wusste sie ja nun, dass er sich bei Vollmond nicht kontrollieren konnte, aber auch damit würde sie wohl irgendwie lernen müssen umzugehen.

 

Vollkommen gespannt auf die nächsten Worte, die sie nun von sich geben würde, blickt er in ihre Augen, öffnet derweil auch sein zweites wieder, ist es auf Dauer schließlich recht unangenehm eines permanent zugekniffen zu halten. Die Antwort verblüfft ihn jedoch ziemlich, erkennt er auch schnell ein wichtiges Detail, handelt es sich augenscheinlich nicht um sein komplettes menschliches Erscheinungsbild, hatten sich die Augen des Wolfes in sein Gesicht geschummelt, was wiederum eine Erklärung lieferte, die sie auch gleich auf den Punkt bringt. Allerdings kann er auch ihre Fragen verstehen, hatten sie aufgrund ihrer Angst schließlich noch nicht sonderlich viel darüber geredet. Vor allem bezog sich das auf die Vollmondnächte sowie die damit verbundenen “Features”, die er sonst nicht sein Eigen nennen konnte - ganz abgesehen von der enormen Größe seiner Gestalt.

Vorsichtig, um sich zunächst an dieses Thema heran tasten zu können - ist die Antwort auf diese Frage nicht einfach so möglich, sondern erfordert es ein wenig auszuholen - beginnt er den Sachverhalt zu erklären. “Ja, es ich bin zwar der Gleiche, egal welche Gestalt, die Verletzungen und Narben allerdings sind unterschiedliche. So wirst Du zum Beispiel unter meinem Fell kaum eine finden, schützt mich dieses vor irgendwelchen Wunden. Wie weit sich diese Unterscheidung ausdehnt wusste ich bis jetzt allerdings selbst nicht, wohl aber nicht schlecht zu wissen”, beginnt er kurz, wartet dabei jedoch auf ihre Reaktion kann darin allerdings nichts angstvolles ausmachen. Zunächst jedoch einen kleinen Kuss auf ihr Haar drückend zieht er sie ein klitzekleines Stückchen näher an sich heran - dabei auf ihr Bein Acht gebend - während er ebenfalls die Finger weiter mit den ihren verschränkte. Noch im Baumhaus hatte ihm dies Angst gemacht, waren sie sich seit dem allerdings auch noch deutlich näher gekommen, irgendwie mehr zusammen gewachsen, auch er hatte keine Angst mehr vor den Zwängen, sondern genoss einfach nur die Zweisamkeit.

"Was meine Kontrolle betrifft", beginnt er schließlich erneut, wechselt im haargenau richtigen Augenblick die Gestalt seiner Augen, wieder zurück zur menschlichen Form," bin ich durchaus in der Lage dies zu kontrollieren. Allerdings gibt es Situationen in denen mein Körper selbst diese Änderung vornimmt, dann merke ich es selbst nicht immer, so wie es eben gerade der Fall war. Selbst wenn ich ein Mensch bin trage ich ebenso die Gene in mir, die noch viel animalischer und auch deutlich älter sind, eben die eines Wolfes, wenn Du so möchtest. Immer wenn diese Charaktereigenschaften in mir heraus kommen verändert sich auch mein äußeres, momentan, weil sich wohl mein Rudel- und Beschützerinstinkt bei Dir geweckt fühlt. Rette, begehre und beschütze Dein Weibchen, so würde man es wohl in Worten ausdrücken. Ohne Training würde ich jedes Mal komplett meine menschliche Gestalt verlieren, ich kenne es nun aber so lange, dass mir diese Unterdrückung nicht mehr schwer fällt, gar nicht mehr bewusst stattfindet. Mit den Augen verhielt es sich dabei allerdings schon immer anders, ist es einfach nur ein Detail, was einen alleine auch schon nicht auffliegen lässt."

 

Grade aufgrund der Tatsache, dass sie noch nicht wirklich  über dieses Thema gesprochen hatten brannte sie förmlich vor Neugier auf das was er zu sagen hatte. Das ein oder andere hatte sie sich einfach so zusammengereimt gepaart mit dem lächerlichen Vorstellungen die sie aus Büchern oder Filme hatte, von denen sie sich jedoch versuchte zu trennen. Immerhin war er für sie in keiner Weise mit den Horrorfilmgestalten zu vergleichen auch wenn ein Teil von ihr ziemlich sicher war, dass er sich auch zu diesem wandeln konnte. Unweigerlich kam in ihr der Gedanke an jene Männer auf, denen sie das zu verdanken hatte und fragte sich, was aus ihnen geworden war. Schnell jedoch verdrängte sie diesen Gedanken wieder, entschloss sich diesen Punkt auch nicht zu hinterfragen. Dort in der Grube hatte sie seine animalische Art deutlich wahrgenommen, sodass sie ahnen konnte was sich abgespielt hatte nachdem sie das Bewusstsein verloren hatte. Aufmerksam lauschte sie seinen Worten, eher fasziniert als verängstigt da sie sich sicher war, dass er nie eine Gefahr für sie selbst darstellen würde. Sie genoss das Gefühl seiner Lippen an ihrem Haar und lächelte nur um danach beeindruckt zu beobachten wie er seine Augenfarbe veränderte. Sich vorsichtig an ihn schmiegend sie sich an seinen Körper, suchte durchgehend seine Nähe und nahm jedes seiner Worte aufmerksam war um es abzuspeichern. Es klang nur allzu logisch was er sagte sodass es ihr nicht befremdlich vorkam oder gar unverständlich. „Das ist.. das ist wirklich der Wahnsinn. Okay das ist das falsche Wort aber mir fehlt grade das passende.“, entwich es ihr als er verstummt war. Sie wusste nicht was sie sonst sagen sollte den schon brannten ihr neuerliche Fragen auf der Seele. „Wie lange hattest du Zeit zum Trainieren? Du hattest irgendwann mal nebenbei erwähnt das du schon ziemlich alt bist aber wie alt bist du den wirklich? Alterst du nicht? Und bei Vollmond hast du dich gar nicht mehr unter Kontrolle oder nur ein wenig?“ Sie konnte gar nicht verhindern das die Worte nur so aus ihrem Mund hervorsprudelten. Es war das erste Mal das sie wirklich darüber sprachen und sie wollte soviel wie möglich über ihn wissen. Wenn sie ihn jetzt schon bei sich haben wollte, und das so lange wie möglich, dann war es auch von Nöten das sie mehr über ihn wusste und über sein Wesen. Auf diese Art wäre es für sie noch einfacher all das vollkommen zu akzeptieren. „Warte.. dein Weibchen?“, stutzte sie leicht verspätet über die Wortwahl, musste jedoch dabei schmunzeln. Es gab durchaus schlimmere Betitelungen und irgendwie erfüllte sie diese Aussage mit einem warmen Gefühl in ihrer Brust welches sie dazu brachte noch ein wenig weiter seine Nähe zu suchen.

 

 

Der Wahnsinn…immer wieder gleitet ihm dieser Wortlaut durch die Gedanken, gefiel ihm diese betitelung in gewisser Weise, hatte er selbst niemals daran gedacht sich selbst derartig zu bezeichnen. Auch hätte er es für vollkommen überheblich gehalten. Aus ihrem Mund allerdings gefiel es ihm immer besser, hätte sie wahrscheinlich sagen können, was sie gewollt hätte, er hätte es gut gefunden, doch in diesem Moment wohl auch mit ein wenig Begründung, die dahinter steht. Allerdings auch die nach und nach gestellten Fragen gefielen ihm, zeigten diese immerhin deutlich, dass sie ein klares Interesse an ihm hegte. Und vielleicht zeigte diese Neugierde ja auch ein wenig, dass sie sich langsam aber sicher von der Angst ihm gegenüber entfernte. Ihren zierlichen Körper dicht bei seinem haltend genießt er noch einen Augenblick die Stille sowie ihre warme Nähe ehe er auch schon erneut ansetzt, um ihre brennenden Fragen zu beantworten:” Was mein Alter angeht könnte man mir Dir gegenüber schon fast Pädophilie anhängen. Ich bin 1901 geboren, ein Weihnachtskind. Das macht also einhundert und zwölf Jahre, so sehe ich allerdings glücklicherweise nicht aus. Wie genau das mit der Alterung ist kann niemand wirklich sagen, manche meiner Art sehen mit meinem Alter aus als würden sie gleich zusammen klappen, andere eben nicht. So einfach ist das schließlich mit der Erforschung nicht. Dafür müssten wir uns preisgeben, was wie Du gemerkt hast keine gute Idee ist.” Einen kurzen Moment inne haltend versucht er so schnell wie möglich wieder diese Gedanken aus seinem Kopf zu bekommen. Kann es keine gute Wendung nehmen falls sie nun noch einmal über diesen Tag sprechen würden. Später vielleicht, doch nicht jetzt. “Aber nun weiter zur Vollmondnacht”, springt er also lieber wieder zum weiteren Thema über,” Was diese betrifft ist es ganz genau so wie es immer erzählt wird. Man fühlt sich wie in einem Käfig dem man nicht entrinnen kann, der Körper wird einfach gesteuert und man kann nur von innen tatenlos dabei zusahen, was passiert. Mit viel Kontrolle ist da nicht. Und die nächsten Sätze bekommst Du jetzt auch nur zu hören, um Dir die Angst zu nehmen, zählt diese Information zu den Dingen, die auch in meinem Buch standen, beziehungsweise stehen. Denn es existiert wohl nicht mehr, immerhin nicht mehr in meinem Besitz, was die Sache auch nicht einfacher macht, doch darüber machen wir uns jetzt keine Gedanken. Weiter im Kontext. Ich falle in der Regel nicht über irgendwelche Menschen her und zerfleische sie blutrünstig nur weil ich gerade Lust dazu habe. Und durch einen einfachen Kratzer wird man auch nicht zu einem wie mir - das hatte ich glaube ich schon einmal erwähnt - es kommt wie gesagt auf die Gene an. Was das drüber herfallen betrifft bezieht sich dieses eher auf eine sexuelle Handlung, so makaber es jetzt auch klingen mag. Dies sind die einzigen Zeiten in meinem Leben in denen ich fähig bin Nachkommen zu zeugen. Was nebenbei bemerkt ziemlich unfair ist, schließlich habe ich in diesem Moment keine Kontrolle darüber. Die Bedingungen, die stimmen müssen sind allerdings derart kompliziert, dass es ohnehin nie dazu kommt. Wir sind wenige, wohl auch sehr stark durch diesen Faktor beeinflusst. Und nur, um auch darauf zurück zu kommen, genau, mein Weibchen. Aus diesem Grund solltest Du Dir auch keine Sorgen machen, dass ich in solch einer Nacht davon renne und sonst etwas veranstalte. Der Werwolf in mir - den man wohl schon fast als dritte Gestalt bezeichnen könnte - hat sich ganz klar Dich ausgesucht, sonst wäre ich wohl kaum bei Dir aufgetaucht. Rein technisch gesehen wärst Du damit wohl wirklich mein Weibchen, was allerdings nichts zu bedeuten hat, keine Zwänge, Du verstehst. Um jetzt allerdings endlich zum Schluss zu kommen wäre es mir persönlich recht, wenn ich noch einmal kurz ins Bad dürfte. Ein halber Bart steht mir denke ich nicht sonderlich gut, der sollte wohl eher ab. Dann schauen wir wie wir das mit dem Schlafen machen und morgen sehen wir weiter, dann kommt ersteinmal der Gips ab und Du kannst Baden.”

 

Wenn sie eben schon der Meinung gewesen war, dass das was er erzählte der Wahnsinn war so waren seine weiteren Worte fast unfassbar. Hätte ihr jemand erzählt das es Werwölfe gab hätte sie dies auch für  Unfug gehalten, glaubte sie es doch erst jetzt wo sie es mit eigenen Augen erlebt hatte und es langsam auch als Teil ihres Lebens ansah. Er war ein Teil ihres Lebens geworden und so auch das Wissen um Dinge, die weit über ihren Verstand hinausgingen. Jene fremde Welt, der er angehörte wurde nur langsam greifbar und doch immer realer für sie. Doch die Zahl hundertzwölf schockierte sie im ersten Moment wirklich ein wenig. Allein diese Zahl an sich war schon unvorstellbar hoch für sie mit ihren dreiundzwanzig Jahren. Sofort fragte sie sich was für Erfahrungen er wohl schon in dieser langen Zeitspanne gemacht hatte. Auf jeden Fall war sie froh darum, dass er nicht aussah als würde er gleich zusammenklappen sondern immer noch frisch und munter sodass sie nicht weiter über den extremen Altersunterschied nachdenken musste den immerhin folgte ein erneuter Wortschwall, der sie in Beschlag nahm. Tatsächlich beruhigten sie seine Worte ein wenig den nur allzu deutlich hatte sie immer noch seinen nächtlichen Besuch in Erinnerung wobei sein Erscheinungsbild viel ängstigender war als sein Verhalten da er sich lieber mit der Katze beschäftigt hatte als mit etwas anderem. Ein Bild das sie unweigerlich zum Schmunzeln brachte. Es war gut zu wissen, dass er auch bei Vollmond bei ihr bleiben würde. Alles in allem beunruhigte sie nun nur die Aussage über das Buch welches abhanden gekommen war. Immerhin war er mehr als wütend gewesen als sie es ihm gestohlen hatte, dass es nun möglicherweise in Händen war, die damit besser etwas anfangen konnten als sie es getan hatte gefiel ihr ganz und gar nicht. Trotzdem nickte sie auf die letzten Sätze. Spürte nun doch, dass sie erschöpft war. Auch wenn sie Wochenlang nichts anderes getan hatte als zu liegen und zu schlafen war sie jetzt erneut müde während sich ihr Verstand sich immer noch mit den neugewonnene Informationen befasste und versuchte diese alle richtig zu verarbeiten. „Lass dir nicht soviel Zeit im Bad alter Mann.“, meinte sie mit einem schelmischen Grinsen bevor sie ihre Hand der seinen entzog und sich ein wenig widerwillig von ihm löste um ihn freizugeben. Sie wollte ihn bei sich halten doch würde sie die kurze Zeit ohne ihn wohl auch so verkraften können. „Ich glaub bis morgen sind mir wieder zig neue Fragen eingefallen. Denkst du das Bett ist groß genug für zwei?“ Wieder huschte ihr braunes Augenpaar zu seinem Gesicht. Sie war sich im Unklaren wo er die letzten Nächte verbracht hatte doch wollte sie ihn bei sich haben. Das Krankenbett war so schon um einiges breiter als sie es aus anderen Krankenhäusern kannte doch wollte sie ihm diese Entscheidung überlassen doch hatte sie sich allein in der Zeit in der sie sich im Dschungel schon die Matratze geteilt hatten einfach an seinen ruhigen Atem, seinen Herzschlag und seine Nähe gewohnt die ihr das einschlafen so viel einfacher machten. Es waren diese Kleinigkeiten, die ihr deutlich machten wie sehr sie eigentlich an ihm hing und wie dies auch langsam in ihr Bewusstsein drang.

 

Vom Bett aufstehend streicht er noch einen kurzen Augenblick über ihr Haar ehe er sich endgültig ins Bad verabschiedet. Dennoch kann sie ihn weiterhin gut beobachten, steht das Bett weiterhin in dem perfekten Winkel, sodass auch er sie jederzeit im Blick hat. Dieses Mal allerdings kommt nichts dazwischen, schafft er es ohne weitere Probleme seinen kompletten Bart zu stutzen und schließlich auch ein wenig die Wunden zu versorgen. Normalerweise müssten diese schon längst verschwunden sein, doch aufgrund der Menge und seinem allgemein nicht perfekten Körperzustand wird der Heilungsprozess nur erschwert, sodass er noch immer damit zu kämpfen hat. Nichts desto trotz ist er schon nach guten zehn Minuten fertig und steht wieder bei ihr vor dem Bett. Vorsichtig ihre Decke wieder an Ort und stelle bringend löst er wieder die Bremse, um das Bett zurück an die Wand zu schieben. Bevor er ihr nun erklärt, dass er sicher nicht bei ihr im Bett schlafen würde, zieht er schon einmal den Stuhl, welcher in der Ecke steht, ein wenig mehr heran, um sie sozusagen vor vollendete Tatsachen zu stellen. “Und nein, ich denke nicht, dass es groß genug ist für uns beide. Du wirst Dich noch bis morgen gedulden müssen, so lange Du den Gips hast musst Du auf dem Rücken liegen und das Bein still halten. Damit im Bett rumrutschen, nur weil ich auch drin liege kommt gar nicht in die Tüte.” Dennoch ein deutliches Stück weiter zu ihr rückend ergreift er wieder ihre Hand, legt seine dadurch auf das Bett ehe er versucht es sich auf dem Stuhl gemütlich zu machen. “Im Übrigen gibt es da auch keine Widerworte. Es wird gemacht wie ich das sage. Du kannst irgendwann anders wieder widersprechen.”

 

Seine Hand in ihrem Haar spürend schloss sie kurz die Augen, genoss diese leichte Geste des kurzen, wortlosen Abschieds sodass sie sich im nächsten Augenblick auch wieder alleine in ihrem Bett wiederfand. Kurz folgte ihr Blick seiner Gestalt bis er im Bad verschwand woraufhin sie sich in das Kissen zurücksinken ließ, die Augen schon halb geschlossen beschäftigte sie sich immer noch mit der Menge an Input, die er ihr gegeben hatte und kam zu dem Entschluss, dass sie keinerlei Grund hatte ihn zu fürchten egal in welcher Gestallt auch wenn seine vierbeinige Version für ein leicht mulmiges Gefühl bei ihr sorgte verstand sie doch jetzt mehr als vorher und glaubte daher noch besser damit umgehen zu können. Doch gleichzeitig ermahte sie sich selbst es nicht so einfach zu sehen. Ihr Leben war vorher auch nicht einfach gewesen doch mit simplen Strukturen, jetzt würde es komplizierter werden wie sie vermutete aber sie wollte nicht auf ihn verzichten, vertraute darauf das er wusste was er zu tun hatte. Sobald er wiederkam öffnete sie wieder ihre Augen, betrachtete sein nun gepflegter wirkendes Gesicht. Ihr wäre es wohl gleich gewesen ob er sein Bart nun stutzte oder nicht beides war gut anzusehen. Als er jedoch den Stihl heranzog schlich sich ein schmollender Ausdruck auf ihr recht müde wirkendes Gesicht. „Meinem Bein geht’s super und ich rutsche auch so im Bett rum.“, murrte sie etwas missmutig auch wenn sie ahnte das er nicht mit sich reden lassen würde. Also rutschte sie stattdessen ein wenig weiter an jene Bettseite an der er saß, spürte seine Hand um die ihre und zog diese ein wenig weiter hoch um einen Kuss auf seinen Handrücken zu hauchen. Viel lieber hätte sie ihn neben sich gespürt so musste sie sich damit begnügen ihn anzusehen und seine Hand bei sich zu halten mit dem Gedanken, dass die Sache morgen anders aussehen würde. Jetzt schon graute ihr ein wenig bei dem Gedanken aufzuzustehen und versuchen zu laufen. Durch das lange liegen hatten sich mit Sicherheit ihre Beinmuskulatur zurückgebildet, etwas das gang und gebe war bei einem Beinbruch oder dergleichen. Ihre Beine mussten wie Wackelpudding sein, doch immer noch besser als ständig rumzuliegen. Den Stuhl betrachtend auf dem er saß konnte sie sich nicht vorstellen, dass dieser bequem war und sie hoffte inständig, dass er nicht auf diesem die ganze Zeit über verbracht hatte während sie nicht ansprechbar gewesen war, da sie aber die Antwort erahnte fragte sie nicht nach. „Es ist gut zu wissen das du bei Vollmond lieber Katzen hinterherjagst als Menschen aufzuschlitzen.“, meinte sie mit einem leichten Lächeln und regte sich leicht um eine angenehmere Position zu finden in der sie das mehr oder weniger unbewegliche Bein sie nicht störte. „Hier ist es sicher viel bequemer als auf dem Stuhl…“, murmelte sie, bemerkte aber auch wie die Müdigkeit sie voll überrannte.

 

Sicher, auch er würde nun viel lieber bei ihr im Bett liegen - zumal der Stuhl wirklich unbequem ist - doch das wäre nicht möglich. Sie brauchte mit ihrem Gips Ruhe, weswegen er wohl nur hinderlich wäre. Eine weitere Nacht ist für beide wohl etwas das zu akzeptieren ist, würde sich die Situation schon morgen zu einem großen Teil ändern. Aus diesem Grund lässt er sich von ihr auch nicht überreden, reagiert schlichtweg nicht darauf, hat er immerhin deutlich gemacht, dass sich für diesen Abend nichts ändern würde. Stattdessen kuschelt er sich so weit wie möglich an sie, wartet bis sie nach ihren letzten Worten irgendwann einfach erschöpft einschläft, konnte man ihr dies wohl kam verübeln. In der kompletten letzten Zeit war viel passiert, konnte er nicht sagen, ob es sich mit ihm überhaupt man zu einer ruhigen Woche entwickeln würde. Doch auch das war für den Augenblick nicht das Thema, sollte er so schnell wie möglich ebenfalls schlafen, so viel Entspannung zurück gewinnen wie es ihm möglich war, schwinden seine Sorgen um ihre Person schließlich immer mehr, war die Sache mit ihrem Bein fast gelaufen. Selbst wenn er sich noch immer die Schuld dafür gibt.

Mit diesen Gedanken letztendlich aufgrund der eigenen Erschöpfung in den Schlaf findend ist auch er derjenige, der am nächsten Morgen als erstes aufwacht und somit ihr schlafendes Gesicht beobachten kann. “Du bist so wunderschön”, murmelt er leise ehe er einen kleinen Kuss auf ihre Lippen haucht, jedoch froh ist, dass sie dennoch weiter schläft.

 

Es war schon seltsam, dass sie trotz der Menge an Ruhe die sie gehabt hatte um ihren Körper wieder zu regenerieren, vollkommen erschöpft war. Selbst ihr Unterbewusstsein, welches sich so oft als Kreierer der verrücktesten Träume bewiesen hatte, die meist amoklaufgleich ihren Schlaf raubten und eher wie ein Durcheinander verirrter Erinnerungen und Assoziationen wirkte auf die jeder Drehbuchautor sicher neidisch wäre, schien der Meinung zu sein das sie die Ruhe verdient hatte. So blieb es ein traumloser Schlaf, den sie zum großen Teil auch Jake zu verdanken hatte. Wie auch vorher schon nahm sie seine Gegenwart wahr, spürte die Nähe auch durch den Schlaf und hielt sich daran. Automatisch richtete sich ihr Körper und auch ihr Verstand nach ihm aus ohne das sie dies bewusst wahr nahm. Zumindest wog er sie in dem gefühl sicher zu sein, sodass sie auch die fremde Umgebung nicht davon abhielt sich weiter in die angenehme Stille ihres Unterbewusstseins zurückzuziehen.

Wie lange sie nun geschlafen hatte war ihr nicht klar, Zeit im Allgemein war ihr noch nicht ganz greifbar, doch als langsam erwachte spürte sie zumindest nicht die völlige Orientierungslosigkeit, die sie noch am Tag zuvor erfasst hatte.  Mit einem leisen Seufzen regte sie sich, immer noch erfasst von der Müdigkeit, die das Erwachen immer mit sich brachte und für einen kurzen Moment hielt sie weiterhin die Augen geschlossen, schmiegte sich ein wenig weiter in die Kissen und drehte ihren Kopf in die Richtung von der sie wusste das er dort saß. Nun die Augen aufschlagend lächelte sie ihn leicht an. Froh ihn dort zu wissen wo er hingehörte, an ihre Seite. „Guten Morgen..“, hauchte sie und strich dabei das leicht wirre Haar zur Seite sodass dieses sie nicht störte. „Bist du eigentlich die ganze Zeit hier gewesen?“. Äußerte sie den Gedanken, den sie noch gar nicht richtig zuende gedacht hatte. Auch wenn sie die Vermutung hatte wollte sie es doch genau wissen.

 

Sobald sie die Augen aufschlägt blickt er sie sorgenvoll an, wartet er sehnsüchtig auf ihre ersten Worte, könnte es schließlich sein, dass sie unglaubliche Schmerzen hat, wurden die Schmerzmittel immerhin langsam abgesetzt und waren nun am Nullpunkt angelangt. Doch ihre Worte fallen komplett anders aus, weswegen sich schließlich ein kleines Lächeln auf seine Lippen schleicht, es ihm selbst dadurch ein wenig besser geht. “Natürlich bin ich die ganze Nacht hier gewesen. Wohin sollte ich denn sonst gehen? Ich lasse doch mein Rudel nicht alleine”, flüstert er sanft in ihr Ohr ehe er auch schon ihre Haarsträhne wieder richtet, die sich soeben gelöst hatte. Für den Augenblick breitet sich damit wischen ihnen eine angenehme und vertraute Situation aus, doch sollte diese nicht lange anhalten, durchbricht der Arzt auch schon die Stille im Zimmer, hatte selbst er ihn dieses Mal nicht direkt gehört. Aufmerksam blickt er also dem Mann in die Augen ehe dieser auch schon erklärt, was für die nächsten Minuten geplant war. Im ersten Augenblick wirkt es vielleicht ein wenig krass, doch würde der Gips mit einer kleinen Säge entfernt. Ihre Hand haltend dauert es letztendlich auch nicht mehr lange ehe ihr Bein vollkommen frei liegt.

Auf die Erklärung des Arztes hin, der noch einmal beteuert, dass sie das Bein in keinem Fall voll belasten darf, nickt er, würde er dafür schon klar sorgen. Sobald sie wieder alleine sind zieht Jake auch schon die Decke, welche ihren Körper bedeckt ein wenig zur Seite. “Du solltest vielleicht nicht derart auf Dein Bein starren, wie wir das mit den Narben machen regel ich noch, es gibt für solche Dinge noch mehr Sachen zwischen Himmel und Erde”, spricht er ihr gut Mut zu, zieht schließlich die Decke komplett weg ehe er auch schon ihren Körper in seine Arme bettet,” Jetzt gehen wir ohnehin erst einmal Baden, ich hoffe das wird Dich ein wenig entspannen!”

 

Seine Worte sowie die leichte Berührung ließen sie lächeln, genoss die angenehme Zweisamkeit und spürte nur umso mehr das es sie beruhigte, sich der Vorstellung hinzugeben ihn nun ständig um sich herum zu haben wohl wissend dass sie bei ihm sicher war. Auch wenn die gegebenen Umstände sie möglicherweise vom Gegenteil überzeugen sollten, rüttelten diese doch nicht an ihrer Überzeugung. Immerhin hatte er sie gerettet und dabei nun nicht grade auf seine eigene Gesundheit geachtet. Die Bezeichnung des Rudels ließ sie ein wenig schmunzeln, war dies doch animalisch angehaucht spürte sie die Verbundenheit zu ihm. Erst als der Arzt reinkam wichen ihre Augen weg von Jake, lauschten den folgenden Worten und konnte sich ein leichtes Gesicht verziehen nicht verkneifen als sie die Säge betrachtete. Erhob jedoch auch keinen Einspruch da sie den Gips nur so schnell wie möglich von ihrer Haut runter haben wollte. Die Hand von Jake spürend umfasste sie diese nur zu gerne und betrachtete während dessen das Geschehen. Der unangenehme Druck dauerte nicht lange an, bis letztendlich ihr Bein endlich befreit war. Nun jedoch war es ihr gar nicht mehr möglich ihren Blick abzuwenden, war dies doch das erste mal, dass sie es nach dem Vorfall sah und der Anblick schockierte sie doch ein wenig. Die blasse Haut war überzogen von langen, hässlichem Narbengewebe das in ihren Augen schon fast unförmig aussah. Es sah kaum so aus wie es aussehen sollte, sah nicht wirklich aus wie ein Körperteil von ihr. Sie nahm nicht einmal die Worte des Arztes wahr, wenn sie eben noch der Wunsch gedrängt hatte so schnell wie möglich aufzustehen war dies nun wieder voll vergessen. Jakes Stimme jedoch riss sie aus ihrem leichten Schockzustand nur um daraufhin seine Arme um sich zu spüren. Wie selbstverständlich schmiegte sie sich an ihn. „Es sieht ganz und gar nicht schön aus. Ich mein.. klar ist ja irgendwie logisch bei dieser fiesen Bärenfalle aber bei der ganzen Menge Blut hab ich nicht ganz wahrgenommen wie schlimm es eigentlich gewesen sein musste.“, überkam es sie unüberlegt während ihre Augen nun doch wieder zu ihrem Bein wichen. Das es keine Bärenfalle gewesen war, war ihr klar doch bezeichnete sie diese nun einfach als solche während sie sich dazu brachte ihren Blick wieder zu ihm zu wenden ehe sie schon im Bad waren. Wartend bis er sie absetzte zog sie sich aus ohne dabei aufzustehen weniger wegen den warnenden Worten des Arztes sondern eher weil sie dem geschundenen Bein nicht zutraute ihr Gewicht zu halten. Die Arme leicht vor sich verschränkend blickte sie auf den Wasserhahn, aus dem schon das Wasser drang und dachte wirklich, dass ein entspannendes Bad das richtige wäre.